Wie viel verdient eine Haushaltshilfe? Die Spanne reicht von 12,82 Euro Mindestlohn brutto pro Stunde bis 22 Euro bei tariflich gebundenen Pflegediensten. Für Auftraggeber ist die Vollkostenrechnung mit Sozialabgaben und Anbietermargen aber höher. Wer die Branchen-Zahlen kennt, kann Stundensätze von Anbietern besser einordnen.
Wir von Pflege Panorama erklären in diesem Ratgeber die aktuellen Stundenlöhne und Tariflöhne für Haushaltshilfen 2026, Brutto-Netto-Rechnungen für beide Seiten, und worauf Auftraggeber und Hilfen bei der Lohnvereinbarung achten sollten. Stand: Mai 2026, geprüft von der Pflege-Panorama-Redaktion.
Vorab das Wichtigste: Der gesetzliche Mindestlohn liegt 2026 bei 12,82 Euro pro Stunde brutto und gilt auch für Minijobs im Privathaushalt. Tariflöhne in Pflegediensten liegen zwischen 14 und 22 Euro brutto, Vollkosten für den Auftraggeber zwischen 28 und 45 Euro pro Stunde.
Auf einen Blick: Haushaltshilfe-Vergütung 2026
Mindestlohn. 12,82 Euro pro Stunde brutto, gilt auch für Privathaushalt und Minijob.
Tariflohn Pflegedienste. 14 bis 22 Euro brutto pro Stunde je nach Träger und Qualifikation (TVöD-Pflege, AVR Caritas, AVR Diakonie).
Tariflohn Pflege-Mindestlohn nach § 11 Abs. 1 SGB XI. Pflegehilfskräfte: 15,50 Euro brutto pro Stunde (seit 01.07.2024). Pflegefachkräfte: 19,50 Euro brutto.
Vollkosten für Auftraggeber. Bei Pflegediensten 32 bis 45 Euro pro Stunde inkl. Sozialabgaben, Verwaltung, Vertretung, Berufshaftpflicht.
Minijob im Haushalt. Brutto-Lohn 13 bis 18 Euro plus 14,8 Prozent Pauschalabgaben = 15 bis 21 Euro Vollkosten für Auftraggeber.
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Der gesetzliche Mindestlohn
Seit 1. Januar 2025 beträgt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland 12,82 Euro pro Stunde brutto. Eine Erhöhung auf 13,90 Euro tritt zum 1. Januar 2026 in Kraft.
Geltungsbereich: Alle Arbeitsverhältnisse in Deutschland, einschließlich Privathaushalt und Minijob. Auch entsendete Beschäftigte aus dem Ausland (z. B. polnische Haushaltshilfen) müssen mindestens den deutschen Mindestlohn bekommen.
Sanktion bei Unterschreitung: Arbeitgeber haftet auf Differenz, rückwirkend bis zu 3 Jahren. Bei wiederholter Unterschreitung Bußgelder bis 500.000 Euro.
Pflege-Mindestlohn nach § 11 Abs. 1 SGB XI
Spezielle Branchenregelung für Pflegekräfte in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen.
Seit 1. Juli 2024 (Stand 2026 weiter gültig):
Pflegehilfskräfte: 15,50 Euro brutto pro Stunde. Diese Kategorie umfasst auch Haushaltshilfen, die in einem § 72-zugelassenen Pflegedienst beschäftigt sind.
Pflegehilfskräfte mit qualifizierter Ausbildung (1-jährig): 16,50 Euro brutto pro Stunde.
Pflegefachkräfte: 19,50 Euro brutto pro Stunde.
Diese Beträge gelten für Mitarbeitende in ambulanten Pflegediensten, deren Tätigkeit unter SGB XI fällt. Reine Hauswirtschafts-Mitarbeitende in § 45a-anerkannten Anbietern liegen oft am gleichen Niveau.
