Quickie Elektrorollstuhl Test 2026

Q700, Samba 2, SEDEO PRO - Technik, Antrieb, Preise
Inhalt dieses Beitrags

Disclaimer: Die in diesem Artikel genannten Preise, Modellangaben und Ausstattungsdetails entsprechen unserem Recherchestand im 2026. Tatsächliche Konditionen, Konfigurationen und Lieferzeiten können je nach Sanitätshaus, Region und Krankenkasse abweichen. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische oder versorgungstechnische Beratung durch ein Sanitätshaus oder einen Reha-Techniker.

Wer sich intensiver mit dem Thema Elektrorollstuhl beschäftigt, stösst früher oder später auf den Namen Quickie. Die Marke gehört zum schwedischen Reha-Konzern Sunrise Medical und steht seit den 1980er Jahren für hochwertige Mobilitätslösungen. Das aktuelle Flaggschiff Q700 mit dem SEDEO PRO Sitzsystem zählt zu den meistdiskutierten Premium-Elektrorollstühlen in Deutschland und konkurriert direkt mit Modellen von Permobil, Ottobock und Meyra. Der vorliegende Quickie Elektrorollstuhl Test nimmt die gesamte Q700-Familie sowie das deutlich kompaktere Mittelklasse-Modell Samba 2 unter die Lupe. Wir von Pflege Panorama erklären, welche Antriebsvariante zu welchem Nutzungsprofil passt, was das SEDEO PRO Sitzsystem leistet und welche Preise (Stand: April 2026) realistisch sind.

Wir konzentrieren uns dabei nicht auf Marketingversprechen, sondern auf die nüchternen Unterschiede zwischen Mittel-, Front- und Heckantrieb, auf die Heavy-Duty-Variante für höhere Nutzergewichte und auf den Stehrollstuhl Q700-UP. Ergänzend ordnen wir Quickie im Wettbewerbsumfeld ein und beantworten in den FAQ die Fragen, die uns Leser am häufigsten zur Marke stellen.

Finden Sie den passenden Hausnotruf
Finden Sie den passenden Hausnotruf

Übersicht: Die wichtigsten Quickie Elektrorollstühle im Vergleich

Bevor wir in die Detailbetrachtung der einzelnen Modelle einsteigen, lohnt sich ein schneller Blick auf die Bandbreite des Portfolios. Die folgende Tabelle zeigt, welches Modell für welche Nutzergruppe gedacht ist und in welchem Preisbereich Sie sich (Stand: April 2026) bewegen.

Die Preisspanne reicht damit vom Mittelklasse-Bereich knapp unter 10.000 Euro bis hin zu vollausgestatteten Stehrollstühlen jenseits der 30.000-Euro-Marke. Diese Bandbreite ist typisch für einen grossen Anbieter wie Sunrise Medical und einer der Gründe, warum sich ein detaillierter quickie elektrorollstuhl test tatsächlich lohnt: Innerhalb derselben Marke gibt es enorme funktionale Unterschiede.

 

🔍 Quickie Elektrorollstühle – Modelle im Überblick

Q700-Familie und Samba 2 im Vergleich (Stand: April 2026)

Q700 M ⭐ Indoor-Champion
Mittelantrieb · 📏 35–40 km · 6/10 km/h
💰 ab 12.000 € · Kleinster Wendekreis
Q700 F ⭐ Outdoor-Spezialist
Frontantrieb · 📏 bis 35 km · 6/10 km/h
💰 ab 14.000 € · Beste Hindernis-Überwindung
Q700 R – Langstrecke
Heckantrieb · 📏 bis 35 km · 6/10 km/h
💰 ab 12.000 € · Höchste Spurstabilität
Q700-UP ⭐ Stehrollstuhl
Front-/Mittelantrieb · Integrierte Stehfunktion
💰 ab 25.000 € · Medizin. Mehrwert
Q700 M HD – Heavy Duty
Mittelantrieb · 💪 bis 180 kg Nutzerlast
💰 ab 15.000 € · Verstärkter Rahmen
Samba 2 ⭐ Mittelklasse
Mittelantrieb · 📏 ca. 25 km · 6 km/h
💰 ab 6.000 € · Kompakt & wendig

Alle Preise ca. Basisausstattung · HMV-gelistet · Sunrise Medical (Marke Quickie) | pflege-panorama.de

Quickie und Sunrise Medical: Die Marken hinter den Rollstühlen

Quickie ist keine eigenständige Firma, sondern eine Produktmarke des Konzerns Sunrise Medical. Sunrise Medical hat seinen Hauptsitz in Schweden und gehört zu den weltweit grössten Anbietern im Bereich Reha und Mobilität. Die Marke Quickie ist seit den 1980er Jahren etabliert und genoss zunächst vor allem im Bereich der manuellen Aktivrollstühle einen sehr guten Ruf. In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich Quickie dann zunehmend auch im Segment der elektrischen Mobilität positioniert, mit dem Q700 als heutigem Flaggschiff.

