Wohnraumanpassung: Beispiele, Kosten & Förderung 2026

Ihr umfassender Guide zur Wohnraumanpassung: Beispiele, Kosten & Förderung
Inhalt dieses Beitrags

Die häufigsten Beispiele für eine Wohnraumanpassung sind die bodengleiche Dusche (rund 3.000 bis 7.000 Euro), Haltegriffe im Bad (ab etwa 30 Euro), das Verbreitern von Türen auf 90 Zentimeter (rund 800 bis 2.500 Euro), der Abbau von Schwellen und Stufen sowie der Einbau einer Rampe oder eines Treppenlifts. Für jede dieser Maßnahmen zahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 bis zu 4.180 Euro Zuschuss (Stand: Juni 2026). In diesem Ratgeber von Pflege Panorama finden Sie eine konkrete Beispiel-Liste der wichtigsten wohnumfeldverbessernden Maßnahmen, jeweils mit Nutzen, Kostenrahmen und Förderung.

Kurz gesagt: Eine Wohnraumanpassung umfasst alle baulichen Veränderungen, die das Wohnen trotz Pflegebedarf oder Behinderung erleichtern, von der ebenerdigen Dusche über breitere Türen bis zur Rampe am Hauseingang. Die meisten Einzelmaßnahmen kosten zwischen 30 und 7.000 Euro. Die Pflegekasse bezuschusst sie mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, zusätzlich gibt es seit April 2026 wieder den KfW-Zuschuss 455-B.

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Was ist eine Wohnraumanpassung und welche Maßnahmen gibt es?

Eine Wohnraumanpassung ist jede bauliche oder technische Veränderung der Wohnung, die Barrieren abbaut und ein selbstständiges Leben trotz Pflegebedarf ermöglicht. Im Sozialrecht heißt das offiziell „wohnumfeldverbessernde Maßnahme“ nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Der Bedarf ist groß: Laut Mikrozensus 2022 verfügen nur 20,3 Prozent der Haushalte über eine ebenerdige Dusche. Die folgende Tabelle zeigt typische Beispiele für eine barrierefreie Wohnung, geordnet nach Wohnbereich.

Wichtig vorab: Beantragen Sie jede Maßnahme immer vor Baubeginn bei der Pflegekasse, sonst entfällt der Zuschuss. Die Kostenangaben sind Orientierungswerte aus aktuellen Marktquellen (Sanier.de, nullbarriere.de, ADAC, EVENT Bau); der konkrete Preis hängt von Wohnung, Material und Region ab.

Wohnraumanpassung: Beispiele mit Kosten und Nutzen

MaßnahmeNutzenKostenrahmenFörderung
Bad: Bodengleiche DuscheKein Einstieg, rutschsicher, mit Rollator/Rollstuhl befahrbarca. 3.000 – 7.000 EuroPflegekasse, KfW 455-B
Bad: Haltegriffe / StützklappgriffeHalt an Dusche, WC und Wanne, beugt Stürzen vorca. 30 – 250 Euro je GriffPflegekasse
Bad: WC-Erhöhung / erhöhtes WCLeichteres Aufstehen und Hinsetzen, entlastet Knie und Hüfteca. 30 – 600 EuroPflege- bzw. Krankenkasse
Bad: Unterfahrbarer WaschtischIm Sitzen nutzbar, höhenverstellbarca. 200 – 2.200 EuroPflegekasse, KfW 455-B
Türen: Verbreitern auf 90 cmDurchfahrt mit Rollator und Rollstuhl möglichca. 800 – 2.500 Euro je TürPflegekasse, KfW 455-B
Flur: Schwellen / Stufen abbauenBeseitigt Stolperfallen zu Balkon, Bad und Räumenca. 100 – 1.500 Euro je StellePflegekasse, KfW 455-B
Eingang: Rampe / HandlaufÜberwindet Stufen am Hauseingang, sicherer ZugangHandlauf ab ca. 50 Euro, feste Rampe bis ca. 5.000 EuroPflegekasse, KfW 455-B
Treppe: TreppenliftVerbindet Etagen, wenn Treppensteigen nicht mehr gehtca. 4.000 – 15.000 EuroPflegekasse, KfW 455-B

Quellen: Sanier.de, nullbarriere.de, ADAC, EVENT Bau GmbH; Stand Juni 2026. Preise sind Spannen ohne Förderung.

