Wir fassen hier die veröffentlichten Ergebnisse der Stiftung Warentest aus Ausgabe 09/2025 zusammen. Alle Zitate und Noten basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen.
Von elf getesteten Rollatoren erhielt genau einer die Note „Sehr gut“. Zwei Modelle fielen mit „Mangelhaft“ durch, weil in ihren Griffen krebserregende Schadstoffe nachgewiesen wurden. Die Ergebnisse der Stiftung Warentest aus Ausgabe 09/2025 sind deutlich: Wer einen sicheren, alltagstauglichen Rollator Stiftung Warentest-geprüft kaufen möchte, muss genau hinsehen. Der Preis allein sagt wenig aus. Teure Modelle können enttäuschen. Günstige Kassenrollatoren schneiden häufig schlecht ab. Wir von Pflege Panorama haben den Test vollständig ausgewertet und erklären hier alle Ergebnisse, die Prüfmethodik, die Schadstoffproblematik und zeigen, welche Modelle sich wirklich lohnen.
Der Test auf einen Blick: Alle 11 Rollatoren im Überblick
Die Stiftung Warentest kaufte zwischen Februar und April 2025 insgesamt elf Rollatoren ein. Acht davon sind Leichtgewicht-Modelle aus Aluminium oder Carbon, drei sind klassische Standardrollatoren aus Stahl. Die Preisspanne reichte von rund 67 Euro für ein einfaches Kassenmodell bis etwa 556 Euro für den Testsieger aus Carbon. Bereits diese Spanne zeigt: Ein Rollator ist kein Produkt mit Einheitspreis. Und wie der Test belegt, ist teurer nicht automatisch besser, sondern billig oft sehr viel schlechter.
Hier die wichtigsten Ergebnisse in kompakter Form. Alle Noten stammen aus dem Test der Stiftung Warentest (09/2025).
Diese Übersicht zeigt die zentrale Erkenntnis des Tests: Die Spitze ist schmal, die Mitte breit, und am unteren Ende stehen Modelle, die wir klar nicht empfehlen. Details zu allen Kategorien folgen weiter unten. Wer sich grundsätzlich über Auswahl, Typen und Kaufkriterien informieren möchte, findet in unserem grossen Rollator-Ratgeber die Basis.
Stiftung Warentest Rollator-Test 2025: Alle 11 Ergebnisse
Ausgabe 09/2025 — anonym eingekauft zwischen Februar und April 2025
| # | Modell | Typ | Note | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| 1 | TOPRO Pegasus Carbon | Carbon-Leichtgewicht | Sehr gut (1,5) | 556 € |
| 2 | Besco Medical Spring | Alu-Leichtgewicht, gefedert | Gut | ca. 330 € |
| 3 | Dietz TAiMA Ventum | Alu-Leichtgewicht | Gut | ca. 280 € |
| 4–6 | Weitere Leichtgewichte | Aluminium | Gut / Befriedigend | 200–380 € |
| 7–9 | Mittelfeld-Leichtgewichte | Aluminium | Befriedigend | 150–300 € |
| 10 | Standardrollator (Kassensegment) | Stahl | Mangelhaft | ca. 67 € |
| 11 | Leichtgewicht (PAK-Befund) | Aluminium | Mangelhaft | ca. 170 € |
* Mangelhaft-Bewertung wegen nachgewiesener PAK-Schadstoffe in den Griffen, nicht wegen Konstruktionsmängeln. Quelle: Stiftung Warentest 09/2025.
Die Testmethodik: Was und wie wurde geprüft?
Damit Noten überhaupt aussagekräftig sind, braucht es ein nachvollziehbares Prüfverfahren. Die Stiftung Warentest arbeitet nach einem festen Schema, das für jeden Rollator-Test ähnlich aufgebaut ist. Das Prüfprogramm deckte 2025 fünf Hauptbereiche ab.
Handhabung im Alltag: Dazu zählen Schieben, Bremsen, Sitzen, Falten und das Tragen. Die Tester prüften, wie leicht sich der Rollator aus dem Stand bewegen lässt, wie gut die Bremsen dosierbar sind, wie stabil der Sitz ist und wie einfach das Faltsystem funktioniert. Gerade das Falten unterscheidet oft Gut von Mittelmass: Einhand-Faltmechanismen punkten, klobige Klappsysteme verlieren Punkte.
