Rund 1,1 Millionen Menschen in Deutschland nutzen einen Hausnotruf (BVMed, 2024). Die meisten davon sind über 80 Jahre alt und leben allein. Ein Knopfdruck kann im Notfall den Unterschied machen zwischen schneller Hilfe und stundenlangem Warten auf dem Boden. Trotzdem schieben viele die Entscheidung vor sich her, weil der Markt unübersichtlich ist. Genau deshalb haben wir von Pflege Panorama diesen Hausnotruf Vergleich erstellt: mit konkreten Preisen, echten Testergebnissen und einer ehrlichen Einschätzung aller relevanten Anbieter.
In diesem Artikel vergleichen wir 7 Anbieter, die zusammen den Großteil des deutschen Marktes abdecken. Darunter die vier großen Wohlfahrtsverbände ASB, DRK, Malteser und Johanniter sowie die privaten Anbieter Libify, Patronus und Vitakt. Wir schauen uns Preise, Vertragsbedingungen, Gerätetypen und Nutzererfahrungen an. Außerdem erklären wir, wie Sie den Pflegekassen-Zuschuss nutzen und worauf Sie bei der Wahl wirklich achten müssen.


Alle 7 Anbieter auf einen Blick: Preise, Noten und Besonderheiten
Bevor wir jeden Anbieter einzeln vorstellen, hier die wichtigsten Eckdaten im direkten Hausnotruf Anbieter Vergleich. Die Tabelle zeigt den Basispreis, die Stiftung-Warentest-Note (sofern vorhanden) und die zentrale Besonderheit jedes Anbieters.
Wichtig zu wissen: Die Basispreise der Wohlfahrtsverbände liegen meist bei 25,50 Euro pro Monat. Das ist kein Zufall. Genau diesen Betrag übernimmt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1. Wer einen Pflegegrad hat, zahlt für das Basispaket also nichts aus eigener Tasche. Die privaten Anbieter Libify und Patronus gehen sogar noch weiter und bieten Einstiegsmodelle ab 0 bzw. 2 Euro monatlich an.
Die Grundlage für unsere Bewertung bildet unter anderem der letzte große Hausnotruf Test der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2018. Neuere unabhängige Testergebnisse liegen bisher nicht vor. Die Tester prüften damals neun Anbieter in den Kategorien Notrufbearbeitung, Beratung und Service, technische Prüfung sowie Vertragsbedingungen. Kein einziger Anbieter erreichte die Note „gut“ in der Gesamtwertung. Das zeigt, wie hoch die Anforderungen sind. Die Geräte funktionieren bei den meisten Anbietern zuverlässig. Die Unterschiede liegen im Service, in der Beratung und in den Vertragsbedingungen.
🆘 Hausnotruf Vergleich 2026
ASB: Testsieger bei Stiftung Warentest
Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ging als Hausnotruf Testsieger aus dem großen Test der Stiftung Warentest 2018 hervor. Mit der Gesamtnote 2,7 erreichte er das beste Ergebnis aller neun getesteten Anbieter (Stiftung Warentest, 2018). Das klingt auf den ersten Blick nicht überragend. Aber beim Hausnotruf sind die Anforderungen hoch, und kein Anbieter kam auf besser als 2,7.
Das Basispaket des ASB kostet ca. 25,50 Euro pro Monat (Stand: April 2026). Darin enthalten sind die Basisstation, ein Funksender für Hals oder Handgelenk und der 24-Stunden-Notrufservice. Der ASB verzichtet auf eine Mindestlaufzeit. Sie können den Vertrag monatlich kündigen. Das ist ein großer Vorteil gegenüber Anbietern, die Sie an längere Laufzeiten binden.
Pakete und Preise beim ASB
Basispaket für ca. 25,50 Euro pro Monat umfasst die Notrufzentrale, Basisstation und Funksender. Für die meisten Nutzer reicht dieses Paket völlig aus. Mit einem anerkannten Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse diesen Betrag komplett.
