Nach einer Krebsdiagnose ändert sich der Alltag oft innerhalb weniger Wochen. Chemotherapie, Operationen und Erschöpfung machen Einkaufen, Kochen oder Duschen plötzlich schwer. Ein Pflegegrad bei Krebs kann dann spürbar entlasten, und in dringenden Fällen muss die Pflegekasse besonders schnell entscheiden.
Stand: September 2026 · Geprüft von der Pflege-Panorama-Redaktion · Rechtsgrundlage: §§ 14, 15, 18a, 18c, 33 SGB XI, §§ 37, 37b, 38, 39a, 39c SGB V
Auf einen Blick: Pflegegrad bei Krebs 2026
Diagnose allein reicht nicht: Entscheidend ist, wie stark die Erkrankung und die Therapie die Selbstständigkeit im Alltag einschränken, nicht die Schwere der Krankheit selbst.
Eilbegutachtung: Im Krankenhaus, im Hospiz oder bei ambulanter Palliativversorgung muss der Medizinische Dienst in der Regel spätestens am 5. Arbeitstag nach Antragseingang begutachten (§ 18a Abs. 5 SGB XI).
6-Monats-Regel: Der Hilfebedarf muss voraussichtlich 6 Monate bestehen. Ist die verbleibende Lebenszeit voraussichtlich kürzer, gilt die Voraussetzung trotzdem als erfüllt (Medizinischer Dienst Bund, 2024).
Ohne Pflegegrad: Die Krankenkasse kann bei schwerer Krankheit Haushaltshilfe, Unterstützungspflege und Kurzzeitpflege zahlen, jeweils zeitlich begrenzt.
Größenordnung: Rund 517.800 Menschen erkrankten 2023 in Deutschland neu an Krebs (Zentrum für Krebsregisterdaten, 2026).
Gibt es einen Pflegegrad bei Krebs?
Ja, Menschen mit Krebs können einen Pflegegrad erhalten, wenn sie im Alltag dauerhaft auf Hilfe angewiesen sind. Der Pflegegrad ist die Einstufung der Pflegekasse, wie stark die Selbstständigkeit durch gesundheitliche Probleme beeinträchtigt ist. Geregelt ist das in §§ 14 und 15 SGB XI.
Es gibt keinen festen Pflegegrad für eine bestimmte Krebsart oder ein Stadium. Die Begutachtungs-Richtlinien stellen klar, dass die Schwere der Beeinträchtigung im Alltag zählt, nicht die Schwere der Erkrankung (Medizinischer Dienst Bund, 2024). Zwei Menschen mit derselben Diagnose können deshalb ganz unterschiedliche Pflegegrade erhalten.
Krebs betrifft sehr viele Familien. 2024 starben in Deutschland 230.400 Menschen an Krebs (Statistisches Bundesamt, 2026). Insgesamt gab es Ende 2023 bundesweit 5.688.473 Pflegebedürftige (Statistisches Bundesamt, 2024).
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Die 6-Monats-Regel bei Krebs
Pflegebedürftig ist, wer voraussichtlich mindestens 6 Monate Hilfe braucht (§ 14 Abs. 1 SGB XI). Die Frist zählt ab dem Beginn der Beeinträchtigung, nicht ab dem Antrag. Die Pflegekasse muss nicht 6 Monate abwarten, wenn absehbar ist, dass der Zustand so lange anhält.
Bei kurzer Lebenserwartung gilt eine wichtige Ausnahme. Hält der Hilfebedarf nur deshalb keine 6 Monate an, weil die verbleibende Lebensspanne voraussichtlich kürzer ist, liegt Pflegebedürftigkeit trotzdem vor (Medizinischer Dienst Bund, 2024). Gerade in der palliativen Situation sollte deshalb niemand auf den Antrag verzichten.
