Ein Notruftelefon für Senioren ist ein Festnetz- oder schnurloses Telefon mit großen Tasten und einer dedizierten Notruftaste, über die im Notfall hinterlegte Angehörige automatisch angerufen werden. Gute Geräte gibt es ab etwa 45 bis 100 Euro als Einmalkauf, ganz ohne monatliche Grundgebühr. Wichtig zu wissen: Ein Notruftelefon ruft Ihre Kontaktpersonen, nicht eine professionelle 24/7-Notrufzentrale. Genau diesen Unterschied erklären wir hier.
Antwort vorab. Ein klassisches Großtastentelefon mit Notruffunktion eignet sich für Senioren, die selbständig leben, gut zurechtkommen und im Notfall einfach schnell Angehörige erreichen wollen, ohne ein Abo abzuschließen. Wer rund um die Uhr eine besetzte Leitstelle braucht, ist mit einem echten Hausnotruf besser beraten, den Pflege Panorama im Hausnotruf-Vergleich gegenüberstellt.
Wie funktioniert ein Notruftelefon für Senioren?
Direkt beantwortet. Sie hinterlegen im Telefon mehrere Rufnummern von Angehörigen, und ein Druck auf die Notruftaste wählt diese Nummern nacheinander an, bis jemand abnimmt.
Der Ablauf ist denkbar einfach. Auf der Notruftaste (bei Gigaset-Modellen oft die große Taste A) lassen sich je nach Gerät zwei bis vier Notrufnummern speichern. Wird die Taste gedrückt, ruft das Telefon die hinterlegten Kontakte in fester Reihenfolge an. Nimmt der erste Kontakt nicht ab, wählt das Gerät automatisch den nächsten. Sobald jemand abnimmt, schaltet das Telefon meist auf laute Freisprechfunktion, damit die hilfsbedürftige Person sprechen kann, auch wenn sie nicht direkt am Hörer sitzt.
Großtasten und Lautstärke. Notruftelefone für Senioren sind speziell auf eingeschränktes Seh- und Hörvermögen ausgelegt: große, gut beleuchtete Tasten, kontrastreiche Displays, ein verstärkter Hörer (teils bis +40 dB) und oft Foto-Direktwahltasten, auf die ein Bild des Kontakts geklebt werden kann. Das ist gerade für Menschen mit beginnender Demenz eine echte Hilfe.
Welche Notruftelefon-Varianten gibt es?
Drei Bauformen sind verbreitet, die sich in Reichweite, Komfort und Eignung unterscheiden.
Schnurloses DECT-Telefon mit Notruftaste
Schnurlose Geräte wie das Gigaset E560HX oder das Gigaset E290 sind die flexibelste Lösung. Das Mobilteil lässt sich durch die Wohnung tragen, viele Sets enthalten zusätzlich eine Ladeschale fürs Schlafzimmer. Vorteil: Bewegungsfreiheit in der ganzen Wohnung, oft mit Anrufbeantworter. Nachteil: Das Mobilteil muss geladen sein und wird leicht verlegt, was im Notfall fatal sein kann.
Schnurgebundenes Großtastentelefon
Kabelgebundene Modelle wie das Amplicomms BigTel 40 Plus stehen fest an einem Platz und brauchen keinen Akku. Vorteil: immer einsatzbereit, sehr laut, mit Foto-Tasten ideal bei Demenz oder starkem Hörverlust. Nachteil: Sie sind ortsgebunden, die Notruftaste hilft also nur in Reichweite des Apparats.
Kombi-Set aus Tisch- und Mobilteil
Kombi-Geräte wie das Geemarc AmpliDECT COMBI 295 vereinen eine feste Basisstation mit einem schnurlosen Mobilteil. Vorteil: Die Basis bleibt immer erreichbar, das Mobilteil sorgt für Mobilität. Nachteil: höherer Preis und etwas mehr Einrichtungsaufwand.
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Funktionen und Zusatzfunktionen
Über die reine Notruftaste hinaus bieten viele Notruftelefone praktische Extras, die den Alltag sicherer machen.
- Foto-Direktwahltasten: Tasten mit aufgeklebtem Foto des Angehörigen, ein Antippen genügt zum Wählen.
- Hörverstärker: einstellbare Lautstärke und Klangprofile für Schwerhörige, teils hörgerätekompatibel.
- Akustische Wählhilfe: Geräte mit Sprachausgabe sagen die gewählte Nummer an.
- Anrufbeantworter und Rufnummernanzeige in größerer Schrift.
