Eine Demenz WG bietet Menschen mit Demenz ein Zuhause, das weder Krankenhaus noch Verwahrstation ist. In kleinen Wohngemeinschaften mit 6 bis 12 Bewohnern entsteht ein familiärer Alltag mit festen Strukturen, individueller Betreuung und echter Gemeinschaft. Für viele Angehörige ist die Demenz Wohngemeinschaft eine echte Alternative zum klassischen Pflegeheim, weil sie Sicherheit und Lebensqualität miteinander verbindet.
Wir von Pflege Panorama haben diesen Ratgeber erstellt, damit Sie alle wichtigen Informationen zur Wohngemeinschaft für Demenzkranke kompakt an einem Ort finden. Sie erfahren, wie eine Demenz-WG funktioniert, was sie kostet, welche Förderungen es gibt und für wen diese Wohnform besonders geeignet ist.
🧠 Demenz WG 2026: Das Wichtigste auf einen Blick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| 💶 Monatliche Kosten | 2.000–3.500 € |
| 👥 Bewohneranzahl | 6–12 Personen pro WG |
| 🏥 Betreuung | 24h-Präsenzkraft + ambulanter Pflegedienst ✓ |
| 📋 Betreuungskonzept |
Alltagsbegleitung
Biographiearbeit
Validation
|
| 💰 Pflegekassen-Zuschüsse | 214 €/Monat + 131 € Entlastung |
| 👤 Geeignet für | Menschen mit Demenz ab Pflegegrad 2 |
| 🏠 Anzahl in Deutschland | Rund 5.000 Demenz-WGs (↑ steigend) |
Was ist eine Demenz WG und wie funktioniert sie?
Eine Demenz WG ist eine ambulant betreute Wohngemeinschaft, in der ausschließlich oder überwiegend Menschen mit einer Demenzerkrankung zusammenleben. In der Regel teilen sich 6 bis 12 Bewohner eine große, barrierefreie Wohnung oder ein Haus. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer als Rückzugsort. Küche, Wohnzimmer, Bäder und oft auch ein Garten werden gemeinsam genutzt.
Das Besondere an der Demenz Wohngemeinschaft: Der gesamte Alltag ist auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ausgerichtet. Eine oder mehrere Präsenzkräfte sind rund um die Uhr vor Ort. Sie begleiten die Bewohner durch den Tag, kochen gemeinsam, gehen spazieren und sorgen für eine sichere Umgebung. Professionelle Pflege übernimmt ein ambulanter Pflegedienst, den die Angehörigen oder gesetzlichen Betreuer gemeinschaftlich beauftragen.
Der entscheidende Unterschied zu einer normalen Senioren-WG liegt im spezialisierten Betreuungskonzept. Während in einer klassischen Senioren-WG die Bewohner ihren Alltag weitgehend selbst organisieren, übernimmt in der Demenz-WG das Betreuungsteam die Strukturierung des Tagesablaufs. Gleichzeitig bleiben die Bewohner so weit wie möglich in Entscheidungen eingebunden. Wer frühstücken möchte, darf das. Wer lieber noch im Bett bleibt, darf das ebenfalls. Diese Balance zwischen Sicherheit und Selbstbestimmung macht die Wohngemeinschaft für Demenzkranke so besonders.


Der Unterschied zwischen Demenz WG und Pflegeheim
Polen ist ein großes Land mit sehr unterschiedlichen Regionen. Für deutsche Senioren sind vor allem fünf Gebiete relevant. Jedes hat eigene Stärken.
Danzig und die Dreistadt (Gdańsk, Sopot, Gdynia)
Danzig entwickelt sich zum attraktivsten Standort für Seniorenresidenzen in Polen. Die Dreistadt bietet eine Kombination aus malerischer Altstadt, Ostseezugang, hervorragender medizinischer Infrastruktur und kulturellem Angebot, die in Polen ihresgleichen sucht.
Das Universitätsklinikum Gdańsk gehört zu den besten Krankenhäusern des Landes. Die Stadt hat einen internationalen Flughafen mit Direktverbindungen nach Berlin, München, Hamburg und Dortmund. In der Region entstehen zunehmend moderne Pflegeeinrichtungen, die deutschsprachiges Personal beschäftigen.
Die Lebenshaltungskosten in Danzig sind niedrig: Ein Kaffee kostet 2 bis 3 Euro, ein Mittagessen im Restaurant 6 bis 10 Euro. Für Angehörige, die zu Besuch kommen, ist die Stadt ein echtes Erlebnis. Danzig verbindet polnische Gastfreundschaft mit einer Infrastruktur, die sich hinter westeuropäischen Städten nicht verstecken muss.