Produktionsstandorte: Quickie-Rollstühle werden unter anderem in Deutschland und in den USA gefertigt. Für den deutschen Markt ist diese geografische Nähe relevant, weil Service, Ersatzteilversorgung und Anpassungen über das dichte Netz der Sanitätshäuser laufen. Sunrise Medical Deutschland sitzt in Malsch bei Karlsruhe und betreibt von dort den Vertrieb über den Reha-Fachhandel.

Portfolio-Breite: Quickie deckt mit seinen Produkten praktisch das gesamte Spektrum der mobilen Versorgung ab. Vom faltbaren Aktivrollstuhl über Sport-Rollstühle bis hin zu komplexen Elektrorollstühlen mit Stehfunktion. Diese Breite ist ein Vorteil, wenn ein Nutzer im Lauf seiner Versorgungsbiografie von einem manuellen auf einen elektrischen Rollstuhl wechselt: Bereits bekannte Service-Strukturen lassen sich weiter nutzen.

Wettbewerbsposition: Im Premium-Segment der Elektrorollstühle konkurriert Quickie vor allem mit Permobil (ebenfalls schwedisch), Meyra (deutsch) und Invacare. Während Permobil häufig als designorientierter Lifestyle-Anbieter wahrgenommen wird, positioniert sich Quickie eher als technisch-funktionale Marke mit Fokus auf medizinisch sinnvolle Anpassungen. Eine grundlegende Übersicht zur gesamten Kategorie finden Sie in unserem Elektrorollstuhl Test Hub.

 

⚙️ Welcher Antrieb passt? M, F oder R

Kriterium M (Mitte) F (Front) R (Heck)
Wendekreis ✅ Kleinster Mittel Größter
Hindernisse ⚠️ Begrenzt ✅ Beste Mittel
Geradeauslauf Gut Gut ✅ Beste
Ideal für Indoor, enge Räume Outdoor, Gelände Langstrecke, Wege

Tipp: Alle 3 Varianten Probe fahren – idealerweise im eigenen Wohnumfeld | pflege-panorama.de

Das SEDEO PRO Sitzsystem: Kernstück der Q-Serie

Wer einen Q700 bestellt, kauft im Grunde nicht nur ein Fahrwerk, sondern vor allem ein Sitzsystem. SEDEO PRO heisst die zentrale Plattform, die Sunrise Medical über alle drei Antriebsvarianten der Q700-Serie hinweg verbaut. Das System ist vergleichbar mit Permobils Corpus-Sitz und definiert massgeblich, was der Rollstuhl im Alltag leistet.

Modulare Sitzgeometrie: SEDEO PRO erlaubt eine in feinen Schritten anpassbare Sitzbreite und Sitztiefe. Damit lässt sich der Stuhl auch bei sehr individuellen Körpermassen passgenau konfigurieren. Für Nutzer mit asymmetrischen Sitzhaltungen oder Skoliosen ist das ein entscheidender Vorteil, weil sich die Druckverteilung gezielt steuern lässt.

Elektrische Sitzfunktionen: Standard sind elektrische Rückenwinkelverstellung und elektrische Beinstützen. Hinzu kommen elektrische Sitzkantelung (oft bis 50 Grad), Sitzhöhenverstellung und in der UP-Variante die Stehfunktion. Diese Verstellmöglichkeiten dienen nicht nur dem Komfort. Sie sind medizinisch relevant für Druckentlastung, Lymphfluss und Lagewechsel.

Zentralverriegelung: Über die Steuerung lassen sich mehrere Sitzfunktionen gleichzeitig oder in Sequenzen ausführen. Das ist gerade für Nutzer mit eingeschränkter Handfunktion wichtig, die nicht jeden Motor einzeln ansteuern wollen.

Kompatibilität mit Sondersteuerungen: SEDEO PRO ist kompatibel mit einer breiten Palette an alternativen Steuerungen. Kinnsteuerung, Kopfsteuerung, Atemsteuerung (Sip-and-Puff) und spezielle Joysticks lassen sich integrieren. Damit eignet sich die Plattform auch für Nutzer mit hoher Querschnittlähmung oder neuromuskulären Erkrankungen.

