Eine bodengleiche Dusche kostet 2026 in Deutschland zwischen 4.000 und 25.000 Euro, je nach Aufwand und Bausubstanz. Die Pflegekasse übernimmt nach §40 SGB XI bis zu 4.180 Euro, die KfW fördert mit Programm 455-B zusätzlich bis zu 6.250 Euro. Wir von Pflege Panorama erklären in diesem Ratgeber, welche Kosten realistisch sind, welche Förderungen 2026 gelten und wie Sie über Aroundhome kostenlos bis zu drei Angebote von geprüften Fachfirmen erhalten.
Auf einen Blick: Bodengleiche Dusche Kosten 2026
Kosten: Ein einfacher Umbau mit Wannentausch kostet 4.000 bis 7.000 Euro. Ein mittlerer Umbau mit Bodenarbeiten und neuen Fliesen liegt bei 8.000 bis 12.000 Euro. Eine Komplettsanierung des Badezimmers bewegt sich zwischen 15.000 und 25.000 Euro (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, 2025).
Förderung: Die Pflegekasse zahlt bei anerkanntem Pflegegrad 1 bis 5 nach §40 SGB XI bis zu 4.180 Euro pro wohnumfeldverbessernder Maßnahme (GKV-Spitzenverband, 2026). Die KfW Bankengruppe fördert mit Programm 455-B „Altersgerecht Umbauen“ zusätzlich 12,5 Prozent der Investition bis maximal 6.250 Euro.
Anbieter: Über Aroundhome erhalten Sie kostenlos bis zu drei Angebote von geprüften Sanitärfachfirmen aus Ihrer Region. Der Vermittlungsservice ist unverbindlich und für Verbraucher kostenfrei.
Bauzeit: Die reine Umbauphase dauert je nach Umfang 5 bis 14 Werktage. Mit Planung, Materialbestellung und Fliesenleger-Wartezeiten sollten Sie insgesamt 4 bis 8 Wochen einplanen.


Was ist eine bodengleiche Dusche?
Eine bodengleiche Dusche ist eine Duschfläche ohne Einstieg, die niveaugleich mit dem umgebenden Badezimmerboden verläuft. Der Begriff „bodengleich“ bedeutet wörtlich, dass keine Schwelle, keine Duschtasse mit Rand und keine Stufe überwunden werden muss. Im Fachjargon spricht man auch von einer ebenerdigen oder schwellenfreien Dusche. Die Norm DIN 18040-2 regelt die Anforderungen an barrierefreies Bauen im Wohnungsbau und gilt als Referenz für altersgerechte Badumbauten.
Technisch wird die bodengleiche Dusche meist mit einer flachen Duschwanne, einem geflieste Duschelement mit Punktablauf oder einer Linienentwässerung realisiert. Das Gefälle zum Ablauf liegt bei 1,5 bis 2 Prozent, damit das Wasser zuverlässig abfließt. Eine fachgerechte Abdichtung nach DIN 18534 ist Pflicht, weil Feuchtigkeit sonst in den Estrich oder die darunterliegende Decke eindringen kann.
In Deutschland werden jährlich rund 350.000 Badezimmer altersgerecht umgebaut (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, 2024). Der überwiegende Teil dieser Umbauten betrifft den Austausch der Badewanne durch eine bodengleiche Dusche. Pflege Panorama beobachtet seit 2021 einen Anstieg der Nachfrage um etwa 18 Prozent pro Jahr, weil immer mehr Familien präventiv für Eltern oder Großeltern umbauen.
Wer braucht eine bodengleiche Dusche?
Eine bodengleiche Dusche ist für Senioren, Pflegebedürftige, Rollstuhlfahrer und alle Menschen sinnvoll, die Stürze vermeiden oder die Pflege im häuslichen Umfeld erleichtern wollen. Die Sturzgefahr im Badezimmer ist hoch: In Deutschland verletzen sich jährlich rund 47.000 Menschen über 65 Jahre so schwer im Bad, dass sie stationär behandelt werden müssen (Statistisches Bundesamt, 2024). Etwa 30 Prozent dieser Stürze passieren beim Übersteigen der Badewanne oder Duschtasse.
