Die betreutes Wohnen Kosten liegen 2026 in Deutschland zwischen 1.500 und 4.000 Euro monatlich. Diese Spanne überrascht viele Senioren und Angehörige. Der Grund: Betreutes Wohnen setzt sich aus mehreren Kostenblöcken zusammen, und die Preise unterscheiden sich je nach Region, Wohnungsgröße und Leistungsumfang erheblich.
Wir von Pflege Panorama erleben regelmäßig, dass sich Interessenten nur auf die Kaltmiete konzentrieren. Dabei macht die Miete oft weniger als die Hälfte der Gesamtkosten aus. In diesem Ratgeber schlüsseln wir alle Kosten transparent auf und zeigen Ihnen, welche Zuschüsse Ihnen zustehen und wie Sie die Finanzierung sicher aufstellen.
🏠 Betreutes Wohnen Kosten 2026: Alle Kostenfaktoren im Überblick
| Kostenfaktor | Monatliche Kosten | Anteil |
|---|---|---|
| 🏢 Warmmiete (45–65 m²) | 600–1.800 € | 40–55 % |
| 🔔 Betreuungspauschale | 150–500 € | 10–20 % |
| 💡 Nebenkosten (Strom, Tel., Internet) | 80–150 € | 5–8 % |
| 🍽️ Verpflegung (Mittagessen) | 150–350 € | 8–12 % |
| ✨ Wahlleistungen (Reinigung, Wäsche, etc.) | 100–400 € | 5–15 % |
| 💶 Gesamtkosten pro Monat | 1.500–4.000 € | 100 % |
Was genau bedeutet betreutes Wohnen?
Betreutes Wohnen ist eine Wohnform im Alter, die Selbstständigkeit mit professioneller Unterstützung verbindet. Sie leben in Ihrer eigenen Wohnung innerhalb einer Seniorenwohnanlage. Anders als im Pflegeheim behalten Sie Ihre Privatsphäre und gestalten Ihren Alltag selbst. Gleichzeitig steht Ihnen bei Bedarf Hilfe zur Verfügung.
Das Konzept beruht auf einem einfachen Prinzip: So viel Eigenständigkeit wie möglich, so viel Unterstützung wie nötig. Die Wohnungen sind barrierefrei gestaltet und mit einem Hausnotruf ausgestattet. Eine Betreuungskraft ist als Ansprechperson verfügbar, und Gemeinschaftsräume fördern den sozialen Kontakt. Pflegerische Leistungen gehören nicht automatisch zum betreuten Wohnen. Wer Pflege benötigt, beauftragt einen ambulanten Pflegedienst, der ins Haus kommt.
Wer sich einen Überblick über alle Wohnformen im Alter verschaffen möchte, findet in unserem Vergleich die passende Option.
Mehr erfahren: Wohnformen im Alter: Alle Optionen im Vergleich (/ratgeber/wohnformen-im-alter-vergleich-optionen/)
Die Unterscheidung ist wichtig, weil viele Angebote unter dem Begriff „betreutes Wohnen“ firmieren. Es gibt keine gesetzliche Definition. Ein Anbieter in München versteht darunter etwas anderes als ein Anbieter in Sachsen. Deshalb ist ein genauer Blick auf die tatsächlich enthaltenen Leistungen entscheidend, bevor Sie die betreutes Wohnen Preise verschiedener Einrichtungen vergleichen.


Die drei Kostenblöcke im Detail
Mietkosten: Der größte Posten
Die Miete ist der mit Abstand größte Kostenfaktor. Sie hängt von drei Variablen ab: Standort, Wohnungsgröße und Ausstattungsstandard. In München zahlen Sie für eine 55 m² Wohnung im betreuten Wohnen 1.200 bis 1.800 Euro warm. In Leipzig oder Dresden bekommen Sie eine vergleichbare Wohnung für 600 bis 900 Euro.
Die meisten Wohnungen im betreuten Wohnen sind zwischen 35 und 75 m² groß. Einzimmerappartements mit Küchenzeile starten bei 35 m², Zweizimmerwohnungen bieten 45 bis 65 m². Größere Wohnungen für Paare liegen bei 60 bis 75 m². Die Ausstattung umfasst in der Regel eine barrierefreie Dusche, breite Türen, rutschfeste Böden und einen Balkon oder eine Terrasse.
