KfW 455 Programm Barrierefreiheit: Was wird gefördert?

Fördermöglichkeiten und finanzielle Unterstützung für den barrierefreien Badumbau bei Pflegestufe 2
Pflegekraft lächelt ältere Dame an, symbolisiert freundliche Seniorenbetreuung und Unterstützung.
Inhalt dieses Beitrags

Das KfW 455 Programm war jahrelang die beliebteste Förderung für altersgerechtes Umbauen in Deutschland – ein direkter Zuschuss ohne Rückzahlung, der Hunderttausenden Menschen geholfen hat, ihre Wohnung barrierefrei zu gestalten. Doch seit 2025 ist das Programm gestoppt, und viele stehen vor der Frage: Wie finanziere ich jetzt meinen Badumbau oder Treppenlift? Die gute Nachricht: Es gibt Alternativen, und wir zeigen Ihnen genau, welche Optionen Sie jetzt nutzen können.

Wir von Pflege Panorama begleiten Sie durch den Förderdschungel und erklären, was das KfW Programm 455 früher gefördert hat, warum es eingestellt wurde und welche konkreten Möglichkeiten Sie heute haben, um Ihr Zuhause altersgerecht und barrierefrei umzubauen.

KfW 455 Programm: Status und Alternativen 2025

Status 2025:
❌ Seit 1. Januar 2025 eingestellt, keine neuen Anträge möglich, Haushaltsmittel nicht vorgesehen
Frühere Förderung:
Einzelmaßnahmen: 10% bis max. 2.500 €, Standard "Altersgerechtes Haus": 12,5% bis max. 6.250 €
Alternative KfW 159:
✅ Verfügbar: Bis 50.000 € Kredit zu ab 2,24% Zinsen, Laufzeit 4-30 Jahre wählbar
Pflegekasse-Zuschuss:
Bis zu 4.180 € pro Person, maximal 16.720 € bei mehreren Pflegebedürftigen, kombinierbar mit KfW 159
Ausblick 2026:
50 Mio. € für "Altersgerechtes Umbauen" eingeplant, noch keine Garantie für KfW 455-Neuauflage

Aktuelle Situation: KfW 455-B ist seit 2025 nicht verfügbar

Wer aktuell einen Antrag für das KfW 455-B Programm stellen möchte, wird enttäuscht. Seit dem 1. Januar 2025 nimmt die KfW-Bankengruppe keine neuen Anträge mehr an. Der Grund liegt in den haushaltspolitischen Entscheidungen der Bundesregierung – im Bundeshaushalt 2025 sind schlichtweg keine Mittel für dieses Förderprogramm vorgesehen.

Das ist besonders bitter, denn das KfW 455 Programm galt als eines der erfolgreichsten und beliebtesten Förderprogramme überhaupt. Seit seiner Einführung haben Hunderttausende Haushalte davon profitiert, ihre Wohnungen barrierefrei umzubauen und so länger selbstständig im eigenen Zuhause leben zu können. Die demografische Entwicklung würde eigentlich MEHR Förderung erfordern – nicht weniger.

Bereits bewilligte Anträge aus dem Jahr 2024 werden allerdings weiterhin ausgezahlt. Wer also rechtzeitig seinen Antrag gestellt hat, erhält das Geld wie versprochen. Für alle anderen bleibt aktuell nur die Alternative: der KfW-Kredit 159, ein zinsgünstiges Darlehen für altersgerechtes Umbauen, das weiterhin verfügbar ist. Und natürlich der Zuschuss der Pflegekasse, der bis zu 4.180 Euro beträgt und unabhängig von der KfW beantragt werden kann.

Die Verbände der Sanitär- und Heizungsbranche sowie zahlreiche Organisationen fordern seit Monaten eine Wiederaufnahme des Programms – bisher ohne Erfolg. Ob das KfW 455 Programm zurückkehrt, bleibt abzuwarten. Aktuell gibt es keine verbindlichen Zusagen der Regierung.