Fahrverhalten: Getestet wurde auf verschiedenen Untergründen. Glatter Boden, Kopfsteinpflaster, Teppich, leichte Steigungen und Bordsteine. Ein guter Rollator muss überall sicher rollen. Kleine, harte Räder versagen im Aussenbereich, zu grosse Räder können drinnen hinderlich sein. Der Test belohnte Modelle, die beide Welten abdecken.
Sicherheit: Hier wurden Kipppunkte, Bremsleistung und Standfestigkeit geprüft. Wie viel Gewicht hält der Rahmen? Kippt der Rollator beim Anlehnen? Funktionieren die Bremsen auch bei Nässe? Die Sicherheitsprüfungen sind besonders wichtig, weil ein Versagen im Alltag direkt zum Sturz führen kann.
Schadstoffe: Das ist 2025 zum Problemfeld geworden. Geprüft wurden Griffe, Bremshebel und Sitzflächen auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Phthalate, kurzkettige Chlorparaffine (SCCP) und mittelkettige Chlorparaffine (MCCP). Zwei Modelle fielen bei diesen Analysen so deutlich durch, dass selbst gute Noten in allen anderen Kategorien zu „Mangelhaft“ abgewertet wurden.
Dauerhaltbarkeit: Belastungstests mit zehntausenden Lastwechseln simulierten jahrelange Nutzung. Schweissnähte, Faltmechanismen und Radaufhängungen mussten halten. Billigkonstruktionen zeigten hier oft erste Schwächen.
Wichtig ist, dass die Noten nicht einfach gemittelt werden. Die Stiftung Warentest verwendet ein Abwertungsprinzip: Wenn ein einzelner Bereich gravierend schlecht ist, wirkt sich das überproportional auf das Gesamturteil aus. Ein Rollator mit Schadstoffproblem kann nie „Gut“ werden, selbst wenn er auf der Strasse perfekt rollt. Das ist für den Verbraucherschutz sinnvoll, erklärt aber, warum zwei an sich akzeptable Modelle in die Mangelhaft-Zone rutschten.
Beschaffung und Preiserhebung: Die elf Rollatoren wurden zwischen Februar und April 2025 anonym im Fachhandel, im Sanitätshaus und über Online-Shops eingekauft. Das ist wichtig, weil Hersteller so keine handverlesenen Testmuster bereitstellen konnten. Die Preise wurden zusätzlich im Juni 2025 erneut abgefragt, um eine realistische Marktlage abzubilden. Schwankungen durch Rabattaktionen oder Lagerabverkäufe wurden dokumentiert.
Unabhängige Mehrfachprüfung: Jeder Rollator wurde von mehreren Prüfern unabhängig voneinander bewertet. Die Einzelnoten wurden anschliessend gemittelt, was subjektive Ausreisser neutralisiert. Ergonomische Details wie die Griffigkeit der Bremshebel oder die Erreichbarkeit des Faltmechanismus sind Einschätzungssache. Durch das Mehr-Augen-Prinzip werden persönliche Vorlieben relativiert (Stiftung Warentest 09/2025).
Belastungs- und Dauertests: Im Labor simulieren Maschinen hunderttausende Schiebe-Zyklen mit Gewichten. Damit werden mehrere Jahre realer Nutzung in wenigen Wochen abgebildet. Parallel dazu laufen Falttests, bei denen die Klappmechanik tausendfach betätigt wird. Schwachstellen zeigen sich meist an Schweissnähten, Gelenken und Kunststoffgelenkbuchsen.
Sicherheits- und Kippverhalten: Die Prüfer belasten den Rollator seitlich und von vorne, um reale Sturzsituationen nachzustellen. Die Bremswirkung wird auf Neigungen bis zu 10 Grad gemessen, sowohl trocken als auch nass. Ein Rollator, der auf einer feuchten Rampe schon leicht ins Rutschen gerät, verliert in dieser Kategorie deutlich Punkte.
Schadstofflabor: Die Weichteile wie Griffe, Bremshebel und Sitzbezug werden nach DIN-Methoden auf PAK, Phthalate, SCCP und MCCP analysiert. Die Stiftung Warentest prüft dabei strenger als es die gesetzlichen Grenzwerte verlangen. Der Grund ist plausibel: Ein Rollator-Nutzer hält die Griffe täglich vier bis acht Stunden in der Hand, oft mit feuchten Händen. Die tatsächliche Expositionsdauer rechtfertigt strengere Massstäbe als beim Gelegenheitskontakt mit anderen Konsumgütern.
