Pflege bei Parkinson

Aktivierende und mobilisierende Pflege bei Parkinson-Patienten
Inhalt dieses Beitrags

Das Parkinson-Syndrom ist die zweithäufigste sogenannte neurodegenerative Erkrankung. Bei Parkinson-Betroffenen kommt es zum Absterben bestimmter Nervenzellen im Gehirn und damit zur Einschränkung bestimmter Körperfunktionen. Da Parkinson eine fortschreitende Krankheit ist, ist es bei der Pflege von Erkrankten besonders wichtig, die Funktionalität der betroffenen Areale so lange wie möglich durch Aktivierung und Mobilisierung zu erhalten. Pflegende Angehörige sind vom sich kontinuierlich verschlechternden Zustand ihrer Lieben oft überfordert. Um sicherzustellen, dass Parkinson-Patienten so gut wie möglich unterstützt und gefördert werden, kann eine 24-Stunden-Pflegekraft hilfreich sein.

Parkinson: Krankheitsbild und Formen

Krankenkassendaten lassen darauf schließen, dass es aktuell rund 400.000 Parkinson-Erkrankte in Deutschland gibt. Es gibt verschiedene Formen der Parkinson-Erkrankung, die sich in ihren Symptomen, Verlauf und Ursachen unterscheiden können. Hier finden Sie einen Überblick über die häufigsten Formen:

  • Idiopathisches Parkinson-Syndrom: Rund 75 Prozent der Betroffenen leiden am sogenannten idiopathischen Parkinson-Syndrom. Das bedeutet, dass es keine greifbare Ursache für die Erkrankung gibt.
  • Deutlich seltener kommen das sekundäre Parkinson-Syndrom sowie das atypische Parkinson-Syndrom vor. Beim sekundären oder auch symptomatischen Parkinsonsyndrom ist die Ursache der Symptome bekannt. Diese können zum Beispiel durch einen Gehirntumor, Verletzungen des Gehirns oder auch Medikamente und Gifte sein. Beim atypischen Parkinson-Syndrom werden die Symptome von einer anderen Erkrankung des Nervensystems ausgelöst.
  • Sehr selten kommt es auch zu einer genetischen Form des Parkinson-Syndroms. Dabei kommt es familiär zu einer Häufung von Parkinson-Erkrankungen.

Die Krankheit wurde nach dem britischen Arzt James Parkinson benannt, der sie 1817 zum ersten Mal explizit erwähnte und sie als Schüttellähmung beschrieb. Heute weiß man, dass das idiopathische Parkinsonsyndrom eine Erkrankung des zentralen Nervensystems ist, bei der Nervenzellen in einem bestimmten Teil des Gehirns, der sogenannten „schwarzen Substanz“ (Substantia Nigra) kontinuierlich absterben. Die Zellen, die sonst eine wichtige Funktion bei der Produktion des Botenstoffs Dopamin haben, können nicht mehr ausreichend davon produzieren. Dopamin braucht der Körper, um Bewegungen auszuführen. Ist zu wenig davon vorhanden, sind die Folgen typische Parkinson-Symptome wie Steifheit, Zittern oder Bewegungsstörungen. Zwar ist die Krankheit derzeit nicht heilbar, Medikamente können das Fortschreiten von Parkinson mittlerweile in vielen Fällen aber deutlich verlangsamen und somit die Phase, in der Erkrankte trotzdem noch fit und aktiv sein können, verlängern. Mit dem Fortschreiten kommt allerdings unweigerlich der Punkt, an dem Parkinson-Patienten nicht mehr selbständig genug sind, um ohne Pflege auszukommen. Angehörige sind deshalb gut beraten, sich am besten zusammen mit den Betroffenen frühzeitig Gedanken darüber zu machen, wie sich die Pflege zukünftig genau gestalten soll.

Um eine finanzielle Unterstützung für die Pflege bei Parkinson zu erhalten, ist die Erteilung eines Pflegegrades unabdingbar. Alles rund um das Thema Pflegegrad ermitteln finden Sie in unserem Ratgeber.