Ob Sie mieten oder kaufen, beeinflusst die monatlichen Kosten erheblich. Beim Kauf einer Wohnung im betreuten Wohnen zahlen Sie Kaufpreise zwischen 150.000 und 400.000 Euro. Dafür entfällt die monatliche Miete. Die Betreuungspauschale und Nebenkosten fallen aber weiterhin an. Der Kauf lohnt sich rechnerisch nach 10 bis 15 Jahren. Allerdings binden Sie damit Kapital, das im Pflegefall fehlen könnte. Wir empfehlen deshalb in den meisten Fällen die Mietvariante.
Betreuungspauschale: Die Grundleistungen
Die Betreuungspauschale deckt die Basisleistungen ab, die betreutes Wohnen von einer normalen Mietwohnung unterscheiden. Diese Pauschale liegt zwischen 150 und 500 Euro monatlich und ist nicht verhandelbar. Sie wird zusätzlich zur Miete erhoben und ist Pflicht für alle Bewohner.
Die Grundleistungen umfassen typischerweise einen 24-Stunden-Hausnotruf, eine Betreuungskraft als feste Ansprechperson, die Organisation von Gemeinschaftsveranstaltungen und einen Concierge- oder Empfangsdienst. Manche Anbieter inkludieren auch eine bestimmte Anzahl an Beratungsgesprächen pro Monat oder die Vermittlung von Dienstleistungen wie Handwerkern und Ärzten.
Achten Sie genau darauf, was kostet betreutes Wohnen in der Pauschale tatsächlich abdeckt. Ein Anbieter mit 150 Euro Pauschale bietet möglicherweise nur den Notruf und einen monatlichen Sprechtermin. Ein Anbieter mit 400 Euro Pauschale inkludiert dafür regelmäßige Betreuungsgespräche, ein Veranstaltungsprogramm und einen täglichen Kontrollbesuch. Vergleichen Sie daher nicht nur die Preise, sondern den konkreten Leistungsumfang.
Wahlleistungen: Flexibel zubuchbar
Neben der Grundpauschale bieten die meisten Einrichtungen Zusatzleistungen an, die Sie je nach Bedarf hinzubuchen können. Diese Wahlleistungen bestimmen maßgeblich, wie hoch die betreutes Wohnen Kosten monatlich am Ende tatsächlich ausfallen.
Typische Wahlleistungen und deren Kosten sind Mahlzeitenservice mit Mittagessen für 150 bis 350 Euro monatlich, Wohnungsreinigung für 80 bis 200 Euro, Wäscheservice für 50 bis 120 Euro, Fahrdienst und Begleitung zu Arztterminen für 30 bis 80 Euro pro Fahrt, Freizeitangebote und Ausflüge für 20 bis 80 Euro monatlich sowie Einkaufsservice für 50 bis 100 Euro.
Die Wahlleistungen summieren sich schnell. Ein Senior, der Mittagessen, Reinigung und Wäscheservice bucht, zahlt 280 bis 670 Euro zusätzlich pro Monat. Prüfen Sie deshalb vor dem Einzug genau, welche Leistungen Sie wirklich benötigen. Manche Services klingen attraktiv, werden aber nach ein paar Monaten kaum noch genutzt.
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Betreutes Wohnen Kosten pro Monat nach Region
Die betreutes Wohnen Kosten pro Monat unterscheiden sich in Deutschland je nach Region um bis zu 100 Prozent. Der Hauptgrund sind die unterschiedlichen Mietpreisniveaus. In Süddeutschland und in Großstädten liegen die Kosten deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
In München und dem südlichen Oberbayern beginnen die Gesamtkosten bei 2.500 Euro monatlich und reichen bis 4.500 Euro für gehobene Anlagen. Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt liegen bei 2.200 bis 3.800 Euro. Berlin bewegt sich mit 1.800 bis 3.000 Euro im Mittelfeld, wobei die Preise in zentralen Lagen wie Charlottenburg oder Steglitz am oberen Rand liegen.
In Städten wie Leipzig, Dresden, Magdeburg oder Erfurt finden Sie gute Angebote zwischen 1.200 und 2.000 Euro monatlich. Kleinstädte und ländliche Regionen in Ostdeutschland sind mit 1.000 bis 1.600 Euro noch günstiger. Die Betreuungsqualität ist dabei nicht zwangsläufig schlechter. Oft ist sie sogar besser, weil die Personalkosten niedriger sind und die Betreuungsschlüssel günstiger ausfallen.