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Was war das KfW 455 Programm eigentlich?

Das KfW 455-B Programm mit dem vollen Titel „Barrierereduzierung – Investitionszuschuss“ war ein staatliches Förderprogramm, das Privatpersonen dabei unterstützte, ihre Wohnung oder ihr Haus altersgerecht und barrierefrei umzubauen. Der große Vorteil: Es handelte sich um einen Investitionszuschuss, also geschenktes Geld, das nicht zurückgezahlt werden musste.

Die Förderung richtete sich an Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, Wohnungseigentümergemeinschaften, aber auch an Mieter, die mit Zustimmung ihres Vermieters Umbaumaßnahmen durchführen wollten. Ein Pflegegrad war nicht erforderlich – das unterschied das KfW Programm 455 vom Zuschuss der Pflegekasse. Jeder konnte beantragen, unabhängig vom Alter oder Gesundheitszustand.

Die Höhe der Förderung hing vom Umfang der Maßnahmen ab. Bei Einzelmaßnahmen wie dem Einbau einer bodengleichen Dusche oder Haltegriffen wurden 10 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet, maximal jedoch 2.500 Euro. Wer hingegen den kompletten Standard „Altersgerechtes Haus“ umsetzte – also umfassende Umbaumaßnahmen in mehreren Bereichen – erhielt 12,5 Prozent Zuschuss, bis zu einem Maximum von 6.250 Euro pro Wohneinheit.

Die Antragstellung war vergleichsweise unkompliziert und erfolgte direkt über das KfW-Zuschussportal online. Wichtig war nur: Der Antrag musste VOR Beginn der Baumaßnahmen gestellt werden – wer zuerst baute und dann beantragte, ging leer aus.

 

Was wurde beim KfW 455 gefördert?

Das KfW 455-B Programm "Barrierereduzierung – Investitionszuschuss" deckte ein breites Spektrum an Umbaumaßnahmen ab. Wege zu Gebäuden und Wohnumfeld umfassten Rampen statt Treppen, breitere Wege für Rollstühle und bessere Beleuchtung im Eingangsbereich. Der Eingangsbereich und Wohnungszugang wurden durch Türverbreiterungen auf mindestens 90 cm, Schwellenabbau und automatische Türöffner barrierefrei gestaltet. Die Überwindung von Treppen und Stufen erfolgte durch Treppenlifte, Plattformlifte oder Aufzüge - besonders kostenintensive Maßnahmen, die durch den Zuschuss erschwinglicher wurden. Raumaufteilung und Schwellenabbau innerhalb der Wohnung beseitigten Stolperschwellen zwischen Räumen, verbreiterten Türen und schufen Bewegungsflächen. Der Badumbau und die Anpassung von Sanitärräumen machten den Großteil der Förderungen aus: bodengleiche Duschen ohne Einstiegsschwelle, rutschfeste Bodenbeläge (mindestens R10), unterfahrbare Waschbecken, höhenverstellbare WCs und Haltegriffe an strategischen Stellen. Auch moderne Technik wie Smart-Home-Lösungen, Beleuchtung mit Bewegungsmeldern und Notrufsysteme waren förderfähig. Der Standard "Altersgerechtes Haus" mit umfassenden Maßnahmen in mehreren Bereichen brachte die höchste Förderstufe von bis zu 6.250 €.

Welche Maßnahmen wurden mit KfW 455 gefördert?

Das KfW 455 Programm deckte ein breites Spektrum an Umbaumaßnahmen ab, die alle ein Ziel hatten: Barrieren reduzieren und das selbstständige Wohnen im Alter ermöglichen. Die Förderung war in verschiedene Bereiche unterteilt.