Komfortpakete ab ca. 40 Euro pro Monat bieten zusätzliche Leistungen wie Schlüsselhinterlegung, regelmäßige Kontaktanrufe oder erweiterte Serviceleistungen. Die genauen Konditionen variieren je nach Regionalverband.
Ein Punkt, den man kennen sollte: Der ASB ist dezentral organisiert. Preise und Leistungen können sich zwischen den Regionalverbänden leicht unterscheiden. Es lohnt sich, beim örtlichen ASB direkt nachzufragen.
Erfahrungen mit dem ASB-Hausnotruf
Die Nutzererfahrungen sind überwiegend positiv. Besonders gelobt werden die schnelle Reaktionszeit der Notrufzentrale und die unkomplizierte Installation. Die monatliche Kündbarkeit sorgt dafür, dass Nutzer sich nicht langfristig gebunden fühlen. Das schafft Vertrauen.
Ein häufig genannter Pluspunkt ist die persönliche Betreuung vor Ort. Viele ASB-Verbände bieten Hausbesuche zur Einrichtung an und erklären das Gerät in Ruhe. Für ältere Menschen, die sich mit Technik unsicher fühlen, kann das den entscheidenden Unterschied machen.
Wer einen zuverlässigen, klassischen Hausnotruf sucht und Wert auf Flexibilität legt, macht beim ASB wenig falsch.
📊 7 Hausnotruf-Anbieter im Vergleich
| Anbieter | Basis ab | Note '18 | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| ASB ⭐ | 25,50 € | 2,7 | Testsieger, monatl. kündbar |
| DRK | 25,50 € | Platz 2 | Wasserdichter Sender |
| Malteser | 25,50 € | Platz 3–4 | 1 Monat Kündigungsfrist |
| Johanniter | 27 € | 3,0 | Beste Notrufbearbeitung |
| Libify ⭐ | 0 € (PG) | 3,1 | DISQ-Sieger '19, mobil+GPS |
| Patronus | 2 € (PG) | k.A. | Notruf-Armbanduhr |
| Vitakt | 25 € | 2,8 | Solide, gutes P/L |
DRK: Solide Technik, gemischte Erfahrungen
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) belegte im Hausnotruf Test der Stiftung Warentest 2018 den zweiten Platz. Technisch überzeugt der DRK-Hausnotruf mit einem wasserdichten Handsender. Das klingt nach einem Detail, ist aber in der Praxis wichtig. Stürze passieren häufig im Badezimmer. Wer den Sender unter der Dusche tragen kann, ist besser geschützt.
Pakete und Preise beim DRK
Basispaket für ca. 25,50 Euro pro Monat mit Basisstation, Funksender und Notrufzentrale rund um die Uhr. Wie bei den anderen Wohlfahrtsverbänden wird dieser Betrag von der Pflegekasse vollständig übernommen, wenn ein Pflegegrad vorliegt.
Komfortpaket für ca. 40 Euro pro Monat mit zusätzlichen Leistungen wie Schlüsselhinterlegung und täglichem Kontaktanruf. Der tägliche Anruf ist besonders für alleinstehende Senioren eine wertvolle Zusatzleistung. Die Mitarbeiter fragen nach dem Befinden und können frühzeitig erkennen, wenn etwas nicht stimmt.
Premiumpaket für ca. 55 Euro pro Monat mit erweiterten Serviceleistungen und persönlicher Betreuung. Mehr zu unseren Erfahrungen mit dem DRK-Hausnotruf lesen Sie in unserem ausführlichen DRK Hausnotruf Test.
Erfahrungen mit dem DRK-Hausnotruf
Die Erfahrungen sind gemischt. Viele Nutzer berichten von zuverlässigem Service und freundlichen Mitarbeitern. Gleichzeitig gibt es Berichte über längere Wartezeiten bei der Notrufbearbeitung. Das ist ein Punkt, den wir ernst nehmen. Im Notfall zählt jede Sekunde.