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Häufige Warn­zeichen und Sympto­me von Mor­bus Par­kinson

Eines der ersten Anzeichen von Parkinson, das Betroffene oft beschreiben, ist die Beeinträchtigung des Geruchssinns: Parkinson-Betroffene nehmen plötzlich Gerüche nicht mehr wahr, die für andere ganz eindeutig zu riechen sind. Oft sind die frühen Symptome der Krankheit diffus und deuten nicht unbedingt auf Parkinson hin. Mit dem Älterwerden schleichen sich häufig körperliche Symptome ein, die denen des Parkinsonsyndroms ähnlich sein können. Umso wichtiger ist es, die Warnzeichen zu erkennen, denn je früher mit der Medikation begonnen wird, umso aussichtsreicher ist die Therapie. Und auch eine frühe Unterstützung durch eine Betreuungskraft in Form von Mobilisierung und Aktivierung kann einen großen Unterschied für Erkrankte bedeuten. Diese Symptome deuten auf eine Parkinson-Erkrankung hin:

  • Beeinträchtigung bis hin zum Verlust des Geruchssinns
  • Muskel- und Gelenkschmerzen, oft in den Armen und Schultern
  • Störungen des REM-Schlafs in Form von lautem Sprechen, Lachen oder auch Gestikulierens während des Schlafens
  • Scheinbar grundlose Müdigkeit und Erschöpfung
  • Verdauungsprobleme in Form von Verstopfung
  • Alltägliches wie Aufstehen, Anziehen, Waschen, Zähneputzen, Zuknöpfen usw. dauert deutlich länger als üblich
  • Erkrankte sind oft in sich gekehrt, vernachlässigen Sozialkontakte und Hobbys und entwickeln häufig eine Depression 
  • Sehstörungen
  • Angstzustände 
  • Kreislaufprobleme 
  • Probleme mit der Handschrift, sie wirkt oft krakelig und wird zum Zeilenende hin kleiner
  • Störungen des Bewegungsapparates 
  • Körperliche Unsicherheit, zittriges Gefühl
  • Steifheit bis hin zu Bewegungsblockaden  
  • Arme schwingen beim Gehen nicht mehr oder nur noch ganz wenig mit bzw. es schwingt nur ein Arm mit  
  • Übermäßiges Schwitzen

Die 5 Krankheitsstadien bei Parkinson

Die Parkinson-Erkrankung lässt sich in 5 verschiedene Stadien bzw. Phasen einteilen, die den Fortschritt der Krankheit im Lauf der Zeit beschreiben. Gemäß der Hoehn und Yahr-Skala lassen sich 5 Stadien identifizieren: 

  1. Frühstadium: In diesem Stadium ist meist das typische leichte Zittern oder eine gewisse Steifheit zu beobachten. Die Symptome beeinträchtigen den Alltag noch nicht stark.
  2. Frühes fortgeschrittenes Stadium: Die Bewegungsprobleme sind deutlich spürbar und beeinflussen das alltägliche leben bereits etwas. 
  3. Mittleres Stadium: In diesem Stadium haben Betroffene Schwierigkeit, ihre Balance zu halten, können aber immer noch ohne Unterstützung stehen und gehen.
  4. Fortgeschrittenes Stadium: Ohne Unterstützung können Betroffene kaum noch gehen und tägliche Aktivitäten können nicht mehr ohne Unterstützung bewältigt werden.
  5. Spätstadium: Im fortgeschrittendsten Stadium der Parkinson-Erkrankung sind Betroffene oft bettlägerig oder an einen Rollstuhl gebunden.

Es ist zu beachten, dass jeder Patient individuell ist und nicht jeder alle Stadien durchlaufen muss. Die skizzierte Skala dient als grober Rahmen zur Beschreibung des typischen Verlaufs, aber kann nicht alle individuellen Variationen vollständig erfassen.