Polster- und Bezugsoptionen: Verschiedene Schaumstoffhärten, Memory-Foam-Auflagen und antibakterielle Bezüge können konfiguriert werden. Wer auf Druckgeschwüre prädisponiert ist, sollte zusätzlich über ein spezialisiertes Sitzkissen sprechen, das in der Regel separat verordnet wird.

Die Komplexität von SEDEO PRO ist gleichzeitig sein grösster Vorteil und sein grösster Nachteil. Vorteil: kaum ein Nutzungsprofil, das nicht abgebildet werden kann. Nachteil: eine sorgfältige Versorgung dauert. Beratungs-, Mess- und Anpassungstermine summieren sich, und die Lieferzeit liegt nicht selten bei drei bis sechs Monaten.

 

Was kostet ein Treppenlift wirklich? Jetzt unverbindlich vergleichen.

Erhalten Sie kostenlos Angebote für Kauf, Miete und Gebrauchtmodelle in 24 Stunden.

Q700 M und Q700 R: Mittel- und Heckantrieb im Detail

Die drei Antriebsvarianten der Q700-Serie sind technisch eng verwandt, unterscheiden sich aber im Fahrverhalten deutlich. Beginnen wir mit Mittel- und Heckantrieb.

Q700 M SEDEO PRO (Mittelantrieb): Die Antriebsräder sitzen mittig unter dem Rollstuhl, vorne und hinten unterstützen Stützrollen. Diese Bauweise ergibt den kleinsten Wendekreis aller Antriebsvarianten und macht den Q700 M zum Indoor-Champion. In engen Wohnungen, Aufzügen und Bädern dreht der Stuhl praktisch auf der Stelle. Für Nutzer, die viel zu Hause unterwegs sind, ist dies meist die erste Wahl. Die Reichweite liegt je nach Akku-Konfiguration bei ca. 35 bis 40 Kilometern, die Höchstgeschwindigkeit bei standardmässig 6 Kilometern pro Stunde, optional 10 Kilometer pro Stunde.

Fahrdynamik: Mittelantrieb fährt sehr direkt. Der Stuhl reagiert unmittelbar auf Joystick-Bewegungen, kann aber auf nassen oder unebenen Untergründen weniger Traktion aufbauen als Front- oder Heckantrieb. Bordsteinkanten überwindet der Q700 M innerhalb der spezifizierten Höhen problemlos, bei sehr steilen oder sehr hohen Hindernissen stösst der Mittelantrieb prinzipbedingt eher an Grenzen als der Frontantrieb.

Q700 R SEDEO PRO (Heckantrieb): Beim Heckantrieb sitzen die Antriebsräder hinten, die Lenkrollen vorne. Dies ist die klassische Bauweise, die viele erfahrene Rollstuhlnutzer bevorzugen, weil sie in ihrem Fahrverhalten an Autos oder Mobilitätsroller erinnert. Auf gerader Strecke ist der Heckantrieb spurstabil und erlaubt höhere Reisegeschwindigkeiten. Wer regelmässig längere Outdoor-Distanzen zurücklegt, profitiert hier.

Wendekreis und Innenraumtauglichkeit: Der Q700 R hat den grössten Wendekreis der drei Varianten. In sehr engen Wohnungen kann das zum Problem werden, in normalen Flächen ist er trotzdem alltagstauglich. Erfahrene Nutzer kompensieren den grösseren Radius durch geübte Fahrtechnik.

Federung: Beide Modelle kommen mit einer Federung, die sich auf das Nutzergewicht abstimmen lässt. Wer auf Kopfsteinpflaster, in unwegsamen Aussenbereichen oder auf Waldwegen unterwegs ist, sollte beim Termin im Sanitätshaus gezielt nach den Federungsoptionen fragen.

Eine ergänzende Übersicht zur grundsätzlichen Kostenstruktur eines Elektrorollstuhls finden Sie in unserem Beitrag zu den Elektrorollstuhl Kosten.