Das DRK ist trotzdem eine solide Wahl, insbesondere für Menschen, die den wasserdichten Sender benötigen oder bereits Erfahrung mit dem DRK als Hilfsorganisation haben. Die Präsenz des DRK in fast jeder deutschen Gemeinde kann ein praktischer Vorteil sein, etwa wenn es um schnellen Gerätetausch oder persönliche Beratung vor Ort geht.


Malteser Hilfsdienst: Flexibel und transparent
Der Malteser Hilfsdienst landete im Stiftung-Warentest-Vergleich 2018 auf Platz 3 bis 4. Was die Malteser auszeichnet, ist ihre transparente Preisgestaltung und die kundenfreundliche Kündigungsregelung. Sie können jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündigen. Das gibt Ihnen Sicherheit: Wenn der Service nicht Ihren Erwartungen entspricht, sind Sie schnell wieder frei.
Pakete und Preise bei den Maltesern
Basispaket für ca. 25,50 Euro pro Monat. Die Standardausstattung mit Basisstation, Funksender und Notrufzentrale. Wird bei vorliegendem Pflegegrad komplett von der Pflegekasse übernommen.
Komfortpaket für ca. 52,40 Euro pro Monat. Hier kommen Zusatzleistungen wie regelmäßige Anrufe, Medikamentenerinnerung und erweiterter Service hinzu. Die Medikamentenerinnerung ist ein Feature, das kaum ein anderer Anbieter so explizit bewirbt. Gerade für Senioren, die mehrere Medikamente täglich einnehmen müssen, kann das eine echte Hilfe sein.
Premiumpaket für ca. 56,90 Euro pro Monat mit dem vollen Leistungsumfang inklusive persönlichem Ansprechpartner und Schlüsselservice. Der Unterschied zwischen Komfort und Premium liegt bei nur 4,50 Euro. Das macht das Premiumpaket verhältnismäßig attraktiv.
Die Preisstruktur der Malteser ist klar gestaffelt. Sie wissen genau, was Sie für welchen Betrag bekommen. Unseren detaillierten Erfahrungsbericht finden Sie im Malteser Hausnotruf Test.
Erfahrungen mit dem Malteser-Hausnotruf
Die Nutzerbewertungen fallen insgesamt positiv aus. Besonders hervorgehoben werden die freundliche Beratung und die unkomplizierte Abwicklung. Die Kündigungsfrist von nur einem Monat wird häufig als Pluspunkt genannt. In unserer Recherche sind uns kaum negative Erfahrungsberichte zu den Maltesern aufgefallen.
Für wen eignen sich die Malteser besonders? Für Menschen, die einen verlässlichen Anbieter mit flexiblen Vertragsbedingungen suchen und bereit sind, für Komfortleistungen etwas mehr zu zahlen.
💰 Hausnotruf Kosten & Pflegekasse
| Pakettyp | Preis ca. | Eigenanteil mit PG |
|---|---|---|
| Basis (stationär) | 23–30 € | 0 € |
| Komfort | 40–55 € | 15–30 € |
| Mobil mit GPS | 40–50 € | 15–25 € |
Johanniter: Beste Notrufbearbeitung, aber teurer
Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist ein Sonderfall in unserem Hausnotruf Vergleich. Im Stiftung-Warentest 2018 erzielten sie bei der Notrufbearbeitung die Teilnote 2,5. Das war das beste Einzelergebnis aller Anbieter in dieser Kategorie. Im Ernstfall reagieren die Johanniter also besonders schnell und kompetent. Die Gesamtnote fiel mit 3,0 trotzdem schlechter aus, weil es Mängel bei den Vertragsbedingungen gab (Stiftung Warentest, 2018).
Pakete und Preise bei den Johannitern
Basispaket für ca. 27 Euro pro Monat. Das sind 1,50 Euro mehr als bei den meisten Konkurrenten. Klingt wenig, summiert sich aber über ein Jahr auf 18 Euro Mehrkosten. Da die Pflegekasse maximal 25,50 Euro übernimmt, bleibt selbst mit Pflegegrad ein kleiner monatlicher Eigenanteil.