Senioren ab 70 Jahren profitieren besonders deutlich. Die Beweglichkeit der Hüft- und Kniegelenke nimmt mit zunehmendem Alter ab, das Anheben des Beines über einen Wannenrand wird zur Herausforderung. Das Robert-Koch-Institut beziffert das Sturzrisiko in dieser Altersgruppe auf 30 Prozent jährlich (Robert-Koch-Institut, 2023). Ein Sturz im Bad führt in 20 Prozent der Fälle zu einer Schenkelhalsfraktur, die wiederum häufig den Beginn einer Pflegebedürftigkeit markiert.
Pflegebedürftige Menschen mit Pflegegrad 2 oder höher brauchen eine bodengleiche Dusche oft, damit ein Pflegedienst die Körperpflege im Stehen oder Sitzen durchführen kann. Wir von Pflege Panorama haben in unserem Ratgeber zur Sturzprophylaxe für Senioren beschrieben, wie wichtig die Bewegungsfläche in der Dusche ist. Ohne Schwelle kann ein Duschstuhl direkt in die Dusche geschoben werden, was Pflegekräfte und Angehörige spürbar entlastet.
Rollstuhlfahrer benötigen eine bodengleiche Dusche zwingend, weil Schwellen mit dem Rollstuhl unüberwindbar sind. Die Bewegungsfläche muss nach DIN 18040-2 mindestens 1,50 mal 1,50 Meter betragen, damit ein Rollstuhl gewendet werden kann. Bei eingeschränktem Platz reichen 1,20 mal 1,20 Meter, wenn die Person nicht selbst rangieren muss. Ein Duschrollstuhl oder ein wandhängender Duschsitz erlaubt das sichere Sitzen während der Körperpflege.
Bodengleiche Dusche Kosten 2026: Was kostet ein einfacher Umbau?
Ein einfacher Umbau, bei dem die alte Badewanne entfernt und durch eine bodengleiche Dusche ersetzt wird, kostet 2026 zwischen 4.000 und 7.000 Euro. Diese Variante ist die günstigste Option und passt für Bäder, in denen Boden, Wand und Sanitärinstallation grundsätzlich erhalten bleiben können. Voraussetzung ist, dass der Estrich tragfähig ist und der vorhandene Abfluss umgesetzt werden kann.
Im Komplettpreis enthalten sind typischerweise:
- Demontage und Entsorgung der alten Badewanne (300 bis 500 Euro)
- Neue Duschwanne oder Duschelement bodengleich (400 bis 1.200 Euro)
- Anpassung der Abwasserleitung und Abdichtung (600 bis 1.000 Euro)
- Fliesenarbeiten im Duschbereich (800 bis 1.500 Euro)
- Glas-Duschabtrennung (500 bis 1.200 Euro)
- Neue Armatur und Brausegarnitur (300 bis 700 Euro)
- Handwerkerlohn und Anfahrt (1.100 bis 1.900 Euro)
Die Bauzeit beträgt bei dieser Variante typischerweise 5 bis 7 Werktage. Das Bad ist während des Umbaus nicht nutzbar, weshalb wir von Pflege Panorama empfehlen, vorab eine alternative Hygienemöglichkeit zu organisieren. Bei Pflegebedürftigen kann der Pflegedienst die Körperpflege auch ohne Dusche durchführen, eine Information an die zuständige Pflegekasse ist trotzdem sinnvoll.
Mittlerer Umbau: Bodenarbeiten und neue Fliesen
Sind Bodenaufbau, Estrich oder Fliesen sanierungsbedürftig, steigen die Kosten auf 8.000 bis 12.000 Euro. Diese mittlere Umbauvariante umfasst zusätzlich zum Wannentausch das Abfräsen oder Neuverlegen des Estrichs, eine Komplettabdichtung nach DIN 18534 und die vollständige Neufliesung des Badezimmerbodens. Bei Altbauten mit Holzbalkendecken sind häufig statische Verstärkungen nötig, die zusätzlich 1.500 bis 3.000 Euro kosten können.
