Fünf Modelle, Preise von ca. 1.500 bis 5.000 Euro, Geschwindigkeiten zwischen 6 und 15 km/h: Wer ein Invacare Elektromobil kaufen moechte, steht vor einer erstaunlich grossen Auswahl. Invacare gehoert zu den weltweit groessten Herstellern von Reha-Technik und produziert seit Jahrzehnten Elektromobile fuer Senioren und Menschen mit eingeschraenkter Mobilitaet. Der europaeische Hauptsitz sitzt im bayerischen Isny im Allgaeu. Das Unternehmen ist kein No-Name aus Fernost, sondern ein etablierter Medizintechnik-Konzern mit langer Historie.
Wir von Pflege Panorama haben alle fuenf aktuellen Invacare-Elektromobile verglichen: Comet Pro, Orion Pro, Orion Metro, Leo und Colibri. In diesem Bericht erfahren Sie, welches Modell zu welchem Einsatzzweck passt, was die Krankenkasse uebernimmt und wo die Unterschiede zu Wettbewerbern wie Kymco und Pride liegen. Alle Angaben basieren auf Herstellerdaten und oeffentlich zugaenglichen Quellen. Wir haben die Modelle nicht selbst physisch getestet, sondern eine recherche-basierte Bewertung erstellt.


Wer ist Invacare?
Invacare Corporation wurde 1885 in den USA gegruendet und gehoert heute zu den weltweit groessten Herstellern von Rehabilitations- und Medizintechnik. Das Sortiment umfasst Rollstuehle, Pflegebetten, Beatmungsgeraete und eben Elektromobile. In Europa ist Invacare mit dem Hauptsitz in Isny im Allgaeu (Baden-Wuerttemberg) vertreten. Die Produktion und Entwicklung fuer den europaeischen Markt findet zu grossen Teilen in Deutschland und Schweden statt.
Was Invacare von vielen Mitbewerbern unterscheidet: Das Unternehmen deckt die gesamte Bandbreite der Mobilitaetshilfe ab. Vom manuellen Rollstuhl ueber den Elektrorollstuhl bis zum Seniorenmobil gibt es alles aus einer Hand. Wer bereits einen Invacare-Rollstuhl nutzt und auf ein Elektromobil umsteigen moechte, bleibt im gleichen Oekosystem. Service und Ersatzteile laufen ueber dasselbe Haendlernetz.
Fuer Kaufinteressierte ist besonders relevant: Invacare-Produkte sind in vielen Sanitaetshaeusern in Deutschland erhaeltlich. Die 6-km/h-Modelle tragen in der Regel eine Hilfsmittelnummer und koennen auf Rezept ueber die Krankenkasse beschafft werden. Dazu spaeter mehr.
Invacare Elektromobil 2026: Das Wichtigste auf einen Blick
Von ca. 1.500 € (Leo/Colibri) bis ca. 5.000 € (Comet Pro) – etablierter Medizintechnik-Konzern mit deutschem Hauptsitz in Isny im Allgäu
6 km/h (kassenfähig, kein Führerschein) bis 15 km/h (Mofapflicht ab Jahrgang 1965, Versicherung nötig)
15 bis 55 km Reichweite, 120 bis 160 kg Traglast – für kurze Alltagswege bis zum Tagesausflug
Orion Metro, Leo und Colibri (alle 6 km/h) – mit ärztlicher Verordnung, Zuzahlung max. 10 €
2–4 Jahre bei normaler Nutzung; Ersatzbatterie ca. 200–500 € je nach Modell
Invacare Comet Pro: Das Flaggschiff im Detail
Der Invacare Comet Pro ist das Topmodell der Elektromobil-Reihe und richtet sich an Nutzer, die laengere Strecken zuruecklegen wollen. Mit einer Hoechstgeschwindigkeit von 15 km/h und einer Reichweite von bis zu 55 Kilometern spielt er in einer Liga mit Oberklasse-Modellen von Kymco oder Pride. Der Preis liegt bei ca. 4.000 bis 5.000 Euro (Stand: April 2026).
Schauen wir uns die technischen Daten genauer an.
