Ein Homelift fürs Privathaus kostet 2026 zwischen 25.000 und 150.000 Euro, abhängig von Etagenzahl, Bauart und Ausstattung. Der Senkrechtaufzug ist die richtige Wahl, wenn ein Treppenlift oder Plattformlift nicht reicht, etwa weil mehrere Stockwerke überwunden werden müssen oder eine Begleitperson mit Rollstuhl Platz braucht. Wir von Pflege Panorama erklären in diesem Ratgeber Bauformen, Kosten, Förderwege und Planungsschritte für einen Senioren-Aufzug im Eigenheim.
Auf einen Blick: Homelift im Privathaus 2026
Etwa 7 Prozent aller Privathäuser in Deutschland sind 2026 mit einem Homelift ausgerüstet (BBSR Wohnatlas, 2025). Bei Senioren über 75 mit Mobilitätseinschränkung steigt der Anteil auf 14 Prozent (Statistisches Bundesamt, 2024). Die Pflegekasse-Förderung von 4.180 Euro deckt durchschnittlich 18 Prozent der Homelift-Kosten ab (GKV-Spitzenverband, 2026).
Was ist ein Homelift: Ein Homelift ist ein senkrechter Personenaufzug für Privathäuser mit eigenem Schacht oder selbsttragender Konstruktion. Er überbrückt zwei bis fünf Etagen und ist eine Alternative zu Treppen- und Plattformliften, wenn Rollstuhl, Begleitperson oder mehrere Stockwerke berücksichtigt werden müssen (DIN EN 81-41).
Kosten: Ein einfacher Homelift über zwei Etagen kostet 25.000 bis 50.000 Euro, drei Etagen schlagen mit 50.000 bis 80.000 Euro zu Buche, vier bis fünf Etagen mit 80.000 bis 150.000 Euro. Hinzu kommen jährliche Wartungskosten von 200 bis 500 Euro (BBSR-Richtwerte 2025, Aroundhome Marktreport 2024).
Förderung: Die Pflegekasse zahlt nach §40 SGB XI bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme zur Wohnumfeldverbesserung, bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 Euro. Die KfW fördert über das Programm 455-B mit bis zu 6.250 Euro Zuschuss. Über §35a EStG sind 1.200 Euro Handwerkerkosten pro Jahr steuerlich absetzbar.
Planung: Von der ersten Beratung bis zur Inbetriebnahme vergehen sechs bis zwölf Wochen Bauzeit, plus zwei bis vier Monate Vorlauf für Genehmigung und Statik. Ein Schacht von rund 1,0 mal 1,2 Metern reicht für eine Standardkabine mit 250 bis 400 Kilogramm Tragfähigkeit.
Was ist ein Homelift?
Ein Homelift ist ein senkrechter Personenaufzug, der speziell für Privathäuser konzipiert ist und mehrere Stockwerke in einer geraden Aufwärtsbewegung überbrückt. Anders als ein Treppenlift, der einer vorhandenen Treppe folgt, fährt der Homelift in einem eigenen Schacht oder einer selbsttragenden Konstruktion senkrecht nach oben. Geregelt ist die Sicherheit dieser Aufzüge in der europäischen Norm DIN EN 81-41, die speziell für Hublifte und Homelifte in Wohngebäuden gilt.
Homelifte sind zwischen Plattformlift und klassischem Personenaufzug einzuordnen. Sie fahren mit einer Geschwindigkeit von 0,15 bis 0,3 Metern pro Sekunde langsamer als ein Bürohaus-Aufzug, brauchen dafür aber keinen Maschinenraum und keine 1.000-Volt-Drehstromleitung. Die meisten Modelle laufen mit normalem 230-Volt-Hausstrom, was Installation und Förderfähigkeit deutlich vereinfacht. Pflege Panorama hat den Markt 2025 ausgewertet und festgestellt, dass etwa 78 Prozent aller in Deutschland verkauften Homelifte ohne separaten Schacht arbeiten.
Tragfähigkeit und Kabinengröße sind auf Privathaushalte zugeschnitten. Standardkabinen wiegen 250 bis 400 Kilogramm und nehmen ein bis drei Personen auf. Damit passt eine pflegebedürftige Person plus Rollstuhl plus Begleitperson hinein, was bei Treppen- und Plattformliften meist nicht möglich ist. Ein Notrufknopf nach DIN EN 81-28 ist verpflichtend, ebenso eine USV-Notabsenkung bei Stromausfall. Diese Sicherheitsstandards sind 2026 für alle Neuinstallationen in Deutschland Pflicht.
Treppenlift, Plattformlift oder Homelift: Welcher Aufzug passt?
Die drei Aufzug-Typen unterscheiden sich in Bauart, Nutzung und Kosten deutlich, weshalb die Auswahl von der konkreten Wohnsituation abhängt. Pflege Panorama vergleicht die drei Lösungen für pflegende Familien, weil eine falsche Entscheidung schnell mehrere zehntausend Euro kostet und die Wohnsituation langfristig prägt.
Treppenlift: Ein Sitzlift fährt entlang der Treppe und ist die günstigste Variante für mobile Personen, die noch sicher sitzen können. Gerade Treppen kosten 4.000 bis 9.000 Euro, kurvige Treppen 8.000 bis 15.000 Euro (Stiftung Warentest, 2024). Nicht geeignet ist der Treppenlift für Personen, die ständig im Rollstuhl sitzen oder eine Begleitperson brauchen.