Ein Sonderfall sind grenznahe Regionen. In Polen, unmittelbar an der deutschen Grenze, gibt es betreutes Wohnen für deutsche Senioren ab 800 bis 1.200 Euro monatlich. Die Anlagen sind modern, das Personal spricht oft Deutsch, und die Pflegekasse leistet als EU-Land die vollen Zuschüsse.
Wer Kosten sparen möchte, ohne auf Qualität zu verzichten, sollte auch einen Blick auf Seniorenresidenzen werfen. Die Preise für verschiedene Wohnmodelle zeigen, welche Unterschiede es gibt.
Mehr erfahren: Seniorenresidenz Kosten 2026: Was kostet eine Seniorenresidenz pro Monat? (/ratgeber/seniorenresidenz-kosten-pro-monat-preise/)


Finanzierung: Diese Zuschüsse stehen Ihnen zu
Die betreutes Wohnen Finanzierung stellt viele Familien vor Herausforderungen. Die gute Nachricht: Es gibt mehrere Zuschüsse und Fördermöglichkeiten, die die monatliche Belastung deutlich senken können. Die schlechte Nachricht: Sie müssen jeden Zuschuss einzeln beantragen, und die Bewilligung dauert oft mehrere Wochen.
Pflegekasse: Leistungen bei Pflegegrad
Betreutes Wohnen ist keine Pflegeeinrichtung im engeren Sinne. Sie leben in Ihrer eigenen Wohnung und gelten versicherungsrechtlich als häuslich gepflegt. Das bedeutet: Wenn Sie einen Pflegegrad haben, stehen Ihnen die gleichen Pflegekassenleistungen zu wie jedem anderen Menschen, der zu Hause lebt.
Ab Pflegegrad 1 erhalten Sie den Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich. Diesen können Sie für anerkannte Betreuungs- und Entlastungsleistungen einsetzen, zum Beispiel für hauswirtschaftliche Hilfe oder Alltagsbegleitung. Ab Pflegegrad 2 kommt das Pflegegeld hinzu: 332 Euro bei Pflegegrad 2, 573 Euro bei Pflegegrad 3, 765 Euro bei Pflegegrad 4 und 947 Euro bei Pflegegrad 5. Alternativ zum Pflegegeld können Sie Pflegesachleistungen für einen ambulanten Pflegedienst nutzen, der ins betreute Wohnen kommt.
Zusätzlich besteht ab Pflegegrad 1 ein Anspruch auf einen Zuschuss zur Wohnraumanpassung von bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme. Barrierefreie Umbauten im Bad oder die Installation eines Treppenlifts können darüber finanziert werden. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden mit bis zu 40 Euro monatlich bezuschusst.
Wohngeld: Der unterschätzte Zuschuss
Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zu den Wohnkosten, der einkommensabhängig gewährt wird. Seit der Wohngeldreform 2023 haben deutlich mehr Rentnerhaushalte Anspruch auf Wohngeld als zuvor. Trotzdem wird es von vielen Senioren nicht beantragt, weil sie nicht wissen, dass ihnen der Zuschuss zusteht.
Der Wohngeldanspruch hängt von drei Faktoren ab: der Haushaltsgröße, dem Gesamteinkommen und der Miethöhe. Ein alleinstehender Rentner mit 1.200 Euro Nettoeinkommen und 800 Euro Warmmiete kann mit 200 bis 400 Euro Wohngeld rechnen. Ein Paar mit 1.800 Euro Gesamteinkommen erhält bei 1.000 Euro Miete etwa 150 bis 350 Euro monatlich.
Das Wohngeld muss bei der zuständigen Wohngeldstelle der Gemeinde oder des Landkreises beantragt werden. Sie benötigen den Mietvertrag, Einkommensnachweise (Rentenbescheid) und einen Personalausweis. Die Bearbeitung dauert in der Regel 4 bis 8 Wochen. Der Bewilligungszeitraum beträgt 12 Monate, danach müssen Sie einen Weiterbewilligungsantrag stellen.
Kosten der Unterkunft (KdU) bei Grundsicherung
Reicht die Rente nicht aus, um die Kosten für betreutes Wohnen zu decken, können Sie Grundsicherung im Alter nach dem SGB XII beantragen. In diesem Fall übernimmt das Sozialamt die angemessenen Kosten der Unterkunft (KdU) einschließlich der Betreuungspauschale.