Leichtgewicht vs. Standardrollator: Die klare Lehre aus dem Test
Direktvergleich der beiden Typen anhand der Stiftung Warentest-Kriterien 2025
| Kriterium | ✔ Leichtgewicht (Alu/Carbon) | ✖ Standardrollator (Stahl) |
|---|---|---|
| Gewicht | 5–7 kg | 8–10 kg |
| Falten | meist einhändig | fast immer zweihändig, mehrere Schritte |
| Bremsen | fein dosierbar | grob, teils hakelig |
| Sicherheit | bessere Kipppunkte, höhere Bremswerte | ausreichend, aber schlechtere Werte |
| Komfort | gepolsterter Sitz, ergon. Griffe, Federung möglich | harter, schmaler Sitz, einfache Griffe |
| Schadstoffe | „Gut"-Modelle schadstoffarm | PAK-Belastung im Kassensegment häufiger |
| Haltbarkeit | Dauertests bestanden, 5–10 Jahre Nutzung realistisch | Schwachstellen bei Schweißnähten und Gelenken |
| Preis | 250–400 € (Gut-Bereich), ab 556 € Carbon | 67–150 € (oft Kassenmodell) |
Fazit des Tests: Wer neu kauft, sollte ein Leichtgewicht wählen. Für die meisten reicht Aluminium völlig aus — Carbon lohnt sich vor allem bei häufigem Transport. Quelle: Stiftung Warentest 09/2025.
Testsieger: TOPRO Pegasus Carbon mit Note 1,5
Als einziger Rollator im Test erhielt der TOPRO Pegasus Carbon die Bestnote „Sehr gut“ mit 1,5. Das ist bemerkenswert, weil Rollatoren in früheren Tests selten besser als „Gut“ abschnitten. Der Pegasus überzeugte in allen fünf Prüfbereichen und hatte keine Schwachstelle, die das Urteil hätte drücken können.
Besonders hervorgehoben wurde das geringe Gewicht von rund 4,8 Kilogramm. Zum Vergleich: Klassische Stahlrollatoren wiegen zwischen 8 und 10 Kilogramm, Aluminium-Leichtgewichte liegen bei 6 bis 7 Kilogramm. Carbon spart Masse, ohne Stabilität einzubüssen. Das Faltsystem arbeitet einhändig, die Bremsen sind fein dosierbar, und auch auf Kopfsteinpflaster rollt der Pegasus sauber. Der Preis von rund 556 Euro (Stand 2026) ist vergleichsweise hoch, entspricht aber dem Preisniveau von Carbon-Modellen generell.
Empfehlenswerte „Gut"-Modelle aus dem Test
Direkt hinter dem Testsieger folgten mehrere Modelle mit der Note „Gut“. Diese Kategorie ist für die meisten Menschen die relevante Mitte: Hier bekommt man einen sicheren, alltagstauglichen Rollator zu vernünftigen Preisen.
Besco Medical Spring: Dieses Aluminium-Modell ist das einzige gefederte Modell im Test, das eine „Gut“-Note erreichte. Die Federung an den Vorderrädern macht Fahrten auf unebenem Untergrund spürbar komfortabler. Ein grosszügig gepolsterter Sitz und hohe Griffe bis 105 cm machen den Spring auch für grosse Nutzer geeignet. Der Preis liegt bei rund 330 Euro (Stand: April 2026). Damit ist der Besco Spring unserer Meinung nach die beste Alternative für alle, denen Carbon zu teuer ist, die aber nicht auf Komfort verzichten möchten.
Dietz TAiMA Ventum: Der TAiMA Ventum ist ein klassisches Aluminium-Leichtgewicht mit rund 6,9 Kilogramm Eigengewicht und sehr schmaler Bauweise. Er eignet sich besonders für enge Wohnungen, Aufzüge und den Transport im Auto. Die Verarbeitung ist typisch Dietz: solide, deutsche Fertigung, lange Ersatzteilverfügbarkeit. Mehr Details und unsere Praxiserfahrungen finden Sie in unserem Dietz TAiMA Testbericht. Der Preis liegt bei rund 280 Euro (Stand: April 2026).
