Viele Eltern denken beim Wort Pflegegrad an Oma und Opa. Dabei gibt es den Pflegegrad für Kinder genauso: Er steht jedem Kind zu, das wegen einer Krankheit oder Behinderung deutlich mehr Hilfe braucht als Gleichaltrige. Ob Frühchen, Kind mit Diabetes Typ 1 oder Autismus: Entscheidend ist nicht die Diagnose, sondern der zusätzliche Hilfebedarf im Alltag.
Stand: September 2026 · Geprüft von der Pflege-Panorama-Redaktion · Rechtsgrundlage: §§ 14, 15, 18a, 142a SGB XI, Begutachtungs-Richtlinien des Medizinischen Dienstes Bund
Auf einen Blick: Pflegegrad für Kinder 2026
Maßstab: Kinder werden mit gleichaltrigen, altersentsprechend entwickelten Kindern verglichen. Nur der zusätzliche Hilfebedarf zählt (§ 15 Abs. 6 SGB XI).
Babys bis 18 Monate: Sie werden bei gleicher Punktzahl eine Stufe höher eingestuft. Schon ab 12,5 Punkten gibt es Pflegegrad 2 (§ 15 Abs. 7 SGB XI).
Begutachtung: In der Regel mit Hausbesuch. Eine Begutachtung per Telefon ist bei Kindern gesetzlich ausgeschlossen (§ 142a SGB XI).
Leistungen: Pflegegeld von 347 Euro bei Pflegegrad 2 bis 990 Euro bei Pflegegrad 5 im Monat, dazu 131 Euro Entlastungsbetrag (Bundesministerium für Gesundheit, 2026).
Größenordnung: Ende 2023 waren in Deutschland 268.623 Kinder unter 15 Jahren pflegebedürftig (Statistisches Bundesamt, 2024).
Kann ein Kind einen Pflegegrad haben?
Ja, ein Pflegegrad ist nicht ans Alter gebunden. Er ist die Einstufung der Pflegekasse, wie stark die Selbstständigkeit eines Menschen durch gesundheitliche Probleme beeinträchtigt ist. Geregelt ist das in §§ 14 und 15 SGB XI. Voraussetzung ist, dass der Hilfebedarf voraussichtlich mindestens 6 Monate besteht.
Bei Kindern zählt nur der Mehrbedarf gegenüber Gleichaltrigen. Jedes Kleinkind braucht Hilfe beim Anziehen. Punkte gibt es erst, wenn ein Kind deutlich mehr Unterstützung braucht, als in seinem Alter üblich ist (§ 15 Abs. 6 SGB XI).
Die Zahl der pflegebedürftigen Kinder ist hoch. Unter 20 Jahren waren Ende 2023 bundesweit 345.696 junge Menschen pflegebedürftig. Bei den 10- bis 14-Jährigen lag die Quote bei 2,88 %, Jungen waren mit 3,76 % fast doppelt so häufig betroffen wie Mädchen mit 1,95 % (Statistisches Bundesamt, 2024).
Die meisten pflegebedürftigen Kinder werden allein von der Familie versorgt. Von den Kindern unter 15 Jahren werden 86 % allein von Angehörigen versorgt, ohne Pflegedienst (Statistisches Bundesamt, 2024). Umso wichtiger ist es, dass Eltern die Leistungen kennen, die ihnen zustehen. Wir von Pflege Panorama haben sie deshalb in diesem Ratgeber vollständig zusammengestellt.
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So begutachtet der Medizinische Dienst Kinder
Kinder werden in denselben 6 Lebensbereichen begutachtet wie Erwachsene, aber mit Alterstabellen. Die Begutachtungs-Richtlinien legen fest, ab welchem Alter ein gesundes Kind eine Tätigkeit normalerweise selbstständig kann (Medizinischer Dienst Bund, 2024). Nur wenn Ihr Kind davon abweicht, gibt es Punkte.
- Essen: gilt ab 2 Jahren und 6 Monaten als altersüblich selbstständig.
- Duschen und Baden: gilt ab 8 Jahren als altersüblich selbstständig.
- Erkennen von Risiken und Gefahren: gilt ab 10 Jahren als altersüblich selbstständig.