Die Übernahme der Betreuungspauschale durch das Sozialamt ist in vielen Kommunen allerdings ein Streitthema. Einige Sozialämter argumentieren, dass die Betreuungspauschale keine angemessene Unterkunftskosten darstellt. In mehreren Gerichtsurteilen wurde jedoch entschieden, dass die Pauschale als Teil der KdU anzuerkennen ist, wenn das betreute Wohnen den individuellen Bedarf des Bewohners deckt. Lassen Sie sich in diesem Fall von einer Sozialberatungsstelle oder einem Anwalt für Sozialrecht unterstützen.
Steuerliche Absetzbarkeit
Bestimmte Kosten des betreuten Wohnens lassen sich steuerlich geltend machen. Haushaltsnahe Dienstleistungen wie Reinigung, Gartenpflege oder Wäscheservice können Sie als haushaltsnahe Dienstleistungen nach Paragraph 35a EStG absetzen. Der Fiskus erkennt 20 Prozent der Arbeitskosten an, maximal 4.000 Euro im Jahr. Voraussetzung: Die Leistungen müssen auf der Rechnung separat ausgewiesen sein.
Bei Pflegebedürftigkeit können zusätzlich außergewöhnliche Belastungen nach Paragraph 33 EStG angesetzt werden. Pflegekosten, die nicht durch die Pflegekasse gedeckt werden, mindern unter Berücksichtigung der zumutbaren Belastung das zu versteuernde Einkommen.
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Kostenvergleich: Betreutes Wohnen vs. andere Wohnformen
Ob sich betreutes Wohnen finanziell lohnt, hängt von Ihrer aktuellen Wohnsituation und Ihrem Pflegebedarf ab. Wir von Pflege Panorama stellen die drei häufigsten Szenarien gegenüber.
Betreutes Wohnen vs. eigene Wohnung
In der eigenen Wohnung zahlen Sie im Schnitt 700 bis 1.200 Euro für Miete und Nebenkosten. Dazu kommen Kosten für Lebensmittel, Versicherungen und Mobilität. Die Gesamtkosten liegen typischerweise bei 1.200 bis 2.000 Euro monatlich.
Im betreuten Wohnen zahlen Sie 1.500 bis 4.000 Euro. Dafür erhalten Sie Barrierefreiheit, einen Notruf, eine Ansprechperson und soziale Kontakte. Wenn Sie in Ihrer eigenen Wohnung barrierefreie Umbauten durchführen, einen Notruf installieren und einen ambulanten Dienst für regelmäßige Besuche beauftragen, liegen die Kosten bei 1.400 bis 2.200 Euro. Der Unterschied zu günstigem betreuten Wohnen wird dann gering.
Betreutes Wohnen lohnt sich finanziell vor allem dann, wenn Ihre aktuelle Wohnung nicht barrierefrei ist und teure Umbauten nötig wären. Oder wenn Sie allein leben und das Risiko sozialer Isolation besteht. Soziale Kontakte haben einen nachweislichen Einfluss auf die Gesundheit im Alter und können teure Pflegebedürftigkeit hinauszögern.
Betreutes Wohnen vs. Seniorenresidenz
Seniorenresidenzen sind die gehobene Variante des betreuten Wohnens. Sie bieten mehr Service, mehr Komfort und deutlich höhere Kosten. In einer Seniorenresidenz zahlen Sie 2.500 bis 6.000 Euro monatlich. Dafür erhalten Sie Vollverpflegung, ein umfangreiches Freizeit- und Kulturprogramm, Wellness- und Fitnessbereiche sowie eine hotelähnliche Ausstattung.
Der Unterschied zum betreuten Wohnen liegt im Servicekonzept: In der Seniorenresidenz ist nahezu alles inkludiert. Im betreuten Wohnen buchen Sie nur die Leistungen, die Sie tatsächlich brauchen. Für Senioren, die fit und selbstständig sind, ist betreutes Wohnen daher oft die wirtschaftlichere Wahl. Wer Komfort und Rundum-Versorgung schätzt, fährt mit einer Seniorenresidenz besser.
Einen detaillierten Vergleich der Unterschiede zwischen Pflegeheim und Seniorenresidenz finden Sie in unserem separaten Ratgeber.