Besonders geeignet für: Senioren, die Wert auf städtisches Leben, Kultur und erstklassige medizinische Versorgung legen. Die Region bietet das breiteste Angebot an Fachärzten und Kliniken.
Viele Angehörige stehen vor der Frage, ob eine Demenz WG oder ein Pflegeheim die bessere Wahl ist. Beide Wohnformen bieten professionelle Pflege, unterscheiden sich aber grundlegend in ihrer Philosophie und im Alltag der Bewohner.
Im Pflegeheim leben 60 bis 120 Bewohner unter einem Dach. Der Tagesablauf folgt festen institutionellen Strukturen. Mahlzeiten finden zu vorgegebenen Zeiten statt, Pflegekräfte wechseln im Schichtdienst, und die Bewohner haben nur begrenzten Einfluss auf die Organisation ihres Alltags. Die Atmosphäre erinnert oft an eine Einrichtung, nicht an ein Zuhause. Für viele Demenzerkrankte ist genau das ein Problem: Große, unübersichtliche Gebäude mit vielen fremden Gesichtern verstärken Desorientierung und Unruhe.
In der Demenz Wohngemeinschaft leben dagegen nur 6 bis 12 Menschen zusammen. Die Räume sind wohnlich eingerichtet, Bewohner dürfen eigene Möbel und Erinnerungsstücke mitbringen. Die Betreuungskräfte sind vertraut und bleiben oft über lange Zeit dieselben. Der Tagesablauf orientiert sich an den Gewohnheiten der Bewohner, nicht an einem Dienstplan. Wenn jemand nachts wach wird und Hunger hat, wird eben nachts gegessen. Dieses Maß an Flexibilität ist im Pflegeheim schlicht nicht möglich.
Ein weiterer Unterschied betrifft die Mitbestimmung. In der Demenz-WG entscheiden die Angehörigen gemeinsam über den Pflegedienst, die Präsenzkräfte und die Gestaltung des Zusammenlebens. Im Pflegeheim sind diese Entscheidungen dem Träger vorbehalten. Für einen detaillierten Vergleich aller Pflegeformen empfehlen wir unseren Ratgeber zu den Unterschieden zwischen Pflegeheim und Seniorenresidenz.
Das Betreuungskonzept: Alltagsbegleitung, Biographiearbeit und Validation
Das Herzstück jeder guten Demenz WG ist das Betreuungskonzept. Es geht nicht darum, Demenzkranke zu verwalten oder ruhigzustellen. Es geht darum, ihnen ein würdevolles und möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Drei Ansätze spielen dabei eine zentrale Rolle.
Alltagsbegleitung als Grundprinzip
In einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke steht die gemeinsame Alltagsgestaltung im Mittelpunkt. Die Bewohner werden nicht bespaßt, sondern in ganz normale Aktivitäten eingebunden. Zusammen kochen, den Tisch decken, Wäsche falten, im Garten arbeiten. Diese alltäglichen Tätigkeiten geben Struktur und aktivieren Fähigkeiten, die trotz Demenz oft lange erhalten bleiben.
Die Präsenzkräfte begleiten die Bewohner dabei geduldig und ohne Zeitdruck. Wenn jemand zwanzig Minuten braucht, um die Kartoffeln zu schälen, dann ist das in Ordnung. Dieser Ansatz unterscheidet sich grundlegend vom Pflegeheim, wo aus Zeitgründen oft vieles für die Bewohner erledigt wird. In der Demenz-WG gilt: Was jemand noch selbst kann, soll er auch selbst tun. Das erhält Fähigkeiten und stärkt das Selbstwertgefühl.
Biographiearbeit
Biographiearbeit bedeutet, die Lebensgeschichte jedes Bewohners zu kennen und in die Betreuung einzubeziehen. War jemand Gärtner? Dann bekommt er im WG-Garten eine eigene Aufgabe. Hat eine Bewohnerin ihr Leben lang gern gebacken? Dann wird regelmäßig zusammen Kuchen gebacken. War jemand Handwerker? Dann darf er beim Reparieren kleiner Dinge helfen.
Dieses Prinzip funktioniert, weil bei Demenz das Langzeitgedächtnis oft deutlich besser erhalten bleibt als das Kurzzeitgedächtnis. Vertraute Tätigkeiten aus der eigenen Vergangenheit rufen positive Emotionen hervor und können erstaunliche Fähigkeiten reaktivieren. Die Betreuungskräfte arbeiten dafür eng mit den Angehörigen zusammen und erstellen für jeden Bewohner ein Biographieprofil.