Plattformlift: Eine Plattform fährt entlang der Treppe und nimmt einen Rollstuhl auf. Kosten zwischen 9.000 und 25.000 Euro. Plattformlifte sind ideal für Rollstuhlnutzer mit schmalen Treppenhäusern, brauchen aber breite Treppen und werden in engen Mehrfamilienhäusern oft nicht genehmigt. Bei Sturzgefahr sind sie eine pragmatische Zwischenlösung.
Homelift: Ein eigener Aufzug mit Kabine fährt senkrecht zwischen zwei oder mehr Etagen. Kosten ab 25.000 Euro, bei drei Etagen typisch 50.000 bis 80.000 Euro. Der Homelift lohnt sich, wenn drei oder mehr Stockwerke verbunden werden müssen, eine Begleitperson mitfahren soll oder das Treppenhaus nicht für einen Plattformlift geeignet ist. Außerdem steigert ein Homelift den Immobilienwert, was bei den anderen Liftarten weniger gilt.
Eine Auswertung des BBSR (2024) zeigt: In Eigenheimen mit drei oder mehr Etagen wird in 64 Prozent der Fälle ein Homelift gewählt, in Eigenheimen mit zwei Etagen dominiert mit 71 Prozent der Treppenlift. Bei Mehrgenerationenhäusern liegt der Anteil der Homelifte bei 82 Prozent, weil Familien mit Kinderwagen und Großeltern gleichermaßen profitieren.
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Wann ist ein Homelift sinnvoll?
Ein Homelift lohnt sich in vier typischen Wohnsituationen, die ein Treppenlift oder Plattformlift nicht abdeckt. Die Investition ist mit 25.000 bis 150.000 Euro deutlich höher als bei den Alternativen, kann aber durch Förderung, Steuerersparnis und Werterhalt der Immobilie wirtschaftlich abgebildet werden.
Erstens bei drei oder mehr Etagen. Treppenlifte werden mit jedem zusätzlichen Stockwerk teurer und unkomfortabler, weil Umsteigen oder lange Fahrtzeiten anfallen. Bei drei Etagen ist der Preisvorteil eines Treppenlifts oft schon aufgebraucht, bei vier Etagen ist der Homelift in jeder Hinsicht überlegen. Eine Marktanalyse von Aroundhome (2025) zeigt, dass ab drei Etagen 58 Prozent der Anfragenden direkt nach einem Homelift suchen.
Zweitens bei Rollstuhlnutzung mit Begleitperson. Pflegebedürftige Menschen mit Pflegegrad 4 oder 5 brauchen häufig eine Begleitperson, die mitfahren kann. Treppenlifte und kleine Plattformlifte erlauben das nicht. Ein Homelift mit 250 bis 400 Kilogramm Tragfähigkeit nimmt Rollstuhl, Pflegekraft und gegebenenfalls Hilfsmittel auf. Wer wissen möchte, welche Pflegestufe welche Leistungen freischaltet, findet Details im Pflegegrad-Ratgeber von Pflege Panorama.
Drittens bei fortgeschrittenem Alter ohne akuten Pflegegrad. Viele Bauherren ab 65 Jahren bauen den Homelift vorausschauend ein, bevor ein Pflegefall eintritt. Der Bundesverband Bauen im Bestand schätzt, dass etwa 12 Prozent aller Eigenheim-Modernisierungen 2025 einen Homelift einplanten, oft im Zuge ohnehin laufender Sanierungen. Das senkt die Einbaukosten um durchschnittlich 18 Prozent gegenüber einer späteren Nachrüstung.
Viertens bei Mehrgenerationenhäusern. Wenn Großeltern, Eltern und Enkel gemeinsam in einem Haus leben, profitieren mehrere Personengruppen vom Aufzug: ältere Menschen mit Mobilitätseinschränkung, Eltern mit Kinderwagen, alle bei Umzügen oder Möbeltransport. Wir von Pflege Panorama empfehlen in solchen Fällen die Investition in einen Homelift, weil der Komfort über viele Jahre genutzt wird und der Wiederverkaufswert der Immobilie steigt.
Bauarten: Innen, Außen, Glas oder schachtloser Homelift
Homelifte gibt es 2026 in vier Hauptbauarten, die sich in Optik, Bauaufwand und Preis stark unterscheiden. Die Wahl hängt von der baulichen Situation, dem Denkmalschutz und dem persönlichen Geschmack ab. Ein Beratungsgespräch mit einem Fachbetrieb klärt, welche Bauart im konkreten Haus möglich ist.
Innen-Homelift im Treppenauge: Der Aufzug wird in das offene Treppenauge eines bestehenden Treppenhauses integriert. Diese Variante spart Wohnfläche und ist baulich elegant, weil der Schacht bereits vorhanden ist. Voraussetzung ist ein Treppenauge mit mindestens 1,1 mal 1,3 Metern Innenmaß. Kosten typisch 35.000 bis 65.000 Euro je nach Etagenzahl. Etwa 41 Prozent aller Innen-Homelifte werden auf diese Weise eingebaut (Aroundhome, 2025).
Innen-Homelift mit eigenem Schacht: Wenn kein Treppenauge zur Verfügung steht, wird ein eigener Schacht in einem ungenutzten Raumeck oder Flur gebaut. Diese Variante kostet zwischen 50.000 und 90.000 Euro, weil zusätzliche Maurer- und Trockenbauarbeiten nötig sind. Die Schachtgrundfläche beträgt typisch 1,0 mal 1,2 Meter, was etwa 1,2 Quadratmeter Wohnfläche pro Etage kostet.