Ist eine Besserung durch die Therapie sehr wahrscheinlich, kann der Pflegegrad befristet werden. Der Medizinische Dienst soll dann eine befristete Leistungszusage empfehlen. Befristungen sind insgesamt bis zu 3 Jahre möglich (§ 33 Abs. 1 SGB XI). Nach einer erfolgreichen Behandlung kann der Pflegegrad bei einer Wiederholungsbegutachtung angepasst werden.
Eilbegutachtung: Fristen bei Klinik, Hospiz und Palliativversorgung
Für schwer kranke Menschen gelten verkürzte Begutachtungsfristen. Arbeitstage sind dabei Montag bis Freitag.
| Situation | Begutachtung spätestens | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Krankenhaus oder stationäre Reha, wenn die Weiterversorgung gesichert werden muss | 5. Arbeitstag nach Antragseingang | § 18a Abs. 5 SGB XI |
| Stationäres Hospiz | 5. Arbeitstag | § 18a Abs. 5 SGB XI |
| Ambulante Palliativversorgung zu Hause | 5. Arbeitstag | § 18a Abs. 5 SGB XI |
| Zu Hause mit angekündigter Pflegezeit oder Familienpflegezeit eines Angehörigen | 10. Arbeitstag | § 18a Abs. 6 SGB XI |
| Normalfall | Bescheid nach 25 Arbeitstagen | § 18c Abs. 1 SGB XI |
In Eilfällen prüft der Medizinische Dienst zuerst nur, ob mindestens Pflegegrad 2 vorliegt. Die vollständige Begutachtung folgt unverzüglich (§ 18a Abs. 7 SGB XI). So können Leistungen wie Pflegegeld oder ein Pflegedienst schnell beginnen.
Hält die Pflegekasse die Frist nicht ein, zahlt sie 70 Euro für jede angefangene Woche Verzögerung (§ 18c Abs. 5 SGB XI). Das gilt auch bei den verkürzten Fristen, außer die Kasse hat die Verzögerung nicht zu vertreten. Wie die Schnelleinstufung in der Klinik abläuft, erklären wir von Pflege Panorama im Ratgeber Schnelleinstufung im Krankenhaus.
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Welche Krebs- und Therapiefolgen bei der Begutachtung zählen
Der Medizinische Dienst bewertet 6 Lebensbereiche, die sogenannten Module. Aus den gewichteten Punkten ergibt sich der Pflegegrad: ab 12,5 Punkten Pflegegrad 1, ab 27 Pflegegrad 2, ab 47,5 Pflegegrad 3, ab 70 Pflegegrad 4 und ab 90 Pflegegrad 5 (§ 15 Abs. 3 SGB XI).
Bei Krebs ist Modul 5 oft besonders wichtig. Es erfasst den Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und fließt mit 20 % in die Gesamtwertung ein (§ 15 Abs. 2 SGB XI). Dazu gehören zum Beispiel:
- Medikamente richten und einnehmen, Injektionen
- Versorgung eines Ports oder anderer intravenöser Zugänge
- Verbandswechsel und Wundversorgung
- Arztbesuche und zeitlich ausgedehnte Termine in medizinischen Einrichtungen, etwa Begleitung zur onkologischen Behandlung von mehr als 3 Stunden
In Modul 5 zählen nur ärztlich angeordnete Maßnahmen, die voraussichtlich mindestens 6 Monate nötig sind. Kürzere Maßnahmen notiert der Gutachter, bewertet sie aber nicht (Medizinischer Dienst Bund, 2024). Eine Therapie, die voraussichtlich kürzer als 6 Monate dauert, bringt in diesem Modul deshalb keine Punkte.
Erschöpfung wirkt sich in anderen Modulen aus. Das Modul Mobilität bewertet Körperkraft, Balance und Bewegung. Fatigue wird dort nicht ausdrücklich genannt. Wer an schlechten Tagen kaum aufstehen kann, sollte die Schwankungen deshalb genau schildern, denn der Gutachter muss sie erfassen.
