Ein Sturz beim Spaziergang im Park. Der nächste Mensch ist 200 Meter entfernt, das Handy liegt zu Hause auf dem Küchentisch. In genau solchen Momenten entscheidet ein mobiler Notruf für Senioren mit GPS darüber, ob Hilfe in Minuten kommt oder erst nach Stunden. Rund 6,8 Millionen Menschen über 65 stürzen in Deutschland mindestens einmal pro Jahr (RKI, 2024). Viele davon außerhalb der eigenen vier Wände.
Klassische Hausnotrufsysteme funktionieren nur in der Wohnung. Die Reichweite des Senders endet spätestens am Gartentor. Wer regelmäßig draußen unterwegs ist, zum Einkaufen geht, den Hund ausführt oder Spaziergänge im Park macht, braucht ein mobiles System mit GPS-Ortung. Genau hier setzen mobile Hausnotrufsysteme mit GPS an: Sie funktionieren überall dort, wo Mobilfunkempfang besteht.
Wir von Pflege Panorama haben die aktuell wichtigsten Geräte verglichen: von der Notrufuhr am Handgelenk bis zum mobilen Sender in der Jackentasche. In diesem Artikel erfahren Sie, welches System zu welcher Situation passt, was die Pflegekasse zahlt und worauf Sie beim Kauf achten sollten.


Die besten mobilen Notrufsysteme mit GPS
Die Unterschiede sind erheblich. Nicht nur beim Preis, sondern vor allem bei der Frage: Wer reagiert im Notfall? Eine professionelle Notrufzentrale oder die eigenen Angehörigen? Schauen wir uns jedes System im Detail an.
📍 Mobiler Notruf mit GPS 2026
Libify libifyMobil 2.0: Der mobile Hausnotruf mit Notrufzentrale
Das libifyMobil 2.0 ist das bekannteste mobile Notrufsystem auf dem deutschen Markt. Es handelt sich um einen kleinen Sender, der am Körper getragen wird und per Knopfdruck eine Verbindung zur 24/7-Notrufzentrale herstellt. GPS-Ortung und automatische Sturzerkennung sind integriert.
Funktionsumfang. Das Gerät erkennt Stürze automatisch und löst dann selbstständig einen Notruf aus. Die Notrufzentrale sieht sofort den GPS-Standort und kann gezielt Hilfe schicken. Auch wenn die gestürzte Person nicht mehr sprechen kann, weiß die Zentrale, wo sie sich befindet.
Kosten. Ab ca. 40 Euro pro Monat (Stand: April 2026). Darin enthalten sind das Gerät, die SIM-Karte und die Anbindung an die Notrufzentrale. Eine Einmalzahlung für das Gerät fällt nicht an. Es gibt eine 4-wöchige Testphase.
Bewertungen. Libify wurde 2019 vom Deutschen Institut für Service-Qualität (DISQ) als Testsieger im Bereich mobiler Hausnotruf ausgezeichnet. Auf Trustpilot steht das Unternehmen bei 5 Sternen aus über 6.900 Bewertungen.
Pflegekassenzulassung. Libify ist ein anerkannter Anbieter. Mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse bis zu 25,50 Euro pro Monat. Der Eigenanteil sinkt damit auf ca. 14,50 Euro.
Für wen geeignet. Das libifyMobil 2.0 ist die richtige Wahl für Senioren, die regelmäßig alleine unterwegs sind und eine professionelle Notrufzentrale im Hintergrund wollen. Besonders sinnvoll bei erhöhter Sturzgefahr oder wenn Angehörige nicht ständig erreichbar sind.
Einrichtung. Das Gerät wird betriebsbereit geliefert. Nach dem Einschalten muss lediglich die Notrufzentrale einmal kontaktiert werden, um die Verbindung zu testen. Der gesamte Einrichtungsprozess dauert etwa 10 Minuten. Technisches Vorwissen ist nicht erforderlich.
Weitere Informationen zum Anbieter finden Sie auf libify.com. Einen umfassenden Vergleich aller Hausnotrufsysteme haben wir in unserem Hausnotruf-Vergleich zusammengestellt.