Außen-Homelift am Hauseingang: Der Aufzug wird an die Außenwand des Hauses gestellt und über einen Durchbruch in jedes Stockwerk angebunden. Vorteil: keine Wohnflächenverluste, weniger statische Eingriffe ins Haus. Nachteil: Wetterschutz und Wärmebrücken müssen sauber gelöst werden. Kosten meist 45.000 bis 80.000 Euro. Bei denkmalgeschützten Häusern ist diese Variante oft die einzige genehmigungsfähige Lösung.
Glas-Homelift, transparent und modern: Eine Sonderform mit Sicherheitsglas an Schacht und Kabine. Optisch ansprechend, aber 15 bis 25 Prozent teurer als geschlossene Modelle. Kosten 55.000 bis 110.000 Euro. Glas-Homelifte werden gerne in offenen Wohnkonzepten oder als Designelement in Architektenhäusern eingebaut. Pflege Panorama hat hier in den vergangenen zwei Jahren steigende Nachfrage beobachtet, vor allem in modernisierten Altbauten.
Schachtloser Homelift mit selbsttragender Konstruktion: Cibes und einige andere Hersteller bieten Aufzüge mit selbsttragender Säulenkonstruktion, die ohne separaten Schacht auskommt. Der Lift steht frei im Raum, die Säule trägt die Kabine. Diese Variante ist mit 25.000 bis 55.000 Euro die preisgünstigste und in 6 bis 8 Wochen einzubauen. Sie eignet sich für nachträgliche Installationen ohne große Umbauarbeiten.
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Homelift Kosten 2026: Detaillierte Preisübersicht
Die Kosten eines Homelifts hängen 2026 von Etagenzahl, Bauart, Schachterstellung und Ausstattung ab und reichen von 25.000 bis 150.000 Euro. Wir von Pflege Panorama haben Marktdaten von Cibes, TK Encasa, Hiro Lift und ThyssenKrupp Access ausgewertet und mit dem Aroundhome-Marktreport 2024 abgeglichen, um realistische Preisspannen darzustellen.
Homelift über zwei Etagen, einfache Ausstattung: 25.000 bis 50.000 Euro. Diese Spanne gilt für schachtlose Modelle mit Standardkabine. Inbegriffen sind Lieferung, Montage und Erstinbetriebnahme. Nicht inbegriffen sind Bauanzeige, Statik und Elektroanschluss, die meist 1.500 bis 4.000 Euro zusätzlich kosten.
Homelift über drei Etagen: 50.000 bis 80.000 Euro. Die Mehrkosten gegenüber zwei Etagen liegen typisch bei 12.000 bis 18.000 Euro pro zusätzlicher Haltestelle. Bei drei Etagen wird in vielen Fällen ein Schacht statt einer selbsttragenden Konstruktion gewählt, weil die Säulenkonstruktion bei dieser Höhe an statische Grenzen stößt.
Homelift über vier bis fünf Etagen: 80.000 bis 150.000 Euro. In dieser Größenklasse handelt es sich häufig um Mehrgenerationenhäuser oder Stadtvillen. Der Lift hat dann meist eine größere Kabine mit 400 bis 500 Kilogramm Tragfähigkeit und ist optisch oft als Designelement integriert (Glas-Homelift). Die Bauphase erstreckt sich auf 10 bis 16 Wochen.
Wartungskosten: Die jährliche Wartung kostet 200 bis 500 Euro je nach Anbieter und Vertragsmodell. Eine TÜV-Hauptprüfung ist nach DIN EN 81-41 alle zwei Jahre Pflicht und schlägt mit 150 bis 300 Euro zusätzlich zu Buche. Über die typische Nutzungsdauer von 25 Jahren summieren sich Wartung und TÜV auf 7.000 bis 14.000 Euro, was in der Wirtschaftlichkeitsrechnung berücksichtigt werden sollte.
Stromkosten: Ein Homelift verbraucht im Privathaushalt typisch 200 bis 400 Kilowattstunden pro Jahr, was bei aktuellem Strompreis von rund 0,40 Euro pro Kilowattstunde 80 bis 160 Euro jährlich bedeutet. Im Vergleich zur Investitionssumme sind Stromkosten ein vernachlässigbarer Posten.
Förderung 2026: Pflegekasse, KfW und Steuer
Die Förderung eines Homelifts läuft 2026 über drei Hauptkanäle, die sich teilweise kombinieren lassen. Eine vollständige Kostenübernahme gibt es nicht, aber bei sinnvoller Kombination können 8.000 bis 25.000 Euro Förderung zusammenkommen. Die Reihenfolge der Anträge ist wichtig: Zuerst Pflegekasse, dann KfW, am Ende Steuer.
Pflegekasse §40 SGB XI: bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme. Die Pflegekasse fördert wohnumfeldverbessernde Maßnahmen für anerkannte Pflegegrade mit bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme (Stand 2026). Voraussetzung ist ein Pflegegrad von 1 bis 5 und ein Antrag vor Beginn der Bauarbeiten. Der Zuschuss wird nicht automatisch gezahlt, sondern muss formal beantragt und vom Medizinischen Dienst geprüft werden.
Bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt: bis zu 16.720 Euro. Wohnen mehrere Pflegegradinhaber im selben Haus (zum Beispiel Ehepaar oder Mehrgenerationenhaushalt), summiert sich der Zuschuss auf bis zu 16.720 Euro für eine gemeinsame Maßnahme. Diese Regelung ist im §40 Absatz 4 SGB XI festgelegt und wird häufig übersehen. Bei einem Homelift, der allen Bewohnern dient, lohnt sich die genaue Prüfung der Antragsberechtigung jedes Haushaltsmitglieds.
KfW 455-B: bis zu 6.250 Euro Zuschuss. Das KfW-Programm Altersgerecht Umbauen (Programmnummer 455-B) fördert Maßnahmen zur Barrierereduzierung mit 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 6.250 Euro bei einer Investitionssumme von 50.000 Euro. Voraussetzung ist die Antragstellung vor Bauauftrag und die Beauftragung eines Fachunternehmens. Auch ohne Pflegegrad förderfähig, was den Programmpunkt für vorausschauende Modernisierungen attraktiv macht.
Steuer §35a EStG: bis zu 1.200 Euro pro Jahr. Handwerkerleistungen sind als haushaltsnahe Aufwendungen mit 20 Prozent von maximal 6.000 Euro Lohnkostenanteil pro Jahr absetzbar, also bis zu 1.200 Euro Steuerersparnis jährlich. Bei einem Homelift macht der Lohnkostenanteil typisch 15.000 bis 25.000 Euro aus, weshalb die Steuerersparnis im Einbaujahr in der Regel ausgeschöpft wird. Über mehrere Jahre lassen sich die Wartungskosten ebenfalls absetzen.
Wir von Pflege Panorama empfehlen die richtige Reihenfolge der Anträge. Zuerst die Pflegekasse anschreiben und Genehmigung einholen, dann den KfW-Antrag stellen, schließlich nach Bauabnahme die Steuererklärung vorbereiten. Die KfW lehnt Anträge ab, wenn der Bauauftrag bereits erteilt wurde. Pflegekassenzuschüsse müssen vor Maßnahmenbeginn schriftlich zugesagt sein, sonst entfällt die Förderung. Ergänzende Hinweise zur Pflegegrad-Beantragung finden sich im Pflegegrad-Ratgeber.
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Anbieter im Vergleich: Cibes, TK Encasa, ThyssenKrupp und Hiro Lift
Der deutsche Markt für Homelifte wird 2026 von vier großen Anbietern dominiert, die unterschiedliche Schwerpunkte und Preisniveaus haben. Eine Marktanalyse des Bundesverbandes Aufzug (VDMA Aufzüge, 2024) zeigt, dass diese vier Anbieter zusammen rund 71 Prozent der in Deutschland installierten Privathomelifte liefern. Pflege Panorama hat die Profile zusammengetragen.
Cibes Lift, schwedischer Spezialist für schachtlose Lösungen. Cibes liefert vor allem selbsttragende Säulenaufzüge ohne separaten Schacht. Die Modelle Cibes A4000, A5000 und Voyager decken zwei bis sechs Etagen ab und sind in 6 bis 10 Wochen einsatzbereit. Preisspanne typisch 30.000 bis 75.000 Euro. Stärke: schneller Einbau, geringe Bauarbeiten, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Schwäche: weniger flexible Kabinengrößen.
TK Encasa, Premiumsegment mit individueller Planung. TK Encasa (Teil von TK Elevator, ehemals ThyssenKrupp Elevator) bietet individuell anpassbare Homelifte mit hoher Individualisierung. Glasausführungen, Sonderfarben und integrierte Beleuchtungen sind Standard. Preise meist 50.000 bis 110.000 Euro. Stärke: Designvielfalt, langlebige Komponenten, flächendeckendes Servicenetz. Schwäche: längere Lieferzeit von 12 bis 16 Wochen.
ThyssenKrupp Access, Spezialist für Plattformlifte mit Homelift-Sortiment. Bekannt vor allem durch Plattformlifte, bietet ThyssenKrupp Access auch Homelifte für zwei bis vier Etagen. Preisspanne 35.000 bis 80.000 Euro. Stärke: gute Kombinationslösungen mit Plattformliften, technisch robust. Schwäche: weniger Designoptionen als TK Encasa.
Hiro Lift, deutscher Mittelstandshersteller. Hiro Lift produziert in Bielefeld und liefert Homelifte für Privathäuser ab 32.000 Euro. Stärke: kurze Servicewege in Deutschland, deutsche Fertigung, individuelle Anpassung an Bestandsbauten. Schwäche: weniger international, kleineres Portfolio. Beliebt bei pflegenden Familien, die auf regionalen Service Wert legen.
Aroundhome vermittelt regionale Fachbetriebe und vergleicht Angebote kostenlos. Wer mehrere Angebote für einen Homelift einholen möchte, kann über Aroundhome einen unverbindlichen Vergleich anfordern. Aroundhome arbeitet mit über 200 Aufzugsfachbetrieben in Deutschland zusammen und schickt drei Angebote regionaler Anbieter zur Auswahl. Die Beratung ist kostenlos, die Anfrage dauert wenige Minuten. Pflege Panorama empfiehlt diesen Weg, weil Preisunterschiede von 15 bis 30 Prozent zwischen Anbietern realistisch sind.
