KIND ist eine der größten Hörakustik-Ketten Deutschlands mit rund 600 Filialen und einer eigenen Hörgeräte-Marke. Das Unternehmen bietet von der zuzahlungsfreien Nulltarif-Versorgung bis zu Premium-Geräten mit mehreren Tausend Euro Eigenanteil die gesamte Bandbreite an. In diesem Profil ordnet Pflege Panorama das Angebot, die Eigenmarken, das Service-Konzept und die Kosten sachlich ein, damit Sie wissen, was Sie bei KIND erwartet.
Kurz-Antwort: KIND (gegründet 1952, heute Teil der Demant-Gruppe) ist eine Filialkette mit eigener Hörgeräte-Marke. Etwa 70 Prozent der dort verkauften Geräte stammen aus der zuzahlungsfreien Nulltarif-Kollektion, bei der Sie nur die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro pro Gerät tragen. Wer mehr Komfort oder Streaming wünscht, zahlt bei den Eigenmarken-Linien je nach Ausstattung einen Eigenanteil ab rund 300 Euro bis über 1.250 Euro pro Ohr.
Stand: September 2026 · Verfasst von der Pflege-Panorama-Redaktion, fachlich geprüft.
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KIND Hörgeräte im Überblick
KIND ist ein vertikal aufgestelltes Unternehmen, das Beratung, Anpassung und eigene Geräte aus einer Hand anbietet. Das 1952 in Großburgwedel bei Hannover gegründete Familienunternehmen betreibt nach eigenen Angaben rund 600 Filialen in Deutschland und insgesamt über 750 Standorte im In- und Ausland. Damit gehört KIND zu den reichweitenstärksten Anbietern, was für viele Menschen vor allem einen wohnortnahen Ansprechpartner bedeutet.
Eine Besonderheit ist die eigene Hörgeräte-Marke. Die unter dem Namen KIND vertriebenen Geräte sind sogenannte Privatlabel-Produkte: Bekannte Hersteller produzieren die Technik, KIND verkauft sie unter eigenem Namen ausschließlich in den eigenen Filialen. Das macht einen direkten Preisvergleich mit Standardmodellen schwieriger, weil identische Geräte unter anderem Namen laufen können. Seit der vom Bundeskartellamt freigegebenen Übernahme gehört die KIND-Gruppe zum dänischen Hörtechnik-Konzern Demant.
Für einen neutralen Einstieg empfehlen sich unabhängige Grundlagen-Ratgeber. Wenn Sie sich zunächst einen neutralen Überblick über Bauformen und Technik verschaffen möchten, hilft unser umfassender Hörgeräte-Ratgeber zu Grundlagen, Arten und Funktionsweise. Für ältere Menschen lohnt zusätzlich der Blick in unseren Vergleich der besten Hörgeräte für Senioren.
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Modelle und Eckdaten der KIND-Eigenmarken
KIND teilt sein Sortiment in die kostenfreie Nulltarif-Kollektion und die kostenpflichtige Individual-Linie auf. Die folgende Tabelle fasst die Kategorien mit ihren Eckdaten, Preisklassen und der typischen Zielgruppe zusammen. Die Preise verstehen sich als Eigenanteil pro Ohr nach Abzug des Kassenzuschusses und beruhen auf öffentlich einsehbaren KIND-Angaben sowie Fachportalen wie welches-hoergeraet.de; sie können je nach Filiale und Ausstattung abweichen.