- Verhalten und psychische Problemlagen (Modul 3): hier gibt es keine Altersgrenzen.
- Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen (Modul 5): ebenfalls ohne Altersgrenzen. Dazu zählen etwa Blutzucker messen, Insulin spritzen, Übungen aus Physiotherapie oder Logopädie und die Begleitung zur Frühförderung.
Ab 11 Jahren wird wie bei Erwachsenen gerechnet. Bis zum 18. Geburtstag nutzt der Medizinische Dienst trotzdem das Formular für Kinder. Altersüblicher Anleitungsbedarf, etwa in der Pubertät, bringt keine Punkte.
Hausbesuch, Gutachter und Fristen
Die Begutachtung findet in der Regel bei Ihnen zu Hause statt (§ 18a Abs. 2 SGB XI). Bei Kindern ist eine Begutachtung per Telefon oder Video gesetzlich ausgeschlossen (§ 142a SGB XI). Die Gutachter sind für Kinder in der Regel besonders qualifiziert, etwa als Kinderkrankenpflegekraft oder Kinderarzt.
Die Pflegekasse muss spätestens 25 Arbeitstage nach dem Antrag entscheiden. Hält sie die Frist nicht ein, zahlt sie 70 Euro für jede angefangene Woche Verzögerung, außer sie hat die Verzögerung nicht zu vertreten (§ 18c SGB XI). Liegt Ihr Kind im Krankenhaus, gilt eine kürzere Frist.
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Babys und Kleinkinder bis 18 Monate
Für Kinder bis 18 Monate gelten eigene Punktgrenzen, die eine Stufe höher einstufen (§ 15 Abs. 7 SGB XI). Das gleicht aus, dass Babys ohnehin fast alles mit Hilfe tun und der Mehrbedarf schwer zu messen ist.
| Gesamtpunkte | Kinder ab 18 Monaten und Erwachsene | Kinder bis 18 Monate |
|---|---|---|
| 12,5 bis unter 27 | Pflegegrad 1 | Pflegegrad 2 |
| 27 bis unter 47,5 | Pflegegrad 2 | Pflegegrad 3 |
| 47,5 bis unter 70 | Pflegegrad 3 | Pflegegrad 4 |
| 70 bis unter 90 | Pflegegrad 4 | Pflegegrad 5 |
| 90 bis 100 | Pflegegrad 5 | Pflegegrad 5 |
Bei Babys zählen nur wenige Bereiche. Bewertet werden Verhalten und psychische Problemlagen, der Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen und die Frage, ob beide Arme und Beine gebrauchsunfähig sind. Statt der Selbstversorgung wird nur gefragt, ob es gravierende Probleme bei der Nahrungsaufnahme gibt, etwa bei Sondenernährung.
Automatisch Pflegegrad 2 gibt es für Babys nicht. Auch bis 18 Monate braucht das Kind mindestens 12,5 Punkte. Mit 18 Monaten wird es ohne neuen Termin nach den normalen Grenzen eingestuft, der Pflegegrad kann dann um eine Stufe sinken. Eine neue Begutachtung gibt es vorher nur auf Antrag oder wenn sie fachlich nötig ist, zum Beispiel nach der Operation eines Herzfehlers (Medizinischer Dienst Bund, 2024).
Pflegegrad bei ADHS, Autismus, Diabetes und Co.
Keine Diagnose führt automatisch zu einem Pflegegrad. Die Begutachtungs-Richtlinien enthalten keine Sonderregeln für einzelne Krankheiten. Das bloße Aufzählen von Diagnosen reicht ausdrücklich nicht aus. Maßgeblich ist, wie stark Selbstständigkeit und Fähigkeiten im Alltag beeinträchtigt sind.
Bei Diabetes Typ 1 zählt vor allem der Behandlungsaufwand. Blutzucker messen, Insulin geben und die Überwachung durch die Eltern fließen in Modul 5 ein. Ob daraus ein Pflegegrad entsteht, hängt davon ab, wie viel Hilfe das Kind im Vergleich zu Gleichaltrigen braucht.
Bei Autismus oder ADHS spielen Verhalten und Alltagskompetenz eine größere Rolle. Hier sind Modul 2 (kognitive und kommunikative Fähigkeiten) und Modul 3 (Verhalten und psychische Problemlagen) wichtig. Braucht ein Kind zum Beispiel ständige Beaufsichtigung, weil es Gefahren nicht erkennt, wirkt sich das auf die Punkte aus.