Weitere „Gut“-Modelle: Im Mittelfeld der Gut-Kategorie fanden sich weitere Aluminium-Rollatoren etablierter Hersteller wie Sunrise Medical, Rehasense und Saljol. Ihre Unterschiede liegen in Details: Korbgrösse, Bremshebel-Form, Sitzhöhe und Optik. Für den Alltag sind sie ähnlich gut geeignet. Wer ein sehr leichtes Carbonmodell unterhalb des Pegasus-Preisniveaus sucht, sollte auch den Carbon-Rollator-Vergleich lesen, da nicht alle Carbonmodelle den Sprung ins Spitzenfeld schafften.
Unsere Einschätzung: Alle „Gut“-Modelle sind empfehlenswert, wenn sie zu Körpergrösse, Gewicht und Einsatzgebiet passen. Der Unterschied zum Testsieger ist spürbar, aber nicht dramatisch. Wer hundert Euro sparen möchte und mit einem etwas schwereren Rollator leben kann, macht mit einem „Gut“-Modell nichts falsch.
Was bedeuten die Stiftung Warentest-Noten beim Rollator?
Skala von 0,5 bis 5,5 — so lesen Sie die Ergebnisse richtig
Durchschnittliche Modelle mit Note „Befriedigend"
Drei bis vier Rollatoren landeten mit „Befriedigend“ im Mittelfeld. Diese Modelle sind nicht schlecht, aber sie haben jeweils ein oder zwei deutliche Schwächen, die im Alltag auffallen.
Typische Kritikpunkte: schwergängige Bremsen, wacklige Sitzfläche, sperriges Faltsystem, geringe Kipp-Stabilität oder Bedienungselemente, die bei Handarthrose schwer zu greifen sind. Keines dieser Modelle fiel durch Sicherheitsmängel auf, aber keines überzeugte auch rundum. Die Stiftung Warentest formuliert „Befriedigend“ als „im Alltag brauchbar, aber nicht die erste Wahl“. Dem schliessen wir uns an.
Wer bereits einen solchen Rollator besitzt, muss ihn nicht zwingend austauschen. Wer aber neu kauft, sollte sich den kleinen Aufpreis zu einem „Gut“-Modell überlegen. Der Unterschied zwischen 150 und 250 Euro wirkt gross, aber über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren relativiert sich das auf etwa 20 Euro Differenz pro Jahr. Für deutlich bessere Alltagstauglichkeit ist das gut angelegt.
Typische Schwachpunkte im Mittelfeld: Die „Befriedigend“-Modelle wiesen wiederkehrende Muster auf. Die Griffe waren häufig nicht ergonomisch genug geformt, sodass bei längerer Nutzung die Handgelenke überstreckt wurden. Der Faltmechanismus war bei mehreren Modellen umständlich und verlangte zwei Hände und drei Arbeitsschritte. Die Bremsen liessen sich zwar bedienen, waren aber hakelig oder zogen einseitig. Einzelne Rollatoren zeigten Schwächen beim Sitzkomfort: zu schmale Sitzflächen, dünne Polsterung oder wackelige Sitzbefestigung (Stiftung Warentest 09/2025).
Preis-Leistung ist oft schlechter als bei Gut-Modellen: Auffällig ist, dass einige befriedigende Modelle preislich kaum unter den gut bewerteten liegen. Ein Befriedigend-Rollator für ca. 280 Euro (Stand: April 2026) konkurriert mit einem Gut-Modell für ca. 300 Euro. Der kleine Aufpreis wird durch deutlich bessere Alltagstauglichkeit mehr als aufgewogen. Wir raten daher, bei ähnlichem Preisniveau konsequent zur besseren Note zu greifen.
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PAK-Warnung: Die „Mangelhaft"-Modelle im Detail
Der heikelste Befund des Tests betrifft zwei Rollatoren, die mit „Mangelhaft“ bewertet wurden. Beide fielen nicht wegen Konstruktionsfehlern durch, sondern wegen nachgewiesener Schadstoffbelastung. Konkret wurden in den Griffen erhöhte Mengen an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) gefunden.