Sturzerkennung und GPS gibt es bei klassischen Festnetz-Notruftelefonen nicht. Wer einen automatischen Alarm bei Stürzen oder eine Ortung für unterwegs braucht, sollte auf ein anderes Gerät ausweichen. Wie automatische Sturzsensoren funktionieren, lesen Sie unter Hausnotruf mit Sturzerkennung. Für aktive Senioren, die auch außer Haus abgesichert sein wollen, ist eher der Hausnotruf auf dem Handy oder ein mobiles Notrufgerät das Richtige.
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Vor- und Nachteile
Ein Notruftelefon hat klare Stärken, aber auch eine entscheidende Grenze, die Sie kennen sollten.
Vorteile:
- Einmalkauf ohne monatliche Grundgebühr, ab ca. 45 Euro
- Große Tasten, lauter Hörer, gut für Seh- und Höreinschränkungen
- Notruf erreicht direkt vertraute Angehörige
- Kein Vertrag, keine Kündigungsfrist, sofort einsatzbereit
Nachteile:
- Keine 24/7-Notrufzentrale, niemand reagiert, wenn alle Kontakte nicht abnehmen
- Notruf nur in Hör- und Reichweite des Telefons möglich
- Keine automatische Sturzerkennung, kein Alarm ohne Tastendruck
- Keine Förderung durch die Pflegekasse (anders als beim echten Hausnotruf)
Was kostet ein Notruftelefon? (inkl. Pflegekasse)
Notruftelefone sind ein Einmalkauf und kosten je nach Ausstattung zwischen rund 45 und 100 Euro. Die Preise unten verstehen sich als Orientierung, Stand Juni 2026.
| Modell / Variante | Preis ab | Bauform | Pflegekasse-tauglich |
|---|---|---|---|
| Amplicomms BigTel 40 Plus | ca. 49 Euro | schnurgebunden, Foto-Tasten | nein |
| Gigaset E290 Duo | ca. 57 Euro | schnurlos (DECT) | nein |
| Gigaset E560HX | ca. 62 Euro | schnurlos (DECT) | nein |
| Geemarc AmpliDECT COMBI 295 | ca. 99 Euro | Kombi (Tisch + Mobilteil) | nein |
Die Pflegekasse bezuschusst Notruftelefone nicht. Der Zuschuss von 27 Euro netto pro Monat (Stand 01.04.2026, Hilfsmittel-Nr. 52.40.01 nach Paragraf 40 SGB XI) gilt ausschließlich für ein anerkanntes Hausnotruf-System mit angeschlossener Notrufzentrale. Wie dieser Zuschuss funktioniert und wer ihn ab Pflegegrad 1 bekommt, erklären wir auf der Seite Kostenübernahme Hausnotruf. Ein reines Telefon zahlen Sie also selbst.
Welches Notruftelefon ist das beste? (Test)
Einen eigenen Test der Stiftung Warentest zu Senioren-Festnetztelefonen gibt es bisher nicht. Die Stiftung Warentest hat zuletzt Senioren-Mobiltelefone untersucht, ein dediziertes Großtastentelefon-Ranking liegt nicht vor. Vergleichsportale wie Vergleich.org küren stattdessen eigene Favoriten.
Als Vergleichssieger wird 2026 häufig das Gigaset E560HX genannt: schnurlos, mit vier programmierbaren Notrufnummern, die nacheinander angerufen werden. Als Preis-Leistungs-Tipp gilt das Gigaset E290 Duo. Für Menschen mit starkem Hörverlust oder Demenz wird das Amplicomms BigTel 40 Plus mit Fotofeldern und kräftigem Lautstärke-Boost empfohlen. Behandeln Sie solche Online-Rankings als Orientierung, nicht als unabhängiges Prüfsiegel, denn sie sind oft mit Kauflinks verknüpft.
Unser Rat bei Pflege Panorama: Achten Sie auf die Zahl der speicherbaren Notrufnummern, eine wirklich laute Freisprechfunktion und gut ertastbare Tasten. Bei kognitiven Einschränkungen sind Foto-Tasten Gold wert.
Alternativen zum Notruftelefon
Wenn ein Telefon mit Notruftaste nicht ausreicht, gibt es Geräte, die mehr Sicherheit bieten.
- Hausnotruf mit Zentrale: 24/7 besetzte Leitstelle, Pflegekassen-Zuschuss möglich. Anbieter im Hausnotruf-Vergleich.
- Hausnotruf auf dem Handy: Notruf-App fürs vorhandene Smartphone, siehe Hausnotruf auf dem Handy.
- Hausnotruf mit Sturzerkennung: löst auch ohne Tastendruck aus, siehe Hausnotruf mit Sturzerkennung.