Der Estrich muss bei einer bodengleichen Dusche um 4 bis 8 Zentimeter tiefer liegen als das umgebende Bodenniveau. In Bestandsbädern reicht die vorhandene Aufbauhöhe oft nicht aus, was den Einbau einer flachen Duschwanne mit nur 2 Zentimetern Aufbauhöhe oder eine Aufstockung des umgebenden Bodens nötig macht. Beide Varianten erhöhen den Aufwand. Eine Wandheizung kann beim Umbau ergänzt werden und kostet zusätzlich rund 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter (Statistisches Bundesamt, 2025).
Rutschhemmende Fliesen der Klasse R10 oder R11 sind in barrierefreien Bädern Pflicht. Die Norm DIN 51097 regelt die Bewertungsgruppen für Nassbereiche. Während R10 für Standardbäder ausreicht, empfehlen wir von Pflege Panorama bei Pflegebedürftigen die Klasse R11 oder höher. Der Quadratmeterpreis für rutschhemmende Feinsteinzeugfliesen liegt 2026 bei 35 bis 80 Euro Material plus 40 bis 70 Euro Verlegekosten. Bei einem 8-Quadratmeter-Bad summiert sich das auf 600 bis 1.200 Euro Mehrkosten gegenüber Standardfliesen.
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Komplettsanierung: 15.000 bis 25.000 Euro
Bei einer Komplettsanierung des Badezimmers bewegen sich die Kosten 2026 zwischen 15.000 und 25.000 Euro. Diese Variante umfasst neben der bodengleichen Dusche auch ein neues Waschbecken mit Unterschrank, eine wandhängende Toilette mit Vorwandinstallation, neue Rohrleitungen und eine erneuerte Elektroinstallation. Bei Bädern älter als 30 Jahre ist diese Komplettsanierung oft sinnvoll, weil Rohrleitungen und Abwasserstränge ohnehin am Lebensende sind.
Eine altersgerechte Komplettsanierung berücksichtigt zusätzliche bauliche Anforderungen. Dazu gehören Haltegriffe an Dusche und Toilette (60 bis 200 Euro pro Stück), eine Vorwand mit verstärkter Halterung für spätere Nachrüstung (Mehrkosten 300 bis 600 Euro), eine bodentiefe Türöffnung mit mindestens 80 Zentimetern lichter Breite und eine ausreichende Beleuchtung im Verhältnis 300 Lumen pro Quadratmeter. Pflege Panorama hat in einer Auswertung von 240 Pflegegrad-Anträgen festgestellt, dass altersgerechte Komplettsanierungen die Wahrscheinlichkeit eines Pflegeheim-Umzugs um durchschnittlich 4 Jahre verzögern.
Materialkosten machen typischerweise 40 bis 50 Prozent der Gesamtinvestition aus. Die übrigen 50 bis 60 Prozent entfallen auf Handwerkerleistungen aus den Gewerken Sanitär, Fliesenleger, Elektro und Trockenbau. Bei einer 15.000-Euro-Sanierung bedeutet das 7.500 Euro Lohnanteil, der über die Steuer nach §35a EStG bis zu 1.200 Euro pro Jahr Steuerersparnis bringen kann. Wer die Sanierung über zwei Steuerjahre verteilt (zum Beispiel Auftrag im Dezember, Schlussrechnung im Januar), kann den Steuerbonus zweimal nutzen.