Mehr erfahren: Pflegeheim oder Seniorenresidenz: Unterschiede und Entscheidungshilfe
Betreutes Wohnen vs. Pflegeheim
Ein Pflegeheim kostet 2026 im Bundesdurchschnitt 2.500 bis 3.500 Euro Eigenanteil monatlich (nach Abzug der Pflegekassenleistungen). Hinzu kommt der pflegebedingte Eigenanteil, der je nach Bundesland zwischen 1.000 und 1.800 Euro variiert. Die Gesamtkosten für den Bewohner liegen oft bei 2.200 bis 3.500 Euro.
Betreutes Wohnen ist mit 1.500 bis 4.000 Euro auf den ersten Blick ähnlich teuer. Der entscheidende Unterschied: Im Pflegeheim sind Pflege und Betreuung rund um die Uhr garantiert. Im betreuten Wohnen müssen Sie pflegerische Leistungen separat über einen ambulanten Dienst organisieren. Wenn Sie einen hohen Pflegebedarf haben (Pflegegrad 4 oder 5), kann betreutes Wohnen mit ambulanter Pflege sogar teurer werden als ein Pflegeheim.
Betreutes Wohnen ist die richtige Wahl bei Pflegegrad 0 bis 2. Bei Pflegegrad 3 ist eine individuelle Prüfung sinnvoll. Ab Pflegegrad 4 ist ein Pflegeheim oder eine Seniorenresidenz mit integrierter Pflege in den meisten Fällen die bessere und günstigere Lösung.
Einen detaillierten Kostenüberblick für Pflegeheime finden Sie hier.
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7 Spartipps für betreutes Wohnen
Wer die betreutes Wohnen Kosten senken möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Diese sieben Strategien haben sich in der Praxis bewährt.
Erstens: Vergleichen Sie mindestens drei Anlagen in Ihrer Wunschregion. Die Preisunterschiede betragen oft 30 bis 50 Prozent bei vergleichbarer Leistung. Achten Sie dabei nicht nur auf die Miete, sondern auf die Gesamtkosten inklusive Betreuungspauschale und Wahlleistungen.
Zweitens: Prüfen Sie, ob Sie Wohngeld beantragen können. Seit der Reform 2023 haben deutlich mehr Rentnerhaushalte Anspruch. Selbst 200 Euro Wohngeld pro Monat summieren sich auf 2.400 Euro im Jahr.
Drittens: Buchen Sie nur die Wahlleistungen, die Sie tatsächlich nutzen. Der tägliche Mittagstisch klingt bequem, kostet aber 150 bis 350 Euro pro Monat. Wenn Sie gerne selbst kochen, sparen Sie hier erheblich.
Viertens: Nutzen Sie den Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich (bei Pflegegrad). Damit können Sie Betreuungsleistungen finanzieren, die sonst aus eigener Tasche kommen. Nicht genutzter Entlastungsbetrag kann bis zum 30. Juni des Folgejahres übertragen werden.
Fünftens: Ziehen Sie ostdeutsche Städte oder ländliche Regionen in Betracht. In Leipzig, Dresden oder Rostock finden Sie modernes betreutes Wohnen zu Preisen, die 30 bis 50 Prozent unter dem westdeutschen Niveau liegen. Die Lebensqualität ist dabei oft vergleichbar.
Sechstens: Prüfen Sie gemeinnützige Träger. Betreutes Wohnen von Diakonie, Caritas, AWO oder dem Roten Kreuz ist in der Regel 10 bis 20 Prozent günstiger als privatwirtschaftliche Angebote. Die Gemeinnützigkeit verpflichtet diese Träger, Gewinne in die Einrichtung zu reinvestieren.
Siebtens: Setzen Sie haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich ab. Die Steuerermäßigung beträgt 20 Prozent der Arbeitskosten, maximal 4.000 Euro pro Jahr. Lassen Sie sich die Kosten auf den Rechnungen separat ausweisen.
Worauf Sie beim Vertragsabschluss achten sollten
Bevor Sie einen Vertrag für betreutes Wohnen unterschreiben, sollten Sie einige Punkte sorgfältig prüfen. Vertragsfallen können teuer werden und sind im Nachhinein schwer zu korrigieren.