Motor und Antrieb
Der Comet Pro arbeitet mit einem 550-Watt-Dauermotor, der kurzzeitig bis zu 1.600 Watt Spitzenleistung liefert. Das ist deutlich mehr als bei den kleineren Modellen der Reihe. In der Praxis bedeutet das: Steigungen bis 9 Grad sind kein Problem, auch bei voller Beladung. Das sogenannte „Easy-Drive“-Lenksystem reduziert automatisch die Geschwindigkeit in Kurven. Sie muessen also nicht manuell abbremsen, wenn Sie um eine Ecke fahren.
Die automatische Kurvengeschwindigkeitsreduzierung ist ein echtes Sicherheitsfeature. Gerade auf unebenen Wegen oder bei nasser Fahrbahn verhindert sie ein Kippen des Fahrzeugs. Viele guenstigere Modelle anderer Hersteller bieten das nicht.
Akku und Reichweite
Zwei 75-Ah-Batterien versorgen den Comet Pro mit Energie. Die angegebene Reichweite von bis zu 55 Kilometern ist ein Laborwert. In der Praxis rechnen Sie besser mit 35 bis 45 Kilometern. Faktoren wie Steigungen, Zuladung, Temperatur und Fahrweise beeinflussen die tatsaechliche Reichweite erheblich. Wer hauptsaechlich in flachem Gelaende faehrt und unter 100 kg wiegt, kommt naeher an den Maximalwert heran.
Die Ladezeit betraegt je nach Entladegrad 8 bis 12 Stunden an einer normalen Haushaltssteckdose. Ueber Nacht laden ist die gaengige Praxis.
Komfort und Ausstattung
Bereifung. 13-Zoll-Luftreifen sorgen fuer eine gute Daempfung auf unebenen Wegen. Im Vergleich zu den 10- oder 12-Zoll-Reifen der kleineren Modelle schlucken sie Bordsteinkanten und Kopfsteinpflaster deutlich besser.
Federung. Vorne und hinten gefedert. Das macht sich besonders auf laengeren Fahrten bemerkbar. Wer Rueckenprobleme hat, wird den Unterschied zu ungefederten Einstiegsmodellen sofort spueren.
Sitz. Der Sitz ist drehbar, hoehenverstellbar und mit Armlehnen ausgestattet. Fuer das Ein- und Aussteigen dreht man den Sitz zur Seite. Das ist bei Hueftproblemen oder eingeschraenkter Beweglichkeit ein grosser Vorteil.
Beleuchtung. Scheinwerfer, Ruecklichter und Blinker sind serienmaeessig verbaut. Das ist bei einem 15-km/h-Modell auch Pflicht, denn der Comet Pro darf auf Radwegen und am Strassenrand fahren.
Fuer wen eignet sich der Comet Pro?
Der Comet Pro ist die richtige Wahl fuer Menschen, die regelmaessig laengere Strecken zuruecklegen. Zum Beispiel: taegliche Fahrten zum Einkaufen in 3 bis 5 Kilometern Entfernung, Besuche bei Freunden im Nachbarort oder ausfuehrliche Spazierfahrten. Wer nur gelegentlich kurze Wege im Wohngebiet faehrt, ist mit dem Orion Metro oder Leo besser bedient.
Wichtig zu wissen: Der Comet Pro faehrt 15 km/h. Dafuer brauchen Sie eine Mofa-Pruefbescheinigung (es sei denn, Sie wurden vor dem 1. April 1965 geboren). Ausserdem ist eine Haftpflichtversicherung mit Versicherungskennzeichen Pflicht. Die Kosten liegen bei ca. 30 bis 70 Euro pro Jahr. Und: Die Krankenkasse uebernimmt den Comet Pro nicht, weil er die 6-km/h-Grenze ueberschreitet.
Invacare Modellübersicht 2026: Alle 5 Modelle im Vergleich
| Modell | km/h | Reichweite | Traglast | Preis ca. | Kasse |
|---|---|---|---|---|---|
| Leo | 6 | 20 km | 120 kg | 1.500–2.000 € | ✅ |
| Colibri (zerlegbar) | 6 | 15–20 km | 120 kg | ab 1.500 € | ✅ |
| Orion Metro | 6 | 25 km | 136 kg | 1.800–2.500 € | ✅ |
| Orion Pro | 10 | 35 km | 150 kg | 2.500–3.500 € | ❌ |
| Comet Pro | 15 | 55 km | 160 kg | 4.000–5.000 € | ❌ ⚠️ |
🟢 Kassenfähig (6 km/h, Hilfsmittelnummer, max. 10 € Zuzahlung) | 🟡 Versicherungskennzeichen erforderlich | ⚠️ Comet Pro zusätzlich mofapflichtig (Jg. ab 1965). Preise: unverbindliche Richtwerte, Stand April 2026.