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Beispiele für das Badezimmer

Das Bad ist der häufigste Ort für eine Wohnraumanpassung, weil hier Sturzgefahr und Pflegebedarf am größten sind. Eine bodengleiche Dusche, Haltegriffe, ein erhöhtes WC und ein unterfahrbarer Waschtisch machen das Bad in den meisten Fällen alltagstauglich. Pflege Panorama empfiehlt, das Bad als erstes anzupacken, da diese Maßnahmen den größten Sicherheitsgewinn bringen.

Beispiele für Flur, Türen und Eingang

Außerhalb des Bades sind breitere Türen, schwellenfreie Übergänge und ein barrierefreier Eingang die wirksamsten Anpassungen. Sie sorgen dafür, dass Rollator oder Rollstuhl überall durchpassen und keine Stolperfallen mehr im Weg liegen. Diese Maßnahmen sind besonders relevant, wenn die Mobilität bereits eingeschränkt ist.

  • Türen verbreitern: auf mindestens 90 Zentimeter lichte Breite, damit ein Rollstuhl durchpasst (Empfehlung nach DIN 18040-2).
  • Schwellen entfernen: zu Balkon, Terrasse und zwischen den Räumen, damit keine Kanten mehr stören.
  • Rampe und Handlauf: am Hauseingang oder über Innenstufen, mobil oder fest montiert.
  • Treppenlift oder Plattformlift: wenn die Etage anders nicht mehr erreichbar ist.
  • Bewegungsflächen schaffen: rutschhemmende Bodenbeläge und ausreichend Platz zum Wenden.

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Förderung und Zuschüsse für die Wohnraumanpassung

Für nahezu jede Wohnraumanpassung lassen sich mehrere Töpfe kombinieren, an erster Stelle der Pflegekassen-Zuschuss von bis zu 4.180 Euro je Maßnahme. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Quellen zusammen (Stand: Juni 2026). Wie Sie den Antrag konkret stellen, erklärt der Förder-Ratgeber von Pflege Panorama im Detail.

  • Pflegekasse (§ 40 Abs. 4 SGB XI): bis zu 4.180 Euro je Maßnahme ab Pflegegrad 1, seit 01.01.2025 (vorher 4.000 Euro). Leben mehrere Anspruchsberechtigte im Haushalt, sind bis zu 16.720 Euro möglich. Antrag immer vor Baubeginn. Quelle: GKV-Spitzenverband.
  • KfW-Zuschuss 455-B „Altersgerecht Umbauen“: seit dem 08.04.2026 wieder aktiv. Einzelmaßnahme 10 Prozent der Kosten, maximal 2.500 Euro; Standard „Altersgerechtes Haus“ 12,5 Prozent, maximal 6.250 Euro. Kein Pflegegrad nötig, Antrag vor Beginn. Quelle: KfW.
  • KfW-Kredit 159: zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 Euro je Wohneinheit für umfassende Umbauten.
  • Steuer (§ 35a EStG): 20 Prozent der Arbeitskosten, maximal 1.200 Euro im Jahr für haushaltsnahe Handwerkerleistungen; in Härtefällen zusätzlich § 33 EStG.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Beantragung finden Sie im Ratgeber Badumbau-Zuschuss der Pflegekasse: 4.180 Euro. Die Verbraucherzentrale rät, vor dem Antrag mehrere Kostenvoranschläge einzuholen.

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Ablauf: So gehen Sie eine Wohnraumanpassung an

Der richtige Ablauf entscheidet darüber, ob Sie die volle Förderung erhalten, denn der Antrag muss immer vor Baubeginn gestellt werden. Mit dieser Reihenfolge vermeiden Sie die häufigsten Fehler.

  • Bedarf ermitteln: Wo entstehen im Alltag Barrieren? Eine Wohnberatungsstelle oder Pflegeberatung hilft kostenfrei.
  • Maßnahmen festlegen: Bad zuerst, dann Flur, Türen und Eingang priorisieren.
  • Kostenvoranschläge einholen: mindestens zwei bis drei Angebote von Fachbetrieben.
  • Anträge stellen: bei Pflegekasse und gegebenenfalls KfW, immer vor Auftragsvergabe.
  • Umbau durchführen lassen: Rechnungen und Nachweise für die Erstattung aufbewahren.

Wer die genauen Kostenspannen einer kompletten Badsanierung vergleichen möchte, findet diese im Ratgeber Badumbau-Kosten: barrierefreie Badsanierung. So sehen Sie auf einen Blick, welche Maßnahmen sich rechnen.