Tariflöhne bei den Wohlfahrtsverbänden
Caritas (AVR Caritas): Haushaltshilfen und Pflegehilfskräfte werden nach Entgeltgruppen P 4 bis P 7 vergütet. Brutto-Stundenlohn liegt zwischen 16 und 20 Euro je nach Berufserfahrung. Familienzuschlag bei verheirateten Beschäftigten zusätzlich.
Diakonie (AVR Diakonie): Vergleichbar Caritas. Eingruppierung nach Erfahrungsstufen.
AWO (TVöD-V): Tarifvertrag öffentlicher Dienst, Verlautbarung. Pflegehilfskräfte Entgeltgruppe S 3, brutto zwischen 14,50 und 17 Euro.
Private Pflegedienste: Oft am Pflege-Mindestlohn orientiert, manche zahlen darüber, je nach Region und Personalmangel.
Brutto-Netto-Rechnung für die Haushaltshilfe
Konkretes Beispiel: Pflegehilfskraft bei einem § 72-Pflegedienst, Stundenlohn 16 Euro brutto, 40-Stunden-Woche, Steuerklasse 1.
| Posten | Monatlich |
|---|---|
| Brutto-Lohn (160 Std. × 16 €) | 2.560 € |
| Sozialversicherung (AN-Anteil ca. 20 %) | 512 € |
| Lohnsteuer Steuerklasse 1 | 205 € |
| Solidaritätszuschlag (entfällt meist) | 0 € |
| Kirchensteuer (8 oder 9 %) | 16 € |
| Netto-Auszahlung | 1.827 € |
Effektive Stunden-Netto: Rund 11,40 Euro nach allen Abzügen, bei Brutto-Stundenlohn 16 Euro. Steuerklasse und Familienstand beeinflussen das Ergebnis spürbar.
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Vollkosten für den Auftraggeber
Bei einem Pflegedienst zahlt der Auftraggeber nicht nur den Brutto-Lohn der Haushaltshilfe, sondern auch:
Arbeitgeber-Sozialabgaben: rund 20 Prozent vom Brutto-Lohn (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, Pflegeversicherung).
Personal-Nebenkosten: Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, betriebliche Altersvorsorge.
Organisationskosten: Dispatcher, Disposition, Schulungen, Verwaltung.
Fahrtkosten: Wegezeit zum Einsatzort, Fahrzeuge, Kraftstoff.
Vertretungspool: Mitarbeiterzahl höher als bei einem Klienten nötig, damit bei Ausfall ersetzt werden kann.
Berufshaftpflicht, Materialkostenpauschale.
Daher Endpreis von 32 bis 45 Euro pro Stunde für den Auftraggeber, obwohl die Haushaltshilfe selbst nur 16 bis 20 Euro brutto verdient.
Stundenlohn im Vergleich der Beschäftigungsmodelle
| Modell | Brutto-Lohn der Hilfe | Vollkosten Auftraggeber | Differenz |
|---|---|---|---|
| Minijob | 13 bis 18 € | 15 bis 21 € | + 15 % Sozialabgaben |
| § 45a-Anbieter | 15 bis 19 € | 28 bis 40 € | + 80 bis 110 % |
| Pflegedienst (§ 72) | 16 bis 22 € | 32 bis 45 € | + 80 bis 110 % |
| Selbstständige (Werkvertrag) | 18 bis 28 € | 20 bis 32 € | + 10 bis 15 % (USt., wenn anwendbar) |
Wichtig: Bei Pflegekassen-Erstattung (§ 45b, § 45a Abs. 4) kann der effektive Eigenanteil beim teureren Anbieter trotzdem niedriger sein als beim Minijob. Mehr in unserem Ratgeber zu Haushaltshilfe Kosten 2026.
Regionale Unterschiede
Großstädte West: Stundenlöhne und Vollkosten am oberen Ende. München, Frankfurt, Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf.
Mittelstädte West: Mittleres Niveau. Bonn, Würzburg, Heidelberg, Kassel.
Ländliche Regionen: Tendenziell günstigere Stundenlöhne, aber höhere Anfahrtskosten der Anbieter.