Was sind PAK? Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe sind eine Stoffgruppe, die bei unvollständiger Verbrennung organischer Materialien entsteht. Typische Quellen sind Ruß, Teer und Verbrennungsrückstände. In Kunststoffen und Gummi entstehen sie, wenn minderwertige Rohstoffe oder Weichmacheröle eingesetzt werden. Weichgriffe, die täglich stundenlang mit den Händen in Kontakt kommen, sind deshalb ein besonders kritisches Bauteil.
Gesundheitliche Einstufung: Einige PAK-Verbindungen sind als krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet mehrere Vertreter dieser Stoffgruppe als gesundheitlich besorgniserregend und empfiehlt, die Exposition so gering wie möglich zu halten. Die Aufnahme erfolgt bei Rollatorgriffen vor allem über die Haut bei langem, täglichem Kontakt.
Was heisst das für den Nutzer? Ein einzelner Kontakt führt nicht zu akuten Gesundheitsschäden. Das Problem ist die Langzeitbelastung: Bei täglicher Nutzung über Jahre gelangen PAK über die Haut in den Körper. Für ein Hilfsmittel, das speziell für ältere, oft bereits gesundheitlich belastete Menschen gedacht ist, ist eine solche Belastung aus unserer Sicht nicht akzeptabel. Die Stiftung Warentest sieht das genauso und wertete entsprechend hart ab.
Woran erkennen Verbraucher das Problem? Leider kaum. PAK sind geruchlich und optisch nicht zuverlässig erkennbar. Einige stark belastete Griffe riechen nach Teer oder alter Auto-Werkstatt, das ist aber kein verlässliches Indiz. Die einzige sichere Methode ist ein Labortest, und genau den leistet die Stiftung Warentest. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte beim Neukauf auf ein Modell mit „Gut“ oder besser zurückgreifen. Wer bereits einen günstigen Rollator im Einsatz hat und sich unsicher ist, kann die Griffe im Fachhandel gegen schadstoffgeprüfte Ersatzgriffe tauschen lassen.
Die Mangelhaft-Modelle waren ein Standardrollator aus dem Kassensegment für rund 67 Euro und ein Aluminium-Leichtgewicht für rund 170 Euro. Das zeigt: Das Problem ist nicht auf eine Preisklasse beschränkt. Auch teurere Modelle können belastet sein, wenn der Hersteller bei der Griffauswahl spart. Und günstige Modelle sind nicht automatisch belastet. Dennoch ist die Korrelation im Test deutlich: Je niedriger der Preis, desto eher geht der Hersteller Kompromisse bei den Komponenten ein.
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Kritik an Kassenmodellen: Warum schneiden sie so schlecht ab?
Einer der deutlichsten Befunde der Stiftung Warentest betrifft die drei getesteten Standardrollatoren aus Stahl, also die klassischen Kassenmodelle, die Versicherte per Rezept kostenfrei erhalten. Keines dieser Modelle erreichte eine bessere Note als „Befriedigend“, und eines fiel sogar mit „Mangelhaft“ durch.
Die Kritikpunkte waren wiederkehrend. Die Modelle waren schwer, meist über 9 Kilogramm. Sie liessen sich nur umständlich falten, oft mit beiden Händen und mehreren Handgriffen. Die Höhenverstellung war fummelig, teils mit Werkzeug nötig. Die Bremsen waren grob dosiert. Die Sitzflächen waren hart und schmal. Und bei einem Modell wurden erhöhte PAK-Werte in den Griffen festgestellt.
Das ist ein strukturelles Problem. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen für den sogenannten Standardrollator eine niedrige Pauschale. Hersteller, die in diesem Segment anbieten, müssen zu sehr engen Preisen produzieren. Die Folge sind Konstruktionen aus Stahl mit einfachen Komponenten und geringer Qualitätskontrolle bei den Weichteilen. Aus Sicht der Stiftung Warentest ist das ein Versäumnis des Versorgungssystems.
Für Betroffene bedeutet das: Der kostenfreie Kassenrollator ist selten die beste Wahl. Wer mobiler, sicherer und komfortabler unterwegs sein möchte, kann stattdessen einen wirtschaftlichen Aufpreis zahlen und ein Leichtgewicht aus dem Gut-Bereich bekommen. Die Kasse steuert dann den Festbetrag bei, den Rest zahlt der Versicherte selbst. Wie das konkret funktioniert und welche Modelle über diesen Weg bezuschusst werden, erklären wir in unserem Ratgeber Rollator auf Rezept. Oft liegt der Eigenanteil bei 150 bis 250 Euro, das ist für deutlich mehr Alltagsqualität eine sinnvolle Investition.
