Was steht mir zu, wenn ich meine Mutter pflege?

Finanzielle Ansprüche, rechliche Lage und mehr
Inhalt dieses Beitrags

Die Pflege eines Elternteils ist eine sehr bedeutsame, aber möglicherweise herausfordernde Aufgabe. Es handelt sich um eine Lebensaufgabe, die viele uns im Laufe der Zeit bewältigen müssen. Diese Verantwortung wird aus Liebe und Fürsorge übernommen, jedoch sind sich viele Menschen unsicher, welche Rechte ihnen zustehen und auf welche Unterstützung sie zurückgreifen können. Wir möchten Sie in diesem Artikel über Ihre Rechte, mögliche finanzielle Unterstützung sowie emotionalen Beistand informieren. 

Pflege der eige­nen Mutter: finan­zielle Unter­stützung

Die Pflege der eigenen Mutter kann finanziell belastend sein. Deshalb ist es wichtig, zu wissen, welche finanziellen Leistungen Ihnen zur Verfügung stehen. Wir von Pflege Panorama möchten Ihnen helfen, einen Überblick über die finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten in der Pflege zu Hause zu gewinnen. 

Sie sind keineswegs auf sich allein gestellt, wenn Sie Ihre Mutter pflegen. Wir bieten Ihnen alle Informationen und helfen Ihnen gerne weiter.

Pflege­geld: Das steht Ihnen zu

Das sogenannte Pflegegeld und die Pflegesachleistungen sind Leistungen, die in Deutschland im Rahmen der Pflegeversicherung zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen bereitgestellt werden. Grundvoraussetzung, um das Pflegegeld zu beziehen, muss ein anerkannter Pflegegrad vorliegen. Die Einstufung des Pflegegrades erfolgt durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen): So wird der Pflegegrad ermittelt. Je nach Pflegegrad (2 bis 5) erhalten Sie zwischen 332 und 947 Euro Pflegegeld pro Monat (Stand: 2022). Je höher der Pflegegrad (und somit die Einschränkung der Selbstständigkeit), desto höher auch der monatliche Betrag. 

  • Pflegegrad 2: 332 Euro
  • Pflegegrad 3: 573 Euro
  • Pflegegrad 4: 765 Euro
  • Pflegegrad 5: 947 Euro

Das Pflegegeld können Sie als pflegender Angehörige für Pflegehilfsmittel, Fahrtkosten oder als Entschädigung für die aufgewendete Zeit nutzen. Das Pflegegeld soll sicherstellen, dass verschiedene Aspekte der Pflege und Unterstützung von Senioren im Alter abgedeckt sind. 

Verhinderungs­pflege und Kurz­zeit­pflege

Wenn eine Person lediglich vorübergehend Pflege benötigt, besteht die Möglichkeit der Kurzzeitpflege. Wie der Name bereits sagt, handelt es sich hierbei um eine Betreuung für einen bestimmten Zeitraum bzw. eine Überbrückung. Dies kann z. B. nach einem Krankenhaus- oder Klinikaufenthalt notwendig und sinnvoll sein. 

Die Verhinderungspflege ist gewissermaßen eine Ersatzpflege und steht Ihnen für maximal 6 Wochen pro Kalenderjahr zur Verfügung. Wenn Sie Ihre Mutter pflegen, können Sie die Verhinderungspflege in Anspruch nehmen, um beispielsweise Ihren eigenen Urlaub zu planen oder sich eine verdiente Auszeit zu gönnen. Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem umfassenden Ratgeberbeitrag.

Entlastungs­beiträge & steuer­liche Vergün­stigungen

Der Entlastungsbeitrag für Pflegebedürftige steht allen Personen ab Pflegegrad 1 zu. Die Höhe beträgt:

Bei Pflegegrad 1 beträgt er 125 € pro Monat
125 Euro
Bei Pflegegrad 2 beträgt er 689 € pro Monat
689 Euro
Bei Pflegegrad 3 bis 5 beträgt er 1.298 € pro Monat
1298 Euro

Der Entlastungsbeitrag kann für sogenannte Pflegesachleistungen verwendet werden. Pflegesachleistungen werden in der Regel von professionellen Pflegekräften oder z. B. einem ambulanten Pflegedienst erbracht. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Entlastungsbeitrag Angebote oder Leistungen finanzieren soll, die pflegende Angehörige entlasten. Mit diesem Beitrag können Sie beispielsweise eine Haushaltshilfe oder eine Betreuungskraft für Ihre Mutter (teilweise) finanzieren. Eine preiswerte und gleichzeitig sehr gute Möglichkeit ist hier eine 24h-Pflege: Einen Überblick über die Kosten der 24-Stunden-Pflege erhalten Sie hier.