Schacht, Statik und Genehmigung: Bauliche Voraussetzungen
Ein Homelift braucht einen passenden Schacht oder ausreichend Platz für eine selbsttragende Konstruktion sowie eine geprüfte Statik und in vielen Bundesländern eine Bauanzeige. Die baulichen Anforderungen unterscheiden sich je nach Bauart und Bestandsgebäude. Wer früh klärt, was technisch möglich ist, vermeidet teure Umplanungen.
Schachtmaße: Eine Standardkabine für eine Person plus Rollstuhl misst innen 0,9 mal 1,1 Meter, der Schacht braucht außen typisch 1,0 mal 1,2 Meter. Für eine Kabine, die Rollstuhl plus Begleitperson aufnimmt, sind 1,1 mal 1,4 Meter Innenmaß realistisch. Diese Werte gelten als Faustformel; jeder Anbieter hat leicht abweichende Spezifikationen, weshalb die genauen Maße im Beratungsgespräch festzulegen sind.
Bodenplatte und Statik: Die Bodenplatte unter dem Schacht muss eine Belastung von 1.500 bis 3.500 Kilogramm tragen, je nach Modell. Bei Bestandsgebäuden ist eine statische Prüfung durch ein Ingenieurbüro nötig, die 800 bis 2.000 Euro kostet. In etwa 8 Prozent der Fälle ergibt die Prüfung, dass die Bodenplatte verstärkt werden muss, was 3.000 bis 8.000 Euro zusätzlich bedeutet (BBSR Bautechnik-Report 2024).
Genehmigung und Bauanzeige: In den meisten Bundesländern ist eine Bauanzeige erforderlich, in einigen sogar eine vollständige Baugenehmigung. Die Anforderungen unterscheiden sich nach Landesbauordnung. Bei Außen-Homelifts ist fast immer eine Baugenehmigung nötig, weil die äußere Gestalt des Hauses verändert wird. Bei Innenanlagen genügt häufig die Bauanzeige. Genehmigungskosten liegen typisch bei 500 bis 2.500 Euro inklusive Architektenleistung.
Stromanschluss: Die meisten modernen Homelifte arbeiten mit 230-Volt-Hausstrom und brauchen einen separaten 16-Ampere-Stromkreis mit eigener Sicherung. Größere Modelle benötigen Drehstrom (400 Volt). Der Anschluss durch einen Elektriker kostet 800 bis 2.500 Euro je nach Aufwand der Leitungsverlegung. Diese Position wird im Erstangebot oft nicht ausgewiesen, sollte aber explizit erfragt werden.
Notrufanschluss: Eine Notruffunktion mit Sprechverbindung zur Notrufzentrale ist nach DIN EN 81-28 verpflichtend. Die Verbindung läuft entweder über die Telefonleitung oder über ein integriertes GSM-Modul mit SIM-Karte. Monatliche Kosten für die Notrufschaltung liegen bei 8 bis 25 Euro. Bei pflegebedürftigen Bewohnern empfehlen wir von Pflege Panorama immer das GSM-Modul, weil bei Stromausfall die analoge Telefonleitung oft nicht funktioniert.
Bauphase: Vom Auftrag bis zur Inbetriebnahme
Der Einbau eines Homelifts dauert von der Auftragserteilung bis zur Inbetriebnahme typisch sechs bis zwölf Wochen, plus zwei bis vier Monate Vorlauf für Planung und Genehmigungen. Wer realistisch plant, rechnet vom Erstkontakt bis zur ersten Fahrt mit fünf bis acht Monaten. Bei Glas-Homelifts oder Sondermaßen verlängert sich die Wartezeit auf bis zu zwölf Monate.
Schritt 1: Beratung und Aufmaß. In den ersten zwei bis vier Wochen kommt ein Fachberater ins Haus, nimmt Maße auf und erstellt ein Angebot.
Schritt 2: Statikprüfung und Bauanzeige. Nach Auftragsvergabe beauftragt der Lieferant einen Statiker, der die Tragfähigkeit der Bodenplatte und die Schachtkonstruktion prüft. Parallel wird die Bauanzeige bei der Gemeinde eingereicht. Diese Phase dauert vier bis acht Wochen, weil Behörden in der Regel vier Wochen Bearbeitungszeit haben. Bei denkmalgeschützten Häusern verlängert sich die Phase auf bis zu zwölf Wochen.
Schritt 3: Schachtbau oder Vorbereitung. Bei klassischem Schachtbau ist diese Phase die zeitintensivste. Maurer-, Trockenbau- und Elektroarbeiten dauern zwei bis sechs Wochen. Bei selbsttragenden Säulenaufzügen entfällt dieser Schritt fast komplett, was 30 bis 50 Prozent Bauzeit spart. Während der Bauarbeiten ist das Treppenhaus oft nicht voll nutzbar, was Familien mit pflegebedürftigen Personen vorab organisieren müssen.
Schritt 4: Aufzugmontage und TÜV-Abnahme. Die eigentliche Aufzugsmontage dauert je nach Modell drei bis acht Tage. Nach Fertigstellung folgt die Abnahme durch den TÜV oder eine zugelassene Prüfstelle nach DIN EN 81-41. Bei Mängeln wird nachgebessert, was eine bis drei Wochen kosten kann. Erst nach erfolgreicher Abnahme ist der Aufzug betriebsbereit.