Anschlussgebühr von ca. 49 Euro für die Ersteinrichtung. Die meisten anderen Anbieter verzichten auf eine solche Einmalzahlung oder sie wird über die Installationspauschale der Pflegekasse (10,49 Euro) abgedeckt. Bei den Johannitern müssen Sie die Differenz selbst tragen.
Dazu kommt ein weiterer Kritikpunkt: Die Johanniter haben ihre Preise zwischen 2018 und 2024 um rund 26 % erhöht. Das ist deutlich mehr als die allgemeine Preissteigerung in diesem Zeitraum. Wer sich für die Johanniter entscheidet, sollte mit weiteren Preisanpassungen rechnen.
Positiv: Die Johanniter bieten einen kostenlosen 4-Wochen-Test an. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, den Service ohne Risiko auszuprobieren. In diesen 4 Wochen können Sie die Notrufzentrale testen, die Bedienung kennenlernen und entscheiden, ob der Anbieter zu Ihnen passt.
Erfahrungen mit dem Johanniter-Hausnotruf
Die Qualität der Notrufbearbeitung wird von Nutzern durchweg gelobt. Die Mitarbeiter in der Notrufzentrale gelten als besonders gut geschult. Sie reagieren ruhig, stellen die richtigen Fragen und leiten schnell die passenden Maßnahmen ein. Kritik gibt es für die vergleichsweise hohen Preise und die weniger transparenten Vertragsbedingungen.
Die Johanniter sind die richtige Wahl, wenn Ihnen die Qualität der Notrufbearbeitung wichtiger ist als der Preis. Wer bereit ist, etwas mehr zu zahlen, bekommt dafür im Ernstfall erstklassige Hilfe.
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Libify: Privater Anbieter mit Top-Bewertungen
Libify ist ein privater Anbieter aus München und hat den klassischen Hausnotruf-Markt in den letzten Jahren ordentlich aufgemischt. Das Unternehmen wurde beim Deutschen Institut für Service-Qualität (DISQ) 2019 zum Testsieger gekürt. Bei Trustpilot steht Libify bei 5 Sternen, basierend auf über 6.900 Bewertungen (Stand: April 2026). Das sind beeindruckende Zahlen. Zum Vergleich: Die großen Wohlfahrtsverbände kommen auf deutlich weniger Online-Bewertungen.
Pakete und Preise bei Libify
libifyBasic ab 0 Euro pro Monat. Ja, richtig gelesen. Wer einen Pflegegrad hat, zahlt für das Basispaket keinen Eigenanteil. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten komplett. Das ist möglich, weil Libify den Basispreis exakt auf den Pflegekassen-Zuschuss abgestimmt hat.
libifyHome ab ca. 30 Euro pro Monat. Der stationäre Hausnotruf mit erweiterten Funktionen wie automatischer Sturzerkennung und Rauchmelderintegration. Die Sturzerkennung kann besonders für alleinstehende Senioren ein Lebensretter sein. Wenn der Nutzer stürzt und den Knopf nicht selbst drücken kann, erkennt das System den Sturz automatisch und alarmiert die Notrufzentrale.
libifyMobil 2.0 ab ca. 40 Euro pro Monat. Ein mobiler Notruf mit GPS-Ortung für unterwegs. Ideal für aktive Senioren, die auch außerhalb der Wohnung abgesichert sein wollen. Das Gerät ist klein genug für die Hosentasche und funktioniert überall dort, wo Mobilfunkempfang besteht.
Libify bietet eine 4-wöchige Testphase an. In dieser Zeit können Sie das System ohne Risiko ausprobieren und bei Nichtgefallen kostenlos zurückschicken.
Erfahrungen mit Libify
Die Kundenzufriedenheit bei Libify ist außergewöhnlich hoch. Nutzer loben die einfache Einrichtung, den freundlichen Kundenservice und die zuverlässige Technik. Besonders der mobile Notruf mit GPS wird von aktiven Senioren geschätzt. Auch die Abwicklung mit der Pflegekasse wird als unkompliziert beschrieben. Libify kümmert sich um den Antrag und die Abrechnung.
