Ein gut eingerichtetes Pflegezimmer braucht mindestens 12 Quadratmeter, besser 15 bis 23, ein von drei Seiten zugängliches Pflegebett, einen rutschfesten und feucht abwischbaren Boden sowie eine blendfreie Beleuchtung. Das Pflegebett selbst übernimmt auf ärztliche Verordnung die Krankenkasse, während die Pflegekasse für den passenden Umbau des Zimmers bis zu 4.180 Euro je Maßnahme zuschießt. In diesem Ratgeber von Pflege Panorama zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie ein Zimmer für pflegebedürftige Angehörige praktisch, sicher und wohnlich einrichten und welche Kosten dabei wirklich auf Sie zukommen.
Was macht ein gutes Pflegezimmer aus?
Ein gutes Pflegezimmer verbindet pflegerische Funktion mit Wohnlichkeit: Es ist groß genug für die Versorgung, sicher gegen Stürze, gut beleuchtet und behält trotzdem den vertrauten Charakter eines normalen Wohnraums. Wählen Sie nach Möglichkeit einen Raum im Erdgeschoss oder mit kurzem Weg zu Bad und Toilette, der über Tageslicht verfügt und sich gut belüften lässt. Nach der Heimmindestbauverordnung gilt für Pflegezimmer eine Mindestgröße von 12 Quadratmetern, doch Fachstellen wie das Portal Wohnen im Alter empfehlen 15 bis 23 Quadratmeter, damit das Pflegebett von drei Seiten zugänglich bleibt und genug Bewegungsfläche entsteht.
Entscheidend ist die freie Fläche rund um das Bett. Kommt ein Rollstuhl zum Einsatz, sollte mindestens einmal eine Wendefläche von 150 mal 150 Zentimetern vorhanden sein, entlang einer Bettseite eine Bewegungstiefe von 150 Zentimetern, an der anderen 120 Zentimeter. Diese Maße orientieren sich an der DIN 18040-2 für barrierefreies Wohnen und sind die Grundlage dafür, dass Sie und professionelle Pflegekräfte sicher und rückenschonend arbeiten können.
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Schritt für Schritt: So richten Sie das Pflegezimmer ein
Gehen Sie beim Einrichten in einer festen Reihenfolge vor, vom Grundriss über das Bett bis zu den kleinen Hilfsmitteln. Diese von der Pflege-Panorama-Redaktion zusammengestellten Schritte haben sich in der häuslichen Pflege bewährt:
- Raum auswählen und ausmessen: kurzer Weg zum Bad, Tageslicht, gute Belüftung, mindestens 12 Quadratmeter Fläche.
- Stolperfallen entfernen: lose Teppiche, Kabel und überflüssige Möbel raus, Türschwellen wenn möglich beseitigen.
- Pflegebett platzieren: frei im Raum, von drei Seiten zugänglich, mit ausreichend Abstand zur Wand.
- Boden anpassen: rutschfester, feucht abwischbarer Belag wie Vinyl, Linoleum oder versiegeltes Parkett.
- Beleuchtung einrichten: blendfreies Deckenlicht, Leselampe am Bett, Nachtlicht für nächtliche Orientierung.
- Hilfsmittel und Hygiene organisieren: Toilettenstuhl, Rollator, Hausnotruf, abwaschbare Flächen, abschließbarer Medikamentenschrank.
- Wohnlichkeit schaffen: vertraute Bilder, Pflanzen und Lieblingsstücke geben Geborgenheit.
Das Pflegebett: Herzstück des Zimmers
Das Pflegebett ist die wichtigste Anschaffung und wird auf ärztliche Verordnung von der Krankenkasse als Hilfsmittel übernommen. Ein elektrisch höhenverstellbares Pflegebett erleichtert das Umlagern, schont Ihren Rücken und ermöglicht der pflegebedürftigen Person ein sicheres Aufstehen. Sinnvoll sind eine stufenlose Höhenverstellung, ein verstellbares Kopf- und Fußteil sowie Seitengitter zum Schutz vor Stürzen. Empfohlen wird ein Einzelbett mit den Maßen 100 mal 200 Zentimeter; die übliche Arbeitshöhe liegt bei rund 65 Zentimetern.
Stellen Sie das Bett so auf, dass es von drei Seiten frei erreichbar ist. Telefon, Hausnotruf und Leselampe gehören in greifbare Nähe. Wer einen Hausnotruf prüfen möchte, findet die wichtigsten Punkte zur Erreichbarkeit und Technik in den Ratgebern von Pflege Panorama. Eine medizinisch indizierte Anti-Dekubitus- oder Wechseldruckmatratze kann der Arzt zusätzlich verordnen, wenn ein erhöhtes Wundliegerisiko besteht. Eine normale Komfortmatratze ohne medizinische Indikation zählt dagegen nicht zu den Kassenleistungen.