Ostdeutschland: Tariflöhne meist 1 bis 2 Euro unter West-Niveau. Vollkosten 25 bis 36 Euro pro Stunde.
Die wichtigsten Fragen
Wie hoch ist der Mindestlohn für Haushaltshilfen 2026?
12,82 Euro pro Stunde brutto (Stand 2025/2026), Erhöhung auf 13,90 Euro zum 1. Januar 2026. Gilt auch im Privathaushalt und für Minijob. Bei Unterschreitung haftet der Arbeitgeber rückwirkend bis 3 Jahre auf die Differenz.
Was verdient eine Haushaltshilfe bei einem Pflegedienst?
Brutto zwischen 16 und 22 Euro pro Stunde, je nach Träger, Tarifbindung und Qualifikation. Pflege-Mindestlohn nach § 11 Abs. 1 SGB XI: 15,50 Euro für Pflegehilfskräfte. AVR Caritas/Diakonie 16 bis 20 Euro. Pflegefachkräfte 19,50 Euro. Diese Brutto-Löhne stehen den Mitarbeitenden zur Verfügung, der Auftraggeber zahlt deutlich mehr (Vollkosten).
Wie viel kostet eine Haushaltshilfe den Auftraggeber pro Stunde?
Bei Pflegediensten 32 bis 45 Euro pro Stunde inklusive Sozialabgaben, Verwaltung, Vertretung. Bei § 45a-Anbietern 28 bis 40 Euro. Bei Minijob 15 bis 21 Euro inkl. Pauschalabgaben. Mehr Details in unserem Ratgeber zu Haushaltshilfe Kosten 2026.
Wieso ist der Unterschied zwischen Brutto-Lohn und Vollkosten so hoch?
Vollkosten enthalten zusätzlich Arbeitgeber-Sozialabgaben (rund 20 Prozent), Personalkosten (Urlaub, Lohnfortzahlung), Organisationskosten (Dispatcher, Schulung), Fahrtkosten, Vertretungspool, Berufshaftpflicht. Die Spanne von 80 bis 110 Prozent Aufschlag zum Brutto-Lohn ist branchenüblich.
Können Haushaltshilfen Tarif-Lohn auch bei kleinen Anbietern erwarten?
Tarifbindung gilt rechtlich nur, wenn der Anbieter Mitglied eines Arbeitgeberverbands ist (oder freiwillig anwendet). Bei Caritas, Diakonie, AWO grundsätzlich ja. Bei kleinen privaten Pflegediensten oft kein Tarifvertrag, sondern Anlehnung an Pflege-Mindestlohn oder freie Vereinbarung. Im Vorstellungsgespräch konkret nachfragen.
Was bedeutet Pflege-Mindestlohn nach § 11 SGB XI?
Branchenspezifischer Mindestlohn für ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, geregelt im Pflege-Mindestlohngesetz. Höher als der allgemeine Mindestlohn. Aktuell 15,50 Euro für Pflegehilfskräfte, 16,50 Euro für 1-jährig ausgebildete Hilfen, 19,50 Euro für Pflegefachkräfte. Gilt seit 1. Juli 2024.
Gilt der Mindestlohn auch für polnische Haushaltshilfen?
Ja. Bei Entsendung aus Polen muss die polnische Vertragsagentur den deutschen Mindestlohn einhalten. Bei direkter Anstellung in Deutschland ebenfalls. Bei Schwarzarbeit ohne Anmeldung wird der Mindestlohn oft umgangen, was rechtlich illegal ist. Mehr in unserem Ratgeber zur Polnischen Haushaltshilfe.
Wie hoch ist der Stundenlohn im Minijob?
Mindestlohn 12,82 Euro plus arbeitgeberseitige Pauschalabgaben rund 14,8 Prozent. Real häufig 14 bis 18 Euro Brutto je Stunde vereinbart. Bei höherem Stundenlohn schnell Minijob-Grenze (538 Euro pro Monat) überschritten. Mehr in unserem Ratgeber zur Anmeldung als Minijob.