📱 6 mobile Notrufsysteme im Vergleich
| System | Preis | Zentrale | Sturz |
|---|---|---|---|
| Libify Mobil 2.0 | ab 40 €/Mon | ✓ 24/7 | ✓ |
| Patronus Uhr ⭐ | ab 2 €/Mon* | ✓ 24/7 | ✓ |
| Johanniter Mobil | ab 77 €/Mon | ✓ 24/7 | ✓ |
| Senionex PRO 5 | 150–200 € einmal | Familie | ✓ |
| Beurer Gardia EC 70 | 150–200 € einmal | Familie | ✗ |
| sky-alarm App | Einmalkauf | Familie | ✗ |
Patronus Notruf-Uhr: GPS-Notruf als Armbanduhr
Die Patronus Notruf-Uhr sieht aus wie eine normale Armbanduhr. Genau das ist ihr größter Vorteil. Viele Senioren lehnen klassische Notrufsender ab, weil sie nicht als hilfsbedürftig wahrgenommen werden wollen. Die Patronus Uhr löst dieses Problem elegant.
Funktionsumfang. Integrierte SIM-Karte, GPS-Ortung und automatische Sturzerkennung. Per Knopfdruck wird die 24/7-Notrufzentrale kontaktiert. Die Uhr verfügt über einen Lautsprecher und ein Mikrofon, sodass eine Sprechverbindung möglich ist. Zusätzlich werden bis zu 5 Notfallkontakte hinterlegt, die per SMS und Anruf informiert werden.
Kosten. Hier wird es interessant: Mit Pflegegrad kostet die Patronus Uhr ab ca. 2 Euro pro Monat. Ohne Pflegegrad liegt der Preis bei ca. 39 Euro pro Monat (Stand: April 2026). Die 14-tägige Testphase ermöglicht ein risikofreies Ausprobieren.
Bewertungen. Auf Trustpilot erreicht Patronus 4 Sterne bei über 2.000 Bewertungen. Die häufigsten Kritikpunkte betreffen die Akkulaufzeit, die je nach Nutzung zwischen 1 und 3 Tagen liegt.
Pflegekassenzulassung. Ja. Patronus ist als Hausnotruf-Anbieter anerkannt. Die Pflegekasse übernimmt bis zu 25,50 Euro pro Monat ab Pflegegrad 1. Deshalb der niedrige Eigenanteil.
Einrichtung. Die Uhr wird über eine Smartphone-App der Angehörigen konfiguriert. Dort werden Notfallkontakte hinterlegt, die Sturzerkennung aktiviert und die Standortfreigabe eingerichtet. Der Senior selbst muss die App nicht bedienen. Die Uhr wird einfach angelegt und funktioniert dann automatisch.
Für wen geeignet. Die Notrufuhr für Senioren ist ideal für Menschen, die ein diskretes System wollen. Sie eignet sich besonders für aktive Senioren, die viel unterwegs sind und eine professionelle Notrufzentrale im Hintergrund haben möchten.


Johanniter Mobiler Notruf: Premium-Lösung vom Wohlfahrtsverband
Die Johanniter bieten neben dem klassischen Hausnotruf auch ein mobiles System mit GPS-Ortung an. Als einer der großen Wohlfahrtsverbände bringen sie jahrzehntelange Erfahrung im Rettungswesen mit.
Funktionsumfang. GPS-Ortung, Notrufknopf, Sprechverbindung zur Johanniter-Notrufzentrale. Das System funktioniert bundesweit überall dort, wo Mobilfunkempfang besteht. Die Notrufzentrale koordiniert im Ernstfall den Rettungsdienst und informiert Angehörige.
Kosten. Das Premium-Paket mit mobilem Notruf liegt bei ca. 77 Euro pro Monat (Stand: April 2026). Das ist deutlich mehr als bei Libify oder Patronus. Allerdings beinhaltet das Paket oft zusätzliche Leistungen wie Schlüsselhinterlegung und regelmäßige Kontaktanrufe.
Pflegekassenzulassung. Ja. Die Johanniter sind als Anbieter anerkannt. Die Pflegekasse übernimmt bis zu 25,50 Euro pro Monat. Der Eigenanteil bleibt mit ca. 51,50 Euro dennoch hoch.