Ein Pflegetagebuch über 1 bis 2 Wochen macht den Hilfebedarf sichtbar. Notieren Sie auch die Tage direkt nach der Therapie. Wir von Pflege Panorama haben dafür eine Anleitung im Ratgeber Pflegetagebuch führen zusammengestellt.
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Leistungen der Pflegekasse 2026
Mit einem Pflegegrad bekommen Krebspatienten dieselben Leistungen wie alle Pflegebedürftigen. Die Beträge gelten seit dem 1. Januar 2025 und auch 2026 (Bundesministerium für Gesundheit, 2026).
| Pflegegrad | Pflegegeld pro Monat | Pflegesachleistung pro Monat |
|---|---|---|
| Pflegegrad 2 | 347 Euro | 796 Euro |
| Pflegegrad 3 | 599 Euro | 1.497 Euro |
| Pflegegrad 4 | 800 Euro | 1.859 Euro |
| Pflegegrad 5 | 990 Euro | 2.299 Euro |
- Entlastungsbetrag: 131 Euro im Monat ab Pflegegrad 1, etwa für eine Haushaltshilfe über ein anerkanntes Angebot (§ 45b SGB XI).
- Verhinderungs- und Kurzzeitpflege: gemeinsamer Jahresbetrag von 3.539 Euro (§ 42a SGB XI).
- Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: bis zu 42 Euro im Monat, zum Beispiel Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel.
Leistungen gibt es ab dem Monat, in dem der Antrag gestellt wurde (§ 33 Abs. 1 SGB XI). Rückwirkend davor zahlt die Pflegekasse nicht. Deshalb gilt: Stellen Sie den Antrag früh, ein Anruf bei der Pflegekasse genügt. Das Pflegegeld wird bis zum Ende des Monats gezahlt, in dem der Pflegebedürftige verstirbt (§ 37 Abs. 2 SGB XI). Alle Beträge im Detail zeigt unsere Pflegegeld-Tabelle 2026.
Hilfe ohne Pflegegrad: Haushaltshilfe, Krankenpflege, Kurzzeitpflege
Während einer Chemotherapie oder nach einer Operation fehlt oft noch der Pflegegrad, weil der Bedarf kürzer als 6 Monate ist. Für diese Lücke zahlt die Krankenkasse eigene Leistungen. Sie gelten nur, solange kein Pflegegrad 2 bis 5 vorliegt.
- Haushaltshilfe: bei schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung, wenn niemand im Haushalt die Arbeit übernehmen kann. Die Dauer beträgt höchstens 4 Wochen, lebt ein Kind unter 12 Jahren im Haushalt, bis zu 26 Wochen (§ 38 SGB V).
- Unterstützungspflege: Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung durch einen Pflegedienst bei schwerer Krankheit, bis zu 4 Wochen je Krankheitsfall (§ 37 Abs. 1a SGB V).
- Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad: Reicht die Hilfe zu Hause nicht, zahlt die Krankenkasse bis zu 8 Wochen Kurzzeitpflege in einer Einrichtung, bis zu 3.539 Euro im Jahr (§ 39c SGB V).
Die Grundlage ist eine Bescheinigung oder Verordnung des behandelnden Arztes oder des Krankenhauses. Stellen Sie parallel trotzdem den Antrag auf einen Pflegegrad, wenn absehbar ist, dass die Hilfe länger nötig ist. Wie eine Haushaltshilfe nach der Klinik organisiert wird, zeigt unser Ratgeber Haushaltshilfe nach dem Krankenhaus.
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Palliativversorgung: SAPV und Hospiz
Bei einer nicht heilbaren, fortschreitenden Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung gibt es die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) (§ 37b SGB V). Sie kommt zum Einsatz, wenn die Versorgung besonders aufwändig ist, und ist zu Hause und im Pflegeheim möglich. Verordnen dürfen Vertragsärzte und Krankenhausärzte.