- Lösung für Paare: wenn beide abgesichert werden sollen, siehe Hausnotruf für Paare.
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Fazit: Für wen lohnt sich ein Notruftelefon?
Ein Notruftelefon ist die richtige Wahl für selbständige Senioren, die noch gut zurechtkommen, ein zuverlässiges Netz aus erreichbaren Angehörigen haben und keine monatlichen Kosten möchten. Großtasten, lauter Hörer und eine simple Notruftaste senken die Hürde, im Ernstfall schnell Hilfe zu holen, ohne ein Abo abzuschließen.
An seine Grenze stößt das Gerät, sobald niemand der hinterlegten Kontakte erreichbar ist oder ein Sturz die Person handlungsunfähig macht. Dann ersetzt nur ein echter Hausnotruf mit 24/7-Zentrale oder automatischer Sturzerkennung die fehlende Sicherheit.
Transparenzhinweis. Pflege Panorama finanziert sich über die Vermittlung von Beratungen und über Affiliate-Partnerschaften. Unsere Einordnung der Geräte und Anbieter bleibt davon unabhängig. Hersteller wie Gigaset, Doro oder Amplicomms und Hausnotruf-Anbieter wie Johanniter oder DRK nennen wir neutral, unabhängig davon, ob eine Partnerschaft besteht. Als Quellen dienen unter anderem die Verbraucherzentrale, der GKV-Spitzenverband, Paragraf 40 SGB XI sowie öffentlich einsehbare Test- und Vergleichsportale.
Sie sind unsicher, ob ein Notruftelefon genügt oder ob ein geförderter Hausnotruf besser passt? Finden Sie mit unserer kostenlosen Beratung den passenden Hausnotruf. Wer lieber direkt ein Großtastentelefon kaufen möchte, orientiert sich an unserer Modellübersicht oben.
Die wichtigsten Fragen
Was ist ein Notruftelefon für Senioren?
Ein Notruftelefon ist ein Festnetz- oder DECT-Telefon mit großen Tasten und einer Notruftaste. Auf Tastendruck ruft es hinterlegte Angehörige nacheinander an, bis jemand abnimmt. Eine professionelle Notrufzentrale ist nicht angeschlossen.
Was kostet ein Notruftelefon mit Notruftaste?
Die meisten Geräte kosten zwischen 45 und 100 Euro als einmaligen Kauf, ohne monatliche Gebühr (Stand Juni 2026). Einfache Modelle starten bei rund 45 Euro, Kombi-Sets liegen bei etwa 100 Euro.
Zahlt die Pflegekasse ein Notruftelefon?
Nein. Der monatliche Zuschuss von 27 Euro netto (Stand 01.04.2026) gilt nur für anerkannte Hausnotruf-Systeme mit Notrufzentrale, nicht für ein reines Telefon. Details dazu unter Kostenübernahme Hausnotruf.
Was ist der Unterschied zwischen Notruftelefon und Hausnotruf?
Ein Notruftelefon ruft Ihre Angehörigen an. Ein Hausnotruf verbindet per Funksender mit einer rund um die Uhr besetzten Notrufzentrale, die Rettungsdienst oder Pflegedienst alarmiert. Den Vergleich finden Sie im Hausnotruf-Vergleich.
Wie viele Notrufnummern kann ich speichern?
Je nach Modell zwei bis vier Nummern. Gigaset-Geräte wie das E560HX speichern bis zu vier Kontakte, die im Notfall nacheinander angewählt werden. Einfachere Telefone bieten zwei Direktwahltasten.
Gibt es Notruftelefone mit Sturzerkennung?
Klassische Festnetz-Notruftelefone haben keine Sturzerkennung. Diese löst automatisch ohne Tastendruck aus und ist nur bei speziellen Hausnotruf-Geräten verfügbar, siehe Hausnotruf mit Sturzerkennung.
Welches Notruftelefon eignet sich bei Demenz?
Geräte mit Foto-Direktwahltasten wie das Amplicomms BigTel 40 Plus oder das Geemarc COMBI 295 helfen, weil ein Bild des Angehörigen statt einer Nummer angetippt wird. Bei fortgeschrittener Demenz wird die Notruftaste aber oft nicht mehr genutzt, dann sind Lösungen mit automatischem Alarm sinnvoller.
Welches Notruftelefon ist Testsieger?
Einen Stiftung-Warentest-Sieger für Senioren-Festnetztelefone gibt es nicht. Vergleichsportale nennen 2026 oft das Gigaset E560HX als Favoriten und das Gigaset E290 als Preis-Leistungs-Tipp. Werten Sie solche Rankings als Orientierung, da sie häufig mit Kauflinks verbunden sind.