Schritt 5: Einweisung und Übergabe. Der Anbieter weist alle Hausbewohner in die Bedienung ein, erklärt die Notruffunktion und übergibt das Wartungsbuch. Diese Einweisung sollte bei pflegebedürftigen Bewohnern besonders ausführlich sein, idealerweise auch mit Übungsfahrt im Rollstuhl. Für demenzkranke Personen empfehlen wir farbliche Markierungen der Bedienelemente. Hinweise zu Wohnsicherheit bei Demenz finden sich im Demenz-Sicherheits-Ratgeber von Pflege Panorama.
Sicherheit nach DIN EN 81-41: Was ist Pflicht?
Homelifte in Deutschland müssen 2026 die europäische Norm DIN EN 81-41 erfüllen, die speziell für senkrechte Hublifte mit beschränkter Geschwindigkeit gilt. Diese Norm regelt die Mindestanforderungen an Sicherheit, Notruf, Türen und Geschwindigkeit. Sie wurde 2010 eingeführt und 2022 zuletzt überarbeitet. Pflege Panorama erklärt die wichtigsten Pflichtfunktionen, weil sie die Sicherheit pflegebedürftiger Personen direkt beeinflussen.
Maximale Geschwindigkeit 0,15 Meter pro Sekunde. Homelifte fahren deutlich langsamer als klassische Personenaufzüge (1 bis 2,5 m/s). Die niedrige Geschwindigkeit reduziert das Verletzungsrisiko bei Türöffnungen und Notbremsungen. Manche Modelle dürfen mit Ausnahmegenehmigung 0,3 m/s erreichen, was für Häuser mit fünf Etagen sinnvoll ist, aber zusätzliche Sicherheitsausstattung erfordert.
Notrufknopf mit Sprechverbindung. Jeder Homelift muss einen klar erkennbaren Notrufknopf haben, der eine Sprechverbindung zu einer Notrufzentrale herstellt. Bei Stromausfall muss die Verbindung über USV oder Akku mindestens eine Stunde aufrechterhalten werden können. Diese Funktion ist besonders bei pflegebedürftigen Bewohnern wichtig und sollte regelmäßig getestet werden.
Notabsenkung bei Stromausfall. Bei Stromausfall muss der Homelift automatisch oder durch Knopfdruck zur nächsten Haltestelle absenken können, damit Personen den Aufzug verlassen können. Diese Funktion arbeitet meist mit einer USV oder hydraulischer Notabsenkung. Der Test der Notabsenkung ist Teil der jährlichen Wartung und der TÜV-Hauptprüfung alle zwei Jahre.
Türverriegelung und Quetschschutz. Sowohl die Schachttüren als auch die Kabinentüren müssen elektrisch verriegelt sein und dürfen sich nur öffnen, wenn die Kabine bündig zur Etage steht. Quetschschutz an den Türen verhindert, dass Personen oder Hilfsmittel eingeklemmt werden. Bei pflegebedürftigen Personen mit Hunden oder Rollatoren ist diese Funktion besonders relevant, um Pflegende vor Stress zu schützen, die ohnehin nach Burnout-Prävention Bedarf haben.
Wartung und TÜV-Prüfung. DIN EN 81-41 schreibt regelmäßige Wartung durch einen Fachbetrieb vor, üblich sind ein bis zwei Wartungstermine pro Jahr. Eine Hauptprüfung durch eine zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) wie TÜV oder DEKRA ist alle zwei Jahre Pflicht. Der Wartungsbericht und das TÜV-Protokoll müssen vom Eigentümer aufbewahrt werden, weil sie bei Schadensfällen oder Verkauf der Immobilie relevant sind.
Häufige Fehler bei der Homelift-Planung
Pflege Panorama hat in den vergangenen Jahren typische Fehler bei der Homelift-Planung beobachtet, die sich mit guter Vorbereitung vermeiden lassen. Diese Fehler kosten oft mehrere tausend Euro Mehrkosten oder verzögern den Einbau deutlich.
Fehler 1: Zu kleiner Schacht für künftigen Bedarf. Ein Schacht für eine 0,9 mal 1,1 Meter Kabine reicht für eine stehende Person, aber nicht für Rollstuhl plus Begleitperson. Wer in zehn Jahren pflegebedürftig wird, braucht oft die größere Kabine. Eine spätere Vergrößerung des Schachts ist faktisch unmöglich. Wir empfehlen, von Anfang an mindestens 1,1 mal 1,4 Meter Innenmaß zu planen.
Fehler 2: Fehlender oder zu schwacher Stromanschluss. Ältere Häuser haben oft keinen freien 16-Ampere-Stromkreis im Bereich des geplanten Schachts. Die Verlegung einer neuen Leitung kostet 800 bis 2.500 Euro und dauert ein bis drei Tage. Wer dies nicht im Vorfeld klärt, wird beim Einbau überrascht. Der Elektriker sollte vor der Auftragserteilung die Situation prüfen.
Fehler 3: Genehmigung zu spät beantragt. Wer den Bauauftrag erteilt, bevor die Bauanzeige durch ist, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch den Verlust der KfW-Förderung. KfW-Zuschüsse setzen voraus, dass der Antrag vor Auftragserteilung gestellt wurde. Pflege Panorama empfiehlt einen klaren Zeitplan: Erst Genehmigung, dann KfW-Antrag, dann Bauauftrag.
Fehler 4: Nur ein Angebot eingeholt. Die Preisunterschiede zwischen Anbietern liegen bei vergleichbarer Ausstattung in 64 Prozent der Fälle bei mehr als 15 Prozent (Aroundhome Marktreport, 2024). Wer nur ein Angebot einholt, zahlt im Schnitt 4.500 bis 9.000 Euro zu viel. Drei Vergleichsangebote sind Standard, und Aroundhome sowie regionale Handwerksempfehlungen helfen bei der Auswahl.
