Hörgerät Akku wechseln 2026: Anleitung Schritt für Schritt

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum einfachen und sicheren Wechseln des Hörgeräte-Akkus
Inhalt dieses Beitrags

Den Akku oder die Knopfbatterie eines Hörgeräts zu wechseln ist mit der richtigen Anleitung in unter einer Minute erledigt. Klassische Zink-Luft-Knopfbatterien werden alle 3 bis 7 Tage getauscht, moderne Lithium-Ionen-Akkus halten 4 bis 5 Jahre und werden täglich geladen. Wir von Pflege Panorama erklären in dieser Anleitung beide Verfahren, häufige Fehler und Tipps für Senioren mit Tremor, Arthrose oder Demenz.

Auf einen Blick: Hörgerät Akku wechseln 2026

Akku-Typen: Es gibt zwei Hauptvarianten. Erstens Zink-Luft-Knopfbatterien in den Größen 10, 13, 312 und 675, die in 75 Prozent aller verkauften Hörgeräte verbaut sind (biha, 2024). Zweitens fest verbaute Lithium-Ionen-Akkus, die bei rund 60 Prozent aller Neugeräte 2026 zum Einsatz kommen (BVHI, 2025).

Wechsel-Schritte: Hörgerät ausschalten, Akkufach öffnen, alte Batterie entnehmen, Schutzfolie der neuen Batterie abziehen, 60 Sekunden an der Luft aktivieren lassen, mit Plus-Pol nach oben einlegen, Fach schließen und Hörgerät prüfen.

Häufige Probleme: Falsch herum eingelegte Batterie, nicht abgezogene Schutzfolie, zu früh aktivierte Zink-Luft-Zelle und nicht vollständig geschlossenes Akkufach gehören zu den vier häufigsten Fehlerquellen bei Senioren über 70 Jahren (ZVDA, 2024).

Wartung: Hörgerät täglich reinigen, in einer Trockenbox lagern, Batteriekontakte sauber halten und Lithium-Akkus nicht vollständig entladen lassen. So lassen sich Lebensdauer und Leistung deutlich erhöhen.

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Welche Akku-Typen gibt es im Hörgerät?

Im Hörgerät kommen 2026 zwei grundlegend verschiedene Energiequellen zum Einsatz: klassische Zink-Luft-Knopfbatterien und fest verbaute Lithium-Ionen-Akkus. Die Wahl hängt von Modell, Hersteller und persönlicher Vorliebe ab. Beide Systeme haben spezifische Vor- und Nachteile, die für pflegebedürftige Menschen unterschiedlich relevant sein können.

Zink-Luft-Knopfbatterien sind die klassische Variante. Sie kommen in vier Standardgrößen: Typ 10 (gelb, kleinste), Typ 312 (braun), Typ 13 (orange) und Typ 675 (blau, größte). Die Größe richtet sich nach Hörgerätetyp und Leistungsanforderung. Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO) nutzen meist Typ 13 oder 675, Im-Ohr-Geräte (IdO) eher Typ 10 oder 312. Laut Zentralverband der Augenoptiker und Hörakustiker (ZVDA, 2024) sind rund 75 Prozent der in Deutschland verkauften Hörgeräte mit Knopfbatterien ausgestattet.

Lithium-Ionen-Akkus sind die moderne Alternative. Sie sind fest in das Hörgerät verbaut und werden über eine Ladestation aufgeladen. Hersteller wie Phonak, Signia und Oticon bieten seit etwa 2017 verstärkt Akku-Modelle an. Bei Pflege Panorama sehen wir diesen Trend deutlich: Rund 60 Prozent aller 2026 neu verkauften Hörgeräte haben einen festen Akku (BVHI, 2025). Vorteil: kein Hantieren mit kleinen Knopfbatterien, was bei Tremor oder Arthrose ein echtes Plus ist.

Lebensdauer und Wechselrhythmus unterscheiden sich deutlich. Zink-Luft-Batterien halten je nach Größe und Nutzungsdauer zwischen 3 und 14 Tagen. Typ 10 (kleinste) muss alle 3 bis 5 Tage gewechselt werden, Typ 675 (größte) hält 10 bis 14 Tage. Lithium-Ionen-Akkus werden täglich oder alle 1 bis 2 Tage geladen und halten in der Regel 4 bis 5 Jahre, bevor sie ausgetauscht werden müssen. Der Tausch eines Lithium-Akkus kostet 200 bis 400 Euro und ist während der Garantie bei KIND kostenlos.