Ein kleiner Nachteil: Libify ist ein vergleichsweise junges Unternehmen. Es fehlt die jahrzehntelange Erfahrung der großen Wohlfahrtsverbände. In der Praxis scheint das aber keine Rolle zu spielen, wie die Bewertungen zeigen. Wer offen für einen privaten Anbieter ist, findet bei Libify ein modernes System mit exzellentem Kundenservice.
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Patronus: Der Notruf am Handgelenk
Patronus geht einen anderen Weg als die klassischen Anbieter. Statt Basisstation und Funksender setzt Patronus auf eine Notruf-Armbanduhr. Die sieht aus wie eine normale Smartwatch, hat aber einen integrierten SOS-Knopf und GPS-Ortung. Für viele Senioren ist das psychologisch ein großer Vorteil: Man trägt kein „Notfallgerät“, sondern eine moderne Uhr. In Gesprächen mit Angehörigen hören wir häufig, dass gerade dieser Aspekt die Akzeptanz bei den Eltern deutlich erhöht.
Pakete und Preise bei Patronus
Mit Pflegegrad ab ca. 2 Euro pro Monat. Die Pflegekasse übernimmt den Großteil der Hausnotruf Kosten, Sie zahlen nur einen kleinen Eigenanteil. Damit ist Patronus einer der günstigsten Anbieter für Menschen mit Pflegegrad.
Ohne Pflegegrad ab ca. 39 Euro pro Monat. Ohne Kassenzuschuss liegt der Preis im mittleren Bereich. Verglichen mit einem stationären Basispaket für 25 Euro ist das ein spürbarer Aufpreis. Dafür bekommen Sie aber auch ein All-in-one-Gerät mit GPS-Ortung und Sturzerkennung.
Patronus bietet eine 14-tägige kostenlose Testphase. Das ist kürzer als bei einigen Konkurrenten, aber ausreichend, um sich einen Eindruck zu verschaffen. In diesen 2 Wochen können Sie die Uhr im Alltag tragen, die Bedienung testen und prüfen, ob die Akkulaufzeit für Ihre Bedürfnisse reicht.
Erfahrungen mit Patronus
Bei Trustpilot kommt Patronus auf 4 Sterne bei über 2.000 Bewertungen (Stand: April 2026). Das ist ein guter Wert, auch wenn er unter dem von Libify liegt. Nutzer schätzen vor allem das diskrete Design der Armbanduhr und die GPS-Funktion. Mehrfach erwähnt wird auch die Möglichkeit, über die App den Standort der Eltern einzusehen. Das gibt Angehörigen ein beruhigendes Gefühl.
Kritische Stimmen bemängeln gelegentlich die Akkulaufzeit. Eine Smartwatch muss regelmäßig geladen werden, während der klassische Funksender jahrelang ohne Batteriewechsel funktioniert. Für technikaffine Senioren oder deren Angehörige ist das kein Problem. Für Menschen, die sich mit Technik schwertun, kann es eine Hürde sein.
Vitakt: Solide ohne Schnickschnack
Vitakt ist ein privater Anbieter, der im Stiftung-Warentest 2018 die Note 2,8 erreichte. Damit lag Vitakt nur knapp hinter dem Testsieger ASB (Note 2,7). Ein gutes Ergebnis, das oft übersehen wird, weil Vitakt weniger Marketing betreibt als die großen Konkurrenten.
Der Fokus bei Vitakt liegt auf dem Kerngeschäft: zuverlässiger Hausnotruf ohne unnötige Extras. Das Basispaket kostet ca. 25 Euro pro Monat (Stand: April 2026) und wird von der Pflegekasse ab Pflegegrad 1 übernommen. Vitakt verzichtet weitgehend auf aufwendige Komfortpakete und konzentriert sich auf das, was zählt: schnelle und zuverlässige Hilfe im Notfall.
Vitakt eignet sich für Menschen, die einen soliden, bewährten Anbieter suchen und keinen Wert auf mobile Zusatzfunktionen legen. Wer einfach nur die Sicherheit eines Notrufknopfs will, bekommt bei Vitakt ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die gute Stiftung-Warentest-Note bestätigt das.