Im stationären Hospiz trägt die Krankenkasse 95 % der zuschussfähigen Kosten, unter Anrechnung der Leistungen der Pflegeversicherung (§ 39a SGB V). Auch die häusliche Krankenpflege umfasst ambulante Palliativversorgung (§ 37 Abs. 2b SGB V).
Palliativversorgung und Pflegegrad schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich. Wer ambulant palliativ versorgt wird, hat Anspruch auf die Eilbegutachtung innerhalb von 5 Arbeitstagen. Einen Überblick über alle Angebote geben wir von Pflege Panorama im Ratgeber Hospiz und Palliativpflege 2026 und im Ratgeber zu den SAPV-Leistungen.
Krankengeld und Schwerbehindertenausweis
Berufstätige erhalten bei derselben Krankheit höchstens 78 Wochen Krankengeld innerhalb von 3 Jahren (§ 48 SGB V). Kommt eine weitere Krankheit hinzu, verlängert sich dieser Zeitraum nicht. Wer länger arbeitsunfähig ist, sollte früh mit Krankenkasse und Rentenversicherung über die Zeit danach sprechen.
Ein Schwerbehindertenausweis ist unabhängig vom Pflegegrad. Schwerbehindert ist, wer einen Grad der Behinderung von mindestens 50 hat (§ 2 Abs. 2 SGB IX). Bei Krebs gilt nach der Behandlung meist eine Heilungsbewährung von 5 Jahren, bei einigen Tumorarten auch 2 Jahre. In dieser Zeit wird der Grad der Behinderung nach der Versorgungsmedizin-Verordnung festgesetzt, bei bösartigen Tumoren häufig mit mindestens 50.
Nach Ablauf der Heilungsbewährung darf neu bewertet werden. Der Grad der Behinderung kann dann sinken. Wie der Antrag beim Versorgungsamt läuft, erklären wir im Ratgeber Schwerbehindertenausweis.
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Antrag und Begutachtung: So gehen Sie vor
- Antrag stellen: formlos per Anruf, E-Mail oder Brief bei der Pflegekasse. Im Krankenhaus hilft der Sozialdienst.
- Eilfall nennen: Weisen Sie auf Krankenhausaufenthalt, Hospiz oder Palliativversorgung hin, damit die kurze Frist greift.
- Unterlagen sammeln: Arztbriefe, Therapiepläne, Medikamentenplan und Nachweise über Port oder Verbände.
- Pflegetagebuch führen: auch die schlechten Tage nach der Therapie festhalten.
- Begutachtung begleiten: Eine vertraute Person sollte beim Termin dabei sein. Die erste Begutachtung findet nicht per Telefon statt (§ 142a SGB XI).
- Bescheid prüfen: Gegen einen falschen Bescheid können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.
Verschlechtert sich der Zustand, ist ein Höherstufungsantrag jederzeit möglich. Eine Wiederholungsbegutachtung nur wegen Zeitablaufs ist dagegen unzulässig. Wie Sie gegen eine zu niedrige Einstufung vorgehen, zeigt unser Ratgeber Pflegegrad erhöhen und Widerspruch.
Für die Zukunft sind strengere Punktgrenzen geplant. Der Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz sieht ab 2027 höhere Schwellenwerte für die Pflegegrade vor, mit Bestandsschutz für bestehende Einstufungen (Bundesministerium für Gesundheit, 2026). Beschlossen ist das noch nicht. Ein Antrag nach heutigem Recht sollte deshalb nicht aufgeschoben werden.
Ein Pflegegrad bei Krebs hängt nicht von der Diagnose ab, sondern vom Hilfebedarf im Alltag. Stellen Sie den Antrag früh, nennen Sie Eilfälle ausdrücklich und nutzen Sie bis zur Entscheidung die Hilfen der Krankenkasse. Weitere Ratgeber zu Pflege, Palliativversorgung und Entlastung finden Sie bei Pflege Panorama.


Die wichtigsten Fragen
Welcher Pflegegrad bei Krebs im Endstadium?
