Haushaltshilfe für Senioren

Inhalt dieses Beitrags

Viele ältere Menschen haben den Wunsch, so lange wie möglich in der eigenen Wohnung oder in den geliebten vier Wänden wohnen zu bleiben – und dieser Wunsch ist absolut nachvollziehbar, denn das eigene Zuhause gibt ein Gefühl von Sicherheit. Aber was tun, wenn ältere Personen nicht mehr alle Tätigkeiten des Alltags und Haushalts alleine meistern können und auf Unterstützung angewiesen sind?

Die richtige Unter­stützung im Haus­halt finden

Wenn ein Alters- bzw. Pflegeheim keine Lösung ist, kann eine Haushaltshilfe infrage kommen. Eine Haushaltshilfe unterstützt Senioren und Hilfsbedürftige bei täglichen Arbeiten im Haushalt. Im Folgenden erfahren Sie, welche Vorteile eine Haushaltshilfe mit sich bringt, welche Aufgaben zu den Tätigkeiten gehören, welche Kosten anfallen, was die Unterschiede zu einer Pflegekraft sind und wie Sie die passende Unterstützung für Senioren finden.

Vorteile einer Haushalts­hilfe für Senio­ren

Sie überlegen, für sich selbst oder eine geliebte Person eine Haushaltshilfe anzustellen? Dies bringt zahlreiche Vorteile mit sich: So wird durch die Hilfe die körperliche Anstrengung und somit die Sturzgefahr sowie das Verletzungsrisiko der zu betreuenden Person verringert

Ein weiterer Punkt, der für eine Haushaltshilfe spricht, ist die Entlastung der pflegenden Angehörigen: Es kann sehr kräftezehrend sein, eine ältere Person zu unterstützen. Auch wenn die Familienangehörigen aus verschiedenen Gründen nicht helfen können, nicht vor Ort wohnen oder beispielsweise einen Urlaub planen, sollte nicht gezögert werden, professionelle Unterstützung heranzuziehen.

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Kosten einer Haushalts­hilfe

Sie fragen sich, welche Kosten anfallen, wenn Sie eine Haushaltshilfe in Anspruch nehmen? Die Kosten hängen in erster Linie davon ab, ob die Person, die die Hilfeleistung empfängt, einen anerkannten Pflegegrad besitzt.

Haushalts­hilfe für Personen mit Pflegegrad

Senioren mit einem von der Pflegeversicherung anerkannten Pflegegrad steht bereits ab dem Pflegegrad 1 ein sogenannter monatlicher Entlastungsbetrag zu: Dieser Betrag der Pflegekasse beläuft sich derzeit auf bis zu 125 Euro pro Monat (Stand: 01/2023) und kann genutzt werden, um die Haushaltshilfe (teilweise) zu finanzieren.

Ab Pflegegrad 2 erhält die zu pflegende Person ein monatliches Pflegegeld in Höhe von 332 Euro. Voraussetzung dafür, dass die Pflegekasse die Kosten für die Haushaltshilfe für Senioren übernimmt, ist, dass ein zertifizierter Anbieter gewählt wird. Der Antrag auf Kostenübernahme muss direkt an die Pflegekasse gestellt werden.

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Haushalts­hilfe für Personen ohne Pflegegrad

Auch ohne Pflegegrad besteht die Möglichkeit, eine Haushaltshilfe zu beantragen und diese über die gesetzliche Krankenkasse (teilweise) zu finanzieren. Von der Krankenkasse wird eine Haushaltshilfe vor allem bei medizinischer Notwendigkeit bezahlt – so beispielsweise, wenn eine schwere Krankheit vorliegt oder nach einer Behandlung im Krankenhaus. Allgemein gilt: Gesetzlich Versicherten wird temporär eine Haushaltshilfe bezahlt, wenn diese ärztlich verschrieben wird.

Liegt weder ein Pflegegrad noch medizinischer Bedarf vor, zahlt die gesetzliche Krankenkasse nicht – die Kosten müssen von Ihnen selbst übernommen werden. Jedoch können die Kosten durch Steuervergünstigung gesenkt werden: Ihr Steuerberater kann Ihnen helfen, die Kosten einer Haushaltshilfe steuermindernd geltend zu machen.

Kosten einer Haushalts­hilfe

Die Kosten einer Haushaltskraft hängen von der Beschäftigungsform ab. Für die Einstellung einer Haushaltshilfe gibt es wie für jede häusliche Betreuungskraft auch drei Möglichkeiten: 

  • Die Arbeitskraft kann mit einem Arbeitsvertrag im Haushalt angestellt werden. Bei der Direktanstellung muss zunächst eine Betriebsnummer beantragt werden. Anschließend sind die Sozialversicherungsbeiträge sowie die Lohnsteuer abzuführen und Sie müssen die Arbeitskraft bei einer gesetzlichen Unfallversicherung anmelden.
  • Eine Alternative ist die Anstellung der Arbeitskraft bei einer Pflege- bzw. Vermittlungsagentur: in diesem Fall haben Sie einen Dienstleistungsvertrag mit der Agentur.
  • Eine weitere Form stellt die selbstständige Beschäftigung dar: Hierbei gehen Haushalt und Betreuungskraft einen Dienstleistungsvertrag ein.

 

Weitere Details sowie Vor- und Nachteile zu den verschiedenen Anstellungsformen einer häuslichen Betreuungskraft finden Sie in unserem Ratgeber.