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Risiko­faktoren für Parkinson

Risikofaktor Nummer eins bei Parkinson ist das Alter. Die steigende Lebenserwartung ist auch ein Grund dafür, warum die Zahlen der an Morbus Parkinson erkranken Menschen weltweit in den vergangenen Jahren geradezu explodiert sind. Die Mehrheit der Parkinson-Patienten ist älter als 60 Jahre, wobei es Theorien gibt, dass die Erkrankung eigentlich schon viel früher einsetzt, zum Beispiel mit 30 oder 40, aber sich erst über die Jahrzehnte so verschlimmert, dass die schließlich diagnostiziert wird. 


Warum genau die Nervenzellen in der besagten Gehirnregion, der „Substantia Nigra“ sterben, ist nach wie vor unklar. Wissenschaftliche Untersuchungen deuten allerdings darauf hin, dass bei Parkinson-Patienten Nervenzellen zellschädigende Stoffe nicht ganz abbauen können. Dazu zählen unter anderem die berühmten freien Radikale, die durch Stoffwechselprozesse in der Zelle entstehen. Diskutiert wird auch, ob im Körper eines Betroffenen vielleicht besonders viele freie Radikale produziert werden. Das würde bedeuten, Parkinson-Patienten leiden an einer Stoffwechselstörung. Die bisherigen Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass es eine Kombination aus genetischen und Umweltfaktoren ist, die eine Entstehung von Parkinson begünstigen.

Behandlung und Pfle­ge bei Par­kinson: Therapie nach dem Bau­kasten-Prinzip

So vielfältig die Symptome sind, so individuell ist auch die Behandlung des Parkinsonsyndroms. Da es noch keine Heilung gibt, werden vorrangig die einzelnen Symptome angegangen. Ein wichtiger Bestandteil ist die medikamentöse Therapie, die vorrangig mit Levodopa durchgeführt wird. Die Vorstufe des Dopamins hilft dabei, die Botenstoffe im Gehirn wieder ins Gleichgewicht zu bringen, die Beweglichkeit zu verbessern und das Zittern, den Tremor, zu lindern. Viele Patienten empfinden nicht den Tremor, sondern den Rigor, also die Steifheit des Körpers als eigentliches Problem. Levodopa kann den Rigor lindern, allerdings sind bei einer längeren Therapie auch Nebenwirkungen wie unkontrollierte Bewegungen möglich. Deshalb gibt es auch noch andere Medikamente, die sich auf den Dopaminspiegel auswirken und oft auch in Kombination verabreicht werden. 

Ein weiteres entscheidendes Element bei der Therapie von Morbus Parkinson ist die richtige Pflege. Für den Therapieerfolg ist es entscheidend, Erkrankte zu animieren, alles zu tun, was noch möglich ist – und zwar so lange es möglich ist. Hilfe zur Selbsthilfe ist hier das Stichwort, denn das Ziel der Pflege von Parkinson-Betroffenen ist es, Körperfunktionen, Beweglichkeit und die Fähigkeit zu alltäglichen Tätigkeiten so lange wie möglich zu erhalten. Aktivierende Pflege ist bei Parkinson unerlässlich für den Therapieerfolg. 

Mögliche Punkte bei der Pflege bei Parkinson sind: 

  • Ergotherapie
  • Bewegungsübungen/Sport
  • Koordination fördern
  • Sprachtherapie, wenn nötig