Einen festen Pflegegrad für das Endstadium gibt es nicht. Der Medizinische Dienst bewertet, wie viel Hilfe im Alltag nötig ist. Wer bettlägerig ist und bei fast allem Unterstützung braucht, erreicht oft einen hohen Pflegegrad. Wichtig: Die 6-Monats-Regel gilt auch dann als erfüllt, wenn die Lebenserwartung kürzer ist, und bei Palliativversorgung wird innerhalb von 5 Arbeitstagen begutachtet.
Bekomme ich während der Chemotherapie einen Pflegegrad?
Das ist möglich, wenn der Hilfebedarf voraussichtlich mindestens 6 Monate besteht. Dauert die Therapie nur wenige Wochen und ist danach Besserung zu erwarten, reicht es oft nicht. Dann helfen Leistungen der Krankenkasse wie Haushaltshilfe oder Unterstützungspflege für bis zu 4 Wochen. Der Pflegegrad kann bei erwarteter Besserung auch befristet vergeben werden.
Ist Pflegegrad 2 bei einer Krebserkrankung realistisch?
Pflegegrad 2 setzt mindestens 27 gewichtete Punkte voraus. Ob er erreicht wird, hängt davon ab, in welchen Bereichen und wie stark dauerhaft Hilfe nötig ist, etwa beim Duschen, Anziehen, Kochen oder bei Arztterminen. Eine pauschale Aussage ist nicht möglich. Ein sorgfältig geführtes Pflegetagebuch und vollständige Arztunterlagen verbessern die Chancen auf eine realistische Einstufung.
Wie schnell wird bei Krebs begutachtet?
Im Krankenhaus, in der stationären Reha, im Hospiz und bei ambulanter Palliativversorgung spätestens am 5. Arbeitstag nach Antragseingang, wenn die weitere Versorgung gesichert werden muss. Pflegt ein Angehöriger zu Hause und hat Pflegezeit angekündigt, gilt eine Frist von 10 Arbeitstagen. Im Normalfall muss der Bescheid nach 25 Arbeitstagen vorliegen.
Zahlt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe bei Chemotherapie?
Ja, wenn wegen schwerer Krankheit niemand im Haushalt die Arbeit übernehmen kann und noch kein Pflegegrad 2 bis 5 vorliegt. Die Haushaltshilfe gibt es dann für bis zu 4 Wochen, lebt ein Kind unter 12 Jahren im Haushalt, für bis zu 26 Wochen (§ 38 SGB V). Der Arzt stellt dafür eine Bescheinigung aus.
Wird der Pflegegrad nach erfolgreicher Krebstherapie wieder entzogen?
Das kann passieren. Erwartet der Medizinische Dienst eine Besserung durch die Therapie, schlägt er einen Termin für eine Wiederholungsbegutachtung vor. Der Pflegegrad kann auch von vornherein befristet werden, insgesamt höchstens 3 Jahre. Bessert sich der Zustand tatsächlich, kann der Pflegegrad sinken oder entfallen.
Ab wann zahlt die Pflegekasse bei Krebs?
Ab dem Monat, in dem der Antrag bei der Pflegekasse eingegangen ist, sofern die Voraussetzungen dann schon vorlagen (§ 33 SGB XI). Für Zeiten vor dem Antragsmonat gibt es kein Geld. Ein formloser Anruf reicht, um die Frist zu wahren. Die Unterlagen können Sie nachreichen.
Wie lange gilt die Heilungsbewährung beim Schwerbehindertenausweis?
In der Regel 5 Jahre ab dem Zeitpunkt, an dem der Tumor durch Operation oder Primärtherapie als beseitigt gilt. Für einige Tumorarten sieht die Versorgungsmedizin-Verordnung nur 2 Jahre vor. Nach einem behandelten Rückfall beginnt die Heilungsbewährung neu. Nach Ablauf darf das Versorgungsamt den Grad der Behinderung neu festsetzen.