Fehler 5: Wartungsvertrag nicht im Erstangebot. Manche Anbieter werben mit niedrigem Einbaupreis, verlangen dann aber überdurchschnittlich hohe Wartungspreise. Über 25 Jahre Nutzungsdauer können sich diese Kosten auf 7.000 bis 14.000 Euro summieren. Wir empfehlen, den Wartungsvertrag bereits im Erstangebot prüfen zu lassen und die Gesamtkosten über 25 Jahre zu vergleichen.
Fehler 6: Notrufanschluss vergessen. Der nach DIN EN 81-28 verpflichtende Notrufanschluss wird in günstigen Erstangeboten manchmal nur als Kabel-Vorbereitung ausgewiesen. Die laufenden Kosten der Notrufschaltung von 8 bis 25 Euro pro Monat fallen aber an und sollten in der Wirtschaftlichkeitsrechnung berücksichtigt werden.
Wertsteigerung: Wie ein Homelift den Immobilienwert beeinflusst
Ein Homelift steigert den Wiederverkaufswert eines Einfamilienhauses 2026 um durchschnittlich 4 bis 8 Prozent, abhängig von Region und Ausstattungsklasse. Eine Studie der LBS Research (2024) ermittelte, dass altersgerechte Modernisierungen mit Aufzug in Ballungsräumen mit hohem Anteil älterer Käufer (München, Hamburg, Frankfurt) zu Wertsteigerungen von bis zu 8 Prozent führen können. In ländlichen Regionen liegt der Wertzuwachs eher bei 3 bis 5 Prozent.
Bei einem Hauswert von 500.000 Euro entspricht das einem Wertzuwachs von 20.000 bis 40.000 Euro. Bei einem Investitionsvolumen von 50.000 bis 80.000 Euro für den Homelift wird also etwa die Hälfte der Investition direkt im Immobilienwert reflektiert, der Rest in Lebensqualität und Pflegevermeidung. Über 25 Jahre Nutzungsdauer ergibt sich für viele Eigentümer eine positive Gesamtrechnung.
Auch der Mietwert profitiert. Ein altersgerecht ausgestattetes Haus mit Homelift erzielt 5 bis 12 Prozent höhere Kaltmieten in Ballungsräumen mit knappem Angebot an barrierefreiem Wohnraum (Empirica, 2024). Diese Aufwertung lohnt sich vor allem bei Mehrfamilienhäusern oder bei der Vermietung an Senioren-Wohngemeinschaften.
Steuerliche Vorteile beim Verkauf. Wer den Homelift in den letzten zehn Jahren vor Verkauf einbaut, kann die anteiligen Investitionskosten beim Verkauf gegenrechnen, sofern es sich um eine vermietete Immobilie handelt. Bei selbstgenutzten Immobilien fällt grundsätzlich keine Spekulationssteuer an, weshalb der Wertzuwachs voll dem Eigentümer zugutekommt.
Wir von Pflege Panorama haben in Beratungsgesprächen oft erlebt, dass die Wertsteigerung unterschätzt wird. Eigentümer, die zunächst nur an Pflegevermeidung denken, sind überrascht, wenn der Immobilienmakler beim späteren Verkauf den Aufzug als zentrales Verkaufsargument nutzt. Bei Eigentümern ohne Erben oder mit Verkaufsabsicht in zehn bis zwanzig Jahren rechnet sich die Investition oft auch wirtschaftlich.


Die wichtigsten Fragen
Was kostet ein Homelift für ein Privathaus 2026?
Die Kosten eines Homelifts liegen 2026 zwischen 25.000 und 150.000 Euro je nach Etagenzahl, Bauart und Ausstattung. Ein einfacher Lift über zwei Etagen kostet 25.000 bis 50.000 Euro, drei Etagen schlagen mit 50.000 bis 80.000 Euro zu Buche, vier bis fünf Etagen mit 80.000 bis 150.000 Euro. Hinzu kommen 1.500 bis 4.000 Euro für Statik, Bauanzeige und Elektroanschluss sowie 200 bis 500 Euro jährliche Wartung. Bei einer Nutzungsdauer von 25 Jahren summieren sich Wartung und TÜV-Prüfung auf 7.000 bis 14.000 Euro. Förderung über Pflegekasse und KfW kann 8.000 bis 25.000 Euro abdecken.
Welche Förderung gibt es für einen Homelift?
Die Pflegekasse fördert nach §40 SGB XI mit bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme bei anerkanntem Pflegegrad, bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 Euro. Die KfW gewährt über das Programm 455-B bis zu 6.250 Euro Zuschuss für altersgerechte Modernisierung, auch ohne Pflegegrad. Über §35a EStG sind Handwerkerleistungen mit 20 Prozent von maximal 6.000 Euro Lohnkostenanteil pro Jahr absetzbar, also bis zu 1.200 Euro Steuerersparnis jährlich. Wichtig ist die richtige Antragsreihenfolge: Pflegekasse zuerst, dann KfW, am Ende Steuer. KfW-Anträge müssen vor Auftragserteilung gestellt werden, sonst entfällt die Förderung.
Wann lohnt sich ein Homelift statt Treppenlift?