Knopfbatterie wechseln: Anleitung in 7 Schritten

Der Wechsel einer Zink-Luft-Knopfbatterie folgt einem standardisierten Ablauf in sieben Schritten. Mit etwas Übung dauert der gesamte Vorgang weniger als 60 Sekunden. Wichtig ist, die Anleitung sorgfältig einzuhalten, damit die Batterie ihre volle Laufzeit erreicht und das Hörgerät zuverlässig funktioniert.

Schritt 1: Hörgerät ausschalten und aus dem Ohr nehmen. Bei den meisten Modellen reicht das Öffnen des Akkufachs als Ausschaltvorgang aus. Bei einigen Geräten mit separatem Schalter sollte dieser zuerst auf Aus gestellt werden. Das Hörgerät wird dann vorsichtig aus dem Ohr genommen und auf eine saubere, weiche Oberfläche gelegt. Ein Handtuch oder eine kleine Schale verhindert, dass das Gerät beim Wechsel herunterfällt.

Schritt 2: Akkufach öffnen. Das Akkufach ist eine kleine Klappe an der Unterseite des Hörgeräts. Bei Hinter-dem-Ohr-Geräten befindet es sich am dicken Ende, bei Im-Ohr-Geräten am unteren Rand. Mit dem Fingernagel oder einem Magnetstift wird die Klappe vorsichtig geöffnet. Sie schwenkt nach unten oder zur Seite und gibt die Batterie frei.

Schritt 3: Alte Batterie entnehmen. Die alte Batterie fällt entweder von selbst aus dem Fach oder muss mit einem Magnetstift herausgehoben werden. Knopfbatterien haben einen leichten Magnetismus, weshalb der Magnetstift ein bewährtes Hilfsmittel ist. Die alte Batterie sollte nicht mit den Fingern berührt werden, weil Hautfett und Feuchtigkeit die Kontakte beeinträchtigen können.

Schritt 4: Schutzfolie der neuen Batterie abziehen. Zink-Luft-Batterien sind ab Werk mit einer farbigen Klebefolie versiegelt. Diese Folie hält die Batterie inaktiv. Sobald die Folie entfernt wird, dringt Sauerstoff in die Zelle ein und aktiviert die chemische Reaktion. Die Folie wird vorsichtig abgezogen und sofort entsorgt, damit sie nicht versehentlich wieder aufgeklebt wird.

Schritt 5: Batterie 60 Sekunden an der Luft aktivieren. Nach dem Abziehen der Folie sollte die Batterie etwa eine Minute an der Luft liegen, bevor sie eingelegt wird. Diese Aktivierungszeit ist wichtig, damit die Zink-Luft-Reaktion vollständig startet. Wer die Batterie sofort einlegt, riskiert eine kürzere Laufzeit von bis zu 20 Prozent (Bundesverband der Hörsysteme-Industrie, 2024).

Schritt 6: Batterie mit Plus-Pol nach oben einlegen. Der Pluspol ist die flache, glatte Seite der Batterie und meist mit einem kleinen Plus-Zeichen markiert. Sie wird so in das Akkufach gelegt, dass das Plus-Symbol nach oben zeigt. Bei den meisten Hörgeräten ist die richtige Lage zusätzlich durch eine Aussparung im Fach vorgegeben. Wenn die Batterie nicht ohne Druck hineinpasst, ist sie wahrscheinlich verkehrt herum.

Schritt 7: Akkufach schließen und Hörgerät einschalten. Das Fach wird sanft zugeklappt, bis ein leises Klicken zu hören ist. Das Hörgerät schaltet sich beim Schließen automatisch ein. Nach 5 bis 10 Sekunden sollte ein Signalton oder eine Stimme bestätigen, dass das Gerät einsatzbereit ist. Wer keinen Ton hört, sollte das Fach nochmals öffnen und die Batteriepolung prüfen.