Wege zu Gebäuden und Wohnumfeld umfassten etwa den Abbau von Barrieren auf dem Grundstück – also Rampen statt Treppen, breitere Wege für Rollstühle oder bessere Beleuchtung im Eingangsbereich. Auch der Eingangsbereich und Wohnungszugang selbst war förderfähig: Türverbreiterungen auf mindestens 90 Zentimeter, Schwellenabbau und der Einbau von automatischen Türöffnern gehörten dazu.

Ein besonders wichtiger Punkt war die Überwindung von Treppen und Stufen. Hier wurden Treppenlifte, Plattformlifte oder der Einbau eines Aufzugs gefördert – Maßnahmen, die besonders kostenintensiv sind und durch den Zuschuss deutlich erschwinglicher wurden. Auch die Raumaufteilung und der Schwellenabbau innerhalb der Wohnung waren förderfähig. Stolperschwellen zwischen Räumen wurden entfernt, Türen verbreitert und Bewegungsflächen geschaffen.

Der Badumbau und die Anpassung von Sanitärräumen machten einen großen Teil der bewilligten Förderungen aus. Bodengleiche Duschen ohne Einstiegsschwelle, rutschfeste Bodenbeläge, unterfahrbare Waschbecken, höhenverstellbare WCs und die Montage von Haltegriffen – all das waren klassische Maßnahmen, die über das KfW Programm 455 bezuschusst wurden.

Auch moderne Technik war förderfähig: Orientierungs- und Kommunikationssysteme wie Smart-Home-Lösungen, Beleuchtung mit Bewegungsmeldern oder Notrufsysteme konnten beantragt werden. Wer das Gesamtpaket wählte und den kompletten Standard „Altersgerechtes Haus“ umsetzte, erhielt die höchste Förderstufe von bis zu 6.250 Euro.​

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Badumbau im Detail: Was wurde konkret gefördert?

Der Badumbau war eine der häufigsten Anwendungen des KfW 455 Programms, und das aus gutem Grund. Das Badezimmer ist der gefährlichste Raum im Haus für ältere Menschen – rutschige Böden, hohe Einstiege und fehlende Haltegriffe führen jedes Jahr zu Tausenden Stürzen.

Konkret wurden folgende Maßnahmen gefördert: Bodengleiche, schwellenlose Duschen standen ganz oben auf der Liste. Der Einbau einer ebenerdigen Dusche ohne Stolperkante war besonders beliebt, weil er die Sicherheit enorm erhöht und gleichzeitig modern aussieht. Rutschfeste Bodenbeläge mit Bewertungsgruppe R10 oder höher waren ebenfalls förderfähig – sie verhindern Ausrutschen auf nassen Fliesen.

Haltegriffe und Stützsysteme an strategisch wichtigen Stellen wie Dusche, Badewanne und Toilette gaben älteren Menschen den nötigen Halt beim Bewegen im Bad. Auch unterfahrbare Waschbecken, die mit dem Rollstuhl genutzt werden können, und Türverbreiterungen auf mindestens 90 Zentimeter für barrierefreien Zugang waren Teil des Förderkatalogs. Moderne Beleuchtungssysteme mit Bewegungsmeldern sorgten zudem für bessere Sicht und mehr Sicherheit, besonders nachts.

All diese Maßnahmen zusammen machten aus einem herkömmlichen Badezimmer ein altersgerechtes, sicheres Bad, in dem selbstständiges Leben auch bei eingeschränkter Mobilität möglich blieb.

 

