Wer im Ruhestand dauerhaft Sonne, milde Temperaturen und eine vertraute Sprache um sich haben möchte, stößt früher oder später auf die Kanaren. Eine Seniorenresidenz auf Teneriffa, Gran Canaria oder Lanzarote verbindet europäische Sicherheit mit einem Klima, das in Europa seinesgleichen sucht. Rund 35.000 Deutsche leben dauerhaft auf den Kanarischen Inseln, davon ein wachsender Anteil im Rentenalter. Wir von Pflege Panorama zeigen Ihnen in diesem Ratgeber, welche Insel zu welchem Lebensstil passt, was der Ruhestand auf den Kanaren kostet und wie die medizinische Versorgung vor Ort aussieht. Die Seniorenresidenz auf den Kanarischen Inseln ist eine Option, die viele Deutsche überrascht, weil sie günstiger, wärmer und besser angebunden ist, als die meisten erwarten.
Die Kanaren gehören zu Spanien und damit zur Europäischen Union. Für deutsche Senioren bedeutet das EU-Freizügigkeit, Zugang zum spanischen Gesundheitssystem und keine Rentenkürzungen durch den Wohnsitz im Ausland. In den folgenden Kapiteln gehen wir auf jede Insel im Detail ein, vergleichen Kosten, medizinische Versorgung und Lebensqualität und helfen Ihnen bei der Entscheidung, welche Insel zu Ihren Bedürfnissen passt.
🇮🇨 Seniorenresidenz Kanarische Inseln 2026: Das Wichtigste auf einen Blick
| 💶 Betreutes Wohnen | 1.000–2.200 €/Monat |
| ✈️ Flugzeit ab DE | 4–5 Stunden (15+ Direktflüge) |
| 📍 Inseln | Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote |
| 🏥 Maximalversorger | 2 Unikliniken (Teneriffa + Gran Canaria) |
Warum die Kanarischen Inseln für deutsche Senioren so attraktiv sind
Die Kanaren liegen rund 1.000 Kilometer westlich der afrikanischen Küste und gehören geologisch zu Afrika, politisch aber zu Spanien. Diese besondere Lage beschert den Inseln ein Klima, das in ganz Europa einzigartig ist. Während in Deutschland im Januar Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen, liegen die Tageswerte auf den Kanaren bei 18 bis 23 °C. Im Sommer bleibt es mit 25 bis 30 °C angenehm warm, ohne die extreme Hitze, die das Festland-Spanien im Juli und August erreicht. Der Passatwind sorgt ganzjährig für frische Luft und verhindert Schwüle.
Für Senioren mit chronischen Beschwerden ist dieses Ganzjahresklima ein medizinisch relevanter Faktor. Atemwegserkrankungen, rheumatische Beschwerden und Gelenkprobleme bessern sich nachweislich in mildem, gleichmäßigem Klima. Anders als bei saisonalen Destinationen wie dem Mittelmeer gibt es auf den Kanaren keinen kalten Winter, der Beschwerden verschlimmern könnte. Die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sind gering, was den Kreislauf entlastet.
Die deutsche Community auf den Kanaren hat sich über Jahrzehnte organisch entwickelt. Es gibt deutschsprachige Ärzte, Anwälte, Steuerberater und Handwerksbetriebe. Deutsche Vereine, Kirchengemeinden und Stammtische bieten soziale Anknüpfungspunkte. Auf Teneriffa erscheint das Wochenblatt, eine deutschsprachige Zeitung, die seit den 1990er Jahren über lokale Themen berichtet. Wer sich allgemein für den Ruhestand im Ausland interessiert, findet in unserem Ratgeber zum Auswandern als Rentner einen umfassenden Ländervergleich.
Teneriffa: Die vielseitigste Insel für den Ruhestand
Teneriffa ist mit rund 2.034 Quadratkilometern die größte der Kanarischen Inseln und bietet die größte Bandbreite an Landschaften, Klimazonen und Infrastruktur. Der Teide, mit 3.718 Metern der höchste Berg Spaniens, teilt die Insel in zwei grundverschiedene Hälften. Der Süden ist trocken, sonnig und touristisch geprägt. Der Norden ist grüner, feuchter und traditioneller. Für Senioren ergibt sich daraus eine echte Wahl zwischen zwei Lebensstilen auf einer einzigen Insel.