Ein Pflegetagebuch macht den Unterschied sichtbar. Notieren Sie über 1 bis 2 Wochen, wobei Sie helfen und wie lange. Wie das geht, zeigt unser Ratgeber Pflegetagebuch führen.
Leistungen für Kinder mit Pflegegrad 2026
Kinder mit Pflegegrad bekommen dieselben Leistungen wie Erwachsene. Die Beträge sind seit dem 1. Januar 2025 unverändert und gelten auch 2026 (Bundesministerium für Gesundheit, 2026).
| Pflegegrad | Pflegegeld pro Monat | Pflegesachleistung pro Monat |
|---|---|---|
| Pflegegrad 2 | 347 Euro | 796 Euro |
| Pflegegrad 3 | 599 Euro | 1.497 Euro |
| Pflegegrad 4 | 800 Euro | 1.859 Euro |
| Pflegegrad 5 | 990 Euro | 2.299 Euro |
- Entlastungsbetrag: 131 Euro im Monat für anerkannte Betreuungs- und Entlastungsangebote, ab Pflegegrad 1 (§ 45b SGB XI).
- Verhinderungs- und Kurzzeitpflege: gemeinsamer Jahresbetrag von 3.539 Euro (§ 42a SGB XI). Kurzzeitpflege ist in begründeten Einzelfällen auch in geeigneten Einrichtungen der Behindertenhilfe möglich (§ 42 Abs. 3 SGB XI).
- Verhinderungspflege durch Großeltern: Pflegen nahe Verwandte nicht erwerbsmäßig, zahlt die Kasse bis zum Zweifachen des monatlichen Pflegegeldes, zusätzlich nachgewiesene Kosten wie Fahrtkosten (§ 39 Abs. 3 SGB XI).
- Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: bis zu 42 Euro im Monat, etwa für Einmalhandschuhe oder Bettschutzeinlagen.
- Technische Pflegehilfsmittel: Kinder und Jugendliche unter 18 zahlen keine Zuzahlung (§ 40 Abs. 3 SGB XI).
- Wohnumfeldverbesserung: bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, etwa für ein barrierefreies Bad (§ 40 Abs. 4 SGB XI).
Wer Pflegegeld bezieht, braucht regelmäßig einen Beratungsbesuch. Ab Pflegegrad 2 ist er halbjährlich Pflicht, bei Pflegegrad 4 und 5 kann er vierteljährlich stattfinden (§ 37 Abs. 3 SGB XI). Fällt der Besuch aus, kann die Kasse das Pflegegeld kürzen. Wir von Pflege Panorama erklären den Ablauf im Ratgeber Pflegeberatung ab Pflegegrad 2.
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Weitere Hilfen für Eltern: Rente, Krankengeld, Pflegezeit, Steuer
Pflegende Eltern haben eigene Ansprüche, die oft übersehen werden. Diese vier sind die wichtigsten:
- Rentenbeiträge: Pflegen Sie Ihr Kind ab Pflegegrad 2 mindestens 10 Stunden pro Woche an mindestens 2 Tagen und arbeiten höchstens 30 Stunden pro Woche, zahlt die Pflegekasse Rentenbeiträge. Je nach Pflegegrad sind das bis zu 735,63 Euro im Monat (Bundesministerium für Gesundheit, 2026). Zusätzlich kann die Pflege eines Kindes bis 18 in der Rente höher bewertet werden, wenn insgesamt 25 Jahre rentenrechtliche Zeiten vorliegen (§ 70 Abs. 3a SGB VI).
- Kinderkrankengeld: 2026 gibt es 15 Arbeitstage je Kind und Elternteil, Alleinerziehende 30, insgesamt höchstens 35 bzw. 70 Tage. Die Altersgrenze von 12 Jahren gilt nicht, wenn das Kind behindert und auf Hilfe angewiesen ist. Bei unheilbarer Erkrankung mit sehr begrenzter Lebenserwartung gibt es für einen Elternteil keine Tagesgrenze (§ 45 SGB V).