 

⚖️ Quickie vs. Wettbewerber – Markenvergleich

Kriterium Quickie Permobil Meyra Ottobock
Sitzsystem SEDEO PRO ✅ Corpus ✅ ERGOSTAR Individuell
Antriebsvarianten M, F, R, HD ✅ M, F, R M, F, R M, R
Preisniveau Hoch Sehr hoch Mittel–Hoch ✅ Hoch
Stärke Modulare Vielfalt Design & App Reichweite & Service DE Forschung & Technik

Tipp: Marke weniger entscheidend als Konfiguration & Sanitätshaus | pflege-panorama.de

Q700 F und Q700-UP: Frontantrieb und Stehrollstuhl

Der Frontantrieb ist die jüngste und in vielerlei Hinsicht spannendste Variante der Q700-Serie. Er bringt Eigenschaften mit, die weder Mittel- noch Heckantrieb leisten können.

Q700 F SEDEO PRO (Frontantrieb): Beim Frontantrieb sitzen die Antriebsräder vorne, die Stützrollen hinten. Das hat zwei wesentliche Konsequenzen. Erstens: Der Stuhl überwindet Hindernisse besser, weil die Antriebsräder als erstes auf das Hindernis treffen und es regelrecht „erklimmen“. Bordsteinkanten von 7,5 bis 10 Zentimetern sind je nach Konfiguration realistisch. Zweitens: Die Traktion auf weichen oder rutschigen Untergründen ist deutlich besser als beim Mittelantrieb, weil das Nutzergewicht direkt über den angetriebenen Achsen liegt.

Outdoor-Tauglichkeit: Der Q700 F gilt als Outdoor-Spezialist innerhalb der Quickie-Familie. Wer regelmässig Wald-, Schotter- oder Wiesenwege befährt, sollte diese Variante priorisieren. Für rein urbane Nutzer mit asphaltierten Wegen ist der Mehrwert hingegen begrenzt.

Fahrcharakteristik: Frontantrieb fühlt sich anders an als die anderen beiden Varianten. Der Drehpunkt liegt weiter vorne, was Anfänger zunächst irritiert. Nach einer Eingewöhnungsphase schätzen viele Nutzer aber genau diese Fahrcharakteristik, weil sie ein sehr direktes „Vorausschieben“ erlaubt.

Q700-UP M und Q700-UP F (Stehrollstühle): Die UP-Variante kombiniert die Sitzplattform SEDEO PRO mit einer integrierten Stehfunktion. Per Knopfdruck richtet sich der Nutzer in eine annähernd vertikale Position auf. Die Vorteile sind medizinisch und sozial gleichermassen relevant.

Medizinische Indikationen für Stehrollstühle: Regelmässiges Stehen kann Druckgeschwüren vorbeugen, die Knochendichte verbessern, die Blasen- und Darmfunktion unterstützen und Spastiken reduzieren. Bei Querschnittlähmung, Multipler Sklerose oder Spina bifida wird die Stehfunktion deshalb häufig ärztlich empfohlen. Sie ersetzt zwar keinen Stehtisch oder kein Stehbarrengerät vollständig, integriert die Stehzeit aber in den Alltag.

Soziale Vorteile: Wer in Stehposition mit anderen kommunizieren kann, erlebt Gespräche oft auf Augenhöhe statt von unten nach oben. Auch der Zugriff auf höhere Regale, Schalter oder Schränke gelingt ohne fremde Hilfe.

Sonderbau und Basisausstattung: Sunrise Medical bietet die UP-Modelle teilweise als Sonderbau mit definierter Basisausstattung an, was die Versorgung beschleunigt. Trotzdem sollten Sie mit längeren Lieferzeiten und höheren Eigenanteilen rechnen.

 

Finden Sie die passende Pflegekraft für Ihre Angehörigen

Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich die besten Anbieter.

Quickie Q700 M HD: Die XXL-Variante für höhere Nutzergewichte

Standard-Elektrorollstühle sind in der Regel für Nutzergewichte bis etwa 140 Kilogramm zugelassen. Wer mehr wiegt, braucht eine Heavy-Duty-Variante. Quickie bietet hierfür den Q700 M HD an.

Konstruktionsmerkmale: Der Q700 M HD basiert auf der Mittelantriebs-Plattform, ist aber mit einem verstärkten Rahmen, leistungsstärkeren Motoren und grösseren Lagerungen ausgestattet. Die maximale Nutzerlast liegt bei 180 Kilogramm. Auch die Sitzfläche ist breiter konfigurierbar als beim Standard-Q700.

Fahrleistungen: Trotz höherer Belastbarkeit bleiben Reichweite und Höchstgeschwindigkeit auf vergleichbarem Niveau. Allerdings reduziert sich die maximale Steigfähigkeit etwas, was im hügeligen Gelände relevant sein kann. Für die meisten Alltagsanforderungen reicht die Leistung jedoch problemlos.