Der Süden: Sonne, deutsche Community und touristische Infrastruktur
Der Süden Teneriffas rund um Los Cristianos, Playa de las Américas und Costa Adeje ist das Zentrum der deutschen Community auf der Insel. Hier leben die meisten der rund 15.000 deutschen Residenten. Die Region bietet ganzjährig Sonnenschein mit Durchschnittstemperaturen von 22 bis 28 °C im Sommer und 18 bis 22 °C im Winter. Regen fällt im Süden nur an wenigen Tagen im Jahr.
Für Senioren, die eine Seniorenresidenz auf Teneriffa suchen, bietet der Süden die dichteste Infrastruktur. Es gibt deutschsprachige Arztpraxen, darunter Allgemeinmediziner, Internisten und Zahnärzte. Deutsche Supermärkte und Bäckereien ergänzen das lokale Angebot. Das Hospital del Sur in Arona deckt die medizinische Grundversorgung ab. Für spezialisierte Behandlungen steht das Hospital Universitario de Canarias im Norden der Insel zur Verfügung, das rund 45 Minuten entfernt liegt.
Die Kosten für betreutes Wohnen im Süden Teneriffas liegen bei 1.400 bis 2.200 Euro monatlich. Eine Mietwohnung mit zwei Zimmern kostet 700 bis 1.200 Euro. Die Lebenshaltungskosten sind insgesamt 20 bis 30 Prozent niedriger als in deutschen Großstädten. Lebensmittel auf lokalen Märkten sind deutlich günstiger als in Deutschland, und ein Mittagsmenü im Restaurant kostet 8 bis 12 Euro.
Der Süden hat auch Nachteile. Die Region ist stark touristisch geprägt, was manche Senioren als störend empfinden. In der Hochsaison von November bis März, wenn viele europäische Überwinterer kommen, sind Strände und Restaurants voller. Wer Ruhe und Authentizität sucht, ist im Norden besser aufgehoben.
Der Norden: Grüne Landschaft und kanarische Tradition
Der Norden Teneriffas rund um Puerto de la Cruz, La Orotava und Icod de los Vinos ist landschaftlich das Gegenteil des Südens. Üppige Vegetation, Bananenplantagen, historische Altstädte und eine Atmosphäre, die deutlich weniger touristisch ist. Die Temperaturen liegen etwas niedriger als im Süden, im Winter bei 14 bis 18 °C, im Sommer bei 22 bis 26 °C. Der Norden bekommt mehr Wolken und gelegentlich Regen, was die Landschaft grün hält und die Luft besonders sauber macht.
Puerto de la Cruz war in den 1960er und 1970er Jahren das touristische Zentrum Teneriffas und hat eine lange Tradition als Wohnort für deutsche Residenten. Die Stadt bietet eine gewachsene Infrastruktur mit Cafés, Restaurants, Geschäften und kulturellen Angeboten. Der Botanische Garten, die Altstadt und die Promenade am Meer geben dem Ort einen besonderen Charme, den neuere Touristenzentren im Süden nicht haben.
Die Kosten im Norden sind etwas günstiger als im Süden. Betreutes Wohnen beginnt bei 1.200 Euro und reicht bis 1.900 Euro monatlich. Mietwohnungen kosten 600 bis 1.000 Euro. Die medizinische Versorgung ist durch das Hospital Universitario de Canarias in La Laguna gut abgedeckt, das eines der leistungsfähigsten Krankenhäuser der gesamten Kanarischen Inseln ist.
Gran Canaria: Kosmopolitisch und stadtorientiert
Gran Canaria ist mit rund 1.560 Quadratkilometern die drittgrößte Kanareninsel und wird oft als Miniaturkontinent bezeichnet, weil sie auf kleiner Fläche eine erstaunliche landschaftliche Vielfalt bietet. Von den Dünen von Maspalomas im Süden über die Berglandschaft im Zentrum bis zur Hauptstadt Las Palmas im Norden deckt die Insel ein breites Spektrum ab. Für deutsche Senioren, die eine Seniorenresidenz auf Gran Canaria suchen, bietet die Insel eine interessante Mischung aus urbanem Leben und Strandnähe.