Für wen geeignet. Für Senioren und Angehörige, denen der Name eines etablierten Wohlfahrtsverbands wichtig ist und die ein Rundum-Paket mit persönlicher Betreuung suchen. Wer vor allem den mobilen GPS-Notruf braucht, findet günstigere Alternativen. In unserem Erfahrungsbericht zum Malteser Hausnotruf vergleichen wir auch die Leistungen der Wohlfahrtsverbände untereinander.
💰 Kosten & Pflegekassen-Zuschuss
Eigenanteil: ab 2–51 €/Mon
+ SIM-Karte: 5–10 €/Mon
Senionex PRO 5 UHR: 4G-Notrufuhr ohne Abo
Die Senionex PRO 5 UHR gehört zur Kategorie der Einmalkauf-Geräte. Sie funktioniert mit einer eigenen SIM-Karte, es gibt kein monatliches Abo und keine Notrufzentrale im Hintergrund.
Funktionsumfang. 4G-Mobilfunk, GPS-Ortung, automatische Sturzerkennung. Beim Drücken des Notrufknopfs oder bei einem erkannten Sturz ruft die Uhr nacheinander bis zu 5 hinterlegte Notfallkontakte an. Per Lautsprecher und Mikrofon ist eine Sprechverbindung möglich. Zusätzlich wird eine SMS mit dem GPS-Standort verschickt.
Kosten. Einmalig ca. 150 bis 200 Euro für die Uhr (Stand: April 2026). Dazu kommen die laufenden Kosten für eine SIM-Karte mit Telefonie und Datenvolumen. Viele Nutzer verwenden eine Prepaid-Karte für ca. 5 bis 10 Euro pro Monat.
Keine Notrufzentrale. Das ist der entscheidende Unterschied. Im Notfall klingelt das Telefon bei Angehörigen oder Nachbarn. Wenn niemand abnimmt, gibt es keinen professionellen Rückfall. Für Senioren, die zuverlässig erreichbare Kontaktpersonen haben, kann das völlig ausreichen. Für alleinstehende Senioren ist es ein Risiko.
Pflegekasse. Einmalkauf-Geräte ohne anerkannte Notrufzentrale werden in der Regel nicht von der Pflegekasse bezuschusst.
Für wen geeignet. Für technikaffine Senioren mit engem Familiennetzwerk, die keine laufenden Kosten wollen und deren Angehörige zuverlässig erreichbar sind. Auch für Angehörige, die einen günstigen Einstieg suchen und die Verantwortung bewusst übernehmen möchten, ist die Senionex eine solide Option.
Die Senionex PRO 5 UHR ist bei verschiedenen Online-Händlern erhältlich. Preise vergleichen lohnt sich, da sie je nach Händler variieren können.
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Beurer Gardia EC 70: Marken-Notrufuhr zum Einmalkauf
Beurer ist als Hersteller von Gesundheitsprodukten seit Jahrzehnten etabliert. Die Gardia EC 70 ist ihre Antwort auf den wachsenden Markt der GPS-Notruf-Uhren für Senioren.
Funktionsumfang. GPS-Ortung, SOS-Taste, Anruffunktion über hinterlegte Kontakte. Die Uhr sendet im Notfall den Standort an zuvor eingerichtete Kontaktpersonen. Eine Sprechverbindung ist über die Uhr möglich.
Kosten. Einmalig ca. 150 bis 200 Euro (Stand: April 2026). Zusätzlich wird eine SIM-Karte mit Datenvolumen benötigt. Die monatlichen SIM-Kosten liegen typischerweise bei 5 bis 10 Euro.
Was fehlt. Keine automatische Sturzerkennung und keine professionelle Notrufzentrale. Die Beurer Gardia EC 70 ist damit eher ein GPS-Notfalltelefon am Handgelenk als ein vollwertiges Notrufsystem. Wer auf automatische Sturzerkennung angewiesen ist, sollte zu einem anderen Gerät greifen.
Pflegekasse. Kein Zuschuss, da kein anerkannter Notrufanbieter dahintersteht.