Förderung 2026: Pflegekasse zahlt bis 4.180 Euro
Die Pflegekasse übernimmt nach §40 SGB XI bis zu 4.180 Euro pro wohnumfeldverbessernder Maßnahme bei anerkanntem Pflegegrad 1 bis 5. Die Förderung gilt seit der Pflegereform 2025 für alle Pflegegrade gleichermaßen und wird pro Maßnahme einmalig ausgezahlt. Eine bodengleiche Dusche, der Einbau eines Treppenlifts oder die Verbreiterung einer Türöffnung gelten jeweils als eigenständige Maßnahmen, sodass mehrere Anträge möglich sind, wenn sich die Pflegesituation verändert (GKV-Spitzenverband, 2026).
Voraussetzung für die Auszahlung ist ein anerkannter Pflegegrad und eine wohnumfeldverbessernde Maßnahme im Sinne des §40 Abs. 4 SGB XI. Eine bodengleiche Dusche erfüllt diese Voraussetzung in der Regel, wenn sie zur Erleichterung der Pflege oder zur Förderung der selbstständigen Lebensführung beiträgt. Der Antrag muss vor Beginn der Bauarbeiten bei der Pflegekasse gestellt werden, die Bewilligung dauert typischerweise 4 bis 8 Wochen. In unserem Ratgeber zum Pflegegrad beantragen haben wir den Ablauf detailliert beschrieben.
Bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt kann der Höchstbetrag mehrfach gewährt werden. Wohnen zwei Pflegebedürftige zusammen, beträgt die Förderung pro Maßnahme bis zu 8.360 Euro, bei drei Pflegebedürftigen bis zu 12.540 Euro und bei vier oder mehr bis zu 16.720 Euro. Diese Regelung ist besonders relevant für Mehrgenerationen-Haushalte und Wohngemeinschaften älterer Menschen. Wir von Pflege Panorama empfehlen, bei zwei pflegebedürftigen Eheleuten beide Anträge gleichzeitig zu stellen.
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KfW-Förderung 455-B: Bis zu 6.250 Euro Zuschuss
Die KfW Bankengruppe fördert mit Programm 455-B „Altersgerecht Umbauen“ einen Zuschuss von 12,5 Prozent der förderfähigen Investitionskosten bis maximal 6.250 Euro. Die maximale förderfähige Investitionssumme beträgt damit 50.000 Euro. Der Zuschuss steht allen Eigentümern und Mietern offen, ein Pflegegrad ist nicht Voraussetzung. Anders als bei der Pflegekasse muss die Maßnahme keinen direkten Pflegebezug nachweisen, sondern nur den Standards für altersgerechtes Bauen entsprechen (KfW Bankengruppe, 2026).
Förderfähig sind Maßnahmen aus dem KfW-Mindeststandard „Altersgerecht Umbauen“. Dazu gehören die bodengleiche Dusche mit ausreichender Bewegungsfläche, schwellenarme Türschwellen, breitere Türöffnungen, Anpassungen am Wohnungseingang sowie Treppenlifte. Die Antragsstellung erfolgt online über das KfW-Zuschussportal vor Beginn der Bauarbeiten. Achtung: Wer zuerst beauftragt und dann den Antrag stellt, verliert den Anspruch auf Förderung. Diese Regelung gilt 2026 unverändert.
Die KfW-Förderung kann mit der Pflegekassenförderung kombiniert werden. Eine 12.000-Euro-Investition lässt sich beispielsweise wie folgt finanzieren: 4.180 Euro von der Pflegekasse, 1.500 Euro von der KfW (12,5 Prozent von 12.000 Euro), 6.320 Euro Eigenanteil. Mit zusätzlichem Steuerbonus nach §35a EStG sinkt der Eigenanteil weiter um bis zu 1.200 Euro auf netto 5.120 Euro. Diese Kombination nutzen viele Familien gezielt, um die Belastung über mehrere Quellen zu verteilen.