Versorgungssituation: XXL-Rollstühle werden in Deutschland nicht in jedem Sanitätshaus standardmässig demonstriert. Wir empfehlen, gezielt nach einem Reha-Fachhändler zu suchen, der Erfahrung mit bariatrischen Versorgungen hat. Auch Probefahrten gestalten sich aufwendiger, weil Demowagen seltener verfügbar sind.

Ergonomie und Polsterung: Bei höheren Nutzergewichten ist die Sitzpolsterung besonders wichtig. Druckspitzen im Sitzkissen können bei 150 oder 180 Kilogramm Nutzergewicht schnell zu Hautproblemen führen. Wir raten dringend dazu, die Polsterkonfiguration in einem ergonomisch fundierten Termin zu erarbeiten und gegebenenfalls eine Druckmessung durchführen zu lassen.

Finden Sie die passende Pflegekraft für Ihre Angehörigen

Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich die besten Anbieter.

Quickie Samba 2: Die kompakte Mittelklasse

Nicht jeder Nutzer braucht einen Premium-Rollstuhl mit SEDEO PRO. Für Anwender mit überschaubaren Anforderungen oder mit eher temporärem Nutzungsbedarf bietet Quickie den Samba 2 an. Auch quickie samba erfahrungen aus Foren und Patientenberichten fallen für die Mittelklasse-Position überwiegend positiv aus.

Konzept: Der Samba 2 ist ein kompakter Mittelantriebs-Rollstuhl mit Fokus auf Wendigkeit und Indoor-Tauglichkeit. Er ist deutlich kleiner und leichter als ein Q700 und passt damit besser in beengte Wohnungen. Auch das Verladen in einen Kombi oder einen Behindertenfahrdienst gelingt einfacher.

Reichweite und Geschwindigkeit: Der Samba 2 erreicht eine Reichweite von ca. 25 Kilometern, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei standardmässig 6 Kilometern pro Stunde. Das reicht für den typischen Alltag in der Wohnung, im Stadtteil oder auf kürzeren Spazierstrecken.

Sitzkomfort: Der Samba 2 verfügt nicht über das vollumfängliche SEDEO PRO Sitzsystem. Stattdessen kommt ein vereinfachtes Sitzmodul zum Einsatz, das die wichtigsten Funktionen wie elektrische Rückenwinkelverstellung in vielen Konfigurationen abdeckt. Sitzkantelung oder umfangreiche Sondersteuerungen sind hingegen seltener verfügbar oder mit Aufpreisen verbunden.

Zielgruppe: Der Samba 2 eignet sich für Nutzer, die nicht ganztags im Rollstuhl sitzen, die in kompakter Umgebung leben oder die eine günstigere Erstversorgung suchen. Für sehr aktive Vollzeitnutzer mit hohem Versorgungsbedarf ist der Q700 die deutlich passendere Wahl.

Preisniveau: Mit Preisen ab ca. 6.000 Euro und vollausgestattet selten über 10.000 Euro liegt der Samba 2 deutlich unter dem Q700. Auch die Kassenversorgung ist tendenziell unkomplizierter, weil weniger Sonderausstattungen begründet werden müssen.

Antriebsvarianten: M, F oder R: welche passt zu Ihnen?

Die wohl wichtigste Entscheidung bei einem Quickie ist die Wahl der Antriebsart. Wir fassen die typischen Empfehlungen zusammen.

Mittelantrieb (M) wählen, wenn: Sie viel in der Wohnung unterwegs sind, in einer kleinen oder verwinkelten Umgebung leben, häufig Aufzüge benutzen, Wert auf den kleinsten Wendekreis legen und überwiegend auf ebenen Untergründen fahren.

Frontantrieb (F) wählen, wenn: Sie regelmässig im Aussenbereich unterwegs sind, häufig Bordsteinkanten oder leichte Hindernisse überwinden, auf weichen oder rutschigen Untergründen unterwegs sind und einen Stuhl mit guter Traktion benötigen.

Heckantrieb (R) wählen, wenn: Sie ein erfahrener Rollstuhlnutzer sind, Wert auf hohe Reisegeschwindigkeit legen, lange gerade Strecken zurücklegen und ausreichend Platz für einen grösseren Wendekreis haben.