Las Palmas de Gran Canaria: Großstadt mit Atlantikflair
Las Palmas ist mit rund 380.000 Einwohnern die größte Stadt der Kanarischen Inseln und eine echte Großstadt mit Universitäten, Theatern, Museen, Einkaufszentren und einer lebendigen Gastronomie. Für Senioren, die auch im Ruhestand städtisches Leben schätzen, ist Las Palmas die beste Option auf den gesamten Kanaren. Die Altstadt Vegueta mit der Kathedrale Santa Ana gehört zum UNESCO-Welterbe. Der Stadtstrand Las Canteras erstreckt sich über drei Kilometer und gilt als einer der besten Stadtstrände Europas.
Die medizinische Versorgung in Las Palmas ist die beste der Kanarischen Inseln. Das Hospital Universitario de Gran Canaria Dr. Negrín ist ein Haus der Maximalversorgung mit über 700 Betten und allen wichtigen Fachabteilungen. Das Hospital Universitario Insular ergänzt das Angebot. Mehrere deutschsprachige Ärzte praktizieren in der Stadt und im Süden der Insel.
Die Kosten für betreutes Wohnen in Las Palmas liegen bei 1.300 bis 2.000 Euro monatlich. Die Stadt bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, weil die Infrastruktur großstädtisch ist, die Preise aber unter denen vergleichbarer deutscher Städte liegen. Ein Kaffee im Café kostet 1,20 bis 1,80 Euro, ein Mittagsmenü 8 bis 13 Euro.
Der Süden: Maspalomas, Playa del Inglés und San Agustín
Der Süden Gran Canarias rund um Maspalomas und Playa del Inglés ist das touristische Zentrum der Insel und gleichzeitig der Bereich mit den meisten deutschen Residenten. Die Dünen von Maspalomas, ein Naturschutzgebiet, prägen die Landschaft. Das Klima im Süden ist noch etwas wärmer und trockener als in Las Palmas, mit Wintertemperaturen um 20 bis 23 °C.
San Agustín, zwischen Playa del Inglés und dem Flughafen gelegen, hat sich als ruhigere Alternative zu den Touristenzentren etabliert. Hier leben viele skandinavische und deutsche Langzeitresidenten. Die Infrastruktur ist gut, ohne die Hektik der großen Touristenorte. Die Kosten für Seniorenwohnen im Süden Gran Canarias liegen bei 1.100 bis 1.800 Euro monatlich und gehören damit zu den günstigsten Optionen auf den Kanaren.
Lanzarote: Ruhe und Vulkanlandschaft
Lanzarote ist mit rund 846 Quadratkilometern die viertgrößte Kanareninsel und unterscheidet sich fundamental von den anderen. Die Insel wurde 1993 von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Der Künstler und Architekt César Manrique hat das Erscheinungsbild Lanzarotes maßgeblich geprägt und durchgesetzt, dass keine Hochhäuser gebaut werden dürfen. Das Ergebnis ist eine Insel mit einem einheitlichen, ruhigen Charakter, der sich deutlich von den touristisch stärker geprägten Nachbarinseln abhebt.
Die Vulkanlandschaft des Timanfaya-Nationalparks, die weißen Häuser mit grünen Fensterläden, die Weinanbaugebiete in La Gería und die Küstenabschnitte rund um Papagayo gehören zu den eindrucksvollsten Landschaften der Kanaren. Für Senioren, die Ruhe, Natur und Weite suchen, ist Lanzarote eine besonders reizvolle Option.
Die deutsche Community auf Lanzarote ist kleiner als auf Teneriffa oder Gran Canaria. Rund 3.000 Deutsche leben dauerhaft auf der Insel, konzentriert auf die Orte Playa Blanca im Süden, Puerto del Carmen an der Ostküste und Costa Teguise im Nordosten. Es gibt deutschsprachige Ärzte und einige deutsche Geschäfte, aber die Infrastruktur ist weniger dicht als auf den größeren Inseln.