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Boden, Licht und Hygiene richtig planen
Boden, Beleuchtung und Hygiene entscheiden über Sicherheit und Pflegekomfort im Alltag. Beim Bodenbelag gilt: rutschfest und feucht abwischbar. Geeignet sind versiegeltes Parkett, Linoleum oder Vinyl, sodass sich der Boden bei Bedarf reinigen und desinfizieren lässt. Lose Teppiche sind Stolperfallen und sollten verschwinden; nur rutschhemmende Matten sind vertretbar. Bei der Beleuchtung empfiehlt die Verbraucherzentrale ein helles, blendfreies Deckenlicht, ergänzt durch eine Leselampe am Bett und ein Nachtlicht für die Orientierung in der Nacht.
Hygiene gelingt am besten mit abwaschbaren Oberflächen und kurzen Wegen. Praktisch sind ein Beistelltisch mit abwischbarer Platte, ein leicht erreichbarer Wäschekorb mit Deckel sowie ein abschließbarer Medikamentenschrank. Verbrauchsmaterialien wie Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen oder Flächendesinfektion sollten stets griffbereit liegen. Diese Pflegehilfsmittel zum Verbrauch übernimmt die Pflegekasse mit bis zu 42 Euro im Monat.
Pflegezimmer im Vergleich: Standard, gehoben, barrierefrei
Je nach Pflegesituation und Budget unterscheiden sich Ausstattung und Kosten deutlich. Die folgende Übersicht zeigt typische Einrichtungsvarianten und wer die Kosten trägt:
| Variante | Ausstattung | Kosten (Richtwert) | Kostenträger |
|---|---|---|---|
| Standard | Pflegebett auf Rezept, vorhandener Boden, Grundbeleuchtung | geringer Eigenanteil | Krankenkasse (Bett), Eigenanteil Rest |
| Gehoben | Pflegebett, neuer rutschfester Boden, neue Beleuchtung, Hausnotruf | mehrere hundert bis über 1.000 Euro | Eigenanteil plus mögliche Förderung |
| Barrierefrei | Türverbreiterung, Schwellenabbau, angepasstes Bad, Umbau | mehrere tausend Euro | Pflegekasse bis 4.180 Euro je Maßnahme |
Die genannten Beträge sind Anhaltswerte und hängen stark von Raum, Region und Handwerksleistung ab. Holen Sie für bauliche Arbeiten mehrere Angebote ein und lassen Sie sich vor Auftragsvergabe beraten.
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Kosten und Förderung 2026: Wer zahlt was?
Die Finanzierung verteilt sich auf Krankenkasse, Pflegekasse und Eigenanteil, abhängig von der Art der Ausstattung. Das Pflegebett und technische Hilfsmittel wie Toilettenstuhl oder Rollator sind Leistungen der Krankenkasse nach § 33 SGB V. Sie werden bevorzugt leihweise gestellt, eine ärztliche Verordnung ist nötig. Erwachsene zahlen je Hilfsmittel höchstens 10 Prozent, maximal 25 Euro zu. Ein Pflegegrad ist für das Pflegebett nicht zwingend erforderlich, entscheidend ist die medizinische Indikation.
Für den baulichen Umbau des Zimmers ist die Pflegekasse zuständig. Über die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen nach § 40 Absatz 4 SGB XI gibt es 2026 bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, etwa für Türverbreiterungen, Schwellenabbau oder eine geeignete Stellfläche fürs Pflegebett. Leben mehrere pflegebedürftige Personen im Haushalt, sind bis zu 16.720 Euro möglich. Voraussetzung ist mindestens Pflegegrad 1. Der wichtigste Praxishinweis vom GKV-Spitzenverband: Stellen Sie den Antrag immer vor Beginn der Arbeiten, sonst riskieren Sie die Ablehnung.
Verbrauchsmaterial finanziert die Pflegekasse separat über die Pauschale für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch von bis zu 42 Euro monatlich. Wie Sie den Umbau des Bades fördern lassen und welche Zuschüsse sich kombinieren lassen, lesen Sie in unseren Ratgebern zum barrierefreien Badumbau und zu den Zuschüssen für den barrierefreien Umbau 2026. Auch der Weg von der Badewanne zur bodengleichen Dusche und barrierefreie Türen sind häufige und förderfähige Maßnahmen rund um das Pflegezimmer.