📋 3 Gerätetypen & Kaufberatung
Kaufberatung: Stationär, mobil oder Armbanduhr?
Bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden, sollten Sie wissen, welcher Gerätetyp zu Ihrer Situation passt. Es gibt drei grundlegende Kategorien bei Notrufsystemen für Senioren. Die Wahl des richtigen Typs ist mindestens genauso wichtig wie die Wahl des Anbieters.
Stationärer Hausnotruf
So funktioniert er: Eine Basisstation wird an den Telefonanschluss oder das Internet angeschlossen. Dazu gibt es einen kleinen Funksender, der als Kette um den Hals oder als Armband getragen wird. Bei Knopfdruck wird die Verbindung zur Notrufzentrale hergestellt. Die Reichweite beträgt je nach Modell 50 bis 100 Meter rund um die Basisstation. In einer normalen Wohnung reicht das locker aus, um aus jedem Zimmer Hilfe zu rufen.
Für wen geeignet: Menschen, die sich überwiegend in der Wohnung aufhalten. Senioren, die allein leben. Personen mit erhöhtem Sturzrisiko. Das sind die weitaus meisten Hausnotruf-Nutzer in Deutschland.
Kosten: Ab ca. 23 bis 30 Euro pro Monat. Mit Pflegegrad ab Pflegegrad 1 übernimmt die Pflegekasse bis zu 25,50 Euro monatlich. Damit ist der stationäre Hausnotruf in den meisten Fällen kostenfrei.
Mobiler Notruf mit GPS
So funktioniert er: Ein mobiles Gerät mit eingebauter SIM-Karte und GPS-Modul. Es funktioniert überall dort, wo Mobilfunkempfang besteht. Bei Knopfdruck wird der Standort an die Notrufzentrale übermittelt. Die Zentrale weiß dann genau, wo sich die Person befindet, und kann gezielt Hilfe schicken.
Für wen geeignet: Aktive Senioren, die noch regelmäßig das Haus verlassen. Menschen mit beginnender Demenz, bei denen die Ortungsfunktion wichtig ist. Wer sowohl zuhause als auch unterwegs abgesichert sein will. Auch für Senioren, die in ländlichen Gebieten allein spazieren gehen, kann ein mobiler Notruf sinnvoll sein.
Kosten: Ab ca. 40 Euro pro Monat. Der Zuschuss der Pflegekasse (25,50 Euro) gilt auch hier, der Eigenanteil ist aber höher als beim stationären Gerät. Rechnen Sie mit ca. 15 bis 30 Euro monatlich aus eigener Tasche. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zum mobilen Notruf mit GPS für Senioren.
Notruf-Armbanduhr
So funktioniert sie: Eine Smartwatch mit integriertem SOS-Knopf, GPS und Mobilfunkmodul. Manche Modelle bieten automatische Sturzerkennung. Die Uhr wird wie ein normales Accessoire getragen und fällt im Alltag kaum auf.
Für wen geeignet: Senioren, die kein auffälliges Notfallgerät tragen wollen. Technikaffine Nutzer oder deren Angehörige. Menschen, die Wert auf ein modernes Design legen. Die Armbanduhr ist auch eine gute Option, wenn der klassische Halsband-Sender als stigmatisierend empfunden wird.
Kosten: Als Abo ab ca. 39 Euro pro Monat (z. B. Patronus). Als Einmalkauf ohne laufende Kosten zwischen ca. 80 und 250 Euro. Einmalkaufgeräte haben allerdings keine professionelle Notrufzentrale im Hintergrund. Sie alarmieren stattdessen hinterlegte Kontakte per SMS oder Anruf. Das kann im Notfall bedeuten, dass niemand erreichbar ist.
Welcher Typ passt zu Ihnen?