Die medizinische Versorgung wird durch das Hospital Dr. José Molina Orosa in Arrecife sichergestellt. Es ist ein Krankenhaus der Grundversorgung mit den wichtigsten Fachabteilungen. Für hochspezialisierte Eingriffe werden Patienten nach Teneriffa oder Gran Canaria überwiesen, was per Inlandsflug in 30 bis 40 Minuten möglich ist. Diesen Punkt sollten Senioren mit komplexen medizinischen Bedürfnissen in ihre Entscheidung einbeziehen.
Die Kosten auf Lanzarote gehören zu den niedrigsten der Kanaren. Betreutes Wohnen beginnt bei 1.000 Euro und reicht bis 1.800 Euro monatlich. Mietwohnungen kosten 500 bis 900 Euro. Die Lebenshaltungskosten sind moderat, wobei einige Produkte etwas teurer sind als auf den größeren Inseln, weil das Angebot kleiner ist.
Medizinische Versorgung auf den Kanaren
Die medizinische Versorgung ist für Senioren ein zentrales Entscheidungskriterium, und hier gibt es zwischen den Inseln deutliche Unterschiede. Das spanische Gesundheitssystem gehört laut Weltgesundheitsorganisation zu den besten weltweit, und die Kanaren profitieren davon. Gleichzeitig sind die Inseln kein Festland, und die Kapazitäten sind naturgemäß begrenzt.
Teneriffa hat mit dem Hospital Universitario de Canarias in La Laguna das medizinische Referenzzentrum der westlichen Kanarischen Inseln. Es ist ein Universitätsklinikum mit über 800 Betten, allen Fachabteilungen und einer Notaufnahme rund um die Uhr. Das Hospital del Sur in Arona ergänzt die Versorgung im Süden der Insel. Für die meisten medizinischen Bedürfnisse von Senioren ist Teneriffa bestens ausgestattet.
Gran Canaria verfügt mit dem Hospital Universitario Dr. Negrín und dem Hospital Universitario Insular über zwei Häuser der Maximalversorgung, die zusammen mehr als 1.400 Betten bieten. Las Palmas hat die höchste Ärztedichte der Kanaren und die breiteste Facharztkompetenz. Für Senioren mit komplexen Erkrankungen bietet Gran Canaria die beste medizinische Infrastruktur der gesamten Inselgruppe.
Lanzarote hat mit dem Hospital Dr. José Molina Orosa ein solides Krankenhaus der Grundversorgung. Die Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie, Orthopädie und Notfallmedizin sind gut besetzt. Für spezialisierte Eingriffe in Bereichen wie Neurochirurgie, Herzchirurgie oder Onkologie werden Patienten jedoch an die Universitätskliniken auf Teneriffa oder Gran Canaria überwiesen. Die Verlegung erfolgt per Inlandsflug und dauert weniger als eine Stunde, ist aber natürlich nicht mit einem Krankenhauswechsel innerhalb einer Großstadt vergleichbar.
Deutsche Rentner haben über die S1-Bescheinigung der deutschen Krankenkasse Zugang zum spanischen Gesundheitssystem. Die Kosten der Behandlung trägt die deutsche Krankenkasse. Zuzahlungen für Medikamente fallen an und liegen je nach Einkommen bei 10 bis 60 Prozent des Preises. Viele Senioren auf den Kanaren schließen zusätzlich eine private spanische Krankenversicherung ab, die 80 bis 250 Euro monatlich kostet und Zugang zu Privatärzten und kürzeren Wartezeiten bietet. Wer sich für das Thema Seniorenwohnen in Spanien insgesamt interessiert, findet in unserem Ratgeber zur Seniorenresidenz in Spanien am Meer einen umfassenden Überblick.
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Flugverbindungen: Wie gut sind die Kanaren erreichbar?
Die Erreichbarkeit ist ein Faktor, der die Kanaren von näheren Mittelmeerzielen unterscheidet. Die Flugzeit ab Deutschland beträgt 4 bis 5 Stunden. Das ist deutlich länger als die 2 bis 2,5 Stunden nach Mallorca, aber immer noch im Bereich eines normalen Mittelstreckenflugs. Im Vergleich zu Fernzielen wie Thailand (11 bis 12 Stunden) sind die Kanaren komfortabel erreichbar.