KfW-Kredit 159 als starke Alternative nutzen

Da das KfW 455 Programm seit 2025 nicht verfügbar ist, bleibt der KfW-Kredit 159 "Altersgerecht Umbauen" als einzige KfW-Förderung für Barrierefreiheit - und er ist eine echte Alternative besonders für größere Umbauvorhaben. Mit dem KfW 159 können Sie bis zu 50.000 € pro Wohneinheit zu günstigen Zinsen finanzieren, der aktuelle Effektivzinssatz liegt bei etwa 2,24-2,35% pro Jahr - deutlich unter normalen Bankkrediten für Konsumfinanzierung. Die Laufzeit ist flexibel zwischen 4 und 30 Jahren wählbar, mit einer tilgungsfreien Anlaufzeit von 1-5 Jahren je nach gewählter Laufzeit - das bedeutet in den ersten Jahren zahlen Sie nur Zinsen, nicht die Kreditsumme selbst. Die Antragstellung erfolgt über Ihre Hausbank oder einen Finanzierungsvermittler als durchleitende Bank, die die gesamte Abwicklung übernimmt. Auch hier gilt die wichtige Regel: Antrag VOR Baubeginn stellen, sonst verfällt die Förderung. Die geförderten Maßnahmen sind identisch mit dem ehemaligen KfW 455: bodengleiche Duschen, Türverbreiterungen, Treppenlifte, Rampen, Schwellenabbau und der komplette Standard "Altersgerechtes Haus". Die Kombination mit dem Pflegekassenzuschuss von bis zu 4.180 € ist problemlos möglich und empfehlenswert - so erreichen Sie im besten Fall bis zu 54.180 € Förderung (50.000 € Kredit plus 4.180 € Zuschuss).

Förderhöhe: Wie viel Geld gab es beim KfW 455?

Die Höhe der Förderung beim KfW 455 Programm hing davon ab, ob Sie Einzelmaßnahmen durchführten oder ein umfassendes Gesamtpaket umsetzten. Bei Einzelmaßnahmen – etwa dem Einbau einer bodengleichen Dusche, der Montage von Haltegriffen oder dem Abbau von Schwellen – wurden 10 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet, maximal jedoch 2.500 Euro pro Wohneinheit.

Wer hingegen den Standard „Altersgerechtes Haus“ erreichte, also umfassende Umbaumaßnahmen in mehreren Bereichen durchführte, erhielt 12,5 Prozent Zuschuss, bis zu einem Maximum von 6.250 Euro. Dieser Standard war besonders attraktiv für Komplettsanierungen, bei denen Bad, Eingangsbereich, Raumaufteilung und eventuell sogar ein Treppenlift kombiniert wurden.

Wichtig war die Mindestinvestition: Förderfähig waren nur Maßnahmen, die mindestens 2.000 Euro kosteten. Kleinere Anpassungen unter diesem Betrag wurden nicht bezuschusst. Die maximale Darlehenssumme beziehungsweise der Förderhöchstbetrag lag bei 50.000 Euro pro Wohneinheit – darauf wurden dann die genannten Prozentsätze angewendet.

Bei mehreren Wohneinheiten im selben Gebäude konnten die Zuschüsse kombiniert werden. Ein Mehrfamilienhaus mit drei Wohnungen konnte theoretisch bis zu 18.750 Euro Förderung erhalten, wenn alle Einheiten entsprechend umgebaut wurden. Das machte das KfW Programm 455 auch für Vermieter und Wohnungseigentümergemeinschaften attraktiv.

 

Technische Anforderungen und Antragstellung

Für eine erfolgreiche Förderung mussten beim KfW 455 (und gelten weiterhin beim KfW 159) bestimmte technische Mindestanforderungen nach DIN 18040-2 erfüllt werden. Die Mindestgröße des Badezimmers sollte 1,80 m x 2,20 m betragen für ausreichend Bewegungsfläche, mit einer zentralen Bewegungsfläche von 0,90 m x 1,20 m für Gehhilfen und Rollatoren. Die Türbreite muss mindestens 80 cm betragen (besser 90 cm für vollständige Barrierefreiheit), und schwellenlose Übergänge sind Pflicht - keine Stolperkanten zwischen Flur und Bad oder bei Duscheinstiegen. Das Waschbecken muss unterfahrbar sein mit mindestens 90 cm Breite und 55 cm Tiefe für Rollstuhlnutzer. Der Antragsprozess beim ehemaligen KfW 455 erfolgte komplett digital über das KfW-Zuschussportal ohne Gang zur Bank, mit Sofortzusage innerhalb von 24 Stunden oder Eingangsbestätigung. Der wichtigste Punkt war und bleibt: Antrag VOR Baubeginn stellen - wer bereits einen Handwerker beauftragt oder mit Arbeiten begonnen hatte, ging leer aus, selbst die Unterschrift auf einem Vertrag war problematisch. Nach Abschluss wurden Rechnungen hochgeladen, die KfW prüfte die Anforderungen und zahlte bei Erfüllung direkt aus. Ein Nachweis durch ein Fachunternehmen war Pflicht, Eigenleistung wurde nicht gefördert - dies garantierte die fachgerechte Umsetzung aller Maßnahmen.