Für die meisten Senioren, die allein zuhause leben, reicht der stationäre Hausnotruf völlig aus. Er ist günstig, zuverlässig und wird von der Pflegekasse komplett übernommen. Erst wenn regelmäßige Aktivitäten ausser Haus stattfinden oder eine Weglauftendenz besteht, lohnt sich der Aufpreis für ein mobiles System. Die Armbanduhr ist die modernste Lösung, erfordert aber ein Mindestmaß an Technikverständnis und regelmäßiges Laden.
Hausnotruf Kosten und Pflegekassen-Zuschuss
Die Hausnotruf Kosten sind einer der häufigsten Suchgründe in diesem Bereich. Die gute Nachricht: Mit einem Pflegegrad zahlen Sie für den Basis-Hausnotruf in den meisten Fällen nichts aus eigener Tasche. Schauen wir uns die Details an.
Was die Pflegekasse zahlt
Ab Pflegegrad 1 übernimmt die Pflegekasse monatlich bis zu 25,50 Euro für einen Hausnotruf. Dazu kommt eine einmalige Installationspauschale von 10,49 Euro. Diese Beträge gelten bundesweit und sind gesetzlich festgelegt (SGB XI). Der Anspruch besteht unabhängig davon, ob Sie Pflegegrad 1, 2, 3, 4 oder 5 haben.
Voraussetzungen für den Zuschuss: Sie müssen einen anerkannten Pflegegrad haben (mindestens Pflegegrad 1). Sie müssen überwiegend allein leben oder Ihre Pflegeperson ist regelmäßig abwesend. Der Hausnotruf muss bei einem von der Pflegekasse anerkannten Anbieter abgeschlossen werden. Alle in diesem Vergleich genannten Anbieter sind anerkannt.
Noch ein wichtiges Detail: Der Pflegekassen-Zuschuss für den Hausnotruf wird nicht auf das Pflegegeld oder die Pflegesachleistungen angerechnet. Er ist eine eigenständige Leistung. Sie verlieren also kein Pflegegeld, wenn Sie einen Hausnotruf beantragen.
Was kostet der Hausnotruf ohne Pflegegrad?
Ohne Pflegegrad müssen Sie die Kosten selbst tragen. Beim stationären Basispaket sind das ca. 23 bis 30 Euro pro Monat. Komfortpakete kosten ca. 40 bis 55 Euro, Premiumpakete ca. 55 bis 77 Euro pro Monat. Mobile Notrufsysteme beginnen bei ca. 40 Euro monatlich (Stand: April 2026).
Auch ohne Pflegegrad kann sich ein Hausnotruf lohnen. Die monatlichen Kosten für ein Basispaket liegen unter dem Preis eines Streaming-Abos. Gemessen an der Sicherheit, die das System bietet, ist das eine überschaubare Investition.
Ein Tipp: Auch ohne Pflegegrad können die Kosten steuerlich absetzbar sein. Der Hausnotruf zählt zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Bis zu 20 % der Kosten (maximal 4.000 Euro pro Jahr) können Sie von der Steuerschuld abziehen. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater darüber.
So beantragen Sie den Zuschuss
Der Antrag ist unkompliziert. Die meisten Anbieter übernehmen die Abwicklung mit der Pflegekasse für Sie. Sie müssen lediglich eine Abtretungserklärung unterschreiben, und der Anbieter rechnet direkt mit der Kasse ab. Falls Sie den Antrag selbst stellen möchten, reicht ein formloser Brief an Ihre Pflegekasse mit der Bitte um Kostenübernahme für einen Hausnotruf. Fügen Sie eine Kopie des Pflegegrad-Bescheids bei, dann geht es schneller.
5 Kriterien für die richtige Wahl
Nach unserem ausführlichen Vergleich möchten wir Ihnen noch fünf Kriterien an die Hand geben, auf die Sie bei Ihrer Entscheidung achten sollten. Diese Punkte fassen zusammen, worauf es beim Hausnotruf Anbieter Vergleich wirklich ankommt.