Fazit

Eine Wohnraumanpassung muss nicht teuer sein: Schon einzelne Beispiele wie Haltegriffe, eine WC-Erhöhung oder ein schwellenfreier Übergang erhöhen die Sicherheit spürbar und kosten oft weniger als ein paar hundert Euro. Größere Maßnahmen wie die bodengleiche Dusche oder breitere Türen werden durch Pflegekasse und KfW so stark bezuschusst, dass der Eigenanteil überschaubar bleibt.

Pflege Panorama empfiehlt, den Bedarf früh zu klären und alle Förderungen vor Baubeginn zu beantragen. Welche Maßnahmen für Ihre Wohnung sinnvoll sind und was sie konkret kosten, klären wir gern persönlich mit Ihnen. Jetzt unverbindliche Beratung zum barrierefreien Badumbau anfragen.

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Die wichtigsten Fragen

Was sind typische Beispiele für eine Wohnraumanpassung?

Typische Beispiele sind die bodengleiche Dusche, Haltegriffe im Bad, ein erhöhtes WC, ein unterfahrbarer Waschtisch, das Verbreitern von Türen auf 90 Zentimeter, der Abbau von Schwellen und Stufen sowie Rampe, Handlauf oder Treppenlift am Eingang und an der Treppe.

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Was kostet eine Wohnraumanpassung?

Das hängt stark von der Maßnahme ab. Haltegriffe gibt es ab rund 30 Euro, eine WC-Erhöhung ab etwa 30 Euro, eine Türverbreiterung kostet rund 800 bis 2.500 Euro je Tür und eine bodengleiche Dusche etwa 3.000 bis 7.000 Euro. Treppenlifte liegen bei rund 4.000 bis 15.000 Euro.

Was sind wohnumfeldverbessernde Maßnahmen?

So heißen Wohnraumanpassungen im Sozialrecht nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Gemeint sind bauliche Veränderungen, die die häusliche Pflege ermöglichen oder erleichtern, etwa bodengleiche Duschen, breitere Türen oder Rampen. Die Pflegekasse bezuschusst sie mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme.

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Welche Förderung gibt es für eine barrierefreie Wohnung?

Wichtigster Topf ist die Pflegekasse mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme ab Pflegegrad 1. Zusätzlich gibt es seit April 2026 wieder den KfW-Zuschuss 455-B (bis 6.250 Euro), den KfW-Kredit 159 bis 50.000 Euro und die Steuerermäßigung nach § 35a EStG.

Bekomme ich den Zuschuss nur mit Pflegegrad?

Für den Pflegekassen-Zuschuss von 4.180 Euro brauchen Sie mindestens Pflegegrad 1. Der KfW-Zuschuss 455-B ist dagegen ohne Pflegegrad möglich. Beide Förderungen müssen Sie vor Baubeginn beantragen.

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Mit welchen Maßnahmen sollte ich anfangen?

Pflege Panorama empfiehlt, mit dem Bad zu beginnen, weil dort die Sturzgefahr am höchsten ist. Haltegriffe, ein rutschsicherer Boden und eine bodengleiche Dusche bringen den größten Sicherheitsgewinn. Danach folgen Flur, Türen und der Eingang.

Sind Wohnraumanpassungen auch in der Mietwohnung möglich?

Ja. Mieterinnen und Mieter haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch darauf, barrierereduzierende Umbauten durchzuführen. In der Regel ist die Zustimmung der Vermieterin oder des Vermieters nötig, gegebenenfalls gegen eine Kaution für den Rückbau. Die Pflegekassen-Förderung gilt auch zur Miete.

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Wo bekomme ich Beratung zur Wohnraumanpassung?

Kostenfreie Beratung bieten Wohnberatungsstellen, die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI und die Verbraucherzentrale. Für die konkrete Planung und Umsetzung eines barrierefreien Bades unterstützt Sie Pflege Panorama gern direkt über die Badumbau-Beratung.

Bild von Jan Berning
Jan Berning
Jan Berning ist Mitgründer von Pflege Panorama. Über mehrere Jahre hat er die 24-Stunden-Pflege-Agentur Dicura Seniorenbetreuung mit aufgebaut und geführt und dabei Familien bei der Organisation einer passenden häuslichen Betreuung begleitet, von der Bedarfsklärung über die Finanzierung bis zur laufenden Betreuung zu Hause. Diese Praxiserfahrung fließt in seine Ratgeber zu 24-Stunden-Pflege, Pflegefinanzierung, Pflegegraden und Pflegehilfsmitteln ein.
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