Praxis-Tipps für ein wohnliches und sicheres Zimmer
Mit einigen einfachen Maßnahmen wird das Pflegezimmer sicherer und gemütlicher zugleich.
- Vertraute Bilder, Fotos und Lieblingsmöbel mitnehmen, damit sich der Raum nicht klinisch anfühlt.
- Rauchmelder anbringen und Steckdosen sowie Lichtschalter gut erreichbar platzieren.
- Frischluft und Tageslicht einplanen, ein Fensterplatz wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus.
- Pflanzen und warme Farben einsetzen, aber Allergien und Reinigungsaufwand berücksichtigen.
- Wege kurz halten: Bad, Toilette und Pflegezimmer sollten nah beieinanderliegen.
- Auch das Umfeld einbeziehen, etwa einen sicheren Zugang oder einen barrierefreien Garten für Senioren.
Fazit: Funktion und Geborgenheit verbinden
Ein durchdacht eingerichtetes Pflegezimmer schützt vor Stürzen, erleichtert die tägliche Pflege und bewahrt zugleich die Würde und Vertrautheit für den Menschen, der dort lebt. Mit der richtigen Raumwahl, einem frei zugänglichen Pflegebett, sicherem Boden und guter Beleuchtung schaffen Sie die Grundlage für eine gute Versorgung zu Hause.
Nutzen Sie die finanziellen Hilfen konsequent aus: Krankenkasse fürs Bett, Pflegekasse für Umbau und Verbrauchsmaterial. Wenn zum Pflegezimmer auch ein barrierefreies Bad gehört, unterstützt Pflege Panorama Sie gern bei der Planung und Förderung.


Die wichtigsten Fragen
Wie groß sollte ein Pflegezimmer sein?
Die Heimmindestbauverordnung nennt 12 Quadratmeter als Untergrenze, Fachstellen empfehlen 15 bis 23 Quadratmeter. So bleibt genug Platz, damit das Pflegebett von drei Seiten zugänglich ist und Bewegungsflächen für Rollstuhl oder Rollator entstehen.
Zahlt die Krankenkasse oder die Pflegekasse das Pflegebett?
Das Pflegebett übernimmt die Krankenkasse als Hilfsmittel nach § 33 SGB V auf ärztliche Verordnung, in der Regel leihweise. Erwachsene zahlen je Hilfsmittel höchstens 10 Prozent, maximal 25 Euro zu. Ein Pflegegrad ist dafür nicht zwingend nötig.
Wie hoch ist der Zuschuss für den Umbau des Zimmers?
Über die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen nach § 40 SGB XI gewährt die Pflegekasse 2026 bis zu 4.180 Euro je Maßnahme. Voraussetzung ist mindestens Pflegegrad 1. Wichtig ist, den Antrag vor Beginn der Arbeiten zu stellen.
Welcher Bodenbelag eignet sich im Pflegezimmer?
Geeignet sind rutschfeste und feucht abwischbare Beläge wie Vinyl, Linoleum oder versiegeltes Parkett. Lose Teppiche sollten Sie entfernen, da sie Stolperfallen sind. Nur rutschhemmende Matten mit fester Unterseite sind vertretbar.
Wie sollte die Beleuchtung im Pflegezimmer aussehen?
Ideal ist ein helles, blendfreies Deckenlicht, ergänzt durch eine Leselampe am Bett und ein Nachtlicht. So ist sowohl bei pflegerischen Tätigkeiten als auch bei nächtlicher Orientierung für ausreichend und sichere Beleuchtung gesorgt.
Welche Hilfsmittel gehören in ein Pflegezimmer?
Neben dem Pflegebett sind je nach Bedarf Toilettenstuhl, Rollator, Hausnotruf, ein abschließbarer Medikamentenschrank und ein Beistelltisch sinnvoll. Verbrauchsmaterial wie Handschuhe und Desinfektion übernimmt die Pflegekasse mit bis zu 42 Euro im Monat.
Wo stelle ich das Pflegebett am besten auf?
Stellen Sie das Bett frei in den Raum, sodass es von drei Seiten zugänglich ist und Sie rückenschonend arbeiten können. Telefon, Hausnotruf und Leselampe sollten in greifbarer Nähe sein. Halten Sie ausreichend Abstand zur Wand.
Kann ich mehrere Förderungen kombinieren?
Ja. Die Krankenkasse trägt Hilfsmittel wie das Pflegebett, die Pflegekasse fördert den baulichen Umbau und stellt die Verbrauchspauschale bereit. Häufig lässt sich der Umbau des Pflegezimmers mit dem eines barrierefreien Bades verbinden, etwa über die Zuschüsse für den barrierefreien Umbau.