Invacare Orion Pro und Orion Metro: Die Mittelklasse
Die Orion-Reihe bildet das Mittelfeld im Invacare-Sortiment. Zwei Modelle stehen zur Wahl: der schnellere Orion Pro mit 10 km/h und der langsamere Orion Metro mit 6 km/h. Beide teilen sich ein aehnliches Chassis, unterscheiden sich aber in Motor, Geschwindigkeit und Kassenfaehigkeit.
Invacare Orion Pro (10 km/h)
Der Invacare Orion Pro liegt preislich bei ca. 2.500 bis 3.500 Euro (Stand: April 2026) und bietet eine Reichweite von bis zu 35 Kilometern. Der Motor leistet rund 400 Watt. Die Zuladung betraegt 150 kg. Das reicht fuer die allermeisten Nutzer, auch mit Einkaufstasche im Heckkorb.
12-Zoll-Raeder und eine ordentliche Federung machen den Orion Pro alltagstauglich auf unterschiedlichen Untergruenden. Er kommt mit Kopfsteinpflaster, leichten Steigungen und Feldwegen zurecht. Auf unbefestigten Waldwegen stoesst er aber an seine Grenzen. Dafuer waere der Comet Pro mit seinen groesseren Reifen besser geeignet.
Der Orion Pro faehrt 10 km/h. Das ist schneller als die kassenfaehigen 6-km/h-Modelle, aber langsamer als der Comet Pro. Sie brauchen dafuer keine Mofa-Pruefbescheinigung, aber eine Haftpflichtversicherung mit Kennzeichen. Die Krankenkasse uebernimmt den Orion Pro in der Regel nicht, weil auch er die 6-km/h-Grenze ueberschreitet.
Fuer wen? Der Orion Pro passt zu Nutzern, die etwas mehr Reichweite und Geschwindigkeit als ein 6-km/h-Modell wollen, aber nicht die volle Leistung des Comet Pro brauchen. Ein solider Kompromiss zwischen Kosten, Geschwindigkeit und Alltagstauglichkeit.
Invacare Orion Metro (6 km/h)
Der Orion Metro ist die kassenfaehige Variante der Orion-Reihe. Er faehrt maximal 6 km/h, bietet eine Reichweite von bis zu 25 Kilometern und traegt bis zu 136 kg. Preislich liegt er bei ca. 1.800 bis 2.500 Euro (Stand: April 2026).
Der Motor leistet rund 300 Watt. Das reicht fuer moderate Steigungen und ebene Strecken vollkommen aus. In der Praxis faehrt sich der Orion Metro aehnlich komfortabel wie der groessere Orion Pro, nur eben langsamer. Die Federung ist vergleichbar, die Sitzausstattung ebenfalls.
Der grosse Vorteil: Da der Orion Metro 6 km/h nicht ueberschreitet und eine Hilfsmittelnummer traegt, koennen Sie ihn auf Rezept ueber die Krankenkasse beziehen. Die Zuzahlung betraegt 10 % des Abgabepreises, mindestens 5 Euro und hoechstens 10 Euro. Voraussetzung ist eine aerztliche Verordnung, die bestaetigt, dass Sie das Elektromobil fuer den Ausgleich einer Mobilitaetseinschraenkung benoetigen.
Fuer wen? Der Orion Metro eignet sich fuer alle, die ein zuverlaessiges Alltags-Elektromobil suchen und den Kassenzuschuss nutzen moechten. Wer hauptsaechlich im Wohngebiet, zum Arzt oder zum Supermarkt faehrt, ist damit bestens bedient.


Invacare Leo und Colibri: Einstieg und Reise
Am unteren Ende der Preisskala stehen der Invacare Leo und der Invacare Colibri. Beide fahren maximal 6 km/h und sind grundsaetzlich kassenfaehig. Sie richten sich an unterschiedliche Zielgruppen: Der Leo ist das klassische Einstiegsmodell fuer den Alltag, der Colibri ist fuer unterwegs konzipiert.