Für wen geeignet. Für Senioren, die eine einfache GPS-Notrufuhr ohne laufende Abo-Kosten suchen und bewusst auf eine Notrufzentrale verzichten. Die Marke Beurer bietet Vertrauen in die Produktqualität.
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sky-alarm WLAN Notruf: App-basierte Alternative
sky-alarm geht einen anderen Weg. Statt eines eigenen Geräts nutzt das System eine Smartphone-App in Kombination mit WLAN. Es richtet sich an Senioren, die ohnehin ein Smartphone besitzen.
Funktionsumfang. Notruf per App, Standortübermittlung, Benachrichtigung von Kontaktpersonen. Das System funktioniert über WLAN und mobile Daten. Es gibt keinen separaten Notrufknopf und keine Notrufzentrale.
Kosten. Einmalkauf der App, kein laufendes Abo (Stand: April 2026). Die günstigste Option in diesem Vergleich.
Einschränkungen. sky-alarm setzt ein Smartphone voraus. Das schließt viele Senioren aus, die genau deshalb einen mobilen Hausnotruf mit GPS suchen, weil sie kein Smartphone bedienen können oder wollen. Außerdem fehlen Sturzerkennung und ein physischer Notrufknopf. In einer echten Notsituation muss der Senior erst das Smartphone entsperren und die App öffnen.
Pflegekasse. Kein Zuschuss möglich.
Für wen geeignet. Als Ergänzung für Senioren, die ihr Smartphone sicher bedienen können. Als alleiniges Notrufsystem für sturzgefährdete Senioren nicht empfehlenswert.
Mit oder ohne Notrufzentrale?
Das ist die zentrale Entscheidung beim Kauf eines mobilen Notrufsystems. Beide Varianten haben ihre Berechtigung.
Systeme mit professioneller Notrufzentrale
So funktioniert es: Der Notruf geht an eine rund um die Uhr besetzte Leitstelle. Geschulte Mitarbeiter sprechen mit der betroffenen Person, bewerten die Situation und alarmieren bei Bedarf den Rettungsdienst. Gleichzeitig werden hinterlegte Angehörige informiert.
Vorteil: Zuverlässigkeit. Egal ob nachts um 3 Uhr oder am Sonntagmorgen: Es nimmt immer jemand ab. Auch wenn die gestürzte Person nicht mehr sprechen kann, wird dank GPS-Ortung Hilfe geschickt.
Nachteil: Laufende monatliche Kosten. Je nach Anbieter zwischen 2 und 77 Euro pro Monat. Außerdem sind manche Senioren skeptisch gegenüber der Vorstellung, dass fremde Menschen über ihre Notlage informiert werden.
Systeme mit Familienruf (ohne Notrufzentrale)
So funktioniert es: Das Gerät ruft nacheinander hinterlegte Privatnummern an. Nimmt jemand ab, besteht eine Sprechverbindung. Der GPS-Standort wird per SMS oder App übermittelt.
Vorteil: Keine laufenden Kosten ausser der SIM-Karte. Volle Kontrolle über die Kontaktliste.
Nachteil: Wenn alle Kontakte gerade nicht erreichbar sind, bleibt der Notruf unbeantwortet. Nachts, im Urlaub, bei einem stumm geschalteten Handy. Genau dann, wenn es drauf ankommt.
Unsere Einschätzung: Für Senioren, die allein leben oder regelmäßig längere Spaziergänge machen, empfehlen wir ein System mit Notrufzentrale. Der Aufpreis ist die Sicherheit wert. Für Senioren, die in einem Haushalt mit Angehörigen leben und nur gelegentlich kurz das Haus verlassen, kann ein Familienruf-System ausreichen.
Ein weiterer Aspekt: Wer als Angehöriger die Verantwortung übernimmt, erreichbar zu sein, trägt eine erhebliche psychische Last. Jeder verpasste Anruf wird zum potenziellen Schuldgefühl. Eine professionelle Notrufzentrale entlastet nicht nur den Senior, sondern auch die Familie.