Wer konnte das KfW 455 Programm beantragen?

Das KfW 455 Programm stand einem breiten Personenkreis offen – das war einer seiner größten Vorteile. Anders als beim Zuschuss der Pflegekasse war kein Pflegegrad erforderlich. Jeder konnte beantragen, unabhängig von Alter, Gesundheitszustand oder Einkommen.

Antragsberechtigt waren Privatpersonen, also natürliche Personen. Das umfasste Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, Wohnungseigentümer in Eigentümergemeinschaften und sogar Mieter, sofern sie die Zustimmung ihres Vermieters hatten und selbst die Umbaumaßnahmen beauftragten. Auch Ersterwerber von bereits umgebautem Wohnraum konnten unter bestimmten Bedingungen die Förderung beantragen.

Juristische Personen wie Unternehmen oder Wohnungsbaugesellschaften waren hingegen nicht antragsberechtigt – das KfW 455 Programm richtete sich explizit an Privatpersonen. Die Wohnung oder das Haus musste in Deutschland liegen, und die Maßnahmen mussten von einem Fachunternehmen durchgeführt werden. Eigenleistung wurde nicht gefördert.

Ein wichtiger Punkt: Es spielte keine Rolle, ob Sie selbst in der Immobilie wohnten oder ob es sich um eine vermietete Wohnung handelte. Auch Vermieter konnten die Förderung nutzen, um ihre Immobilie altersgerecht und damit langfristig vermietbar zu machen.

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So lief die Antragstellung beim KfW 455-B ab

Die Antragstellung für das KfW 455 Programm war vergleichsweise unkompliziert und erfolgte komplett digital über das KfW-Zuschussportal. Anders als bei vielen anderen Förderprogrammen musste kein Gang zur Bank gemacht werden – alles lief direkt zwischen Antragsteller und KfW.

Der wichtigste Punkt: Der Antrag musste VOR Baubeginn gestellt werden. Wer bereits einen Handwerker beauftragt oder gar mit den Arbeiten begonnen hatte, ging leer aus. Selbst die Unterschrift auf einem Liefer- oder Leistungsvertrag konnte problematisch sein. Daher war Planung alles: Erst den Antrag stellen, dann auf die Zusage warten, und erst danach den Handwerker beauftragen.

Nach der Antragstellung erhielten Antragsteller innerhalb von 24 Stunden entweder eine Sofortzusage oder zumindest eine Eingangsbestätigung. Die Zusage galt dann für ein bestimmtes Zeitfenster, in dem die Maßnahmen durchgeführt werden mussten. Nach Abschluss der Bauarbeiten wurden die Rechnungen hochgeladen, und die KfW prüfte, ob alles den Anforderungen entsprach. War das der Fall, erfolgte die Auszahlung direkt auf das Konto des Antragstellers.

Ein Nachweis durch ein Fachunternehmen war Pflicht. Eigenleistung wurde nicht gefördert – die Arbeiten mussten von einem professionellen Handwerksbetrieb durchgeführt und entsprechend abgerechnet werden. Das garantierte auch die fachgerechte Umsetzung der Maßnahmen.