Invacare Leo (6 km/h)
Der Invacare Leo kostet ca. 1.500 bis 2.000 Euro (Stand: April 2026) und ist damit das guenstigste Modell im Invacare-Sortiment. Die Reichweite liegt bei bis zu 20 Kilometern. Die Zuladung betraegt 120 kg. Der Motor leistet rund 250 Watt.
Was den Leo auszeichnet: Er ist kompakt, wendig und einfach zu bedienen. Die Steuerung ueber den Lenker ist intuitiv. Wer zum ersten Mal ein Elektromobil faehrt, kommt mit dem Leo in der Regel sofort zurecht. Das ist kein Zufall. Invacare bewirbt den Leo ausdruecklich als Einsteigermodell.
Die Kehrseite der Kompaktheit: Die Federung ist einfacher als bei den Orion-Modellen. Auf langen Strecken ueber unebenes Pflaster spuert man das. Auch die Reichweite von 20 Kilometern ist fuer laengere Ausfluege knapp bemessen. Fuer den taeglichen Weg zum Baecker, zur Apotheke oder zum nahegelegenen Park reicht sie aber voellig aus.
Wie der Orion Metro ist auch der Leo kassenfaehig, sofern er eine Hilfsmittelnummer traegt und eine aerztliche Verordnung vorliegt. Die Zuzahlung betraegt auch hier maximal 10 Euro.
Invacare Colibri (6 km/h, zerlegbar)
Der Colibri ist das Reisemodell. Sein grosser Vorteil: Er laesst sich in mehrere Teile zerlegen und im Kofferraum transportieren. Das Gesamtgewicht liegt bei rund 60 bis 70 kg, aber das schwerste Einzelteil wiegt je nach Ausfuehrung nur etwa 20 bis 25 kg. Damit koennen auch Angehoerige den Colibri ohne Hebebuehne ins Auto laden.
Technisch entspricht der Colibri weitgehend dem Leo: 6 km/h, ca. 15 bis 20 km Reichweite, 120 kg Zuladung, rund 250 Watt Motor. Der Preis startet bei ca. 1.500 Euro (Stand: April 2026). Eine interessante Alternative im Reisesegment ist der Pride Go Go Ultra X, der mit nur 36,4 kg (ohne Akku) noch leichter ist und sich in fuenf Teile zerlegen laesst. Wer haeufig mit dem Auto unterwegs ist und das Elektromobil mitnehmen moechte, sollte beide Modelle vergleichen.
Der Kompromiss beim Colibri ist der Komfort. Durch die zerlegbare Bauweise fehlt die Stabilitaet eines einteiligen Rahmens. Auf langen Strecken oder unebenen Wegen macht sich das bemerkbar. Auch die Federung ist minimal. Der Colibri ist kein Elektromobil fuer den taeglichen Dauereinsatz. Er ist ein Zweitgeraet fuer Reisen, Ausfluege und Besuche.
Auch der Colibri ist bei vorliegender Hilfsmittelnummer grundsaetzlich kassenfaehig. In der Praxis verordnen Aerzte ihn allerdings seltener als den Leo oder Orion Metro, weil die Kassen argumentieren, dass ein zerlegbares Modell keinen medizinischen Mehrwert gegenueber einem normalen 6-km/h-Mobil bietet. Wer den Colibri auf Rezept moechte, sollte die medizinische Notwendigkeit gut begruenden. Zum Beispiel: Das Elektromobil wird fuer regelmaessige Fahrten zu einer Therapie-Einrichtung benoetigt und muss dafuer transportabel sein.
Invacare vs. Kymco vs. Pride Mobility: Herstellervergleich
| Kriterium | Invacare | Kymco | Pride Mobility |
|---|---|---|---|
| Servicenetz Deutschland | ✅ Dichtestes Netz | ⚠️ Aufholend | ⚠️ Vorhanden |
| Ersatzteilversorgung | ✅ Schnell & lokal | ⚠️ Teils Wartezeit | ⚠️ Gut |
| Preis-Leistung | ⚠️ Gehobeneres Segment | ✅ 10–20 % günstiger | ⚠️ Ähnlich Invacare |
| Modellvielfalt | ⚠️ 5 Modelle | ✅ 9 Modelle | ⚠️ Mittel |
| Ökosystem (Rollstuhl, Pflegebett) | ✅ Vollständig | ❌ Nur Elektromobile | ❌ Nur Elektromobile |
| Verarbeitungsqualität | ✅ Solide | ✅ Solide | ✅ Solide |
🟢 Vorteil | 🟡 Neutral/vergleichbar | 🔴 Nachteil. Einschätzung auf Basis verfügbarer Modell- und Händlerdaten (Stand April 2026).
