Handicare 1100 oder Handicare Freecurve? Die beiden Modelle decken unterschiedliche Treppenformen ab und stehen im direkten Vergleich nur selten gegen einander. Wir von Pflege Panorama erklären die Unterschiede und zeigen, wann sich welches Modell rechnet.
Auf einen Blick: Handicare 1100 vs Freecurve
1100 ist für gerade Treppen. Schlankestes Modell, standardisierte Schiene, Preisspanne 2.950 bis 4.500 Euro. Einbau in 1 Tag.
Freecurve ist für enge oder gewendelte Treppen. Premium-Schiene mit besonders enger Führung, massgefertigt. Preisspanne 9.000 bis 14.500 Euro.
Direkt-Vergleich ist selten. Wer eine gerade Treppe hat, nimmt das 1100. Wer eine kurvige Treppe hat, nimmt das 4000 oder Freecurve. Der Vergleich 1100 vs Freecurve betrifft Edge-Cases.
Lieferzeiten unterschiedlich. 1100 ist in 1 bis 2 Wochen lieferbar (standardisierte Schiene), Freecurve braucht 4 bis 8 Wochen wegen individueller Schienen-Fertigung.
Wann ist der Vergleich 1100 vs Freecurve überhaupt relevant?
Der direkte Vergleich kommt selten vor. Beide Modelle adressieren andere Treppen-Typen. Das 1100 ist für gerade Treppen ausgelegt, das Freecurve für kurvige oder gewendelte. Wer sich zwischen den beiden entscheiden muss, hat in der Regel eine Treppe, die genau im Grenzbereich liegt.
Typische Edge-Cases:
- Eine leicht abgeknickte Treppe (z.B. mit kurzer 30-Grad-Kurve am Ende)
- Eine sehr enge gerade Treppe, in der das Standard-1100 knapp passt
- Eine kurze Treppe mit U-Form, bei der die 4000-Schiene zu lang ist
- Ein Kunde, der zwischen einem schlanken Modell und einer Premium-Variante schwankt
In diesen Fällen lohnt der direkte Vergleich. Bei klar geraden oder klar kurvigen Treppen ist die Modell-Wahl eindeutig.
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Spezifikationen im direkten Vergleich
| Spezifikation | Handicare 1100 | Handicare Freecurve |
|---|---|---|
| Treppenform | Gerade Treppe | Kurvige Treppe, eng gewendelt |
| Schienen-Bauart | Standardisiert | Massgefertigt, eng geführt |
| Tragfähigkeit | typisch 130 kg, optional 160 kg | typisch 137 kg |
| Sitzbreite | 40 bis 45 cm | 40 bis 45 cm |
| Geschwindigkeit | 0,15 m/s | 0,12 bis 0,15 m/s |
| Mindest-Treppenbreite | 67 cm | 68 cm |
| Parkposition Platzbedarf | 30 bis 35 cm | 30 bis 35 cm |
| Lieferzeit | 1 bis 2 Wochen | 4 bis 8 Wochen |
| Einbauzeit | 1 Tag | 1 Tag |
| Preisspanne (Mobilae) | 2.950 bis 4.500 Euro | 9.000 bis 14.500 Euro |
| Garantie | 2 Jahre, verlängerbar auf 5 | 2 Jahre, verlängerbar auf 5 |
Der wichtigste Unterschied ist die Schiene. Das 1100 hat eine standardisierte Aluminium-Schiene, die auf die gewünschte Länge zugeschnitten wird. Das Freecurve hat eine vollständig massgefertigte Schiene, die jede Kurve, jede Steigungs-Änderung und jede Engstelle individuell aufnimmt.
Daraus folgt: Das 1100 ist deutlich günstiger und schneller lieferbar, das Freecurve flexibler in der Treppen-Anpassung.
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Use-Case 1: Gerade Treppe mit kurzer 30-Grad-Kurve am Ende
Diese Treppenform ist die häufigste Edge-Case-Situation. Eine sonst gerade Treppe, die am unteren oder oberen Ende eine kurze Kurve hat.
Variante A: Mit dem Handicare 1100 endet die Schiene vor der Kurve. Der Nutzer muss am Ende der Schiene aussteigen und die letzten 2 bis 4 Stufen manuell überwinden. Funktioniert nur, wenn der Nutzer im Endbereich noch mobil genug ist.
Variante B: Mit dem Freecurve folgt die Schiene auch der Kurve. Der Nutzer wird direkt bis zum Endpunkt befördert. Mehrkosten gegenüber 1100: 4.000 bis 6.000 Euro.
Empfehlung: Wenn der Nutzer im Bereich der Kurve noch eigenständig laufen kann, reicht das 1100. Wenn nicht, ist Freecurve die wirtschaftlich richtige Wahl trotz Mehrkosten.
Use-Case 2: Sehr enge gerade Treppe (z.B. 70 cm Breite)
Bei einer Treppenbreite knapp über 70 cm passt das Standard-1100 mit Optionen. Mobilae bietet eine schmale Sitzvariante (40 cm Sitzbreite) und eine angepasste Schienen-Montage. Mehrkosten gegenüber Standard-1100: 500 bis 1.500 Euro.
Eine Freecurve-Lösung wäre hier überdimensioniert, weil die Treppe gerade ist. Das Freecurve bietet keine Vorteile bei geraden engen Treppen über die schmale 1100-Variante hinaus.
Empfehlung: Schmale 1100-Variante mit 40 cm Sitzbreite. Preis bleibt im 4.000- bis 5.500-Euro-Bereich.