- Pflegezeit: Eltern minderjähriger pflegebedürftiger Kinder können sich bis zu 6 Monate freistellen lassen, auch wenn das Kind außer Haus betreut wird, etwa im Krankenhaus (§ 3 Abs. 5 PflegeZG). Voraussetzung ist ein Arbeitgeber mit mehr als 15 Beschäftigten.
- Pflege-Pauschbetrag: In der Steuererklärung gibt es 600 Euro bei Pflegegrad 2, 1.100 Euro bei Pflegegrad 3 und 1.800 Euro bei Pflegegrad 4 oder 5 (§ 33b Abs. 6 EStG). Das Pflegegeld für das eigene Kind mit Behinderung zählt dabei nicht als Einnahme.
Oft lohnt sich zusätzlich ein Schwerbehindertenausweis. Er bringt eigene Nachteilsausgleiche, unabhängig vom Pflegegrad. Mehr dazu im Ratgeber Schwerbehindertenausweis. Den Pflege-Pauschbetrag erklären wir ausführlich im Ratgeber Pflege-Pauschbetrag.
Pflegegrad für Ihr Kind beantragen: Schritt für Schritt
- Antrag stellen: Formlos per Anruf oder Brief bei der Pflegekasse Ihres Kindes, in der Regel die Kasse, bei der es familienversichert ist. Leistungen gibt es ab dem Monat des Antrags (§ 33 SGB XI).
- Unterlagen sammeln: Arztberichte, Entlassbriefe, Therapiepläne, Berichte von Frühförderung, Kita oder Schule.
- Pflegetagebuch führen: Halten Sie fest, wobei Ihr Kind mehr Hilfe braucht als Gleichaltrige, und wie viel Zeit Therapien und Arztbesuche kosten.
- Begutachtung vorbereiten: Planen Sie den Hausbesuch an einem normalen Tag. Beschönigen Sie nichts und schildern Sie auch schlechte Tage.
- Bescheid prüfen: Fordern Sie das Gutachten an und vergleichen Sie es mit Ihrem Tagebuch.
Für die Pflegekasse sind konkrete Beispiele überzeugender als Diagnosen. Statt „Autismus“ schreiben Sie besser: „Unser Sohn, 7 Jahre, läuft ohne Aufsicht auf die Straße und muss beim Anziehen jeden Schritt angeleitet werden.“ Allgemeine Tipps zum Antrag gibt unser Ratgeber Pflegegrad beantragen 2026.
Pflegegrad abgelehnt: Widerspruch einlegen
Gegen einen Bescheid können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Die Frist beginnt mit Zugang des Bescheids. Ein kurzer Satz genügt zunächst, die Begründung können Sie nachreichen, sobald Sie das Gutachten gelesen haben.
Bei Kindern lohnt der Widerspruch besonders häufig, wenn der Vergleich mit Gleichaltrigen nicht stimmt. Prüfen Sie im Gutachten, ob alle Therapien, nächtlichen Einsätze und Aufsichtszeiten erfasst sind. Wie Sie vorgehen, zeigen wir von Pflege Panorama im Ratgeber Pflegegrad erhöhen und Widerspruch.
Was sich 2027 ändern könnte
Die Punktgrenzen für Pflegegrade sollen steigen, auch für Babys. Der Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz sieht ab 1. Januar 2027 vor, dass Kinder bis 18 Monate erst ab 15 Punkten Pflegegrad 2 erhalten, ab 30 Punkten Pflegegrad 3 und ab 50 Punkten Pflegegrad 4 (Bundesministerium für Gesundheit, 2026). Für bestehende Pflegegrade ist ein Bestandsschutz geplant.
Beschlossen ist das noch nicht. Es handelt sich um einen Entwurf, der sich im Gesetzgebungsverfahren noch ändern kann. Außerdem überarbeitet der Medizinische Dienst Bund seit August 2025 die Begutachtungs-Richtlinien. Wer einen Antrag für sein Kind plant, sollte ihn nicht aufschieben: Heute gelten die aktuellen, niedrigeren Grenzen.