Preise und Kassenleistung: Was zahlt die Krankenkasse?
Beim Thema Finanzierung teilen sich die fuenf Invacare-Modelle in zwei Gruppen: kassenfaehig und nicht kassenfaehig. Die Grenze liegt bei 6 km/h Hoechstgeschwindigkeit.
Kassenfaehige Modelle (6 km/h)
Die drei Modelle Orion Metro, Leo und Colibri fahren maximal 6 km/h. Sie fallen damit in die Kategorie der Krankenfahrstuehle und koennen als Hilfsmittel von der Krankenkasse bezuschusst werden. Die Voraussetzungen im Ueberblick:
Aerztliche Verordnung. Ihr Hausarzt oder Facharzt stellt ein Rezept aus. Darauf muss stehen, dass ein Elektromobil medizinisch notwendig ist, um Ihre Mobilitaet im Nahbereich der Wohnung zu sichern. „Nahbereich“ bedeutet in der Rechtsprechung: der Bereich, den ein Fussgaenger ueblicherweise zu Fuss zuruecklegt, also ca. 500 Meter bis 2 Kilometer.
Hilfsmittelnummer. Das konkrete Modell muss im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes gelistet sein. Invacare-Modelle mit 6 km/h tragen in der Regel eine Hilfsmittelnummer. Fragen Sie beim Sanitaetshaus nach.
Zuzahlung. Sie zahlen 10 % des Abgabepreises, mindestens 5 Euro, hoechstens 10 Euro. Wenn die Krankenkasse das Modell genehmigt, uebernimmt sie den Rest. Achtung: Die Kasse waehlt haeufig das guenstigste geeignete Modell aus dem Hilfsmittelverzeichnis. Wenn Sie ein bestimmtes Invacare-Modell wuenschen, das teurer ist als die Kassenauswahl, zahlen Sie die Differenz selbst.
Genehmigungsverfahren. Das Sanitaetshaus reicht den Antrag bei Ihrer Kasse ein. Die Bearbeitung dauert in der Regel 3 bis 6 Wochen. Bei Ablehnung koennen Sie Widerspruch einlegen. Haeufige Ablehnungsgruende: fehlende medizinische Begruendung, ausreichende Restmobilitaet oder ein bereits vorhandenes Hilfsmittel. In unserem Ratgeber zu Elektromobilen fuer Senioren erklaeren wir den Antragsprozess ausfuehrlich.
Nicht kassenfaehige Modelle (10 und 15 km/h)
Der Orion Pro (10 km/h) und der Comet Pro (15 km/h) werden von der Krankenkasse nicht uebernommen. Sie gelten als Komfort-Fahrzeuge, nicht als medizinische Hilfsmittel. Beide muessen vollstaendig selbst bezahlt werden.
Zusaetzlich fallen bei diesen Modellen laufende Kosten an: Die Haftpflichtversicherung mit Versicherungskennzeichen kostet ca. 30 bis 70 Euro pro Jahr. Beim Comet Pro mit 15 km/h brauchen Sie ausserdem eine Mofa-Pruefbescheinigung, sofern Sie nach dem 1. April 1965 geboren wurden. Die Pruefung kostet ca. 20 bis 50 Euro und ist ein einmaliger Aufwand.
Wer den Kauf nicht aus eigener Tasche stemmen kann, hat trotzdem Optionen. Manche Stiftungen und Sozialverbaende unterstuetzen den Kauf von Mobilitaetshilfen. Auch eine steuerliche Absetzung als aussergewoehnliche Belastung ist moeglich, sofern ein aerztliches Attest vorliegt. Fragen Sie Ihren Steuerberater.
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Invacare Elektromobil Erfahrungen: Was sagen Nutzer?
Wir haben oeffentlich zugaengliche Nutzerbewertungen, Forenbeitraege und Haendler-Rezensionen zu Invacare Elektromobil Erfahrungen ausgewertet. Ein einheitliches Bild ergibt sich daraus nicht, denn die Erfahrungen haengen stark vom Modell und den individuellen Erwartungen ab. Einige Muster lassen sich aber erkennen.