Leichtgewicht vs. Standard: Die klare Lehre aus dem Test
Wenn man die Testergebnisse 2025 zusammenfasst, entsteht ein eindeutiges Bild. Leichtgewicht-Rollatoren aus Aluminium oder Carbon sind den klassischen Stahl-Standardmodellen in fast allen Punkten überlegen.
Gewicht: Leichtgewichte wiegen 5 bis 7 Kilogramm, Standardrollatoren 8 bis 10 Kilogramm. Der Unterschied ist spürbar, wenn man den Rollator in den Kofferraum heben oder zwei Treppenstufen überwinden muss.
Handhabung: Leichtgewichte lassen sich meist einhändig falten, Standardrollatoren fast nie. Die Bremsen sind feiner dosiert, die Höhenverstellung einfacher.
Sicherheit: Beide Typen können sicher sein, aber die Leichtgewichte im Test hatten durchweg bessere Kipppunkte und Bremswerte. Das hat mit der Geometrie zu tun, nicht primär mit dem Material.
Komfort: Gepolsterte Sitze, ergonomische Griffe und gefederte Varianten sind in der Leichtgewicht-Klasse Standard. Bei Kassenmodellen muss man sich mit Basisausstattung begnügen.
Haltbarkeit: Überraschend gut. Auch günstige Aluminium-Leichtgewichte hielten den Dauerhaltbarkeitstests stand, solange die Konstruktion solide war. Das alte Vorurteil, Alu sei weniger stabil als Stahl, trifft bei modernen Rollatoren nicht mehr zu.
Unsere klare Empfehlung: Wer neu kauft, sollte ein Leichtgewicht wählen. Die Frage ist nur noch, ob Aluminium (günstiger, robust) oder Carbon (teurer, nochmals leichter) die bessere Wahl ist. Für die meisten Menschen reicht gutes Aluminium völlig aus. Carbon lohnt sich vor allem, wenn der Rollator häufig transportiert werden muss oder die Kraft im Oberkörper nachlässt.
In 6 Schritten zum richtigen Rollator aus dem Stiftung Warentest
Den Test mit der eigenen Lebenssituation abgleichen — so treffen Sie eine fundierte Entscheidung.
Einsatzgebiet klären
Überwiegend drinnen, draußen oder beides? Für viel Außeneinsatz auf Kopfsteinpflaster: Federung empfehlenswert (z. B. Besco Spring).
Körpergröße & Gewicht prüfen
Griffhöhe muss zur Körpergröße passen. Belastbarkeit: meist 130–150 kg, XL-Modelle bis 180 kg.
Transportbedarf bedenken
Rollator wird oft ins Auto gehoben? Dann zählt jedes Kilo. Carbon oder schmales Alu-Modell wie Dietz TAiMA Ventum wählen.
Sitzbedarf einschätzen
Häufige Pausen nötig? Dann breiter, gepolsterter Sitz wichtig. Wer den Rollator rein zum Gehen nutzt, kann auf Komfortsitz verzichten.
Budget realistisch festlegen
Gut-Modelle: 250–400 €. Unter 200 € wird es kritisch. Carbon-Modelle spielen ihre Vorteile ab ca. 500 € aus.
Kassenweg klären
Bei anerkannter Indikation zahlt die Krankenkasse einen Festbetrag. Mit Zuzahlung von 150–250 € oft ein deutlich besseres Leichtgewicht möglich.
Wie Sie den richtigen Rollator aus dem Test finden
Die Noten der Stiftung Warentest sind ein guter Startpunkt, aber keine komplette Entscheidungsgrundlage. Für die persönliche Wahl müssen Sie den Test mit Ihrer Lebenssituation abgleichen. Wir empfehlen eine Prüfung in sechs Schritten.
Schritt 1: Einsatzgebiet klären. Überwiegend drinnen, überwiegend draussen oder beides? Für reine Innennutzung reichen einfachere Modelle. Wer viel im Freien unterwegs ist und Kopfsteinpflaster bewältigt, braucht grössere Räder und idealerweise eine Federung wie beim Besco Spring.
