Mobiler Hausnotruf bedeutet Sicherheit über die eigene Wohnung hinaus. Anders als das klassische Gerät mit fester Basisstation begleitet ein mobiler Hausnotruf Sie überallhin: beim Spaziergang, im Garten, beim Einkaufen oder im Urlaub. Per integrierter SIM-Karte und GPS-Ortung kann die Notrufzentrale Sie im Ernstfall auch dann finden, wenn Sie nicht mehr sprechen können.
Stand: Juni 2026 · Verfasst von der Pflege-Panorama-Redaktion, fachlich geprüft.
Was ist ein mobiler Hausnotruf?
Ein mobiler Hausnotruf ist ein eigenständiges Notrufgerät für unterwegs, das per Mobilfunk und GPS funktioniert. Sie tragen es als kleines Gerät am Gürtel, um den Hals oder als Uhr am Handgelenk. Drücken Sie den Notrufknopf, wird über eine integrierte SIM-Karte eine Verbindung zur 24-Stunden-Notrufzentrale aufgebaut, und über GPS lässt sich Ihr genauer Standort übermitteln. So erhalten Sie Hilfe nicht nur zu Hause, sondern an jedem Ort in Deutschland.
Wichtig ist die Abgrenzung zur klassischen Lösung: Der bekannte Hausnotruf besteht aus einer Basisstation und einem Funksender und funktioniert nur in Reichweite der Station, also rund 30 bis 50 Meter um die Wohnung. Der mobile Hausnotruf löst sich von diesem Radius und ist überall einsatzbereit, wo Mobilfunkempfang besteht.
Verwechseln Sie den mobilen Hausnotruf nicht mit einer Notruf-App. Eine App nutzt Ihr eigenes Smartphone, während der mobile Hausnotruf ein dediziertes, einfach bedienbares Gerät ist, das speziell auf Senioren zugeschnitten ist. Wenn Sie lieber Ihr vorhandenes Handy nutzen möchten, lesen Sie unseren Ratgeber zum Hausnotruf auf dem Handy. Einen breiten Anbieter- und Geräteüberblick finden Sie zudem im Hausnotruf-Vergleich.
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Funktionen: GPS-Ortung und Sturzerkennung
Die GPS-Ortung ist das Herzstück eines mobilen Hausnotrufs. Im Notfall übermittelt das Gerät Ihren Standort an die Notrufzentrale, sodass der Rettungsdienst Sie auch dann findet, wenn Sie nicht sagen können, wo Sie sind. Aus Datenschutzgründen wird die Ortung bei den meisten Anbietern erst im ausgelösten Notfall aktiviert, nicht dauerhaft.
Viele mobile Geräte bieten zusätzlich eine automatische Sturzerkennung. Ein eingebauter Sensor erkennt einen harten Aufprall und anschließende Bewegungslosigkeit und löst selbstständig einen Notruf aus, auch wenn Sie den Knopf nicht mehr drücken können. Diese Funktion ist besonders für Menschen mit Sturzrisiko sinnvoll. Wie zuverlässig die Sturzerkennung in der Praxis arbeitet und welche Geräte sie unterstützen, erklären wir im Ratgeber Hausnotruf mit Sturzerkennung.
- GPS-Ortung: findet Sie unterwegs, im Notfall aktiviert
- Sturzerkennung: löst automatisch aus, oft gegen Aufpreis von rund 5 bis 10 Euro
- Zwei-Wege-Sprechverbindung: direkter Kontakt zur Zentrale über das Gerät
- Ladekontrolle: Akku hält je nach Modell rund 1 bis 7 Tage
- Wasserdichtigkeit: viele Geräte sind spritzwassergeschützt
Mobiler Hausnotruf ohne Festnetz
Ein mobiler Hausnotruf funktioniert grundsätzlich ohne Festnetzanschluss. Die nötige SIM-Karte ist bereits im Gerät verbaut, eine eigene Telefonleitung oder ein Internetanschluss zu Hause sind nicht erforderlich. Das Gerät verbindet sich automatisch über das Mobilfunknetz mit der Notrufzentrale, sodass keine Installation und kein Techniker-Termin anfallen.