Positiv erwaehnt wird haeufig: Die Verarbeitungsqualitaet der Invacare-Modelle wird durchgehend als solide beschrieben. Nutzer berichten von stabilen Rahmen, langlebigen Batterien und einem guten Fahrgefuehl. Besonders der Comet Pro erhaelt Lob fuer seine Federung und die automatische Kurvengeschwindigkeitsreduzierung. Auch die Ersatzteilversorgung ueber Sanitaetshaeuser wird positiv hervorgehoben.
Kritisch erwaehnt wird: Die Preise der Invacare-Modelle liegen tendenziell ueber denen von asiatischen Herstellern wie Kymco. Nutzer, die vor allem auf den Preis schauen, empfinden das als Nachteil. Beim Leo bemaengeln einige die einfache Federung auf holprigen Wegen. Und beim Colibri berichten manche Nutzer, dass die zerlegbare Bauweise nach laengerem Gebrauch zu leichtem Spiel zwischen den Komponenten fuehrt.
Generell gilt: Invacare positioniert sich im gehobeneren Segment. Wer ein guenstiges Basismodell sucht, findet bei anderen Herstellern mehr Auswahl. Wer Wert auf Verarbeitungsqualitaet, Service-Netz in Deutschland und langfristige Ersatzteilversorgung legt, ist bei Invacare gut aufgehoben.
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Invacare vs. Kymco vs. Pride: Wie schlaegt sich Invacare im Vergleich?
Invacare ist nicht der einzige relevante Hersteller auf dem deutschen Markt. Kymco Healthcare (Taiwan) und Pride Mobility (USA) sind die beiden wichtigsten Wettbewerber. Wie unterscheiden sich die drei?
Kymco Healthcare. Kymco ist vor allem in der Mittelklasse stark. Modelle wie der Kymco Agility oder der Kymco Maxer bieten ein aehnliches Leistungsspektrum wie die Invacare Orion- und Comet-Reihe, liegen preislich aber haeufig 10 bis 20 % niedriger. Die Verarbeitungsqualitaet ist ordentlich, allerdings ist das Haendlernetz in Deutschland duenner als bei Invacare. Ersatzteile sind erhaeltlich, aber der Weg zum naechsten Service-Partner kann laenger sein.
Pride Mobility. Pride ist in den USA Marktfuehrer und in Deutschland vor allem durch den Pride Go-Go (zerlegbares Reisemodell) und den Pride Raptor (15 km/h) bekannt. Die Modelle sind technisch ausgereift, aber die Preise liegen auf Invacare-Niveau oder leicht darueber. Die Service-Infrastruktur in Deutschland ist vergleichbar mit Kymco: vorhanden, aber nicht flaechendeckend.
Invacare. Der Vorteil von Invacare gegenueber beiden Wettbewerbern: der europaeische Hauptsitz in Deutschland, ein dichtes Haendlernetz ueber Sanitaetshaeuser und die breite Produktpalette innerhalb eines Oekosystems. Wer bereits andere Invacare-Produkte nutzt (Rollstuhl, Pflegebett), profitiert von einem einheitlichen Service-Kontakt. Der Nachteil: Invacare ist selten die guenstigste Option.
Unser Eindruck: Fuer Nutzer, die Wert auf langfristige Verfuegbarkeit von Ersatzteilen und lokalen Service legen, ist Invacare die sicherste Wahl. Wer den guenstigsten Preis sucht, sollte Kymco-Modelle vergleichen. Einen ausfuehrlichen Ueberblick ueber alle Marken finden Sie in unserem grossen Elektromobil-Ratgeber.
Welches Invacare-Modell passt zu mir?
Die Wahl des richtigen Modells haengt von drei Fragen ab: Wie weit fahren Sie taeglich? Brauchen Sie eine Kassenzulassung? Und muessen Sie das Elektromobil transportieren?
Sie fahren taeglich 5 bis 15 Kilometer und wollen unabhaengig sein? Dann ist der Comet Pro die beste Wahl. Er bietet die groesste Reichweite, die hoechste Geschwindigkeit und die beste Federung. Sie zahlen dafuer aber ca. 4.000 bis 5.000 Euro aus eigener Tasche, plus Versicherung und gegebenenfalls Mofa-Pruefbescheinigung.