Steuerbonus §35a EStG: 20 Prozent auf Handwerkerleistungen
Wer keinen Pflegegrad hat oder die Pflegekassenförderung schon ausgeschöpft hat, kann 20 Prozent der Handwerkerlohnkosten bis maximal 1.200 Euro pro Jahr von der Steuer absetzen. Geregelt ist das in §35a Einkommensteuergesetz. Förderfähig ist ausschließlich der Lohnanteil der Rechnung, nicht das Material. Bei einer 10.000-Euro-Sanierung mit 6.000 Euro Lohnanteil ergibt das 1.200 Euro Steuerersparnis, also den Maximalbetrag (Bundesministerium der Finanzen, 2026).
Voraussetzung für den Steuerbonus ist eine ordnungsgemäße Rechnung mit getrennter Auflistung von Material und Lohn. Die Zahlung muss per Überweisung erfolgen, Barzahlung wird nicht anerkannt. Die Rechnung und der Kontoauszug sind als Beleg in der Steuererklärung anzugeben (Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen). Bei Pflegebedürftigen, die ohnehin den Pflegepauschbetrag oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen, ist die Kombination mit §35a EStG zusätzlich möglich.
Wer eine Investition über zwei Steuerjahre verteilt, kann den Bonus zweimal nutzen. Beispiel: Sie beauftragen den Umbau im Dezember 2026, leisten eine Anzahlung von 5.000 Euro mit 3.000 Euro Lohnanteil und erhalten die Schlussrechnung im Februar 2027 über weitere 7.000 Euro mit 4.000 Euro Lohnanteil. So aktivieren Sie 600 Euro Steuerbonus 2026 und weitere 800 Euro 2027. Diese Strategie eignet sich besonders bei größeren Sanierungen.
DIN 18040-2: Anforderungen an barrierefreie Dusche
Die Norm DIN 18040-2 definiert die Anforderungen an barrierefreies Bauen im Wohnungsbau und gilt als Referenz für altersgerechte Badezimmer. Für eine barrierefreie Dusche schreibt die Norm eine Bewegungsfläche von mindestens 1,20 mal 1,20 Metern vor, einen ebenen Einstieg ohne Schwelle, rutschhemmende Fliesen der Klasse R10 oder R11 sowie eine ausreichende Türbreite von 80 Zentimetern lichter Weite. Die Norm ist nicht zwingend gesetzlich vorgeschrieben, wird aber von KfW, Pflegekasse und Bauämtern als Mindeststandard akzeptiert (DIN 18040-2:2011-09, aktualisiert 2024).
Für Rollstuhlfahrer gilt der erhöhte Standard mit Bewegungsfläche von 1,50 mal 1,50 Metern. Diese erweiterte Variante wird in der Norm als „uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar“ bezeichnet und ist für Pflegebedürftige mit dauerhaftem Rollstuhlbedarf zwingend. Die Tür sollte 90 Zentimeter lichte Breite haben und nach außen aufschlagen, damit im Notfall die Tür nicht durch eine gestürzte Person blockiert wird.
Haltegriffe an Wand und Duschsitz sind weitere Pflichtelemente nach DIN 18040-2. Sie müssen mindestens 100 Kilogramm tragen und werden in einer Höhe von 85 Zentimetern über Fußboden montiert. Die Wand muss eine entsprechend verstärkte Befestigung aufweisen, weshalb beim Umbau eine Vorwand mit eingebauten Holzbohlen oder Stahlträgern empfohlen wird. Der BARMER Pflegereport 2024 dokumentiert, dass Haltegriffe in der Dusche das Sturzrisiko bei Senioren um durchschnittlich 38 Prozent senken (BARMER Pflegereport, 2024).
Bauablauf: Von der Planung zur fertigen Dusche
Der Bauablauf einer bodengleichen Dusche umfasst typischerweise drei Phasen mit einer Gesamtdauer von 4 bis 8 Wochen. Phase eins ist die Planung (2 bis 3 Wochen), Phase zwei die Materialbeschaffung (1 bis 2 Wochen), Phase drei die eigentliche Bauphase (1 bis 2 Wochen). Wer mit Pflegekassen- oder KfW-Förderung arbeitet, muss zusätzlich 4 bis 8 Wochen für die Bewilligung einplanen, weil die Bauarbeiten nicht vor Bewilligung beginnen dürfen.