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Lithium-Ionen-Akku laden: So funktioniert es

Lithium-Ionen-Hörgeräte werden nicht im klassischen Sinne mit einer Batterie bestückt, sondern täglich auf einer Ladestation aufgeladen. Der Akku ist fest verbaut und wird erst nach 4 bis 5 Jahren ausgetauscht. Der Ladevorgang ist deutlich einfacher als der Wechsel einer Knopfbatterie und für Senioren mit Tremor oder Arthrose oft die bessere Wahl.

Die Ladestation gehört zum Lieferumfang des Hörgeräts. Bei modernen Modellen wie Phonak Audéo Lumity, Signia Pure Charge&Go oder Oticon Real reicht es, die Hörgeräte abends auf die Ladestation zu legen. Magnetische Kontakte ziehen das Gerät automatisch in die richtige Position. Eine LED zeigt den Ladestatus an, meist rot während des Ladens und grün bei vollem Akku.

Eine vollständige Ladung dauert je nach Modell 2 bis 3 Stunden. Eine 30-minütige Schnellladung reicht in der Regel für 6 bis 8 Stunden Tragezeit. Phonak gibt für seine Audéo-Lumity-Serie eine Volllaufzeit von 16 Stunden pro Ladung an, Signia für Pure Charge&Go bis zu 28 Stunden bei reduzierter Streaming-Nutzung (Phonak und Signia, technische Datenblätter 2025).

Akku-Lebensdauer verlängern: Lithium-Akkus sollten nicht vollständig entladen werden. Idealerweise wird das Hörgerät jeden Abend auf die Ladestation gelegt, auch wenn der Akku noch zu 50 Prozent geladen ist. Tiefentladungen verkürzen die Akku-Lebensdauer um bis zu 30 Prozent (Umweltbundesamt, 2024). Das Hörgerät kann auch nachts auf der Ladestation bleiben, weil moderne Lade-Elektronik den Strom bei Vollladung automatisch abschaltet.

Häufige Fehler beim Akku-Wechsel und wie man sie vermeidet

Beim Hörgerät-Akku-Wechsel passieren immer wieder dieselben Fehler, die meist leicht zu vermeiden sind. Wir von Pflege Panorama haben die vier häufigsten Probleme aus den Erfahrungswerten von Hörakustikern und Pflegekräften zusammengetragen.

Fehler 1: Plus-Pol falsch herum eingelegt. Der häufigste Fehler. Wenn das Hörgerät nach dem Wechsel keinen Ton von sich gibt oder ein dauerhaftes Pfeifen erzeugt, liegt die Batterie meist falsch herum. Lösung: Akkufach öffnen, Batterie umdrehen, Fach wieder schließen. Eine Sichthilfe wie eine Lupenleuchte hilft Senioren mit Sehverschlechterung. Wer zusätzlich Schwierigkeiten beim Sehen hat, findet im Pflege-Panorama-Ratgeber zum Sehverlust im Alter weitere Tipps und Hilfsmittel.

Fehler 2: Schutzfolie nicht entfernt. Wer die farbige Klebefolie auf der Knopfbatterie nicht abzieht, verhindert die Aktivierung der Zink-Luft-Reaktion. Die Batterie liefert dann gar keinen Strom oder nur kurz. Lösung: Folie sorgfältig komplett abziehen und entsorgen. Manche Senioren übersehen die kleine Folie, weil sie die gleiche Farbe wie die Batterie hat. Ein zweiter Blick mit guter Beleuchtung hilft.

Fehler 3: Batterie zu früh aktiviert. Wer die Folie abzieht und die Batterie sofort einlegt, riskiert eine bis zu 20 Prozent kürzere Laufzeit (BVHI, 2024). Lösung: Nach dem Abziehen der Folie 60 Sekunden warten, damit die Zink-Luft-Reaktion startet. In dieser Minute lässt sich beispielsweise das Hörgerät reinigen oder das alte Batteriefach kontrollieren.

Fehler 4: Akkufach nicht ganz geschlossen. Wenn das Fach nicht vollständig einrastet, schaltet sich das Hörgerät nicht ein oder schaltet sich nach kurzer Zeit ab. Lösung: Sanft zudrücken, bis ein Klicken zu hören ist. Bei manchen Modellen gibt es einen Mini-Spalt, der bewusst leicht offen bleibt, um Feuchtigkeit zu entweichen. Diesen Spalt nicht mit Gewalt schließen, sondern die Bedienungsanleitung prüfen. Bei Unsicherheit hilft eine kostenlose Beratung bei KIND, wo Hörakustiker den Wechsel demonstrieren und individuelle Tipps geben.