Sie wollen ein solides Alltagsmobil mit Kassenuebernahme? Dann kommt der Orion Metro in Frage. Er bietet 25 Kilometer Reichweite, 136 kg Zuladung und eine ordentliche Federung. Die Krankenkasse uebernimmt die Kosten abzueglich einer Zuzahlung von maximal 10 Euro.
Sie brauchen ein einfaches Modell fuer kurze Wege? Der Leo ist der unkomplizierte Einstieg. Wenig Schnickschnack, einfache Bedienung, niedriger Preis. Kassenfaehig.
Sie reisen viel und brauchen ein transportables Elektromobil? Der Colibri laesst sich zerlegen und im Kofferraum verstauen. Er ist kein Ersatz fuer ein vollwertiges Alltagsmobil, aber perfekt als Zweitgeraet fuer Urlaub und Ausfluege.
Sie wollen etwas mehr Geschwindigkeit ohne die volle Investition des Comet Pro? Der Orion Pro mit 10 km/h liegt preislich in der Mitte und bietet 35 Kilometer Reichweite. Keine Kassenuebernahme, aber auch keine Mofa-Pruefbescheinigung noetig.
Invacare Elektromobil kaufen: Checkliste & Entscheidungshilfe
| Situation | Empfehlung | Passendes Modell |
|---|---|---|
| 💊 Krankenkasse soll zahlen | Nur 6 km/h Modelle, Hilfsmittelnummer prüfen | Leo, Orion Metro, Colibri |
| 🚶 Kurze Wege (bis 20 km), Einsteiger | Einfache Bedienung, kompakt | Leo |
| 🏙️ Alltag mit etwas mehr Reichweite | Kassenfähig, bessere Federung | Orion Metro |
| ✈️ Transport im Auto / Reisen | Zerlegbar, Teile max. ca. 25 kg | Colibri |
| 🔄 Mehr Tempo ohne Mofapflicht | 10 km/h, Versicherung nötig | Orion Pro |
| 🌾 Längere Strecken, beste Ausstattung | 15 km/h, Mofapflicht (Jg. ab 1965), Selbstzahler | Comet Pro |
| ⚠️ Gebrauchtkauf beachten | Akkualter prüfen (> 3 Jahre = Kapazitätsverlust), Elektronik testen | Alle Modelle |
Tipp: Probefahrt im Sanitätshaus nutzen – Kassenprozess läuft ebenfalls über den Fachhändler. Kassenanfrage mind. 3–6 Wochen vor Bedarf einreichen.
Zubehör fuer Invacare Elektromobile
Egal fuer welches Modell Sie sich entscheiden: Das richtige Zubehoer macht den Alltag deutlich komfortabler. Die meisten Zubehoerteile sind modelluebergreifend kompatibel.
Wetterschutz. Eine Abdeckhaube schuetzt das Elektromobil vor Regen, wenn es draussen steht. Kosten: ca. 30 bis 80 Euro. Fuer Fahrten bei Regen gibt es zusaetzlich Regencapes mit Beinschutz, die ueber den Sitz gezogen werden.
Koerbe und Taschen. Die meisten Invacare-Modelle haben serienmaeessig einen kleinen Heckkorb. Zusaetzliche Einkaufskoerbe, Lenkertaschen oder Seitenkoerbe kosten zwischen 20 und 60 Euro und erhoehen die Transportkapazitaet deutlich.
Sitzausstattung. Dickere Sitzpolster, Rueckenkissen oder Lendenstuetzen verbessern den Komfort auf langen Fahrten. Gerade beim Leo, dessen Sitz einfacher ausfaellt, kann ein zusaetzliches Polster viel ausmachen.
Rampen. Fuer die Ueberwindung von Tuerschwellen oder Stufen gibt es mobile Rampen aus Aluminium. Kosten: ca. 80 bis 250 Euro je nach Laenge. Sie sind besonders sinnvoll, wenn der Zugang zur Wohnung nicht ebenerdig ist.
Mehr Tipps zu nuetzlichem Zubehoer finden Sie in unserem Ratgeber zu Elektromobil-Zubehoer.
Gebraucht kaufen: Lohnt sich ein gebrauchtes Invacare Elektromobil?
Gebrauchte Invacare Elektromobile tauchen regelmaessig auf Plattformen wie eBay Kleinanzeigen, Quoka oder bei spezialisierten Reha-Haendlern auf. Die Preise liegen je nach Modell und Zustand 30 bis 50 % unter dem Neupreis. Ein gebrauchter Comet Pro ist ab ca. 2.000 bis 3.000 Euro zu finden, ein gebrauchter Leo ab ca. 800 bis 1.200 Euro.