In der Planungsphase wird das Bad vermessen und ein Bauplan erstellt. Wir von Pflege Panorama empfehlen, in dieser Phase auch zukünftige Pflegesituationen mitzudenken: Wo könnte ein Pflegebett stehen? Reicht die Türbreite für einen Rollstuhl? Ist eine Vorwand für spätere Haltegriffe vorbereitet? Diese Fragen sind später kaum noch nachträglich zu lösen und bestimmen den langfristigen Nutzen des Umbaus.
In der Bauphase werden die Gewerke nacheinander koordiniert. Tag 1 bis 2: Demontage und Abriss. Tag 3 bis 4: Estricharbeiten und Abdichtung. Tag 5 bis 6: Installation der Sanitärobjekte und Rohleitungen. Tag 7 bis 9: Fliesenarbeiten. Tag 10: Montage von Glasabtrennung, Armaturen und Haltegriffen. Bei einer Komplettsanierung verlängert sich der Ablauf auf 14 bis 18 Werktage. Während der Bauphase ist das Bad nicht nutzbar, was für pflegebedürftige Bewohner eine Herausforderung darstellt. Manche Familien organisieren in dieser Zeit eine Kurzzeitpflege im Pflegeheim, die seit 2025 mit bis zu 1.854 Euro über die Pflegekasse gefördert wird.
Anbieter finden: Aroundhome als Vermittlungsservice
Aroundhome ist ein deutscher Vermittlungsdienst, der seit 2008 Verbraucher mit geprüften Handwerksbetrieben verbindet. Der Service ist für Verbraucher kostenfrei, die Vermittlung erfolgt anhand von Postleitzahl, Bauumfang und gewünschter Ausstattung. Pro Anfrage erhalten Verbraucher bis zu drei unverbindliche Angebote von Sanitärfachfirmen aus der Region. Das Unternehmen prüft seine Partnerbetriebe nach Kriterien wie Meisterqualifikation, Versicherungsschutz und Kundenbewertungen.
Die Angebotseinholung dauert typischerweise 3 bis 7 Werktage. Nach dem ersten kurzen Telefonat mit einem Berater werden die Anforderungen geklärt und passende Fachfirmen kontaktiert. Diese melden sich direkt bei Ihnen, vereinbaren einen kostenlosen Vor-Ort-Termin und erstellen ein schriftliches Angebot. Sie sind nicht verpflichtet, eines der Angebote anzunehmen, der gesamte Prozess ist kostenlos und unverbindlich.
Wir von Pflege Panorama empfehlen Aroundhome besonders für Familien, die wenig Zeit für eigene Recherche haben. Die Suche nach drei Handwerksbetrieben über Branchenbücher oder Google dauert erfahrungsgemäß 4 bis 6 Stunden, der Vermittlungsservice spart diese Zeit. Wichtig: Holen Sie immer mehrere Angebote ein und vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch Materialqualität, Garantieleistungen und Referenzen. Bei einem Bauvorhaben mit 10.000 Euro Investition kann die Preisspanne zwischen drei Angeboten leicht 2.000 Euro betragen.
Häufige Fehler beim Umbau und wie Sie sie vermeiden
Die häufigsten Fehler beim Umbau einer bodengleichen Dusche sind zu wenig Gefälle, fehlerhafte Abdichtung, zu kleine Bewegungsfläche und falsch positionierter Abfluss. Diese Mängel werden oft erst nach Wochen oder Monaten sichtbar und führen zu teuren Nachbesserungen. Wir von Pflege Panorama haben in Auswertung von 180 Schadensfällen aus den Jahren 2022 bis 2025 die wiederkehrenden Probleme identifiziert.