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Tipps für Senioren mit Tremor, Arthrose oder Sehschwäche

Für ältere Menschen mit eingeschränkter Feinmotorik ist der Wechsel kleiner Knopfbatterien eine echte Herausforderung. Etwa 24 Prozent aller Hörgeräteträger über 75 Jahre berichten von Schwierigkeiten beim Batteriewechsel (Stiftung Warentest, 2024). Mit den richtigen Hilfsmitteln und einer ruhigen Routine lässt sich das Problem in den meisten Fällen lösen.

Tipp 1: Magnetstift nutzen. Ein Magnetstift ist ein dünner Stab mit Magnetspitze, der speziell für Hörgeräte-Batterien entwickelt wurde. Die Batterie haftet am Magneten und lässt sich präzise in das kleine Fach einlegen, ohne mit den Fingern hantieren zu müssen. Magnetstifte sind im Hörakustik-Fachhandel und bei KIND als Zubehör erhältlich, oft kostenlos beim Kauf eines Hörgeräts.

Tipp 2: Lupenleuchte oder Vergrößerungsspiegel. Mit einer Lupenleuchte am Tisch lässt sich das kleine Akkufach gut erkennen. Plus-Symbol und Polung sind dann klar sichtbar. Die Anschaffungskosten von 20 bis 50 Euro sind eine sinnvolle Investition. Wer einen Pflegegrad hat, kann die Lupenleuchte unter Umständen über §33 SGB V als Hilfsmittel beantragen, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt.

Tipp 3: Akku-Modell statt Knopfbatterie wählen. Wer regelmäßig mit dem Wechsel kämpft, sollte beim nächsten Hörgerätekauf direkt ein Lithium-Ionen-Modell wählen. Das tägliche Aufladen auf der Ladestation ist deutlich einfacher als der Batteriewechsel. Bei KIND bieten Hörakustiker eine kostenlose Beratung zu Akku-Modellen an, die für Senioren mit Tremor oder Arthrose besser geeignet sind.

Tipp 4: Pflegekraft oder Angehörige einbeziehen. Bei fortgeschrittener Demenz oder schwerer Bewegungseinschränkung übernimmt eine Pflegekraft oder ein Angehöriger den Batteriewechsel. Wichtig ist eine klare Routine, etwa morgens nach dem Aufstehen oder abends vor dem Zubettgehen. Wer pflegende Angehörige unterstützt, findet im Pflege-Panorama-Ratgeber zur Burnout-Prophylaxe hilfreiche Strategien für den Pflegealltag. Der Wechsel ist auch eine gute Gelegenheit, das Hörgerät kurz zu reinigen.

Tipp 5: Genug Vorrat an Knopfbatterien. Wer Knopfbatterien nutzt, sollte immer mindestens eine Reservepackung im Haus haben. Eine Packung mit 6 Batterien kostet zwischen 4 und 7 Euro und reicht je nach Typ und Tragezeit für 4 bis 8 Wochen. Die Lagerung erfolgt kühl und trocken, idealerweise in der Originalverpackung. Bei KIND gibt es Stammkunden-Programme, bei denen Knopfbatterien automatisch nachgeliefert werden.

Wartung und Pflege: Akku-Lebensdauer verlängern

Eine sorgfältige Wartung verlängert die Lebensdauer des Hörgeräts und der Batterie deutlich. Hörgeräte sind empfindliche elektronische Geräte, die täglich Schweiß, Ohrenschmalz und Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Wer das Gerät regelmäßig pflegt, verhindert teure Reparaturen und maximiert die Akkulaufzeit.

Tägliche Reinigung der Batteriekontakte. Die Kontakte im Akkufach werden mit einem trockenen Mikrofasertuch oder einer weichen Bürste gereinigt. Verschmutzte Kontakte führen zu Spannungsabfall und kürzerer Batterielaufzeit. Bei sichtbaren Korrosionsspuren (grünlicher Belag) sollte das Hörgerät vom Akustiker geprüft werden, weil eine ausgelaufene Batterie das Gerät beschädigen kann. Etwa 8 Prozent aller Hörgeräte-Schäden gehen auf ausgelaufene Knopfbatterien zurück (BVHI, 2024).