Validation nach Naomi Feil
Validation ist ein Kommunikationsansatz, der die Gefühlswelt des Demenzkranken in den Mittelpunkt stellt. Statt eine verwirrte Person zu korrigieren („Nein, Ihre Mutter lebt nicht mehr“), geht die Betreuungskraft auf die dahinterliegende Emotion ein („Sie vermissen Ihre Mutter sehr, oder?“). Dieser Ansatz reduziert Angst und Unruhe deutlich und baut Vertrauen auf.
Gute Demenz-WGs schulen ihre Präsenzkräfte regelmäßig in Validation und anderen demenzspezifischen Kommunikationsmethoden. Das ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal, auf das Angehörige bei der Auswahl achten sollten.


Was kostet eine Demenz WG?
Die Kosten einer Demenz WG setzen sich aus mehreren Einzelposten zusammen. Anders als im Pflegeheim, wo Sie einen Gesamtpreis zahlen, sehen Sie in der WG jeden Posten einzeln. Das macht die Kosten transparent und ermöglicht gezielte Vergleiche.
Die Kostenpositionen im Detail
Die Warmmiete liegt je nach Region und Wohnungsgröße bei 400 bis 800 Euro pro Person. In Großstädten wie München, Hamburg oder Frankfurt bewegen sich die Mieten am oberen Ende. In ländlichen Regionen und ostdeutschen Bundesländern zahlen Sie deutlich weniger.
Die Betreuungspauschale für die Präsenzkräfte liegt bei 400 bis 800 Euro monatlich. Sie deckt die 24-Stunden-Betreuung ab und ist damit der größte Einzelposten neben der Miete. Das Haushaltsgeld für Lebensmittel, Reinigungsmittel und gemeinsame Anschaffungen beträgt 200 bis 350 Euro pro Monat.
Die Pflegekosten richten sich nach dem individuellen Pflegegrad und dem gewählten ambulanten Pflegedienst. In der Praxis liegen sie bei 500 bis 1.500 Euro monatlich. Davon übernimmt die Pflegekasse einen erheblichen Teil über Pflegesachleistungen. Bei Pflegegrad 3 sind das 1.432 Euro, bei Pflegegrad 4 bereits 1.778 Euro und bei Pflegegrad 5 sogar 2.200 Euro monatlich.
Insgesamt kommen Sie auf monatliche Gesamtkosten von 2.000 bis 3.500 Euro. Nach Abzug aller Pflegekassenleistungen liegt der tatsächliche Eigenanteil in vielen Fällen bei 1.200 bis 2.200 Euro. Das ist vergleichbar mit dem Eigenanteil im Pflegeheim, der 2026 bundesweit durchschnittlich bei etwa 2.200 bis 2.800 Euro liegt.
Kostenvergleich: Demenz WG vs. Pflegeheim
Beim reinen Preisvergleich schneidet die Demenz Wohngemeinschaft oft günstiger ab als das Pflegeheim. Der wesentliche Grund: In der WG zahlen Sie nur für die Leistungen, die tatsächlich erbracht werden. Im Pflegeheim sind dagegen Investitionskosten, Ausbildungsumlagen und Verwaltungskosten pauschal enthalten, die den Eigenanteil in die Höhe treiben.
Gleichzeitig sollten Sie berücksichtigen, dass die Kosten einer Demenz-WG weniger planbar sind als im Pflegeheim. Wenn der Pflegebedarf steigt, steigen auch die ambulanten Pflegekosten. Im Pflegeheim bleibt der Eigenanteil dagegen innerhalb eines Pflegegrades konstant. Für einen umfassenden Überblick über alle Wohnformen und ihre Kosten empfehlen wir unseren Vergleichsratgeber.
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Fördermöglichkeiten und Zuschüsse der Pflegekasse
Die Pflegekasse unterstützt das Leben in einer Demenz WG mit mehreren Leistungen, die den Eigenanteil spürbar senken. Voraussetzung ist in allen Fällen ein anerkannter Pflegegrad.