Liebe­volle 24-Stunden-Betreuungs­kräfte erleich­tern das Le­ben mit Parkinson

Wird Parkinson bei einem Angehörigen diagnostiziert, ist klar, dass der Punkt kommt, an dem der Betroffene Pflege benötigt. Die Frage ist nur, wann. Angehörige sollten sich deshalb schon frühzeitig damit auseinandersetzen, wie die Pflege organisiert wird, wenn es soweit ist. Um Erkrankten die Angst zu nehmen, irgendwann in ein Pflegeheim ziehen zu müssen, kann man beispielsweise die Betreuung durch eine 24-Stunden-Pflegekraft ins Auge fassen. Mit dem Fortschreiten der Parkinson-Erkrankung verändert sich auch der Schwerpunkt der Pflege. Während es in den anfänglichen Stadien in erster Linie darum geht, Eigenständigkeit zu erhalten und zu fördern, rückt mit fortschreitendem Parkinson-Verlauf vor allem die Unterstützung bei allen Tätigkeiten in den Fokus, die Erkrankte nicht mehr selbständig ausführen können. Diese Entwicklung geht oft schleichend voran. Um den Pflegeaufwand nicht ständig neu einschätzen zu müssen, ist eine 24-Stunden-Betreuungskraft sehr hilfreich. Auf unserem Portal pflege-panorama.de haben Sie die Möglichkeit, die Anbieter von 24-Stunden-Betreuung zu vergleichen. Damit erhalten Sie kostenlos einen Überblick über für Sie geeignete Anbieter. Durch eine Bedarfsermittlung vorab, stellen wir sicher, dass der Vergleich die aktuelle Pflegesituation sowie Anforderungen und Wünsche berücksichtigt. So nehmen wir Ihnen viel Arbeit ab.

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Die wichtigsten Fragen

Kann man Parkinson-Patienten zu Hause pflegen?

Natürlich kann man Parkinson-Erkrankte im häuslichen Umfeld pflegen, genau wie die meisten anderen Pflegebedürftigen auch. Die Frage dabei ist lediglich, wie man die Pflege organisiert. Da Parkinson eine fortschreitende Erkrankung ist, bedeutet das, dass sich der Pflegeaufwand stetig erweitert. Pflegende Angehörige sollten sich also gründlich überlegen, bis zu welchem Punkt sie die Pflege selbst leisten können, sofern sie das wollen. Eine ideale Alternative für die Pflege bei Parkinson ist die 24-Stunden-Pflege. Dabei kümmert sich eine 24-Stunden-Betreuungskraft nahezu rund um die Uhr um den Erkrankten und leistet alle notwendigen Aspekte der Pflege abgesehen von medizinischen Behandlungen.

Haben 24-Stunden-Pflegekräfte Erfahrung im Umgang mit Parkinson-Patienten?

Welche Qualifikationen die 24-Stunden-Betreuungskräfte haben, ist ganz unterschiedlich. Wenn Sie eine Pflegekraft mit Erfahrung im Umgang mit Parkinson-Patienten suchen, berücksichtigen wir dies beim Vergleich der Anbieter. So stellen wir von Pflege Panorama sicher, dass die pflegebedürftige Person die bestmögliche Betreuung erhält.

Julia Greguletz
Julia Greguletz
Hallo lieber Leser, mein Name ist Julia und ich bin vom Team Pflege Panorama. Ich schreibe unsere Ratgeber-Artikel, um umfassend über häusliche Betreuung zu informieren.
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Selbstständigkeit und Unabhängigkeit ist nicht nur für Pflegebedürftige, sondern auch für ihre Angehörigen von großer Bedeutung. Im Rahmen der aktivierenden Pflege sollen daher noch vorhandene Fähigkeiten zur Selbstversorgung weiter gestärkt und bereits verloren gegangene Fähigkeiten wieder reaktiviert werden. Aus diesem Grund spricht man bei aktivierender Pflege auch von Hilfe zur Selbsthilfe. Zur Umsetzung dessen gibt es eine Vielzahl an Maßnahmen, die für verschiedene Ebenen der Aktivierung geeignet sind. Welche Maßnahmen für die Pflegebedürftigen geeignet sind, ist individuell und hängt von den jeweiligen Bedürfnissen und Fähigkeiten ab.
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Wenn ein Familienmitglied zum Pflegefall wird, trifft das Angehörige oft vollkommen unerwartet. Viele fühlen sich allein und überfordert. Doch es gibt viele Hilfsangebote, die Betroffenen in diesem Moment helfen.