Use-Case 3: Kurze U-Treppe (z.B. 8 Stufen, 180-Grad-Wendung)
Hier ist das Freecurve die richtige Wahl. Das Standard-Handicare 4000 funktioniert ebenfalls, aber bei sehr engen Wenden ist das Freecurve mit seiner enger geführten Schiene technisch überlegen.
Das 1100 scheidet aus, weil die U-Treppe nicht gerade ist. Ein 1100 kann bei U-Treppen technisch nicht installiert werden.
Empfehlung: Freecurve. Preisspanne bei kurzer U-Treppe 9.000 bis 11.500 Euro.
Vergleich zum Mitbewerber-Modell
| Anwendungsfall | Handicare 1100 | Handicare Freecurve | Lifta Smart Komfort | Lifta Curve |
|---|---|---|---|---|
| Gerade Standard-Treppe | 2.950–4.500 Euro | nicht passend | 5.500–7.500 Euro | nicht passend |
| Gerade enge Treppe (70 cm) | 3.500–5.000 Euro | nicht passend | 5.500–7.500 Euro | nicht passend |
| Gerade mit 30-Grad-Kurve | 2.950–4.500 Euro (manueller Endstück-Bereich) | 9.000–11.500 Euro | 5.500–7.500 Euro | 9.000–13.000 Euro |
| Kurze U-Treppe | nicht passend | 9.000–11.500 Euro | nicht passend | 9.000–13.000 Euro |
| Wendeltreppe | nicht passend | 11.000–14.500 Euro | nicht passend | 11.000–15.000 Euro |
Mobilae-Preise sind in allen vergleichbaren Use-Cases 20 bis 30 Prozent unter Lifta-Niveau. Bei der Wahl zwischen 1100 und Freecurve dominiert aber die technische Eignung den Preis: ein Standard-1100 ist nicht gleichwertig zum Freecurve, wenn die Treppe nicht gerade ist.


Die wichtigsten Fragen
Welches Modell ist günstiger?
Das Handicare 1100 ist deutlich günstiger mit Preisspanne 2.950 bis 4.500 Euro. Das Freecurve liegt bei 9.000 bis 14.500 Euro, also rund drei Mal so teuer. Der Preis-Unterschied erklärt sich durch die massgefertigte Schiene des Freecurve, die Lieferzeit von 4 bis 8 Wochen verursacht und individuell auf jede Treppe konfiguriert wird.
Kann ich das 1100 auf einer leicht kurvigen Treppe einsetzen?
Eingeschränkt, ja. Wenn die Treppe überwiegend gerade ist und nur am Anfang oder Ende eine kurze Kurve hat, kann das 1100 vor der Kurve enden. Der Nutzer muss dann die letzten Stufen manuell überwinden. Wenn das nicht möglich ist, braucht es das Freecurve oder das 4000.
Was ist der Unterschied zwischen Freecurve und 4000?
Das Handicare 4000 ist die Standard-Variante für kurvige Treppen mit massgefertigter Schiene. Das Freecurve ist die Premium-Variante mit besonders eng geführter Schiene für komplexe oder besonders enge Treppen. Bei einer einfachen 90-Grad-Kurve reicht das 4000 (7.500 bis 11.000 Euro), bei einer Wendeltreppe oder sehr engen Kurve lohnt das Freecurve (9.000 bis 14.500 Euro).
Wie lange dauert die Lieferung?
Das Handicare 1100 ist in 1 bis 2 Wochen lieferbar, weil die Schiene standardisiert ist. Das Freecurve braucht 4 bis 8 Wochen wegen der individuellen Schienen-Fertigung. Wer Eile hat (z.B. nach Krankenhaus-Entlassung), sollte deshalb prüfen, ob eine 1100-Lösung mit manuellem Endbereich akzeptabel ist.
Bekomme ich bei beiden Modellen die volle Förderung?
Ja, die Förderung ist anbieter- und modellneutral. Pflegekassen-Zuschuss 4.180 Euro je Maßnahme (§ 40 Abs. 4 SGB XI, ab Pflegegrad 1) gilt für beide Modelle gleich. KfW-Zuschuss 455-B (Antragstopp seit Juli 2026) und KfW-Kredit 159 ebenfalls (KfW, Stand 2026-05). Bei einem 1100 für 3.800 Euro deckt der Pflegekassen-Zuschuss die Anschaffung komplett, beim Freecurve für 11.000 Euro reduziert er den Eigenanteil auf rund 6.000 Euro plus KfW-Zuschuss.
Welche Garantie gilt für die beiden Modelle?
Standard-Garantie beträgt bei beiden 2 Jahre, in vielen Konfigurationen über Mobilae auf 5 Jahre verlängerbar. Wartungsverträge mit Reparatur-Inklusiv-Schutz kosten 400 bis 600 Euro pro Jahr. Die Akku-Lebensdauer ist bei beiden Modellen 3 bis 5 Jahre, Akku-Tausch 200 bis 400 Euro einmalig.
Welches Modell empfiehlt Pflege Panorama?
Wir empfehlen kein pauschales Modell. Die Wahl hängt an der Treppenform: gerade Treppe = 1100, kurvige oder gewendelte Treppe = Freecurve oder 4000. Wer im Grenzbereich liegt (gerade Treppe mit kurzer Kurve am Ende), sollte beide Optionen in der kostenlosen Vor-Ort-Vermessung prüfen lassen. Das Mehrgeld für Freecurve rechtfertigt sich nur, wenn der Nutzer den Endbereich nicht eigenständig überwinden kann.