Reichweite und Einsatzort sind das wichtigste Kriterium. Wenn Sie nur zuhause Schutz brauchen, reicht ein stationäres Gerät. Sobald Sie auch im Garten, beim Einkaufen oder auf Spaziergängen abgesichert sein wollen, brauchen Sie ein mobiles System mit GPS. Ueberlegen Sie ehrlich, wie Ihr Alltag aussieht. Viele Senioren überschätzen ihre Mobilität ausser Haus und zahlen unnötig für mobile Funktionen.
Vertragsbedingungen unterscheiden sich stark. Achten Sie auf Mindestlaufzeiten, Kündigungsfristen und Anschlussgebühren. Der ASB ist hier mit seiner monatlichen Kündbarkeit das Vorbild. Die Johanniter verlangen dagegen eine Anschlussgebühr von 49 Euro. Wir empfehlen: Unterschreiben Sie keinen Vertrag mit einer Laufzeit von mehr als einem Monat, solange Sie den Service nicht getestet haben.
Reaktionszeit der Notrufzentrale ist im Ernstfall entscheidend. Die Johanniter hatten im Stiftung-Warentest die schnellste und kompetenteste Notrufbearbeitung. Fragen Sie bei Ihrem Wunschanbieter nach, wie schnell im Durchschnitt reagiert wird. Eine gute Notrufzentrale meldet sich innerhalb von 30 Sekunden.
Zusatzfunktionen wie Sturzerkennung, Rauchmelderintegration oder Medikamentenerinnerung können sinnvoll sein. Ueberlegen Sie aber ehrlich, ob Sie diese Funktionen wirklich brauchen. Jede Zusatzfunktion kostet extra. Die automatische Sturzerkennung ist aus unserer Sicht die einzige Zusatzfunktion, die für alleinstehende Senioren einen echten Sicherheitsgewinn bringt.
Testphase nutzen ist unser wichtigster Rat. Libify bietet 4 Wochen, die Johanniter ebenfalls 4 Wochen, Patronus 14 Tage. Testen Sie das Gerät im Alltag, bevor Sie sich festlegen. Erst dann sehen Sie, ob die Bedienung passt, ob der Sender bequem zu tragen ist und ob die Sprachqualität der Gegensprechanlage ausreicht. Ein Gerät, das im Schrank liegt, weil es als unbequem empfunden wird, nützt niemandem.
Fazit zum Hausnotruf Vergleich
Ein Hausnotruf Vergleich lohnt sich, weil die Unterschiede zwischen den Anbietern größer sind, als man vermuten würde. Ob ASB als Testsieger, Libify mit seinen Top-Bewertungen oder Patronus mit der modernen Armbanduhr: Für jede Lebenssituation gibt es den passenden Anbieter. Nutzen Sie die kostenlosen Testphasen und lassen Sie sich nicht von langen Vertragslaufzeiten binden. Weitere Ratgeber rund um Sicherheit und Pflege im Alter finden Sie bei uns auf pflege-panorama.de.


Die wichtigsten Fragen
Was kostet ein Hausnotruf im Monat?
Das Basispaket kostet bei den meisten Anbietern zwischen 23 und 30 Euro pro Monat. Mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse bis zu 25,50 Euro monatlich, sodass für das Basispaket kein Eigenanteil anfällt. Komfortpakete kosten ca. 40 bis 55 Euro, Premiumpakete bis zu 77 Euro pro Monat.
Welcher Hausnotruf ist Testsieger?
Im letzten großen Test der Stiftung Warentest (2018) wurde der ASB mit der Note 2,7 Testsieger. Bei der Notrufbearbeitung schnitten die Johanniter mit der Teilnote 2,5 am besten ab. Libify wurde 2019 beim Deutschen Institut für Service-Qualität (DISQ) zum Testsieger gekürt.
Zahlt die Pflegekasse den Hausnotruf?
Ja, ab Pflegegrad 1 übernimmt die Pflegekasse monatlich bis zu 25,50 Euro sowie eine einmalige Installationspauschale von 10,49 Euro. Voraussetzung: Sie leben überwiegend allein oder Ihre Pflegeperson ist regelmäßig länger abwesend.