Für Sie entstehen dabei keine separaten Handykosten. Die Mobilfunkkosten sind in der monatlichen Grundgebühr des Anbieters enthalten, Sie schließen also keinen eigenen Handyvertrag ab. Wer auch in der Wohnung lieber ohne Festnetz auskommen möchte, findet weitere mobilfunkbasierte Systeme in unserem Überblick. Achten Sie vor allem auf eine gute Netzabdeckung an Ihren üblichen Aufenthaltsorten.
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Was kostet ein mobiler Hausnotruf?
Ein mobiler Hausnotruf kostet je nach Anbieter und Ausstattung rund 30 bis 50 Euro pro Monat. Damit liegt er meist etwas über dem stationären Basis-Hausnotruf, weil Mobilfunk, GPS und Sturzsensorik zusätzliche Technik bedeuten. Hinzu kommen je nach Anbieter eine einmalige Einrichtungsgebühr oder ein Anschaffungspreis für das Gerät. Die folgenden Werte sind aktuelle Orientierungsspannen (Stand Juni 2026).
| Gerät / Tarif | monatlich | Einmalig / Einrichtung | Pflegekasse-Zuschuss |
|---|---|---|---|
| Mobiles Basisgerät mit GPS | ca. 29-35 Euro | 0-60 Euro | i. d. R. nein |
| Mobil mit GPS + Sturzerkennung | ca. 35-45 Euro | 0-60 Euro | i. d. R. nein |
| Stationärer Basis-Hausnotruf (Vergleich) | ca. 25,50-30 Euro | 0-50 Euro | 27 Euro/Monat ab PG 1 |
Tipp zum Sparen: Manche Anbieter bieten einen kostenlosen Testzeitraum von einigen Wochen an, bevor Sie sich endgültig entscheiden. Vergleichen Sie außerdem die Kündigungsfristen, üblich ist eine Frist von etwa einem Monat. Eine vollständige Gegenüberstellung der Grundpreise verschiedener Dienste finden Sie im Hausnotruf-Vergleich.
Zahlt die Pflegekasse den mobilen Hausnotruf?
In der Regel nein: Die Pauschale der Pflegekasse deckt nur den stationären Basis-Hausnotruf, nicht den mobilen Notruf. Seit dem 1. April 2026 zahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 einen monatlichen Zuschuss von 27,00 Euro netto (32,13 Euro brutto) sowie eine einmalige Anschlusspauschale von 10,49 Euro. Dieser Zuschuss bezieht sich aber ausdrücklich auf das klassische Notrufsystem für den häuslichen Bereich (Hilfsmittel-Nr. 52.40.01, Paragraf 40 SGB XI).
Zusatzfunktionen wie GPS-Ortung, mobile Nutzung und automatische Sturzerkennung gelten als Komfortleistungen. Diese tragen Sie privat, ebenso wie die Schlüsselhinterlegung. Einzelne Anbieter werben damit, dass ihr mobiles Gerät als Pflegehilfsmittel anerkannt sei und ein Teil über die Pflegekasse abgedeckt werden könne. Ob das in Ihrem Fall greift, hängt von der Einzelfallgenehmigung Ihrer Pflegekasse ab, verlassen Sie sich daher nicht pauschal darauf und holen Sie eine schriftliche Zusage ein.
Pflege Panorama empfiehlt Transparenz: Wir finanzieren uns über die Vermittlung an Anbieter und über Affiliate-Partnerschaften, unsere Einordnung bleibt davon unabhängig. Nicht-Partner wie die Johanniter, das DRK oder der ASB nennen wir bewusst neutral mit. Wer zuerst die geförderte Basis-Variante prüfen möchte, findet die Details zur Kostenübernahme durch die Pflegekasse in unserem Förder-Ratgeber. Quellen für die Förderhöhe sind die Verbraucherzentrale und der GKV-Spitzenverband.