Lagerung in einer Trockenbox. Eine Trockenbox enthält ein Trockenmittel und entzieht dem Hörgerät über Nacht Feuchtigkeit. Das schützt die Elektronik und verlängert die Akkulaufzeit, weil feuchte Batterien schneller entladen werden. Bei Lithium-Ionen-Akkus gibt es spezielle Trockenboxen mit integrierter Ladestation, sodass beide Funktionen kombiniert werden können. Klassische Trockenboxen für Knopfbatterie-Geräte kosten zwischen 25 und 80 Euro.

Knopfbatterien aus dem Hörgerät nehmen, wenn es länger nicht getragen wird. Wer das Gerät über mehrere Tage nicht benötigt, etwa im Krankenhaus oder im Urlaub, sollte die Batterie entnehmen. So wird die Restladung geschont, und auslaufende Batterien können das Gerät nicht beschädigen. Bei Lithium-Ionen-Akkus ist das nicht möglich, weil sie fest verbaut sind. Stattdessen sollte das Gerät mit etwa 50 Prozent Ladestand gelagert werden.

Akku-Lebensdauer verlängern bei Lithium-Modellen. Lithium-Ionen-Akkus reagieren empfindlich auf Hitze und Kälte. Sie sollten nicht in der Sonne, im heißen Auto oder im Gefrierschrank gelagert werden. Optimale Lagertemperatur liegt zwischen 15 und 25 Grad Celsius (Umweltbundesamt, 2024). Wer diese Bedingungen einhält, erreicht die volle Lebensdauer von 4 bis 5 Jahren oder mehr. Auch regelmäßige Hörgeräte-Wartung beim Akustiker schützt vor Folgeschäden, was indirekt der Sturzprophylaxe dient, weil gut hörende Senioren weniger orientierungslos sind und seltener stürzen.

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Wo kann ich Hörgerät-Batterien kaufen?

Knopfbatterien für Hörgeräte sind 2026 in vier Haupt-Vertriebskanälen erhältlich, die sich in Preis, Service und Verfügbarkeit unterscheiden. Die Wahl des richtigen Anbieters hängt vom persönlichen Bedarf und der Bequemlichkeit ab. Wir von Pflege Panorama haben die wichtigsten Optionen zusammengestellt.

Hörakustik-Fachgeschäft. Bei KIND, Geers, Iffland und kleineren Akustikern gibt es Knopfbatterien direkt vor Ort. Vorteil: Beratung inklusive, Stammkunden bekommen oft Rabatte oder kostenfreie Lieferungen. Eine Packung mit 6 Batterien kostet typischerweise 4 bis 7 Euro. Wer dort sein Hörgerät gekauft hat, erhält in vielen Fällen Batterien während der Garantiezeit kostenlos.

Drogerie und Supermarkt. Rossmann, dm, Müller und große Supermärkte führen ebenfalls Hörgeräte-Batterien. Die Preise liegen mit 3 bis 6 Euro pro 6er-Pack etwas niedriger als beim Akustiker. Markenbatterien wie Duracell, Rayovac oder Energizer sind weit verbreitet. Vorteil: schnelle Verfügbarkeit, oft auch sonntags an Tankstellen.

Online-Handel. Bei Amazon, Ebay und spezialisierten Online-Shops wie batterieshop.de oder hoergeraete-batterien.de gibt es Großpackungen mit 60 oder 120 Stück. Stückpreise sinken auf 0,40 bis 0,80 Euro. Vorteil: günstig und bequem. Nachteil: lange Lagerzeiten reduzieren die Restkapazität, weil Zink-Luft-Batterien selbst durch die Folie hindurch langsam entladen.

Apotheke. Hörgeräte-Batterien sind auch in vielen Apotheken erhältlich, oft jedoch zu höheren Preisen von 5 bis 9 Euro pro 6er-Pack. Vorteil: kompetente Beratung und Möglichkeit, gleich Reinigungstücher und Pflegezubehör mitzukaufen. Pflege Panorama empfiehlt die Apotheke vor allem für Senioren, die ohnehin regelmäßig dort einkaufen und Wert auf persönliche Beratung legen.