📋 Kaufberatung: 5 Kriterien
Kaufberatung: Worauf Sie achten sollten
Nicht jeder mobile Notruf passt zu jeder Situation. Diese Kriterien helfen bei der Auswahl:
GPS-Genauigkeit. Die Ortung sollte auf 10 bis 20 Meter genau sein. In Gebäuden funktioniert GPS oft schlechter als im Freien. Manche Geräte nutzen zusätzlich WLAN- und Mobilfunk-Ortung, um die Genauigkeit in Innenräumen zu verbessern. Für den typischen Einsatzfall, den Spaziergang im Freien, reicht Standard-GPS aus.
Akkulaufzeit. Die Unterschiede sind enorm: von 1 Tag bis 7 Tage je nach Gerät und Nutzung. Eine kurze Akkulaufzeit bedeutet tägliches Laden. Für vergessliche Senioren kann das zum Problem werden. Fragen Sie sich ehrlich: Wird das Gerät jeden Abend zuverlässig an die Ladestation gelegt? Wenn nicht, ist ein Gerät mit längerer Akkulaufzeit die bessere Wahl.
Sturzerkennung. Diese Funktion erkennt über Beschleunigungssensoren, wenn eine Person stürzt, und löst automatisch einen Notruf aus. Besonders wichtig, wenn der Senior nach einem Sturz bewusstlos oder nicht mehr in der Lage ist, den Notrufknopf zu drücken. Nicht alle Geräte bieten diese Funktion. Libify, Patronus und Senionex haben sie. Die Beurer Gardia EC 70 nicht.
Wasserdichtigkeit. Ein Notrufgerät sollte mindestens spritzwassergeschützt sein (IP54 oder höher). Vollständig wasserdichte Geräte (IP67/IP68) können auch beim Duschen getragen werden. Das ist relevant, weil viele Stürze im Badezimmer passieren.
Bedienbarkeit. Große Tasten, eindeutiger Notrufknopf, möglichst wenig Menüs. In einer Notsituation zählt jede Sekunde. Das Gerät muss auch mit zittrigen Händen oder eingeschränkter Sicht bedienbar sein. Notrufuhren mit einem einzigen SOS-Knopf sind hier im Vorteil gegenüber App-basierten Lösungen.
Tragbarkeit und Akzeptanz. Das beste Notrufsystem nützt nichts, wenn es in der Schublade liegt. Viele Senioren lehnen auffällige Geräte ab. Notrufuhren für Senioren wie die Patronus haben hier einen klaren Vorteil: Sie sehen aus wie normale Uhren und werden deshalb tatsächlich getragen. Sprechen Sie mit der betroffenen Person, bevor Sie ein System kaufen.
Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist. Achten Sie auf die Vertragsbedingungen. Manche Anbieter binden Sie für 12 oder 24 Monate. Andere bieten monatliche Kündigung an. Bei einem Einmalkauf-Gerät entfällt dieses Thema komplett. Wir empfehlen, die Testphasen (Libify: 4 Wochen, Patronus: 14 Tage) zu nutzen, bevor Sie sich für einen längeren Vertrag entscheiden.
Datenschutz. GPS-Ortung bedeutet, dass der Standort einer Person erfasst und übermittelt wird. Bei Anbietern mit Notrufzentrale werden diese Daten an die Leitstelle gesendet. Achten Sie darauf, dass der Anbieter deutsche Datenschutzstandards einhält und die Daten auf Servern in Deutschland gespeichert werden. Libify und Patronus geben an, ihre Daten in Deutschland zu verarbeiten.
Einrichtung und Inbetriebnahme
Die Einrichtung eines mobilen Notrufsystems ist bei den meisten Geräten einfacher als gedacht. Trotzdem gibt es Unterschiede, die vor allem dann relevant werden, wenn der Senior wenig technikaffin ist.
Abo-Systeme (Libify, Patronus, Johanniter) werden betriebsbereit geliefert. Die SIM-Karte ist bereits eingesetzt, die Notrufzentrale vorprogrammiert. Nach dem Einschalten wird ein Testnotruf durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Verbindung funktioniert. Bei Patronus und Libify erfolgt die Konfiguration der Notfallkontakte über eine Angehörigen-App auf dem Smartphone der Kinder oder Enkel. Der Senior selbst muss nichts einrichten.