Wichtig: Diese Empfehlungen sind Faustregeln. Im konkreten Versorgungsfall kommen weitere Faktoren hinzu: Krankheitsbild, Hilfsmittelbedarf, Wohnsituation, geplante Aktivitäten und persönliche Präferenzen. Wir raten dringend zu einer ausführlichen Probefahrt mit allen drei Varianten, idealerweise im eigenen Wohnumfeld. Viele Sanitätshäuser bieten Hausbesuche mit Demowagen an.

Akku-Konfiguration: Unabhängig von der Antriebsart können Sie zwischen verschiedenen Akku-Kapazitäten wählen. Wer regelmässig längere Strecken fährt, sollte zur grösseren Variante greifen, auch wenn das den Stuhl etwas schwerer macht. Lithium-Ionen-Akkus sind bei Quickie nicht in allen Modellen Standard, hier lohnt eine gezielte Nachfrage.

✅ Checkliste – Den richtigen Quickie finden

🎯 Schnellwahl nach Bedarf
🔹 Indoor & enge Wohnung → Q700 M (Mittelantrieb)
🔹 Outdoor & Gelände → Q700 F (Frontantrieb)
🔹 Langstrecke & Wege → Q700 R (Heckantrieb)
🔹 Stehen medizinisch nötig → Q700-UP
🔹 Über 140 kg → Q700 M HD (bis 180 kg)
🔹 Budget / Erstversorgung → Samba 2 (ab 6.000 €)
💶 Kassenleistung
Alle Modelle HMV-gelistet. Ärztliche Verordnung → Sanitätshaus → Kostenvoranschlag → Kasse. Eigenanteil bei Premium-Ausstattung möglich. Bei Ablehnung: Widerspruch oft erfolgreich.
💡 Vor dem Kauf beachten
Probefahrt mit 2–3 Antriebsvarianten · Lieferzeit 3–6 Monate einplanen · Sitzsystem erst nach Eingewöhnung final justieren

Quelle: Sunrise Medical / Quickie | Stand: April 2026 | pflege-panorama.de

Preise und Kassenleistung im Detail

Die Preisgestaltung im Premium-Segment ist komplex, weil es selten einen klaren Listenpreis gibt. Stattdessen werden Konfigurationen individuell kalkuliert. Wir geben dennoch Orientierungswerte (Stand: April 2026).

Q700 in Basisausstattung: ca. 12.000 bis 18.000 Euro je nach Antriebsvariante.

Q700 mit voll ausgestattetem SEDEO PRO Sitzsystem: ca. 20.000 bis 28.000 Euro. Hier sind elektrische Sitzkantelung, elektrische Beinstützen, Spezialpolster und gegebenenfalls Sondersteuerungen enthalten.

Q700-UP Stehrollstuhl: ca. 25.000 bis 35.000 Euro je nach Konfiguration.

Quickie Samba 2: ca. 6.000 bis 10.000 Euro.

Gebrauchtmarkt: Gepflegte Q700-Modelle finden sich auf Plattformen wie rehasale, mobitec oder über Sanitätshäuser ab etwa 3.000 Euro. Wichtig ist, dass der Stuhl vor dem Kauf von einem Reha-Techniker geprüft wird und dass die Sitzkonfiguration zu Ihren Massen passt. Ein günstig gekaufter, aber falsch dimensionierter Rollstuhl wird teurer als ein passgenauer Neukauf.

Hilfsmittelverzeichnis (HMV): Alle Q700-Varianten und der Samba 2 sind im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen gelistet. Damit übernimmt die Kasse die Versorgung grundsätzlich, sofern die medizinische Notwendigkeit ärztlich begründet ist. Ein Rezept (Verordnung) vom Hausarzt oder Facharzt bildet die Grundlage.

Genehmigungsprozess: Das Sanitätshaus erstellt einen Kostenvoranschlag, reicht ihn zusammen mit dem Rezept bei der Kasse ein und wartet auf die Genehmigung. Die Kasse kann den Medizinischen Dienst (MD) einschalten, der prüft, ob die beantragte Versorgung erforderlich und wirtschaftlich ist. Dieser Prozess dauert oft zwei bis sechs Wochen.

Eigenanteile und Aufzahlung: Premium-Ausstattungen werden von Kassen häufig nicht vollständig übernommen. Typische Aufzahlungspositionen sind: höhere Akku-Kapazitäten als Standard, bestimmte Sondersteuerungen, Polster aus speziellen Materialien, Designoberflächen und manche Stehfunktionen. Realistische Eigenanteile bewegen sich zwischen 500 und mehreren tausend Euro, abhängig von der Konfiguration und der Verhandlungsbereitschaft der Kasse.