Der Pflegegrad für Kinder öffnet Eltern den Zugang zu Pflegegeld, Entlastung, Rentenbeiträgen und Steuervorteilen. Maßgeblich ist der Mehrbedarf gegenüber Gleichaltrigen, nicht die Diagnose. Weitere Hilfe rund um Antrag, Begutachtung und Leistungen finden Sie in den Ratgebern von Pflege Panorama.


Die wichtigsten Fragen
Ab wann kann ein Kind einen Pflegegrad bekommen?
Ab Geburt. Es gibt keine Altersgrenze. Voraussetzung ist, dass das Kind wegen gesundheitlicher Probleme voraussichtlich mindestens 6 Monate deutlich mehr Hilfe braucht als ein gesundes gleichaltriges Kind. Für Babys bis 18 Monate gelten besondere Punktgrenzen, die eine Stufe höher einstufen. Automatisch gibt es den Pflegegrad aber nicht, auch Babys brauchen mindestens 12,5 Punkte.
Welcher Pflegegrad bei ADHS beim Kind?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Die Diagnose ADHS allein führt zu keinem bestimmten Pflegegrad. Der Medizinische Dienst prüft, wie viel mehr Aufsicht, Anleitung und Hilfe Ihr Kind im Vergleich zu Gleichaltrigen braucht. Viele Punkte können im Bereich Verhalten entstehen. Ein Pflegetagebuch mit konkreten Situationen hilft bei der Begutachtung.
Bekommt ein Kind mit Autismus einen Pflegegrad?
Das ist möglich, aber nicht automatisch. Entscheidend ist der Hilfebedarf im Alltag, etwa bei Kommunikation, Orientierung, Gefahrenerkennung oder herausforderndem Verhalten. Diese Bereiche erfassen die Module 2 und 3 der Begutachtung. Schildern Sie konkrete Beispiele und legen Sie Berichte von Therapeuten, Kita oder Schule vor.
Gibt es einen Pflegegrad bei Diabetes Typ 1 beim Kind?
Das hängt vom Aufwand ab. Blutzucker messen, Insulin geben und die Überwachung durch die Eltern werden im Modul 5 bewertet, das keine Altersgrenzen kennt. Braucht ein jüngeres Kind dabei ständig Hilfe, kann ein Pflegegrad entstehen. Die Diagnose allein reicht nicht aus, maßgeblich ist der Vergleich mit gleichaltrigen Kindern.
Wie viel Geld gibt es bei Pflegegrad 2 für ein Kind?
Bei Pflegegrad 2 erhalten Eltern 2026 ein Pflegegeld von 347 Euro im Monat, wenn sie selbst pflegen. Alternativ gibt es Pflegesachleistungen von bis zu 796 Euro für einen Pflegedienst. Dazu kommen 131 Euro Entlastungsbetrag, 42 Euro für Pflegehilfsmittel und der gemeinsame Jahresbetrag von 3.539 Euro für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.
Wird bei Kindern telefonisch begutachtet?
Nein. Das Gesetz schließt eine Begutachtung per strukturiertem Telefoninterview bei Kindern aus (§ 142a SGB XI). Der Medizinische Dienst kommt deshalb in der Regel zu Ihnen nach Hause. So kann der Gutachter sehen, wie Ihr Kind sich im gewohnten Umfeld verhält und welche Hilfen es im Alltag braucht.
Wo trage ich den Pflegegrad meines Kindes in der Steuererklärung ein?
Den Pflege-Pauschbetrag beantragen Sie in der Anlage für außergewöhnliche Belastungen. Er beträgt 600 Euro bei Pflegegrad 2, 1.100 Euro bei Pflegegrad 3 und 1.800 Euro bei Pflegegrad 4 oder 5 (§ 33b Abs. 6 EStG). Das Pflegegeld für Ihr Kind mit Behinderung zählt dabei nicht als Einnahme und schadet dem Anspruch nicht.
Was passiert mit dem Pflegegrad, wenn das Kind 18 Monate alt wird?
Das Kind wird ohne neue Begutachtung automatisch nach den normalen Punktgrenzen eingestuft. Dadurch kann der Pflegegrad um eine Stufe sinken, zum Beispiel von Pflegegrad 3 auf Pflegegrad 2. Hat sich der Hilfebedarf erhöht, können Sie jederzeit einen Antrag auf Höherstufung stellen. Dann begutachtet der Medizinische Dienst neu.