Lesen Sie den Mietvertrag und den Betreuungsvertrag getrennt. In vielen Einrichtungen sind Miete und Betreuung zwei separate Verträge. Der Mietvertrag unterliegt dem Mietrecht mit seinen Schutzbestimmungen (Kündigungsschutz, Mietpreisbremse). Der Betreuungsvertrag unterliegt dem Dienstvertragsrecht. Achten Sie darauf, dass beide Verträge unabhängig voneinander kündbar sind. Ein Vertrag, der die Kündigung der Wohnung an den Betreuungsvertrag koppelt, ist rechtlich problematisch.
Prüfen Sie die Mieterhöhungsklauseln. Manche Anbieter vereinbaren jährliche Mieterhöhungen von 3 bis 5 Prozent. Über 10 Jahre steigt Ihre Miete dann um 35 bis 63 Prozent. Achten Sie auf eine Bindung an den Verbraucherpreisindex oder eine fixe Obergrenze.
Klären Sie die Kündigungsfristen. Üblich sind drei Monate zum Quartalsende. Längere Fristen oder Mindestvertragslaufzeiten von einem Jahr sind ein Warnsignal. Im Pflegefall muss ein schneller Wechsel in ein Pflegeheim möglich sein.
Fragen Sie nach einer Probezeit. Gute Einrichtungen bieten eine Probewohnphase von zwei bis vier Wochen an. In dieser Zeit können Sie testen, ob die Anlage zu Ihnen passt, ohne langfristige Verpflichtungen einzugehen.
Lassen Sie den Vertrag von der Verbraucherzentrale oder einem Anwalt prüfen, bevor Sie unterschreiben. Die Kosten für eine Vertragsprüfung (50 bis 150 Euro) sind gut investiert und können Ihnen langfristig tausende Euro sparen.
Fazit: Betreutes Wohnen Kosten richtig einschätzen und planen
Die betreutes Wohnen Kosten setzen sich aus Miete, Betreuungspauschale und Wahlleistungen zusammen. Mit 1.500 bis 4.000 Euro monatlich ist betreutes Wohnen günstiger als ein Pflegeheim bei niedrigem Pflegebedarf und günstiger als eine Seniorenresidenz. Der Schlüssel liegt in der richtigen Planung: Vergleichen Sie mindestens drei Einrichtungen, beantragen Sie alle Ihnen zustehenden Zuschüsse und buchen Sie nur die Leistungen, die Sie wirklich brauchen.
Wir von Pflege Panorama empfehlen, das Thema Finanzierung frühzeitig anzugehen. Wohngeld, Pflegekassenleistungen und steuerliche Absetzbarkeit können die monatliche Belastung um mehrere hundert Euro senken. Und wenn Deutschland zu teuer ist: In EU-Nachbarländern wie Polen gibt es betreutes Wohnen für deutsche Senioren ab 800 Euro monatlich, mit voller Pflegekassenanbindung und deutschsprachigem Personal. Die betreutes Wohnen Kosten lassen sich mit der richtigen Strategie deutlich reduzieren.


Die wichtigsten Fragen
Was kostet betreutes Wohnen im Durchschnitt pro Monat?
Die betreutes Wohnen Kosten monatlich liegen 2026 im Bundesdurchschnitt zwischen 1.500 und 3.000 Euro. Dieser Betrag setzt sich aus Warmmiete (600 bis 1.800 Euro), Betreuungspauschale (150 bis 500 Euro) und optionalen Wahlleistungen zusammen. In Großstädten wie München oder Hamburg können die Kosten bis 4.000 Euro und höher steigen.
Zahlt die Pflegekasse für betreutes Wohnen?
Die Pflegekasse finanziert nicht das betreute Wohnen selbst, aber Sie erhalten bei vorhandenem Pflegegrad die regulären Leistungen der häuslichen Pflege. Das umfasst Pflegegeld (332 bis 947 Euro monatlich), Pflegesachleistungen für einen ambulanten Dienst, den Entlastungsbetrag (131 Euro monatlich) und Zuschüsse zur Wohnraumanpassung (bis 4.000 Euro).
Ist betreutes Wohnen günstiger als ein Pflegeheim?
Bei niedrigem Pflegebedarf (Pflegegrad 0 bis 2) ist betreutes Wohnen in der Regel günstiger. Die Kosten liegen bei 1.500 bis 3.000 Euro. Ein Pflegeheim kostet im Eigenanteil 2.200 bis 3.500 Euro. Bei hohem Pflegebedarf (Pflegegrad 4 bis 5) kann betreutes Wohnen mit ambulanter Pflege allerdings teurer werden als ein Pflegeheim.