Wichtig: Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn ein erster Antrag abgelehnt wird. Widerspruchsverfahren sind häufig erfolgreich, vor allem mit fundierter ärztlicher Begründung und Unterstützung durch das Sanitätshaus. Auch sozialrechtliche Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen können hier helfen.

Quickie im Vergleich: Permobil, Meyra und Ottobock

Quickie ist nicht die einzige Premium-Marke am Markt. Wir ordnen die wichtigsten Wettbewerber kurz ein.

Permobil (Schweden): Permobil ist der direkte Konkurrent zu Quickie und gilt als Marktführer im Premium-Segment. Modelle wie der F3 Corpus oder der M3 Corpus konkurrieren funktional mit dem Q700. Permobil punktet mit moderner Optik, einer ausgereiften App-Anbindung und einem starken Marketing. Im technischen Kern sind die Unterschiede zu Quickie kleiner als oft suggeriert. Eine ausführliche Einordnung finden Sie in unserem Permobil Elektrorollstuhl Test.

Meyra (Deutschland): Meyra ist der grösste deutsche Hersteller von Elektrorollstühlen. Modelle wie iChair MC oder Optimus 2 sind direkt vergleichbar mit der Q700-Familie. Meyra punktet mit kurzen Lieferzeiten innerhalb Deutschlands und einer dichten Service-Infrastruktur, vor allem in Norddeutschland. Details in unserem Meyra Elektrorollstuhl Test.

Ottobock (Deutschland): Ottobock ist als Hersteller von Prothesen und Reha-Technik weltbekannt. Im Bereich Elektrorollstühle bietet Ottobock unter anderem das Modell Juvo an, das in mehreren Antriebsvarianten verfügbar ist. Auch Ottobock liefert eine gehobene Premium-Versorgung. Mehr dazu in unserem Ottobock Elektrorollstuhl Ratgeber.

Auswahlkriterien jenseits der Marke: Für die meisten Nutzer ist die Markenwahl weniger entscheidend als die konkrete Konfiguration und die Qualität des versorgenden Sanitätshauses. Ein perfekt konfigurierter Meyra ist besser als ein schlecht angepasster Quickie oder Permobil. Wir raten deshalb dazu, zwei oder drei Modelle verschiedener Hersteller probezufahren und sich für den Stuhl zu entscheiden, der im konkreten Versorgungsfall am besten passt.

Service und Ersatzteile: Alle vier Marken haben in Deutschland gut funktionierende Service-Strukturen. Im Falle einer Reparatur ist die Verfügbarkeit von Ersatzteilen entscheidend. Hier hat Sunrise Medical mit dem Standort Malsch eine sehr gute Position, ähnlich wie Meyra in Vlotho.

Vorteile und Schwächen von Quickie im Überblick

Vorteile: Quickie profitiert vom Sunrise Medical Backing als grossem Konzern mit globaler Erfahrung. Das Modellportfolio ist sehr breit und deckt vom kompakten Mittelklasse-Stuhl bis zum vollumfänglichen Stehrollstuhl alles ab. Die Service-Infrastruktur in Deutschland ist hochwertig, die Qualität der verbauten Komponenten gehört zum Premium-Standard. SEDEO PRO ist ein ausgereiftes, vielseitiges Sitzsystem mit hoher Anpassbarkeit.

Schwächen: Die Preise liegen deutlich im Premium-Bereich, und die Konfigurationsmöglichkeiten sind so umfangreich, dass viele Nutzer ohne fachkundige Beratung überfordert werden. Lieferzeiten von drei bis sechs Monaten können vorkommen. Auch das Gewicht der Stühle ist nicht zu unterschätzen. Ein voll ausgestatteter Q700 wiegt schnell über 200 Kilogramm und braucht entsprechende Transportlösungen.

Zielgruppen-Fit: Quickie eignet sich für dauerhafte Rollstuhlnutzer mit individuellem Versorgungsbedarf, für aktive Anwender, die hohe Anforderungen an Antrieb und Sitzsystem stellen, und für Nutzer, die Wert auf ein breites Sortiment innerhalb einer Marke legen. Weniger geeignet ist Quickie für Kurzzeitversorgungen, sehr enge Budgets oder Anwender, die einen reinen Reise- oder Faltrollstuhl suchen.