Wohngruppenzuschlag nach Paragraph 38a SGB XI
Der Wohngruppenzuschlag beträgt 214 Euro pro Monat und steht jedem Bewohner mit Pflegegrad zu, der in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft lebt. Die Voraussetzungen: Mindestens drei Bewohner mit Pflegegrad leben in der WG, und die Bewohner haben gemeinschaftlich eine Person beauftragt, die allgemeine organisatorische, verwaltende oder pflegerische Aufgaben übernimmt. Dieser Zuschlag ist zweckgebunden und muss für die Finanzierung der gemeinschaftlichen Betreuung verwendet werden.
Entlastungsbetrag
Der Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich steht jedem Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 1 zu. In der Demenz-WG wird er häufig für die Finanzierung der Betreuungspauschale eingesetzt. Nicht genutzte Beträge können innerhalb des Kalenderjahres angespart und bis zum 30. Juni des Folgejahres abgerufen werden.
Pflegegeld und Pflegesachleistungen
Je nach Pflegegrad erhalten Bewohner Pflegegeld (bei Versorgung durch Angehörige oder Präsenzkräfte) oder Pflegesachleistungen (bei Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst). In der Praxis wird häufig die Kombinationsleistung genutzt: Ein Teil der Pflege übernimmt der ambulante Dienst, der Rest wird durch das Pflegegeld abgedeckt. Bei Pflegegrad 3 bedeutet das beispielsweise bis zu 1.432 Euro Sachleistungen oder 573 Euro Pflegegeld. Die meisten Demenz-WG-Bewohner haben Pflegegrad 3 oder höher, was die Finanzierung der professionellen Pflege deutlich erleichtert.
Anschubfinanzierung für neue Demenz-WGs
Wer eine neue Demenz Wohngemeinschaft gründet oder in eine neu gegründete WG einzieht, kann eine einmalige Anschubfinanzierung von bis zu 2.500 Euro pro Bewohner beantragen. Dieser Zuschuss dient der altersgerechten und barrierefreien Umgestaltung der Wohnung. Pro Wohngemeinschaft ist der Betrag auf maximal 10.000 Euro gedeckelt. Die Anschubfinanzierung muss innerhalb von sechs Monaten nach Einzug beantragt werden.
Zusätzliche Fördermöglichkeiten
Neben den Pflegekassenleistungen gibt es weitere Finanzierungsquellen. Der Zuschuss für Wohnumfeldverbesserungen beträgt bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme und Bewohner (maximal 16.000 Euro pro WG bei vier oder mehr Bewohnern). Die monatliche Pauschale für Pflegehilfsmittel liegt bei 40 Euro. Außerdem bieten viele Bundesländer eigene Förderprogramme für ambulant betreute Wohngemeinschaften an, die über die Pflegekassenleistungen hinausgehen.
Finden Sie die passende Pflegekraft für Ihre Angehörigen
Wie finde ich die richtige Demenz WG?
Die Suche nach einer passenden Demenz WG erfordert Geduld und Sorgfalt. Anders als bei Pflegeheimen gibt es keine zentrale Datenbank, die alle Wohngemeinschaften auflistet. Trotzdem gibt es mehrere verlässliche Wege.
Anlaufstellen für die Suche
Die Pflegestützpunkte in Ihrer Region sind die erste Adresse. Sie kennen die lokalen Angebote und beraten kostenlos. In vielen Städten führen sie Listen mit ambulant betreuten Wohngemeinschaften, die regelmäßig aktualisiert werden. Die Beratung der Pflegekassen hilft ebenfalls weiter. Fragen Sie gezielt nach Wohngemeinschaften für Demenzkranke in Ihrer Region.
Kommunale Seniorenberatungsstellen und Alzheimer-Gesellschaften sind weitere gute Anlaufstellen. Besonders die regionalen Alzheimer-Gesellschaften haben oft einen guten Überblick über spezialisierte Demenz-WGs und deren Qualität. Auch ambulante Pflegedienste wissen häufig, welche Demenz-WGs in der Umgebung freie Plätze haben, da viele WGs eng mit bestimmten Pflegediensten zusammenarbeiten.
Qualitätskriterien: Worauf Sie achten sollten
Bei der Auswahl einer Demenz WG gibt es klare Qualitätsindikatoren, die Sie vor dem Einzug prüfen sollten. Die Personalausstattung ist entscheidend: Achten Sie darauf, dass tagsüber mindestens zwei Präsenzkräfte für 8 bis 12 Bewohner vor Ort sind. Nachts sollte mindestens eine wache Nachtwache anwesend sein, nicht nur eine Rufbereitschaft.