Einmalkauf-Geräte (Senionex, Beurer) erfordern etwas mehr Eigeninitiative. Sie müssen selbst eine SIM-Karte besorgen, einlegen und die Kontakte programmieren. Die Anleitungen sind in der Regel verständlich, aber für technisch unsichere Menschen kann das eine Hürde sein. Planen Sie ein, dass ein Angehöriger die Ersteinrichtung übernimmt. Ein kurzer Probealarm nach der Einrichtung stellt sicher, dass alles korrekt funktioniert und die hinterlegten Nummern erreichbar sind.
Tipp: Nach der Einrichtung sollten Sie das System unbedingt testen. Gehen Sie mit dem Senior einen kurzen Weg und lösen Sie gemeinsam einen Testnotruf aus. So sehen beide Seiten, ob alles funktioniert, und der Senior gewinnt Vertrauen in das Gerät. Prüfen Sie dabei auch die Lautstärke der Sprechverbindung in verschiedenen Umgebungen. Auf einer belebten Straße muss das Gerät laut genug sein, damit die Kommunikation funktioniert. Wiederholen Sie den Test nach einigen Wochen, damit der Umgang mit dem System zur Routine wird. Gerade bei älteren Menschen, die unsicher mit Technik sind, steigt die Akzeptanz durch wiederholtes Ueben deutlich.
Kosten und Pflegekasse: Was wird erstattet?
Die Kosten für einen Notruf für Senioren unterwegs variieren stark. Zwischen 0 Euro Eigenanteil und 77 Euro pro Monat ist alles möglich. Entscheidend ist die Frage: Gibt es einen Pflegegrad?
Zuschuss der Pflegekasse
Ab Pflegegrad 1 übernimmt die Pflegekasse bis zu 25,50 Euro pro Monat für einen anerkannten Hausnotruf. Das gilt auch für mobile Systeme, sofern der Anbieter eine Pflegekassenzulassung hat. Die Voraussetzung: Die pflegebedürftige Person lebt überwiegend allein oder ist über weite Teile des Tages allein.
Anbieter mit Pflegekassenzulassung in diesem Vergleich: Libify, Patronus und Johanniter. Bei diesen drei Anbietern kann der Zuschuss direkt mit der Pflegekasse abgerechnet werden. Der Anbieter stellt den Antrag in der Regel gemeinsam mit Ihnen.
Einmalkauf-Geräte wie die Senionex PRO 5 UHR, die Beurer Gardia EC 70 und sky-alarm werden von der Pflegekasse normalerweise nicht bezuschusst. Es handelt sich nicht um anerkannte Hausnotrufsysteme, sondern um private Endgeräte.
Kostenbeispiele
Günstigste Option mit Notrufzentrale: Patronus mit Pflegegrad. Ab ca. 2 Euro Eigenanteil pro Monat. Die Pflegekasse übernimmt den Großteil.
Günstigste Option ohne Abo: sky-alarm als Einmalkauf oder eine Senionex/Beurer Uhr für ca. 150 bis 200 Euro plus SIM-Karte.
Premium-Option: Johanniter Mobiler Notruf für ca. 77 Euro pro Monat. Auch mit Pflegekassen-Zuschuss bleibt hier ein hoher Eigenanteil.
Wichtig zu wissen: Den Pflegekassen-Zuschuss gibt es nur einmal. Wer bereits einen stationären Hausnotruf mit Pflegekassen-Zuschuss hat, kann den Zuschuss nicht gleichzeitig für ein mobiles System nutzen. In vielen Fällen ist es sinnvoll, den stationären Notruf durch ein mobiles System zu ersetzen, das beides abdeckt. Das libifyMobil 2.0 und die Patronus Uhr funktionieren sowohl zuhause als auch unterwegs.
So beantragen Sie den Zuschuss
Der Antrag bei der Pflegekasse ist unkompliziert. Anerkannte Anbieter wie Libify, Patronus und die Johanniter übernehmen den Papierkram in der Regel für Sie. Der Ablauf sieht so aus: Sie wählen einen Anbieter, dieser stellt den Antrag bei Ihrer Pflegekasse, die Kasse prüft und genehmigt. Die Bearbeitungszeit beträgt meist 2 bis 4 Wochen. In dringenden Fällen kann der Notruf oft schon vor der Genehmigung installiert werden.