Unsere Einschätzung

Quickie liefert mit der Q700-Serie und dem Samba 2 eine Produktfamilie ab, die das gesamte Spektrum der elektrischen Rollstuhlversorgung abdeckt. Vom Indoor-Champion mit Mittelantrieb über den Outdoor-Spezialisten mit Frontantrieb bis hin zum Stehrollstuhl Q700-UP findet sich für nahezu jedes Versorgungsprofil eine passende Variante. Das SEDEO PRO Sitzsystem ist technisch ausgereift und ermöglicht eine sehr individuelle Anpassung. Wer auf ein etabliertes Premium-Produkt mit starker Service-Infrastruktur in Deutschland setzt, trifft mit Quickie eine solide Wahl. Voraussetzung ist allerdings ein Sanitätshaus, das die Versorgung sorgfältig konfiguriert, und die Bereitschaft, mehrere Monate Lieferzeit einzuplanen. Wer ein begrenzteres Budget hat oder einen kompakteren Stuhl sucht, findet im Samba 2 eine gut funktionierende Mittelklasse-Alternative. Insgesamt bestätigt unser Quickie Elektrorollstuhl Test, dass die Marke ihren Platz im oberen Segment des deutschen Marktes völlig zu Recht behauptet.

Finden Sie den passenden Hausnotruf
Finden Sie den passenden Hausnotruf

Die wichtigsten Fragen

Was kostet ein Quickie Q700?

Die Preise für einen Quickie Q700 starten bei ca. 12.000 Euro für die Basisausstattung mit Heckantrieb. Voll ausgestattete Modelle mit SEDEO PRO Sitzsystem, elektrischer Sitzkantelung und Sondersteuerungen können ca. 20.000 bis 28.000 Euro kosten. Der Stehrollstuhl Q700-UP liegt bei ca. 25.000 bis 35.000 Euro. Bei Versorgung über die Krankenkasse fällt in der Regel nur ein Eigenanteil für Premium-Ausstattungen an.

Mobilitat im Alter
Hilfe bei der Bewegung

Was ist der Unterschied zwischen Quickie Q700 M, F und R?

 Die Buchstaben stehen für die Antriebsart. M ist Mittelantrieb mit dem kleinsten Wendekreis, ideal für Indoor-Nutzung. F ist Frontantrieb mit der besten Hindernis-Überwindung und Traktion, ideal für Outdoor und Gelände. R ist Heckantrieb mit der höchsten Reisegeschwindigkeit, ideal für lange gerade Strecken und erfahrene Nutzer.

Übernimmt die Krankenkasse einen Quickie Elektrorollstuhl?

Ja, alle Q700-Varianten und der Samba 2 sind im Hilfsmittelverzeichnis gelistet. Bei medizinischer Notwendigkeit, ärztlicher Verordnung und Genehmigung durch die Kasse wird die Versorgung übernommen. Premium-Ausstattungen werden häufig nur teilweise erstattet, hier können Eigenanteile von einigen hundert bis mehreren tausend Euro anfallen.

Taegliche Uebungen 1000X667
Bild von Jan Berning
Jan Berning
Jan Berning ist Mitgründer von Pflege Panorama. Über mehrere Jahre hat er die 24-Stunden-Pflege-Agentur Dicura Seniorenbetreuung mit aufgebaut und geführt und dabei Familien bei der Organisation einer passenden häuslichen Betreuung begleitet, von der Bedarfsklärung über die Finanzierung bis zur laufenden Betreuung zu Hause. Diese Praxiserfahrung fließt in seine Ratgeber zu 24-Stunden-Pflege, Pflegefinanzierung, Pflegegraden und Pflegehilfsmitteln ein.
Ähnliche Themen
Als Ihr Wegweiser im Pflegedschungel beleuchten wir heute die wichtigsten Aspekte rund um die Geldleistungen für Pflegegrad 5. Wir von Pflege Panorama wissen: Die richtige finanzielle Unterstützung ist entscheidend, um Schwerstpflegebedürftigen die bestmögliche Versorgung zu ermöglichen.
Pflegegrad 2 bedeutet, dass eine erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit vorliegt. Aber was heißt das konkret für Ihren Alltag und vor allem: Welche Unterstützung können Sie erwarten? In diesem Artikel nehmen wir die Leistungen bei Pflegegrad 2 genau unter die Lupe.
Durch das Älterwerden oder krankheitsbedingte Einschränkungen sind viele Menschen irgendwann auf die Unterstützung durch andere angewiesen. Um das gewohnte Umfeld nicht verlassen zu müssen, wünschen sich die meisten Betroffenen eine Pflege in den eigenen vier Wänden.