Fragen Sie nach der Qualifikation der Betreuungskräfte. Haben sie eine Ausbildung als Betreuungskraft nach Paragraph 43b SGB XI? Werden sie regelmäßig in Demenz-Themen geschult? Kennen sie Methoden wie Validation und Biographiearbeit? Das Betreuungskonzept sollte schriftlich vorliegen und für Angehörige einsehbar sein.
Die Räumlichkeiten spielen eine große Rolle. Eine gute Demenz Wohngemeinschaft ist barrierefrei, hat Orientierungshilfen (farbliche Markierungen, gut lesbare Beschriftungen) und bietet ausreichend Platz zum Bewegen. Ein Garten oder eine geschützte Terrasse ist ein enormer Vorteil, weil Bewegung an der frischen Luft bei Demenz nachweislich beruhigend wirkt.
Besuchen Sie die WG nach Möglichkeit mehrmals zu verschiedenen Tageszeiten. Wie ist die Atmosphäre? Wirken die Bewohner zufrieden? Wie gehen die Betreuungskräfte mit den Bewohnern um? Diese Eindrücke sagen oft mehr als jede Hochglanzbroschüre. Eine ausführliche Checkliste für die Auswahl der richtigen Einrichtung finden Sie in unserem Ratgeber.
Vorteile und Nachteile einer Demenz WG
Wie jede Wohnform hat auch die Demenz WG Stärken und Schwächen. Wer die Vor- und Nachteile kennt, kann eine fundierte Entscheidung treffen.
Die Vorteile
Der größte Vorteil ist die familiäre Atmosphäre. In einer kleinen Gruppe mit festen Betreuungspersonen entstehen Vertrautheit und Beziehungen. Das gibt Demenzkranken Sicherheit und reduziert Angst und Unruhe deutlich. Studien zeigen, dass Bewohner von Demenz-WGs seltener Psychopharmaka erhalten als Bewohner in Pflegeheimen. Das ist ein starkes Argument für diese Wohnform.
Die Selbstbestimmung bleibt erhalten, soweit es die Erkrankung zulässt. Bewohner können ihren Tagesrhythmus beibehalten, eigene Möbel mitbringen und sich an der Haushaltsführung beteiligen. Die Angehörigen haben ein echtes Mitspracherecht bei der Auswahl des Pflegedienstes und der Gestaltung des Zusammenlebens.
Die Kosten sind oft vergleichbar mit oder sogar niedriger als im Pflegeheim. Durch die transparente Kostenstruktur wissen Angehörige genau, wofür sie zahlen. Die spezialisierten Pflegekassenzuschüsse wie der Wohngruppenzuschlag senken den Eigenanteil zusätzlich.
Die Nachteile
Ein Nachteil ist die begrenzte Verfügbarkeit. Obwohl die Zahl der Demenz-WGs in Deutschland stetig wächst, gibt es in vielen Regionen noch zu wenige Plätze. Besonders in ländlichen Gebieten kann die nächste Demenz-WG weit entfernt sein. Wartezeiten von mehreren Monaten sind keine Seltenheit.
Die medizinische Versorgung ist weniger umfassend als im Pflegeheim. Eine Demenz-WG hat keinen hauseigenen Arzt und kein pflegerisches Nachtteam mit examinierten Pflegekräften. Für Menschen mit schweren körperlichen Zusatzerkrankungen kann das ein Problem sein. Bei akuten medizinischen Notfällen ist die WG auf den Rettungsdienst angewiesen.
Die Qualität schwankt erheblich. Es gibt hervorragende Demenz-WGs mit engagierten Teams und durchdachten Konzepten. Es gibt aber auch schlecht geführte WGs, in denen die Betreuung mangelhaft ist. Eine gesetzliche Qualitätskontrolle existiert zwar in den meisten Bundesländern über die Heimaufsicht, sie ist aber weniger streng als bei Pflegeheimen. Angehörige müssen deshalb selbst genau hinschauen.


Für wen ist eine Demenz WG geeignet?
Die Demenz Wohngemeinschaft ist nicht für jeden Demenzkranken die beste Lösung. Sie eignet sich besonders für bestimmte Konstellationen.
Ideal ist die Demenz-WG für Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz, die von einem strukturierten Alltag in kleiner Gemeinschaft profitieren. Sie brauchen zwar Unterstützung und Aufsicht, sind aber noch in der Lage, am Gemeinschaftsleben teilzunehmen und einfache Alltagstätigkeiten auszuführen. Der typische Pflegegrad liegt bei 3 oder 4.