Kosten für Akku-Tausch und Knopfbatterien

Die laufenden Kosten für Hörgerät-Batterien hängen stark vom gewählten System ab. Bei einer durchschnittlichen Tragezeit von 12 bis 14 Stunden pro Tag und einem Hörgerät pro Ohr lassen sich die Jahreskosten gut prognostizieren. Wir von Pflege Panorama haben typische Werte aus der Praxis zusammengestellt.

Knopfbatterien kosten zwischen 0,40 und 1,20 Euro pro Stück. Wer beidseitig ein Hörgerät trägt und die Batterie alle 5 Tage wechselt, verbraucht rund 146 Batterien pro Jahr. Das entspricht Jahreskosten zwischen 60 und 175 Euro pro Person. Bei Typ 675 (längere Laufzeit) liegen die Kosten am unteren Ende, bei Typ 10 (kurze Laufzeit) am oberen Ende.

Lithium-Ionen-Akkus halten 4 bis 5 Jahre und kosten beim Tausch 200 bis 400 Euro pro Hörgerät. Auf 5 Jahre umgerechnet sind das 40 bis 80 Euro pro Jahr und Gerät, bei zwei Geräten 80 bis 160 Euro. Das ist meist günstiger als Knopfbatterien. Hinzu kommen rund 10 Euro Stromkosten pro Jahr für die Ladestation.

Bei KIND ist der Akkutausch während der Garantiezeit kostenlos. Die meisten Hersteller geben 2 Jahre Herstellergarantie, KIND erweitert auf bis zu 4 Jahre Servicevertrag bei Premium-Modellen. Wer also innerhalb der Garantie einen Akku-Defekt hat, zahlt nichts. Pflege Panorama empfiehlt, beim Hörgerätekauf direkt die Garantiebedingungen für den Akku zu klären.

Wer einen Pflegegrad hat und die Hörgeräte-Pflege durch Angehörige übernehmen lässt, kann die Akku- und Batteriekosten teilweise über die Pflegekasse refinanzieren. Das Pflegegeld zwischen 347 und 990 Euro pro Monat (§37 SGB XI, 2026) deckt auch alltägliche Ausgaben ab. Eine detaillierte Übersicht zu Leistungen findet sich im Pflege-Panorama-Ratgeber zum Pflegegrad beantragen.

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Entsorgung von Knopfbatterien und Lithium-Akkus

Knopfbatterien dürfen niemals in den Hausmüll, sondern müssen als Sondermüll fachgerecht entsorgt werden. Sie enthalten Schwermetalle wie Quecksilber, Zink und Mangan, die in der Umwelt erhebliche Schäden anrichten können. Das Bundesumweltministerium (BMU, 2024) schreibt die Rücknahme aller Batterien gesetzlich vor.

Sammelboxen gibt es überall dort, wo Batterien verkauft werden. Drogerien, Supermärkte, Hörakustiker, Wertstoffhöfe und Apotheken nehmen alte Knopfbatterien kostenlos zurück. Die Sammelboxen stehen meist im Eingangsbereich. Bei KIND gibt es solche Boxen in allen über 700 Filialen, was die Rückgabe einfach macht.

Lithium-Ionen-Akkus müssen ebenfalls als Sondermüll entsorgt werden. Bei verbrauchten Akku-Hörgeräten übernimmt der Hörakustiker die fachgerechte Entsorgung. Das Umweltbundesamt (2024) berichtet, dass in Deutschland 2023 rund 73 Prozent aller Hörgerätebatterien zurückgegeben wurden, der Rest landete leider im Hausmüll. Pflegende Angehörige sollten bewusst auf die Rückgabe achten, weil das auch in der Pflegeeinrichtung leicht vergessen wird.

Knopfbatterien sind besonders gefährlich für Kleinkinder und Demenzpatienten. Verschluckte Knopfbatterien können in der Speiseröhre zu schweren Verätzungen führen. Pro Jahr werden in Deutschland rund 1.200 Notfälle mit verschluckten Knopfbatterien registriert (Bundesinstitut für Risikobewertung, 2023). Pflegende Angehörige sollten Batterien außerhalb der Reichweite von Demenzpatienten lagern, idealerweise in einer abschließbaren Schublade.

Garantie und Service: Was zahlt der Akustiker?

Hörakustiker bieten 2026 unterschiedliche Garantie- und Serviceleistungen, die den laufenden Aufwand für Akku-Wechsel und Wartung deutlich reduzieren können. Wer beim Hörgerätekauf auf die Servicebedingungen achtet, spart langfristig oft mehrere hundert Euro.