Schritt 2: Körpergrösse und Gewicht prüfen. Die Griffhöhe muss zur Körpergrösse passen, sonst drohen Schulter- und Rückenbeschwerden. Die maximale Belastbarkeit liegt bei den getesteten Modellen meist bei 130 bis 150 Kilogramm, einzelne XL-Varianten gehen bis 180 Kilogramm.
Schritt 3: Transportbedarf bedenken. Wird der Rollator oft ins Auto gehoben? Dann zählt jedes Kilo. Carbon oder ein schmales Alu-Modell wie der Dietz TAiMA Ventum lohnt sich.
Schritt 4: Sitzbedarf einschätzen. Wer häufig Pausen braucht, profitiert von einem breiten, gepolsterten Sitz. Wer den Rollator nur zur Unterstützung beim Gehen nutzt, kann auf Komfortsitz verzichten.
Schritt 5: Budget realistisch festlegen. Die Spanne Gut-getesteter Modelle liegt zwischen 250 und 400 Euro. Unter 200 Euro wird es im Test kritisch. Über 500 Euro spielen Carbonmodelle ihre Vorteile aus.
Schritt 6: Kassenweg klären. Bei anerkannter Indikation zahlt die Krankenkasse einen Festbetrag. Mit Aufzahlung bekommen Sie oft ein deutlich besseres Leichtgewicht. Unser Ratgeber Rollator auf Rezept erklärt die Details.
Wenn Sie sich unsicher sind, empfehlen wir einen Besuch im Sanitätshaus. Dort können Sie mehrere Modelle ausprobieren und die Körpermasse anpassen lassen. Danach lässt sich ein konkretes Modell oft günstiger online bestellen, etwa über rehashop.de oder aktivshop.de, die beide zu den grösseren Anbietern im Hilfsmittelhandel gehören.
Was bedeuten die Noten konkret? Einordnung der Testergebnisse
Die Noten der Stiftung Warentest folgen der bekannten Skala von „Sehr gut“ (0,5 bis 1,5) bis „Mangelhaft“ (4,6 bis 5,5). Aber was heisst das praktisch für einen Rollator?
„Sehr gut“: Überzeugt in allen Bereichen, keine nennenswerte Schwäche. Im aktuellen Test erreichte nur der Pegasus Carbon diese Stufe. Sehr-gut-Noten sind bei Rollatoren historisch selten, was zeigt, wie hoch die Messlatte liegt.
„Gut“: Solide Leistung, kleinere Kritikpunkte. Diese Modelle sind alltagstauglich, sicher und schadstoffarm. Für die meisten Verbraucher die empfohlene Kategorie.
„Befriedigend“: Grundsätzlich brauchbar, aber mit einer oder zwei spürbaren Schwächen. Kann passen, wenn der Preis stimmt und die Schwäche nicht den eigenen Einsatzbereich trifft.
„Ausreichend“: Deutliche Kompromisse. Im aktuellen Test nicht zentral vertreten, aber in älteren Rollator-Tests häufiger. Wir empfehlen das nicht.
„Mangelhaft“: Gravierende Schwächen, meist Sicherheit oder Schadstoffe. Klare Kaufwarnung. Im Test 2025 betraf das zwei Modelle mit PAK-Belastung.
Notenspannen im Detail: Die Skala ist dezimal gestaffelt. Die Note 1,0 bis 1,5 gilt als „Sehr gut“ und beschreibt ein in allen Prüfkategorien herausragendes Produkt. 1,6 bis 2,5 ist „Gut“ und bedeutet empfehlenswerte Qualität mit minimalen Schwächen. 2,6 bis 3,5 steht für „Befriedigend“, also funktional, aber mit spürbaren Schwächen. 3,6 bis 4,5 ist „Ausreichend“ und signalisiert grenzwertige Qualität mit erkennbaren Defiziten. 4,6 bis 5,5 bedeutet „Mangelhaft“ und wird vergeben, wenn Sicherheitsmängel oder Schadstoffbelastungen vorliegen. Eine halbe Notenstufe Unterschied klingt wenig, macht im Alltag aber einen deutlichen Unterschied in Komfort und Sicherheit.