Auch für Menschen mit fortgeschrittener Demenz kann die WG geeignet sein, solange keine schweren körperlichen Begleiterkrankungen eine intensive medizinische Versorgung erfordern. Viele Demenz-WGs begleiten ihre Bewohner bis zum Lebensende und bieten in der letzten Phase eine palliative Versorgung in Zusammenarbeit mit ambulanten Hospizdiensten an.
Weniger geeignet ist die Demenz WG für Menschen mit stark aggressivem Verhalten, das die Mitbewohner gefährdet. Auch bei schwerer körperlicher Pflegebedürftigkeit, die den Einsatz von medizinischen Geräten oder eine ständige Überwachung durch examinierte Pflegefachkräfte erfordert, stößt die WG an ihre Grenzen. In solchen Fällen bietet ein spezialisierter Demenz-Wohnbereich im Pflegeheim möglicherweise die bessere Versorgung.
So gründen Sie eine Demenz WG
Wer keine passende Demenz WG in seiner Region findet, kann selbst eine gründen. Das ist aufwendig, aber machbar. In vielen Bundesländern unterstützen Fachstellen die Gründung ambulant betreuter Wohngemeinschaften mit Beratung und finanziellen Mitteln.
Der erste Schritt ist die Bildung einer Gründungsgruppe. Dafür brauchen Sie mindestens drei Familien von Demenzkranken, die Interesse an einer gemeinsamen WG haben. Die Alzheimer-Gesellschaften, Pflegestützpunkte und Selbsthilfegruppen sind gute Orte, um Mitstreiter zu finden.
Im zweiten Schritt suchen Sie eine geeignete Immobilie. Die Wohnung oder das Haus muss barrierefrei sein oder barrierefrei umgebaut werden können. Pro Bewohner sollten mindestens 25 bis 30 Quadratmeter zur Verfügung stehen, inklusive des Anteils an Gemeinschaftsflächen. Ein Garten oder eine Terrasse ist für Demenzkranke besonders wertvoll.
Im dritten Schritt wählen Sie gemeinsam einen ambulanten Pflegedienst mit Erfahrung in der Demenzbetreuung aus. Dieser Pflegedienst stellt die Präsenzkräfte und koordiniert die pflegerische Versorgung. Achten Sie darauf, dass der Pflegedienst nachweisbare Erfahrung mit Wohngemeinschaften für Demenzkranke hat und ein schlüssiges Betreuungskonzept vorlegt.
Im vierten Schritt regeln Sie die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Dazu gehören der Mietvertrag, die Betreuungsverträge, eine Vereinbarung zwischen den Angehörigen und die Anmeldung bei der zuständigen Heimaufsicht. Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Anforderungen an ambulant betreute Wohngemeinschaften. Der gesamte Gründungsprozess dauert in der Regel 6 bis 12 Monate. Vergessen Sie nicht, die Anschubfinanzierung der Pflegekasse rechtzeitig zu beantragen.


Die wichtigsten Fragen
Was genau ist eine Demenz WG?
Eine Demenz WG ist eine ambulant betreute Wohngemeinschaft, in der 6 bis 12 Menschen mit Demenz zusammenleben. Präsenzkräfte betreuen die Bewohner rund um die Uhr, ein ambulanter Pflegedienst übernimmt die professionelle Pflege. Die Bewohner haben eigene Zimmer und nutzen Gemeinschaftsräume wie Küche und Wohnzimmer gemeinsam. Angehörige haben Mitspracherecht bei der Gestaltung des Zusammenlebens.
Was kostet eine Demenz Wohngemeinschaft pro Monat?
Die monatlichen Gesamtkosten einer Demenz Wohngemeinschaft liegen zwischen 2.000 und 3.500 Euro. Darin enthalten sind Miete (400 bis 800 Euro), Betreuungspauschale (400 bis 800 Euro), Haushaltsgeld (200 bis 350 Euro) und Pflegekosten (500 bis 1.500 Euro). Nach Abzug aller Pflegekassenleistungen beträgt der Eigenanteil in vielen Fällen 1.200 bis 2.200 Euro.
Welche Zuschüsse gibt es für eine Demenz WG?
Die Pflegekasse zahlt mehrere Zuschüsse: den Wohngruppenzuschlag von 214 Euro monatlich, den Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich, Pflegegeld oder Pflegesachleistungen je nach Pflegegrad sowie eine einmalige Anschubfinanzierung von bis zu 2.500 Euro pro Bewohner bei Neugründung. Zusätzlich gibt es Zuschüsse für Wohnumfeldverbesserungen bis 4.000 Euro pro Maßnahme.