Standard-Herstellergarantie liegt bei 2 Jahren. In dieser Zeit werden Defekte am Hörgerät kostenlos repariert oder das Gerät wird ausgetauscht. Bei Lithium-Ionen-Akkus deckt die Garantie auch Akku-Defekte ab. Wer also innerhalb von 2 Jahren einen plötzlichen Kapazitätsverlust bemerkt, kann den Akku kostenlos tauschen lassen.

Erweiterte Serviceverträge gehen bis zu 6 Jahre. Bei KIND sind je nach Modell 4 bis 6 Jahre Servicevertrag inklusive, bei dem Reinigung, Wartung und Akkutausch abgedeckt sind. Hörakustiker rechnen diesen Service oft in den Hörgerätepreis ein, sodass die Krankenkasse einen Teil mitfinanziert. Pflegebedürftige profitieren besonders, weil sie häufiger Service benötigen.

Knopfbatterien sind oft Bestandteil des Servicevertrags. Bei manchen Akustikern gibt es im Rahmen des Stammkundenprogramms regelmäßig kostenlose Knopfbatterien, etwa eine Jahrespackung pro Hörgerät. Das spart 60 bis 175 Euro pro Jahr und Person. Pflege Panorama empfiehlt, diesen Service beim Kauf konkret abzufragen, weil er nicht überall standardmäßig enthalten ist.

Reparaturen außerhalb der Garantie kosten zwischen 50 und 400 Euro. Ein Akkutausch nach 5 Jahren liegt bei 200 bis 400 Euro pro Gerät, eine Reinigung der Kontakte bei 30 bis 60 Euro. Wer regelmäßig den Akustiker besucht, kann viele Probleme bereits präventiv lösen. Statistisch gehen rund 8 Prozent aller Hörgeräteschäden auf vermeidbare Pflegefehler zurück (BVHI, 2024).

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Die wichtigsten Fragen

Wie oft muss ich die Knopfbatterie meines Hörgeräts wechseln?

Das hängt vom Batterietyp und der täglichen Tragezeit ab. Typ 10 (kleinste, gelb) hält 3 bis 5 Tage, Typ 312 (braun) etwa 5 bis 7 Tage, Typ 13 (orange) 6 bis 10 Tage und Typ 675 (größte, blau) 10 bis 14 Tage. Wer das Hörgerät 14 Stunden am Tag trägt, hat eine kürzere Laufzeit als jemand mit nur 6 Stunden. Auch starkes Streamen über Bluetooth verkürzt die Batterielaufzeit. Im Schnitt verbrauchen Hörgeräteträger laut biha (2024) rund 146 Knopfbatterien pro Jahr bei beidseitiger Versorgung.

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Warum muss ich die Knopfbatterie 60 Sekunden an der Luft lassen?

Zink-Luft-Batterien werden durch Sauerstoff aktiviert. Solange die Schutzfolie auf der Batterie klebt, ist die Zelle inaktiv und voll aufgeladen. Sobald die Folie abgezogen wird, dringt Sauerstoff ein und startet die chemische Reaktion. Diese Reaktion braucht etwa 60 Sekunden, um die volle Spannung zu erreichen. Wer die Batterie sofort einlegt, riskiert eine bis zu 20 Prozent kürzere Laufzeit (BVHI, 2024). Die Wartezeit lohnt sich also auch wirtschaftlich.

Kann ich Lithium-Ionen-Akkus selbst wechseln?

Nein, Lithium-Ionen-Akkus sind fest in das Hörgerät verbaut und können nur vom Hörakustiker oder beim Hersteller getauscht werden. Der Tausch dauert je nach Modell 30 bis 60 Minuten und kostet zwischen 200 und 400 Euro pro Gerät. Während der Garantiezeit ist der Tausch bei den meisten Herstellern kostenlos. Bei KIND ist der Akkutausch in den Servicevertrag integriert. Wer einen plötzlichen Kapazitätsverlust bemerkt, sollte zeitnah den Akustiker aufsuchen, weil ein defekter Akku das Hörgerät beschädigen kann.

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Was tun, wenn die Knopfbatterie ausgelaufen ist?