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Fazit: Für wen lohnt sich der mobile Hausnotruf?
Ein mobiler Hausnotruf lohnt sich für aktive Senioren, die viel unterwegs sind und auch außer Haus abgesichert sein wollen. Wer noch spazieren geht, Garten oder Schrebergarten bewirtschaftet, einkauft oder verreist, gewinnt mit GPS und Mobilfunk eine Sicherheit, die der stationäre Hausnotruf nicht bietet. Für Menschen mit Sturzrisiko ist die automatische Sturzerkennung ein zusätzliches Plus.
Wer dagegen überwiegend zu Hause ist, fährt mit dem klassischen Hausnotruf oft günstiger und wird zudem von der Pflegekasse bezuschusst. Häufig ist eine Kombination ideal: das geförderte Basisgerät für zu Hause plus ein mobiles Gerät für unterwegs. Unsicher, was zu Ihrer Situation passt? Über die kostenlose Beratung von Pflege Panorama finden Sie den passenden Hausnotruf, herstellerunabhängig und ohne Verpflichtung. Leben Sie zu zweit, lohnt auch ein Blick auf den Hausnotruf für Paare.


Die wichtigsten Fragen
Was ist der Unterschied zwischen mobilem und stationärem Hausnotruf?
Der stationäre Hausnotruf funktioniert nur in Reichweite der Basisstation zu Hause, der mobile Hausnotruf überall. Das mobile Gerät arbeitet per Mobilfunk und GPS und begleitet Sie auch unterwegs, beim Spaziergang, Einkauf oder im Urlaub.
Funktioniert ein mobiler Hausnotruf ohne Festnetz?
Ja, ein mobiler Hausnotruf braucht kein Festnetz. Die SIM-Karte ist im Gerät verbaut, und die Verbindung läuft über das Mobilfunknetz. Eine eigene Telefonleitung oder ein Internetanschluss sind nicht nötig.
Was kostet ein mobiler Hausnotruf pro Monat?
Je nach Anbieter liegen die Kosten bei rund 30 bis 50 Euro monatlich. Hinzu kommt manchmal eine einmalige Einrichtungs- oder Anschaffungsgebühr. Die Werte gelten als aktuelle Orientierung (Stand Juni 2026).
Zahlt die Pflegekasse den mobilen Hausnotruf?
In der Regel nicht. Der Zuschuss von 27 Euro netto monatlich gilt für den stationären Basis-Hausnotruf. Mobile Nutzung, GPS und Sturzerkennung sind Komfortleistungen und werden meist privat bezahlt.
Wie genau funktioniert die GPS-Ortung?
Im Notfall übermittelt das Gerät Ihren Standort an die Notrufzentrale. Aus Datenschutzgründen wird die Ortung bei den meisten Anbietern erst beim ausgelösten Notruf aktiviert, nicht dauerhaft im Hintergrund.
Hat ein mobiler Hausnotruf eine Sturzerkennung?
Viele Modelle bieten eine automatische Sturzerkennung gegen Aufpreis. Ein Sensor erkennt Aufprall und anschließende Bewegungslosigkeit und löst selbstständig einen Notruf aus. Die Funktion kostet meist etwa 5 bis 10 Euro extra pro Monat.
Wie lange hält der Akku eines mobilen Notrufgeräts?
Das hängt stark vom Modell ab und reicht von rund einem Tag bis zu mehreren Tagen. Geräte mit dauerhaftem GPS verbrauchen mehr Energie. Achten Sie auf eine Ladestandsanzeige und laden Sie das Gerät am besten in einer festen Routine.
Ist der mobile Hausnotruf für Menschen mit Demenz geeignet?
Eingeschränkt, denn der Notrufknopf wird im Ernstfall oft nicht gedrückt. Hier helfen automatische Sturzerkennung und GPS-Ortung mehr. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zum Hausnotruf bei Demenz oder in einer persönlichen Beratung von Pflege Panorama.