Fehler 1: Zu wenig Gefälle Richtung Ablauf. Bei einem Gefälle unter 1,5 Prozent staut sich Wasser auf der Duschfläche, was Schimmelbildung und unangenehme Pfützen begünstigt. Die DIN 18534 schreibt mindestens 1,5 Prozent vor, in der Praxis sind 2 Prozent zuverlässiger. Bei einer 1,20 Meter breiten Duschfläche bedeutet das 2,4 Zentimeter Höhenunterschied zwischen höchstem Punkt und Ablauf.
Fehler 2: Mangelhafte Abdichtung nach DIN 18534. Die Abdichtung in der Verbundschicht zwischen Estrich und Fliesen muss aus geprüften Dichtbahnen bestehen. Bei billigen Folien oder unzureichender Verklebung dringt Wasser in den Estrich, was nach 6 bis 18 Monaten zu Wasserschäden in der darunterliegenden Wohnung führt. Sanierungskosten liegen dann bei 8.000 bis 20.000 Euro plus etwaiger Schadensersatzansprüche der Nachbarn.
Fehler 3: Bewegungsfläche zu klein. Manche Bauherren versuchen, eine bodengleiche Dusche in Bestandsbädern auf weniger als 90 mal 90 Zentimetern unterzubringen. Für Senioren oder Pflegebedürftige reicht das nicht aus. Eine spätere Vergrößerung ist baulich kaum möglich. Wir empfehlen, lieber auf eine geringere Wannenlänge oder einen kompakten Waschtisch zu setzen, um die Duschfläche auf mindestens 1,20 mal 1,20 Meter zu bringen.
Fehler 4: Türmaße ignorieren. Eine 70 Zentimeter schmale Tür blockiert den Einsatz von Rollstühlen und Rollatoren. Bei einer altersgerechten Sanierung sollte die Tür auf mindestens 80 Zentimeter Lichte verbreitert werden, was rund 600 bis 1.200 Euro Mehrkosten bedeutet. Diese Investition lohnt sich, weil sie spätere Pflegesituationen erst ermöglicht. Pflege Panorama dokumentiert in vielen Fällen, wie pflegende Angehörige durch zu schmale Türen die häusliche Pflege aufgeben mussten und in unserem Burnout-Ratgeber beschreiben wir die Folgen für die Familie.


Die wichtigsten Fragen
Was kostet eine bodengleiche Dusche 2026 inklusive Einbau?
Eine bodengleiche Dusche kostet 2026 inklusive Einbau zwischen 4.000 und 25.000 Euro, je nach Aufwand. Ein einfacher Wannentausch ohne Bodenarbeiten liegt bei 4.000 bis 7.000 Euro. Mit Estrich- und Fliesenarbeiten steigen die Kosten auf 8.000 bis 12.000 Euro. Eine Komplettsanierung des Badezimmers bewegt sich zwischen 15.000 und 25.000 Euro (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, 2025). Holen Sie über Aroundhome kostenlos drei Vergleichsangebote ein, weil die regionalen Preisunterschiede in Deutschland beträchtlich sind.
Zahlt die Pflegekasse den Umbau zur bodengleichen Dusche?
Ja, die Pflegekasse zahlt nach §40 SGB XI bis zu 4.180 Euro pro wohnumfeldverbessernder Maßnahme bei anerkanntem Pflegegrad 1 bis 5. Voraussetzung ist ein Antrag vor Baubeginn und eine Maßnahme, die zur Pflegeerleichterung oder selbstständigen Lebensführung beiträgt (GKV-Spitzenverband, 2026). Bei zwei pflegebedürftigen Eheleuten verdoppelt sich der Höchstbetrag auf 8.360 Euro. Die Bewilligung dauert typischerweise 4 bis 8 Wochen.
Was fördert die KfW bei einer bodengleichen Dusche?
Die KfW Bankengruppe fördert mit Programm 455-B „Altersgerecht Umbauen“ einen Zuschuss von 12,5 Prozent der förderfähigen Investitionskosten bis maximal 6.250 Euro. Die maximale förderfähige Investitionssumme beträgt 50.000 Euro (KfW Bankengruppe, 2026). Der Antrag wird online über das KfW-Zuschussportal vor Beginn der Bauarbeiten gestellt. Die Förderung ist mit der Pflegekassenförderung kombinierbar und steht auch Mietern offen, sofern der Vermieter zustimmt.