Technische Anforderungen für geförderte Badezimmer

Damit ein Badumbau über das KfW 455 Programm gefördert wurde, musste er bestimmte technische Mindestanforderungen erfüllen. Diese orientierten sich an der DIN 18040-2, dem deutschen Standard für barrierefreies Bauen. Die Einhaltung dieser Vorgaben war Voraussetzung für die Bewilligung.

Die Mindestgröße des Badezimmers sollte 1,80 Meter x 2,20 Meter betragen, um ausreichend Bewegungsfläche zu gewährleisten. In der Mitte des Raums war eine Bewegungsfläche von 0,90 Meter x 1,20 Meter erforderlich, damit auch mit Gehhilfen oder Rollator genug Platz zum Rangieren blieb.

Die Türbreite musste mindestens 80 Zentimeter betragen, besser noch 90 Zentimeter für vollständige Barrierefreiheit. Schwellenlose Übergänge waren Pflicht – keine Stolperkanten zwischen Flur und Bad, keine hohen Einstiege bei der Dusche. Das Waschbecken musste unterfahrbar sein, mit mindestens 90 Zentimeter Breite und 55 Zentimeter Tiefe, damit auch Rollstuhlfahrer es nutzen konnten.

Diese Standards erscheinen auf den ersten Blick technisch, sind aber entscheidend dafür, dass das Bad wirklich alltagstauglich wird. Wer diese Anforderungen erfüllte, hatte gute Chancen auf die Förderung – und auf ein Bad, das auch langfristig nutzbar bleibt.

KfW 455 vs. KfW 159: Was ist der Unterschied?

Viele verwechseln die beiden Programme KfW 455-B und KfW 159, dabei gibt es einen entscheidenden Unterschied. Das KfW 455-B Programm war ein Investitionszuschuss, also geschenktes Geld, das nicht zurückgezahlt werden musste. Es gab bis zu 6.250 Euro direkt ausgezahlt – perfekt für kleinere bis mittlere Umbaumaßnahmen.

Das KfW 159 Programm hingegen ist ein zinsgünstiger Förderkredit. Hier leiht Ihnen die KfW bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit zu attraktiven Zinsen – aktuell ab 2,24 Prozent effektiv pro Jahr. Das Geld muss zurückgezahlt werden, aber zu deutlich besseren Konditionen als ein herkömmlicher Bankkredit.

Der KfW 159 ist seit 2025 die einzige verfügbare KfW-Förderung für altersgerechtes Umbauen, da das KfW 455 Programm eingestellt wurde. Die Laufzeit des Kredits beträgt 4 bis 30 Jahre, und es gibt eine tilgungsfreie Anlaufzeit von 1 bis 5 Jahren, in der Sie nur Zinsen zahlen müssen. Das verschafft finanziellen Spielraum gerade nach einem kostenintensiven Umbau.

Wichtig: Eine Kombination beider Programme war nicht möglich. Wer das KfW 455-B genutzt hatte, konnte für dieselben Maßnahmen nicht zusätzlich den KfW 159 beantragen. Sie mussten sich entscheiden: Zuschuss oder Kredit.

 

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Alternative: KfW-Kredit 159 "Altersgerecht Umbauen"

Da das KfW 455 Programm seit 2025 nicht mehr verfügbar ist, bleibt der KfW-Kredit 159 als einzige KfW-Förderung für Barrierefreiheit übrig. Und er ist eine echte Alternative – besonders für größere Umbauvorhaben, bei denen der maximale Zuschuss von 6.250 Euro ohnehin nicht ausgereicht hätte.

Mit dem KfW 159 können Sie bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit zu günstigen Zinsen finanzieren. Der aktuelle Effektivzinssatz liegt bei etwa 2,24 bis 2,35 Prozent pro Jahr – deutlich unter dem, was normale Banken für Konsumkredite verlangen. Die Laufzeit ist flexibel wählbar zwischen 4 und 30 Jahren, und Sie haben eine tilgungsfreie Anlaufzeit von 1 bis 5 Jahren, je nach gewählter Laufzeit. Das bedeutet: In den ersten Jahren zahlen Sie nur die Zinsen, nicht die Kreditsumme selbst.