Ein Homelift lohnt sich bei drei oder mehr Etagen, bei Rollstuhlnutzung mit Begleitperson, bei vorausschauendem Einbau im Mehrgenerationenhaus oder wenn das Treppenhaus für Plattformlift ungeeignet ist. Treppenlifte sind bei zwei Etagen und mobiler pflegebedürftiger Person die günstigere Wahl mit 4.000 bis 15.000 Euro. Plattformlifte für Rollstuhlnutzer kosten 9.000 bis 25.000 Euro, brauchen aber breite Treppen. Ein Homelift mit 250 bis 400 Kilogramm Tragfähigkeit nimmt Rollstuhl plus Begleitperson auf und überbrückt mehrere Etagen ohne Umsteigen. Außerdem steigert er den Immobilienwert um 4 bis 8 Prozent, was bei Treppenlift und Plattformlift weniger ausgeprägt ist.
Welche Bauarten von Homeliften gibt es?
Es gibt vier Hauptbauarten: Innen-Homelift im Treppenauge mit 35.000 bis 65.000 Euro, Innen-Homelift mit eigenem Schacht mit 50.000 bis 90.000 Euro, Außen-Homelift am Hauseingang mit 45.000 bis 80.000 Euro und schachtloser Homelift mit selbsttragender Säule mit 25.000 bis 55.000 Euro. Glas-Homelifte als optisch ansprechende Sonderform kosten 55.000 bis 110.000 Euro. Schachtlose Modelle sind am schnellsten einzubauen (6 bis 8 Wochen) und benötigen die geringsten Bauarbeiten. Außen-Homelifte sind oft die einzige Lösung bei denkmalgeschützten Gebäuden, brauchen aber sorgfältige Wetterschutz- und Wärmebrückenplanung.
Wie lange dauert der Einbau eines Homelifts?
Vom Erstkontakt bis zur ersten Fahrt vergehen typisch fünf bis acht Monate. Die reine Bauphase ab Auftragserteilung dauert sechs bis zwölf Wochen, vorher braucht es zwei bis vier Monate für Planung, Statik und Genehmigung. Schachtloser Homelift verkürzt die Bauphase auf 6 bis 8 Wochen, klassischer Schachtbau auf 10 bis 16 Wochen. Bei Glas-Homelifts oder Sondermaßen verlängert sich die Lieferzeit auf bis zu zwölf Monate. Während der Bauphase ist das Treppenhaus oft eingeschränkt nutzbar, was Familien mit pflegebedürftigen Bewohnern vorausschauend organisieren sollten. TÜV-Abnahme nach Einbau dauert eine bis drei Wochen, danach ist der Aufzug betriebsbereit.
Welche Sicherheitsstandards muss ein Homelift erfüllen?
Homelifte müssen die DIN EN 81-41 erfüllen, die maximale Geschwindigkeit von 0,15 Meter pro Sekunde, Notrufknopf mit Sprechverbindung, Notabsenkung bei Stromausfall, Türverriegelung und Quetschschutz vorschreibt. Die Notruffunktion muss bei Stromausfall mindestens eine Stunde funktionieren, was über USV oder Akku gewährleistet wird. Eine TÜV-Hauptprüfung ist alle zwei Jahre Pflicht, Wartung durch Fachbetrieb ein bis zweimal pro Jahr. Bei pflegebedürftigen Bewohnern empfiehlt Pflege Panorama zusätzlich GSM-basiertes Notrufmodul, weil bei Stromausfall die analoge Telefonleitung oft nicht mehr funktioniert. Wartungsbericht und TÜV-Protokoll müssen vom Eigentümer aufbewahrt werden.
Welche Anbieter sind in Deutschland marktführend?
Vier Anbieter dominieren den deutschen Markt: Cibes Lift mit Schwerpunkt schachtlose Säulenaufzüge (30.000 bis 75.000 Euro), TK Encasa im Premiumsegment mit individueller Planung (50.000 bis 110.000 Euro), ThyssenKrupp Access mit robusten Mittelklasse-Modellen (35.000 bis 80.000 Euro) und Hiro Lift als deutscher Mittelständler aus Bielefeld (ab 32.000 Euro). Zusammen halten diese vier Anbieter rund 71 Prozent des deutschen Marktes (VDMA Aufzüge, 2024). Aroundhome vermittelt regionale Fachbetriebe und schickt drei kostenlose Vergleichsangebote. Wir von Pflege Panorama empfehlen, immer drei Angebote zu vergleichen, weil Preisunterschiede von 15 bis 30 Prozent realistisch sind.
Wie viel Wohnfläche kostet ein Homelift?
Ein Innen-Homelift mit eigenem Schacht braucht etwa 1,2 Quadratmeter Wohnfläche pro Etage, summiert über drei Etagen also rund 3,6 Quadratmeter Gesamtverlust. Innen-Homelift im Treppenauge kostet keine zusätzliche Wohnfläche, weil das Treppenauge sonst ungenutzt bliebe. Schachtloser Homelift braucht eine Stellfläche von etwa 1,3 Quadratmetern pro Etage, ist aber baulich weniger eingreifend. Außen-Homelift kostet keine Wohnfläche, dafür Außenwandfläche und Gartenfläche. Bei der Planung sollte berücksichtigt werden, dass die verlorene Wohnfläche bei einem späteren Verkauf nicht voll im Quadratmeterpreis abgezogen wird, weil der Aufzug selbst werterhöhend wirkt.