Falls Sie noch keinen Pflegegrad haben, lohnt sich in vielen Fällen ein Antrag. Bereits Pflegegrad 1 reicht für den Zuschuss aus. Bei uns finden Sie Informationen dazu, wie ein Pflegegrad beantragt wird und welche Voraussetzungen gelten.
Mobiler Notruf bei Demenz
Für Menschen mit Demenz stellen mobile Notrufsysteme eine besondere Herausforderung dar. Die Fähigkeit, einen Notrufknopf bewusst zu drücken, lässt im Krankheitsverlauf nach. Gleichzeitig steigt die Sturzgefahr und das Risiko, sich zu verlaufen.
Automatische Sturzerkennung wird in diesem Fall noch wichtiger als bei anderen Senioren. Ein System, das nur per Knopfdruck funktioniert, reicht oft nicht aus.
GPS-Ortung für Angehörige. Einige Systeme erlauben es Angehörigen, den Standort des Geräteträgers jederzeit über eine App abzurufen. Das kann helfen, wenn eine demenzkranke Person das Haus verlässt und nicht zurückfindet. Die Patronus Uhr und das Libify-System bieten diese Funktion.
Geofencing. Manche Geräte und Apps ermöglichen es, einen virtuellen Bereich festzulegen, zum Beispiel einen Radius von 500 Metern um das Zuhause. Verlässt der Träger diesen Bereich, werden Angehörige automatisch per Push-Nachricht oder SMS benachrichtigt. Für Demenzpatienten, die noch selbstständig unterwegs sind, aber gelegentlich die Orientierung verlieren, kann das eine sinnvolle Sicherheitsebene sein. Die Benachrichtigung kommt früh genug, um reagieren zu können, bevor die Situation kritisch wird.
Welches System bei Demenz? Die beste Kombination für Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz ist ein System mit automatischer Sturzerkennung, GPS-Ortung und professioneller Notrufzentrale. Das libifyMobil 2.0 und die Patronus Uhr erfüllen alle drei Kriterien. Die Patronus Uhr hat den zusätzlichen Vorteil, dass sie am Handgelenk getragen wird und damit schwerer verloren geht als ein separater Sender.
Allerdings: Ein mobiler Notruf ersetzt keine Betreuung. Bei fortgeschrittener Demenz sind Begleitung und Aufsicht wichtiger als Technik. Das Gerät kann vergessen, abgelegt oder bewusst entfernt werden. Sprechen Sie mit dem behandelnden Arzt darüber, ob ein GPS-Notruf für Senioren in der konkreten Situation sinnvoll ist oder ob andere Maßnahmen Vorrang haben sollten. Für Angehörige, die sich speziell mit GPS-Ortung bei Demenz beschäftigen, haben wir einen eigenen GPS-Tracker Test für Senioren erstellt.


Die wichtigsten Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem mobilen Notruf und einem klassischen Hausnotruf?
Ein klassischer Hausnotruf funktioniert über eine Basisstation in der Wohnung. Die Reichweite beträgt typischerweise 30 bis 50 Meter. Ein mobiler Notruf mit GPS funktioniert überall dort, wo Mobilfunkempfang besteht. Er ist für den Einsatz außerhalb der Wohnung konzipiert.
Zahlt die Pflegekasse für einen mobilen Notruf?
Ja, ab Pflegegrad 1. Die Pflegekasse übernimmt bis zu 25,50 Euro pro Monat für einen anerkannten Notrufanbieter. Anerkannte Anbieter in diesem Vergleich sind Libify, Patronus und Johanniter. Einmalkauf-Geräte ohne Notrufzentrale werden nicht bezuschusst.
Funktioniert der mobile Notruf auch im Ausland?
In der Regel nicht oder nur eingeschränkt. Die meisten Anbieter bieten ihren Service nur innerhalb Deutschlands an. Die Notrufzentrale ist auf den deutschen Rettungsdienst ausgerichtet. Für Reisen ins Ausland sollten Sie vorab mit Ihrem Anbieter klären, ob und wie das System dort funktioniert.