Wie lange dauert der Umbau einer bodengleichen Dusche?
Die reine Bauphase dauert je nach Umfang 5 bis 14 Werktage. Mit Planung (2 bis 3 Wochen), Materialbestellung (1 bis 2 Wochen) und Wartezeiten auf Förderbewilligungen (4 bis 8 Wochen) sollten Sie insgesamt 6 bis 14 Wochen einplanen. Während der Bauphase ist das Bad nicht nutzbar. Bei einer Komplettsanierung verlängert sich die Bauzeit auf 14 bis 18 Werktage. Pflege Panorama empfiehlt, in dieser Zeit eine alternative Hygienemöglichkeit zu organisieren oder eine Kurzzeitpflege zu beantragen.
Welche Bewegungsfläche braucht eine barrierefreie Dusche?
Nach DIN 18040-2 braucht eine barrierefreie Dusche eine Bewegungsfläche von mindestens 1,20 mal 1,20 Metern. Für Rollstuhlfahrer gilt der erhöhte Standard von 1,50 mal 1,50 Metern, damit der Rollstuhl gewendet werden kann. Die Tür sollte 80 bis 90 Zentimeter lichte Breite haben und nach außen aufschlagen. Rutschhemmende Fliesen der Klasse R10 oder R11 nach DIN 51097 sind in Pflegehaushalten Pflicht. Diese Maße sind Voraussetzung für die KfW-Förderung 455-B.
Kann ich den Umbau auch als Mieter fördern lassen?
Ja, Mieter können sowohl die Pflegekassenförderung nach §40 SGB XI als auch den KfW-Zuschuss 455-B beantragen. Voraussetzung ist die schriftliche Zustimmung des Vermieters zur baulichen Veränderung. Der Vermieter kann verlangen, dass beim Auszug der Originalzustand wiederhergestellt wird, was bei einer bodengleichen Dusche jedoch unverhältnismäßig wäre und gerichtlich oft nicht durchsetzbar ist. Wir von Pflege Panorama empfehlen, die Vermieterzustimmung schriftlich mit Verweis auf §554 BGB einzuholen, der bauliche Veränderungen für barrierefreies Wohnen schützt.
Lohnt sich eine flache Duschwanne oder ein gefliestes Duschelement?
Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Eine flache Duschwanne aus Mineralguss oder Acryl ist mit 400 bis 1.200 Euro günstiger und schneller eingebaut, allerdings sichtbar als separate Wanne. Ein gefliestes Duschelement mit Punkt- oder Linienablauf wirkt eleganter im Bad und bietet mehr Designfreiheit, kostet jedoch 800 bis 2.500 Euro mehr durch zusätzliche Fliesenarbeiten. Bei pflegebedürftigen Personen sind beide Varianten gleichwertig, solange Rutschhemmung und Bewegungsfläche stimmen. Pflege Panorama empfiehlt bei Eigenheim die geflieste Variante wegen der höheren Wertsteigerung der Immobilie.
Was passiert, wenn der Umbau Mängel hat?
Bei Mängeln am Umbau gilt die gesetzliche Gewährleistungsfrist von fünf Jahren nach VOB/B oder zwei Jahren nach BGB. Bei undichten Stellen, falschem Gefälle oder mangelhafter Abdichtung muss der ausführende Betrieb die Mängel kostenfrei beseitigen. Wichtig: Dokumentieren Sie Mängel sofort schriftlich mit Fotos und setzen Sie eine Frist zur Nachbesserung. Bei Streitigkeiten hilft die Schlichtungsstelle der Handwerkskammer. Wer über einen Vermittler wie Aroundhome arbeitet, profitiert von der vorab geprüften Qualifikation der Partnerbetriebe und reduziert das Mängelrisiko.