Die Antragstellung erfolgt nicht direkt bei der KfW, sondern über Ihre Hausbank oder einen Finanzierungsvermittler. Diese durchleitende Bank kümmert sich um die gesamte Abwicklung und fungiert als Ihr Ansprechpartner. Auch hier gilt: Antrag VOR Baubeginn stellen, sonst gibt es keine Förderung.

Die geförderten Maßnahmen sind identisch mit denen des ehemaligen KfW 455 Programms: bodengleiche Duschen, Türverbreiterungen, Treppenlifte, Rampen, Schwellenabbau und vieles mehr. Auch der Standard „Altersgerechtes Haus“ kann über den KfW 159 finanziert werden.

Kombination mit anderen Förderungen möglich?

Eine häufige Frage lautet: Kann ich mehrere Förderungen kombinieren? Die Antwort ist: Ja, teilweise. Der Zuschuss der Pflegekasse in Höhe von bis zu 4.180 Euro ist unabhängig von der KfW und kann problemlos mit dem KfW 159 kombiniert werden. Leben mehrere pflegebedürftige Personen im Haushalt, kann der Pflegekassenzuschuss sogar bis zu 16.720 Euro betragen.

Auch regionale Förderprogramme der Bundesländer und kommunale Zuschüsse lassen sich oft mit der KfW-Förderung kombinieren. Hier lohnt es sich, bei der zuständigen Wohnberatungsstelle oder dem Sozialamt nachzufragen. Manche Bundesländer bieten eigene Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite für barrierefreies Wohnen an.

ABER: Die beiden KfW-Programme 455-B und 159 schlossen sich gegenseitig aus. Wer früher den Zuschuss aus dem KfW 455 erhalten hatte, konnte für dieselben Maßnahmen nicht zusätzlich den KfW 159 beantragen. Das wäre eine Doppelförderung gewesen, die nicht zulässig war.

Wichtig ist auch: Die Gesamtförderung darf die förderfähigen Kosten nicht übersteigen. Wenn Ihr Badumbau 10.000 Euro kostet, können Sie nicht 15.000 Euro Förderung kassieren. Die Summe aller Zuschüsse und Kredite muss realistisch zu den tatsächlichen Ausgaben passen.

Warum wurde das KfW 455 Programm eingestellt?

Die Einstellung des KfW 455 Programms kam für viele überraschend und stieß auf heftigen Widerstand aus Wirtschaft und Sozialverbänden. Der Grund war rein haushaltspolitisch: Im Bundeshaushalt 2025 waren schlicht keine Mittel für dieses Förderprogramm vorgesehen. Die Bundesregierung musste sparen, und das KfW 455 fiel den Kürzungen zum Opfer.

Das ist besonders problematisch, weil Deutschland vor einem demografischen Wandel steht. Bis 2030 wird jeder dritte Deutsche über 60 Jahre alt sein. Der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum steigt massiv, und eigentlich wären MEHR Förderungen nötig, nicht weniger. Verbände wie der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) und die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) fordern seit Monaten die Wiederaufnahme des Programms.

Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ist die Einstellung fragwürdig. Jeder Euro, der in barrierefreies Wohnen investiert wird, spart langfristig Kosten im Gesundheits- und Pflegesystem. Menschen, die länger selbstständig in ihren eigenen vier Wänden leben können, belasten Pflegekassen und Krankenhäuser weniger. Die Pflegekassen selbst könnten durch mehr präventive Umbaumaßnahmen massiv entlastet werden.

Dennoch: Die politische Realität sieht anders aus. Ob und wann das KfW 455 Programm zurückkehrt, ist derzeit völlig offen.

Wird das KfW 455 Programm zurückkommen?