Teneriffa wird über zwei Flughäfen bedient. Der Aeropuerto de Tenerife Sur (TFS) im Süden ist der Hauptflughafen für internationale Verbindungen. Über 15 deutsche Flughäfen bieten ganzjährige Direktflüge an, darunter Düsseldorf, Hamburg, München, Berlin, Frankfurt, Stuttgart und Köln. In der Wintersaison kommen weitere Verbindungen hinzu, da viele Überwinterer auf die Insel strömen. Hin- und Rückflüge kosten in der Nebensaison ab 100 bis 180 Euro, in der Hauptsaison 150 bis 300 Euro.
Gran Canaria wird über den Aeropuerto de Gran Canaria (LPA) angeflogen, der südlich von Las Palmas liegt. Rund 12 deutsche Flughäfen bieten Direktverbindungen an. Die Preise und Frequenzen sind mit Teneriffa vergleichbar.
Lanzarote (Flughafen ACE in Arrecife) hat etwas weniger Direktverbindungen als die beiden größeren Inseln. Rund 8 deutsche Flughäfen fliegen ganzjährig direkt, in der Wintersaison kommen weitere hinzu. Die Flugpreise liegen auf ähnlichem Niveau, wobei die geringere Konkurrenz auf manchen Strecken zu leicht höheren Preisen führen kann.
Für Senioren auf den Kanaren bedeutet die Flugzeit: Besuche von Angehörigen aus Deutschland sind als Wochenendtrip schwierig, aber als Kurzurlaub von drei bis vier Tagen gut machbar. Ein Tagesflug ist nicht realistisch, anders als bei Mallorca. Dieser Punkt ist für viele Senioren ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung zwischen Balearen und Kanaren. Wer den direkten Vergleich sucht, findet in unserem Ratgeber zur Seniorenresidenz auf Mallorca alle Details zur Baleareninsel.
Kosten im Detail: Was der Ruhestand auf den Kanaren kostet
Die Kanaren gehören zu den günstigsten Optionen für den Ruhestand im europäischen Ausland mit ganzjährig warmem Klima. Die Lebenshaltungskosten liegen insgesamt 25 bis 35 Prozent unter dem deutschen Durchschnitt. Hinzu kommt, dass die Kanaren einen Sonderstatus innerhalb Spaniens haben: Die Mehrwertsteuer (IGIC) beträgt nur 7 Prozent statt der 21 Prozent auf dem Festland (IVA). Das macht viele Waren und Dienstleistungen spürbar günstiger.
Die Wohnkosten variieren je nach Insel und Region. Auf Teneriffa liegt eine Zwei-Zimmer-Mietwohnung bei 700 bis 1.200 Euro im Süden und 600 bis 1.000 Euro im Norden. Auf Gran Canaria zahlen Mieter 650 bis 1.100 Euro in Las Palmas und 550 bis 900 Euro im Süden. Auf Lanzarote beginnen Mietwohnungen bei 500 Euro und reichen bis 900 Euro. Betreutes Wohnen liegt inselübergreifend bei 1.000 bis 2.200 Euro monatlich, wobei Lanzarote am unteren Ende und der Süden Teneriffas am oberen Ende liegt.
Die Nebenkosten für Strom, Wasser und Internet belaufen sich auf 120 bis 200 Euro monatlich. Strom ist auf den Kanaren etwas günstiger als auf dem spanischen Festland. Klimaanlagen werden seltener benötigt als in Südspanien, da die Temperaturen selten über 30 °C steigen. Im Winter ist eine Heizung in den meisten Wohnungen nicht notwendig, was die Energiekosten niedrig hält.
Lebensmittel auf lokalen Märkten sind günstig. Frisches Obst, Gemüse, Fisch und kanarische Spezialitäten kosten deutlich weniger als in Deutschland. Ein Wocheneinkauf für eine Person liegt bei 40 bis 60 Euro. Restaurantbesuche sind erschwinglich: Ein Mittagsmenü kostet 7 bis 12 Euro, ein Abendessen im mittleren Segment 15 bis 25 Euro pro Person.
Insgesamt sollten Senioren auf den Kanaren mit monatlichen Gesamtkosten von 1.500 bis 3.000 Euro rechnen, je nach Wohnform, Insel und persönlichem Lebensstil. Im Vergleich dazu liegen die Kosten für eine vergleichbare Lebensqualität in deutschen Großstädten bei 2.500 bis 5.000 Euro. Die Kanaren bieten also ein spürbar besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, besonders wenn man das Ganzjahresklima einrechnet.