Die steuerlichen Vergünstigungen, die Ihnen zustehen, wenn Sie Ihre Mutter pflegen, hängen oftmals von der persönlichen Situation ab. Allgemein können Sie den sogenannten Pflegepauschbetrag in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Hierfür müssen die Aufwendungen für die Pflege bzw. Betreuung Ihrer Mutter schriftlich nachweisen können. 

Wenn Sie aufgrund der Pflege Ihrer Mutter berufliche Einbußen haben, kann dies steuerliche Auswirkungen haben. Sie können bei der Reduzierung Ihrer Arbeitszeit möglicherweise einen Verlustausgleich oder andere steuerliche Vergünstigungen in Anspruch nehmen. Wir empfehlen Ihnen, mit Ihrem Arbeitgeber zu sprechen, um die bestmögliche Lösung zu finden.

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Rechtl­iche As­pek­te der Angehörigen­pflege

Neben der finanziellen Unterstützung, die wir Ihnen bereits vorgestellt haben, gibt es auch einige rechtliche Aspekte, die Sie beachten müssen, wenn Sie sich um Ihre pflegebedürftige Mutter kümmern. 

Patientenverfügung & Vorsorgevollmacht

Eine Patientenverfügung ist ein schriftliches Dokument, in dem eine Person im Voraus festlegt, welche medizinischen Maßnahmen sie im medizinischen Ernstfall wünscht oder ablehnt. Eine Patientenverfügung kann sinnvoll sein, wenn Sie Ihre Mutter pflegen – sie ist aber nicht zwingend erforderlich

Während sich die Patientenverfügung auf medizinische Entscheidungen bezieht, ermöglicht die Vorsorgevollmacht einer genannten Vertrauensperson (in diesem Fall Ihnen, wenn Sie Ihre Mutter pflegen), rechtliche und finanzielle Angelegenheiten im Namen des Betroffenen zu regeln. Alles über die Vorsorgevollmacht sowie weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema Leben im Alter

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Emotionale & fachliche Unter­stützung bei der Pfle­ge der eigenen Mutter

Zu guter Letzt möchten wir auch auf den emotionalen Faktor bei der Pflege der eigenen Mutter oder einer anderen geliebten Person eingehen. Die Pflege eines Elternteils oder allgemein eines Angehörigen kann nicht nur körperlich, sondern auch emotional sehr anspruchsvoll und kräftezerrend sein. In Selbsthilfegruppen finden Sie Unterstützung und Ratschläge zur Bewältigung von Stress. Um diese Belastung zu reduzieren, können auch Kurse zur Pflege in Anspruch genommen werden.

Wenn Sie keine pflegerische Vorerfahrung mitbringen, bietet die Pflegekasse kostenlose Pflegekurse bzw. Pflegeschulungen an. Dies soll sicherstellen, dass Sie die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, um die Pflege und Betreuung Ihrer pflegebedürftigen Mutter oder anderen Familienmitglieder kompetent durchführen können.

Die wichtigsten Fragen

Wie kann ich meinen Beruf und die Pflege meiner Mutter vereinbaren?

Den eigenen Beruf und die Pflege der eigenen Mutter oder einer anderen nahestehenden Person unter einen Hut zu bringen, kann eine Herausforderung darstellen. 

Was muss ich konkret tun, wenn ich meine Mutter pflege?

Der wohl erste Schritt ist, sich als Pflegeperson einzutragen. Als eingetragene Pflegeperson können Sie im Namen Ihrer Mutter Pflegegeld beantragen und mehr. Sie müssen mindestens 10 Stunden pro Woche (an mind. 2 Tagen der Woche) die Pflege übernehmen, um als anerkannte Pflegeperson zu gelten.

Julia Greguletz
Julia Greguletz
Hallo lieber Leser, mein Name ist Julia und ich bin vom Team Pflege Panorama. Ich schreibe unsere Ratgeber-Artikel, um umfassend über häusliche Betreuung zu informieren.
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