Worauf Sie achten sollten:
Batterie. Die Batterien sind das teuerste Verschleissteil. Neue Batterien kosten je nach Modell 200 bis 500 Euro. Fragen Sie nach dem Alter der Batterien und ob sie die volle Reichweite noch erreichen. Batterien, die aelter als 3 Jahre sind, haben in der Regel deutlich an Kapazitaet verloren.
Reifen und Bremsen. Abgefahrene Reifen oder verschlissene Bremsen sind kein Ausschlusskriterium, verursachen aber Folgekosten. Rechnen Sie mit ca. 50 bis 100 Euro pro Reifen und ca. 80 bis 150 Euro fuer neue Bremsbelaege inklusive Einbau.
Elektronik. Testen Sie alle Funktionen: Licht, Blinker, Hupe, Geschwindigkeitsregler. Elektronikschaeden sind bei Elektromobilen teuer zu reparieren.
Ausfuehrliche Tipps zum Gebrauchtkauf finden Sie in unserem Ratgeber zu gebrauchten Seniorenmobilen.
Fazit: Invacare Elektromobil
Ein Invacare Elektromobil ist eine solide Wahl fuer alle, die Wert auf Qualitaet, Service-Infrastruktur in Deutschland und langfristige Ersatzteilversorgung legen. Von ca. 1.500 Euro fuer den kompakten Leo bis ca. 5.000 Euro fuer den leistungsstarken Comet Pro deckt Invacare unterschiedliche Beduerfnisse und Budgets ab (Stand: April 2026). Ob mit Kassenrezept oder als Selbstzahler: Bei Pflege Panorama finden Sie alle weiteren Informationen in unserem grossen Ratgeber zu Elektromobilen fuer Senioren sowie Tipps zum Vergleich Elektromobil vs. E-Rollstuhl.
Worauf Sie achten sollten:
Batterie. Die Batterien sind das teuerste Verschleissteil. Neue Batterien kosten je nach Modell 200 bis 500 Euro. Fragen Sie nach dem Alter der Batterien und ob sie die volle Reichweite noch erreichen. Batterien, die aelter als 3 Jahre sind, haben in der Regel deutlich an Kapazitaet verloren.
Reifen und Bremsen. Abgefahrene Reifen oder verschlissene Bremsen sind kein Ausschlusskriterium, verursachen aber Folgekosten. Rechnen Sie mit ca. 50 bis 100 Euro pro Reifen und ca. 80 bis 150 Euro fuer neue Bremsbelaege inklusive Einbau.
Elektronik. Testen Sie alle Funktionen: Licht, Blinker, Hupe, Geschwindigkeitsregler. Elektronikschaeden sind bei Elektromobilen teuer zu reparieren.
Ausfuehrliche Tipps zum Gebrauchtkauf finden Sie in unserem Ratgeber zu gebrauchten Seniorenmobilen.


Die wichtigsten Fragen
Brauche ich fuer ein Invacare Elektromobil einen Fuehrerschein?
Fuer die 6-km/h-Modelle (Leo, Colibri, Orion Metro) brauchen Sie keinen Fuehrerschein und keine Pruefung. Fuer den Orion Pro (10 km/h) ebenfalls nicht. Nur fuer den Comet Pro (15 km/h) benoetigen Sie eine Mofa-Pruefbescheinigung, sofern Sie nach dem 1. April 1965 geboren wurden.
Welches Invacare Elektromobil bezahlt die Krankenkasse?
Grundsaetzlich nur Modelle mit maximal 6 km/h und gueltiger Hilfsmittelnummer. Das betrifft den Orion Metro, den Leo und den Colibri. Voraussetzung ist eine aerztliche Verordnung. Die Zuzahlung betraegt 10 % des Abgabepreises, mindestens 5 Euro und hoechstens 10 Euro.
Wie lange haelt der Akku eines Invacare Elektromobils?
Die Lebensdauer der Batterien liegt bei 2 bis 4 Jahren, je nach Nutzung und Pflege. Die angegebene Reichweite pro Ladung variiert von ca. 15 km (Colibri) bis 55 km (Comet Pro). In der Praxis erreichen Sie typischerweise 60 bis 80 % des Laborwerts.