Die gute Nachricht: Es gibt erste Anzeichen für eine Neuauflage. Im November 2025 kündigten die haushaltspolitischen Sprecher der Regierungsfraktionen an, dass für das Jahr 2026 wieder 50 Millionen Euro für ein Programm „Altersgerechter Umbau“ eingeplant sind. Der Bundestag soll den Haushalt 2026 Ende November verabschieden.

Das ist jedoch noch keine Garantie. Zum einen ist unklar, ob es sich dabei um eine Wiederaufnahme des KfW 455-B handelt oder um eine andere Förderform. Zum anderen sind 50 Millionen Euro deutlich weniger als in früheren Jahren – das Budget könnte schnell erschöpft sein.

Branchenverbände kämpfen weiter für eine dauerhafte, verlässliche Förderung. Sie argumentieren, dass Barrierefreiheit keine Luxusfrage ist, sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit angesichts der alternden Bevölkerung. Auch die Baubranche profitiert von solchen Programmen – Handwerksbetriebe haben dank der Förderung sichere Aufträge.

Unser Rat: Bleiben Sie informiert über die offiziellen KfW-Kanäle und die Website des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Falls das Programm zurückkehrt, werden die Mittel erfahrungsgemäß schnell vergeben. Wer als Erster beantragt, hat die besten Chancen.

Bis dahin gilt: Nutzen Sie die vorhandenen Alternativen – KfW-Kredit 159 kombiniert mit dem Pflegekassenzuschuss. Damit lassen sich auch größere Umbauvorhaben finanzierbar machen.

Fazit: KfW 455 war ideal – jetzt auf starke Alternativen setzen

Das KfW 455 Programm war über Jahre hinweg das perfekte Instrument, um barrierefreies Wohnen für breite Bevölkerungsschichten finanzierbar zu machen. Der direkte Zuschuss ohne Rückzahlung, die einfache Antragstellung und die großzügigen Förderhöhen haben Hunderttausenden Menschen geholfen, ihr Zuhause altersgerecht umzubauen. Die Einstellung des Programms zum 1. Januar 2025 ist daher ein herber Rückschlag.

Doch aufgeben ist keine Option. Mit dem KfW-Kredit 159 steht eine solide Alternative zur Verfügung, die bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit zu günstigen Zinsen bietet. In Kombination mit dem Pflegekassenzuschuss von bis zu 4.180 Euro und eventuellen regionalen Förderprogrammen lassen sich auch größere Umbauvorhaben stemmen. Im besten Fall können Sie so bis zu 54.180 Euro Förderung erhalten – 50.000 Euro als Kredit plus 4.180 Euro Zuschuss.

Wir von Pflege Panorama empfehlen Ihnen: Informieren Sie sich frühzeitig über alle verfügbaren Fördermöglichkeiten, lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten und stellen Sie Anträge konsequent VOR Baubeginn. So machen Sie Ihr Zuhause fit für die Zukunft – unabhängig davon, ob das KfW 455 Programm zurückkehrt oder nicht.

 

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Die wichtigsten Fragen

Ist das KfW 455 Programm 2025 verfügbar?

Nein, das KfW 455-B Programm ist seit dem 1. Januar 2025 eingestellt. Es können keine neuen Anträge gestellt werden. Als Alternative steht der KfW-Kredit 159 zur Verfügung.

Welche Alternative gibt es zum KfW 455?

Der KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ ist aktuell die einzige KfW-Förderung für Barrierefreiheit. Er bietet bis zu 50.000 Euro zu günstigen Zinsen ab 2,24 Prozent effektiv pro Jahr.

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Jan Berning
Hallo liebe Leser und Leserinnen, mein Name ist Jan und ich gehöre zum Team Pflege Panorama. In meinen Ratgeber-Artikeln teile ich gerne mein Wissen, um Ihnen umfassende Informationen über die häusliche Betreuung zu bieten.
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