Welche Insel passt zu wem?
Die Wahl der richtigen Insel hängt von den persönlichen Prioritäten ab. Jede der drei hier vorgestellten Inseln hat ein eigenes Profil, das zu unterschiedlichen Bedürfnissen passt.
Teneriffa ist die richtige Wahl für Senioren, die Vielseitigkeit und eine große deutsche Community suchen. Die Insel bietet den besten Kompromiss aus medizinischer Versorgung, Infrastruktur, Klimaauswahl (Süden vs. Norden) und Freizeitangebot. Wer sich nicht zwischen Stadt und Natur entscheiden möchte, findet auf Teneriffa beides. Die größere deutsche Community bedeutet auch mehr soziale Kontakte und deutschsprachige Dienstleistungen.
Gran Canaria passt zu Senioren, die auch im Ruhestand ein städtisches Umfeld schätzen. Las Palmas bietet ein kulturelles und gastronomisches Angebot, das keine andere Stadt auf den Kanaren erreicht. Die medizinische Versorgung ist hervorragend. Der Süden der Insel bietet gleichzeitig Strand und Ruhe. Wer beides haben möchte, kann in Las Palmas leben und die Strände im Süden in 30 Minuten erreichen.
Lanzarote ist die Insel für Senioren, die Ruhe, Natur und eine bewusst langsamere Lebensweise suchen. Die Vulkanlandschaft, das Verbot von Hochhäusern und die geringere touristische Dichte schaffen eine Atmosphäre, die auf Teneriffa und Gran Canaria so nicht zu finden ist. Die Einschränkung liegt in der kleineren medizinischen Infrastruktur und der dünneren deutschen Community. Für Senioren mit komplexen Pflegebedürfnissen ist Lanzarote daher weniger geeignet als die beiden größeren Inseln.
Wer sich grundsätzlich für den Ruhestand am Meer interessiert und verschiedene Länder vergleichen möchte, findet in unserem Ratgeber zur Seniorenresidenz im Ausland am Meer eine umfassende Übersicht mit Destinationen von Portugal bis Thailand.
Die wichtigsten Fragen
Brauche ich eine Aufenthaltsgenehmigung für die Kanaren?
Nein, als EU-Bürger genießen Sie Freizügigkeit und benötigen kein Visum. Die Kanarischen Inseln sind Teil Spaniens und damit der EU. Nach drei Monaten Aufenthalt müssen Sie sich als Residente beim Ausländeramt registrieren. Dafür benötigen Sie einen gültigen Reisepass oder Personalausweis, einen Nachweis über Krankenversicherung und den Nachweis ausreichender finanzieller Mittel. Der Vorgang ist unkompliziert und wird in der Regel innerhalb eines Tages erledigt.
Wird meine deutsche Rente auf die Kanaren überwiesen?
Ja, die Deutsche Rentenversicherung überweist die Rente auf jedes europäische Bankkonto ohne Abzüge oder Kürzungen. Sie benötigen ein spanisches Bankkonto, das Sie bei jeder lokalen Bank eröffnen können. Wenn Sie sich mehr als 183 Tage pro Jahr auf den Kanaren aufhalten, werden Sie in Spanien steuerpflichtig. Das deutsch-spanische Doppelbesteuerungsabkommen verhindert eine Doppelbesteuerung. Die Steuersätze auf den Kanaren sind tendenziell etwas niedriger als auf dem spanischen Festland, da die Inseln steuerliche Sonderregelungen genießen.
Wie ist die Krankenversicherung auf den Kanaren geregelt?
Deutsche Rentner erhalten über die S1-Bescheinigung ihrer deutschen Krankenkasse Zugang zum spanischen Gesundheitssystem. Die Kosten trägt die deutsche Krankenkasse. Zuzahlungen für Medikamente fallen an und variieren je nach Einkommen. Viele Senioren auf den Kanaren schließen zusätzlich eine private spanische Krankenversicherung ab, die zwischen 80 und 250 Euro monatlich kostet. Diese bietet Zugang zu Privatärzten, kürzere Wartezeiten und teilweise auch deutschsprachige Betreuung.