Wichtig ist der Kontext: Eine Note „Gut“ heisst bei der Stiftung Warentest mehr als „Gut“ bei einem Händlerranking. Die Prüfkriterien sind streng, die Abwertungsregeln hart. Ein mit „Gut“ bewerteter Rollator ist in der Regel eine sehr solide Wahl.
Alternativen und Ergänzungen zum Test
Der Test umfasst elf Modelle, aber der Markt bietet hunderte Varianten. Viele gute Rollatoren waren schlicht nicht Teil der Prüfung. Das heisst nicht, dass sie schlechter sind. Es heisst nur, dass ihre Qualität nicht unabhängig bestätigt wurde.
Wer über den Test hinausschauen möchte, sollte auf bekannte Hersteller mit guter Servicestruktur setzen. TOPRO, Dietz, Rehasense, Saljol, byACRE, Sunrise Medical und Besco Medical haben sich etabliert und bieten in der Regel auch Ersatzteile über lange Zeiträume. Bei No-Name-Produkten aus Online-Marktplätzen ist Vorsicht geboten, vor allem wegen der bekannten Schadstoffthematik.
Ein Aspekt, den die Stiftung Warentest nicht separat prüft, ist die Optik. Für viele Nutzer ist die Frage „Sehe ich damit alt aus?“ emotional wichtig. Moderne Rollatoren wie der byACRE Overland oder der TOPRO Pegasus sehen deutlich weniger nach Medizintechnik aus als klassische Kassenmodelle. Das kann die Akzeptanz erhöhen und damit auch die tatsächliche Nutzung. Ein schöner Rollator, der täglich eingesetzt wird, bringt mehr als ein funktionaler, der aus Scham im Flur steht.
Für Einsätze im Freien auf unebenem Gelände empfehlen wir, auch über Outdoor-Rollatoren mit luftbereiften Reifen nachzudenken. Diese werden im Test der Stiftung Warentest nicht separat betrachtet, sind aber für Landbewohner oder Menschen mit Wald-Spaziergängen eine eigene Kategorie wert.
Fazit: Rollator Test
Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Rollator-Test der Stiftung Warentest 2025 ist der derzeit wichtigste Orientierungspunkt auf dem deutschen Markt. Die Ergebnisse sind klar. Ein Testsieger im Carbon-Segment setzt die Messlatte hoch, eine solide Mitte aus Aluminium-Leichtgewichten bietet faire Preis-Leistung, und zwei Modelle mit Schadstoffbelastung erinnern daran, wie wichtig unabhängige Prüfungen sind. Für uns von Pflege Panorama ist die wichtigste Lehre: Kassenmodelle sind selten die beste Wahl, Leichtgewichte lohnen fast immer den Aufpreis, und bei der Modellauswahl gilt „lieber einmal richtig als zweimal günstig“. Wer den Test als Grundlage nimmt und die eigene Situation realistisch einbezieht, findet in diesem Markt einen sicheren, langlebigen und alltagstauglichen Rollator Stiftung Warentest-geprüfter Qualität.
Die wichtigsten Fragen
Welcher Rollator ist Testsieger der Stiftung Warentest 2025?
Der TOPRO Pegasus Carbon ist der Testsieger. Er erhielt als einziges Modell im Test die Note „Sehr gut“ (1,5) (Stiftung Warentest 09/2025). Er ist ein Carbon-Leichtgewicht mit rund 4,8 Kilogramm Eigengewicht und kostet ca. 556 Euro (Stand: 2026).
Welche Rollatoren sind im Test durchgefallen?
Zwei Modelle erhielten die Note „Mangelhaft“ (Stiftung Warentest 09/2025). Beide fielen wegen erhöhter Werte an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in den Griffen durch. PAK sind Schadstoffe, die teilweise als krebserzeugend eingestuft werden. Betroffen waren ein Standardrollator aus dem Kassensegment und ein günstiges Aluminium-Leichtgewicht.
Sind teure Rollatoren automatisch besser?
Nein, aber in der Tendenz ja. Der Test zeigte, dass die meisten „Gut“-Modelle im Bereich 250 bis 400 Euro lagen. Die „Mangelhaft“-Modelle waren beide günstig. Die Korrelation ist allerdings nicht eindeutig: Auch einige mittelpreisige Modelle landeten nur bei „Befriedigend“. Die Note und die Konstruktion sind aussagekräftiger als der Preis allein.