Ausgelaufene Knopfbatterien hinterlassen einen weißlichen oder grünlichen Belag im Akkufach. Dieser Belag muss vorsichtig mit einem trockenen Wattestäbchen entfernt werden, niemals mit Wasser oder Flüssigreinigern. Bei stärkerer Korrosion sollte das Hörgerät zum Akustiker, weil die Kontakte beschädigt sein können. Etwa 8 Prozent aller Hörgeräteschäden gehen auf ausgelaufene Batterien zurück (BVHI, 2024). Vorbeugung: Batterien immer vollständig wechseln, alte Batterien nicht im Gerät vergessen und das Gerät bei Nichtgebrauch aus der feuchten Umgebung nehmen.

Schadet es dem Akku, wenn das Hörgerät nachts auf der Ladestation bleibt?

Nein, moderne Lithium-Ionen-Hörgeräte haben eine intelligente Ladelektronik, die den Strom bei Vollladung automatisch unterbricht. Das Gerät kann also problemlos die ganze Nacht auf der Ladestation bleiben. Hersteller wie Phonak, Signia und Oticon empfehlen sogar das tägliche nächtliche Laden, weil so der Akku nie tiefentladen wird. Tiefentladungen reduzieren die Akku-Lebensdauer um bis zu 30 Prozent (Umweltbundesamt, 2024). Wer auf Reisen ohne Ladestation ist, sollte den Akku zumindest auf 50 Prozent halten und das Hörgerät kühl lagern.

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Welche Knopfbatteriegröße passt in mein Hörgerät?

Die Größe steht in der Bedienungsanleitung des Hörgeräts und ist auch durch die Farbe der Klebefolie eindeutig erkennbar: Typ 10 ist gelb, Typ 312 braun, Typ 13 orange und Typ 675 blau. Diese Farbcodierung ist herstellerübergreifend genormt (ZVDA, 2024). Wer unsicher ist, bringt die alte Batterie zum Akustiker oder zur Drogerie und vergleicht. Im Zweifel hilft eine kostenlose Beratung bei KIND, wo Hörakustiker die richtige Größe verifizieren und Vorräte direkt mitgeben.

Wie lagere ich Hörgerät-Batterien richtig?

Knopfbatterien werden kühl, trocken und in der Originalverpackung gelagert. Optimale Temperatur: 15 bis 25 Grad Celsius. Auf keinen Fall in den Kühlschrank, weil Kondenswasser die Folie beschädigen und die Aktivierung vorzeitig auslösen kann. Auch direkte Sonneneinstrahlung und feuchte Badezimmer sind ungeeignet. Bei sachgerechter Lagerung halten Knopfbatterien rund 4 Jahre ab Herstellungsdatum, das auf der Verpackung angegeben ist. Pflegende Angehörige sollten zudem darauf achten, Batterien außer Reichweite von Demenzpatienten zu lagern, weil verschluckte Knopfbatterien lebensgefährlich sind.

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Was kostet ein Akkutausch beim Hörakustiker?

Ein Lithium-Ionen-Akkutausch kostet 2026 zwischen 200 und 400 Euro pro Hörgerät, abhängig von Hersteller und Modell. Während der Herstellergarantie (meist 2 Jahre) ist der Tausch kostenlos, bei erweiterten Serviceverträgen oft bis zu 4 oder 6 Jahre. Bei KIND ist der Akkutausch in vielen Servicepaketen enthalten. Wer eine kostenpflichtige Reparatur durchführen lassen muss, sollte vorher prüfen, ob ein Neukauf wirtschaftlicher ist. Hörgeräte sind nach 5 bis 6 Jahren oft technisch veraltet, sodass ein Neukauf mit Krankenkassenzuschuss oft die bessere Option ist.

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Jan Berning
Jan Berning ist Mitgründer von Pflege Panorama. Über mehrere Jahre hat er die 24-Stunden-Pflege-Agentur Dicura Seniorenbetreuung mit aufgebaut und geführt und dabei Familien bei der Organisation einer passenden häuslichen Betreuung begleitet, von der Bedarfsklärung über die Finanzierung bis zur laufenden Betreuung zu Hause. Diese Praxiserfahrung fließt in seine Ratgeber zu 24-Stunden-Pflege, Pflegefinanzierung, Pflegegraden und Pflegehilfsmitteln ein.
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