Aufgaben im Rahmen der Haushalts­hilfe

Gerade wenn die Angehörigen des Pflegebedürftigen die Betreuung und die damit verbundene Hilfe im Haushalt nicht übernehmen können, da sie z. B. stark im Beruf oder im Familienalltag eingespannt sind, ist es wichtig, sich frühzeitig um eine geeignete Unterstützung zu kümmern.

Eine Haushaltshilfe kann folgende Aufgaben übernehmen: 

  • Erledigung des Einkaufs
  • Zubereitung von Mahlzeiten
  • Geschirrspülen
  • Putzen und Reinigen der Wohnung
  • Waschen und Bügeln
  • Betten beziehen
  • Gardinen waschen und aufhängen
  • Müll entsorgen
  • Pflegen von Zimmerpflanzen (keine Gartenarbeit)

 

Aus den Aufgaben wird deutlich, dass eine Haushaltshilfe keine Pflegekraft ist. Eine Pflegekraft übernimmt pflegerische und betreuende Tätigkeiten: So kümmert sie sich neben der häuslichen Unterstützung auch um die Hygiene (Körperreinigung und Inkontinenzversorgung), Nahrungsaufnahme und Mobilität der zu betreuenden Person. Erfahrene und vertrauensvolle Pflegekräfte aus Osteuropa sind eine gute Wahl, wenn die Person auch Unterstützung bei grundlegenden Bedürfnissen benötigt. Eine 24-Stunden-Pflege bietet umfassendere Betreuung als eine Haushaltshilfe: Sie beinhaltet auch die Begleitung zu Arztbesuchen und betreut bei der Freizeitgestaltung. Die meisten Menschen fortgeschrittenen Alters wünschen sich, nach wie vor aktiv am Sozialleben teilzunehmen. Für die Begleitung zu einem Theaterbesuch, zu Bekannten oder einem Seniorentreff ist eine Haushaltshilfe nicht zuständig: hierfür muss eine häusliche Pflegekraft herangezogen werden.

Wann eine Haushalts­hilfe nicht die richtige Wahl ist

Wenn eine ältere Person Unterstützung braucht, ist es wichtig, je nach Situation und abhängig von individuellen Bedürfnissen die passende Betreuungsform zu wählen. Ist die Person nicht ausschließlich auf Unterstützung im Haushalt angewiesen, sondern braucht auch Pflege sowie eine Alltagsbegleitung, dann ist eine Haushaltshilfe nicht ausreichend.

Abgrenzung Haushalts­hilfe vs. Betreuungs­kraft: Umfang­reichere Unterstützung im Alltag

In Abgrenzung zur Haushaltshilfe bietet eine 24-Stunden-Pflegekraft umfangreichere Unterstützung. Hierbei lebt eine professionelle Pflegekraft zusammen mit der pflegebedürftigen Person unter einem Dach. Häusliche Pflege empfiehlt sich vor allem für allein lebende Senioren, die mehr Unterstützung im Alltag benötigen als nur bei Haushaltstätigkeiten. Gerade wenn man davon ausgeht, dass der Pflegeaufwand auf Dauer steigt, sollte man sich frühzeitig um die richtige Pflege kümmern.

Erfahren Sie hier, welche Aufgaben eine Betreuungskraft übernimmt.

Die passende Betreuungs­kraft finden

Wir erklären Ihnen, mit welchen einfachen Schritten Sie die ideale Pflegekraft für sich oder Ihre Lieben finden.

  1. Identifizieren Sie den Betreuungsbedarf und die konkreten Bedürfnisse der zu pflegenden Person
  2. Entscheiden Sie sich für eine Beschäftigungsform
  3. Suchen und finden Sie die passende Betreuung, z. B. über Pflege Panorama
  4. Lernen Sie die Betreuungskraft kennen
  5. Erstellen Sie den Betreuungsvertrag

, die mehr Unterstützung im Alltag benötigen als nur bei Haushaltstätigkeiten. Gerade wenn man davon ausgeht, dass der Pflegeaufwand auf Dauer steigt, sollte man sich frühzeitig um die richtige Pflege kümmern.

Erfahren Sie hier, welche Aufgabe eine Betreuungskraft übernimmt.

Die wichtig­sten Fra­gen

Welche Aufga­ben übernimmt eine Haushalts­hilfe?

Eine Haushaltshilfe übernimmt Aufgaben, die im Haushalt anfallen – so beispielsweise Kochen, Waschen und Putzen. Sie kümmert sich auch um das Entsorgen des Mülls und ggf. um das Einkaufen. Sie übernimmt jedoch keine betreuenden oder pflegerischen Tätigkeiten. 

Was unterscheidet eine Haushalts­hilfe von einer Betreuungs­kraft?

Eine Betreuungskraft bietet im Unterschied zur Haushaltshilfe eine umfangreichere Unterstützung. Sie lebt in der Regel mit der pflegebedürftigen Person zusammen und ist ein Alltagshelfer: Sie kümmert sich um Körperhygiene, Nahrungsaufnahme und begleitet beispielsweise bei Arztbesuchen oder Freizeitaktivitäten.

Julia Greguletz
Julia Greguletz
Hallo lieber Leser, mein Name ist Julia und ich bin vom Team Pflege Panorama. Ich schreibe unsere Ratgeber-Artikel, um umfassend über häusliche Betreuung zu informieren.
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