| Linie / Modell | Eckdaten | Preisklasse (Eigenanteil/Ohr) | Für wen |
|---|---|---|---|
| Nulltarif-Kollektion | Volldigital, deutsche Produktion, gut für ruhige Gespräche; kein TV-/Smartphone-Streaming | 0 € (nur 10 € gesetzliche Zuzahlung) | Wer eine solide Grundversorgung ohne Eigenanteil sucht |
| Individual Kompakt | Zusätzlich Bluetooth-Streaming für TV und Smartphone | ab ca. 300 € | Aktive Nutzer, die Telefon und Fernseher koppeln möchten |
| Individual Komfort | Passt sich automatisch wechselnden Hörsituationen an | ab ca. 725 € | Wer oft zwischen Ruhe und Trubel wechselt (Restaurant, Verein) |
| Individual Komfort+ | Höchster Komfort, intelligente Sprachverarbeitung, energiesparendes Bluetooth | ab ca. 1.250 € | Anspruchsvolle Hörsituationen und maximaler Funktionsumfang |
Zum Vergleich mit dem Gesamtmarkt: Premium-Hörgeräte kosten herstellerübergreifend bis rund 3.500 Euro pro Gerät. Eine breitere Übersicht über alle Preisklassen finden Sie in unserem Ratgeber zu den Hörgeräte-Preisen und dem Kostenvergleich aller Modelle.
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Stärken und Schwächen von KIND
KIND punktet vor allem mit Filialdichte und einer durchdachten Servicepauschale, hat aber bei der Markttransparenz Eigenheiten. Die folgende Gegenüberstellung soll Ihnen eine ehrliche Einordnung ermöglichen.
Dafür spricht:
- Sehr dichtes Filialnetz mit rund 600 Standorten, also meist ein Ansprechpartner in der Nähe.
- Die KIND Hörlösung bündelt Erstberatung, Anpassung und Service in einem Paket mit langer Laufzeit von über sechs Jahren.
- Geräte lassen sich vor dem Kauf kostenlos und unverbindlich Probe tragen.
- Reinigung und Wartung sind über die Nutzungsdauer in der Regel im Preis enthalten.
- Eine echte zuzahlungsfreie Versorgung wird aktiv angeboten und macht den Großteil der Verkäufe aus.
Das sollten Sie bedenken:
- Durch die Privatlabel-Strategie ist nicht immer transparent, welches Hersteller-Gerät hinter einem KIND-Modell steckt.
- Ein direkter Preisvergleich mit anderen Anbietern fällt dadurch schwerer.
- Beratung in einer herstellergebundenen Kette kann naturgemäß den eigenen Marken Vorrang geben; eine zweite Meinung lohnt sich.
- Streaming-Funktionen fehlen in der Nulltarif-Klasse, was für technikaffine Nutzer ein Eigenanteil-Argument ist.
Entscheidend ist am Ende eine gute, ergebnisoffene Anpassung, ob bei KIND oder einem anderen Akustiker. Tipps dazu und zur Auswahl geben wir Ihnen unter Hörakustiker finden. Wer wissen möchte, wie sich Hörverlust im Alter überhaupt äußert, findet Hintergründe unter Schwerhörigkeit im Alter.
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Kosten und Kasse: Was zahlt KIND, was die Krankenkasse?
Hörgeräte sind ein Hilfsmittel nach § 33 SGB V, und die gesetzliche Krankenkasse übernimmt einen Festbetrag je Ohr. Dieser Festbetrag ist zwischen dem GKV-Spitzenverband und der Bundesinnung der Hörakustiker vertraglich geregelt. Je nach Quelle und Kasse liegt der Zuschuss bei 704,37 Euro je Ohr; für das zweite Gerät fällt er etwas niedriger aus (Quellen: GKV-Festbetragsregelung nach § 33 SGB V, Fachportal pflege-helfer24.de). Hinzu kommt eine ärztliche Verordnung, und die Anpassung erfolgt beim Hörakustiker.
Die Pflegekasse zahlt Hörgeräte ausdrücklich nicht, da sie kein Pflegehilfsmittel sind. Innerhalb des Kassenrahmens muss KIND, wie jeder Akustiker, mindestens ein mehrkostenfreies Gerät anbieten. Dann zahlen Sie nur die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro pro Hörgerät, bei beidseitiger Versorgung also 20 Euro. Komfort- und Premium-Modelle bedeuten dagegen einen Eigenanteil, den Sie privat tragen.
| Position | Wer zahlt | Betrag (Richtwert) |
|---|---|---|
| Kassen-Festbetrag pro Ohr | Gesetzliche Krankenkasse | 704,37 € je Ohr |
| Gesetzliche Zuzahlung | Versicherte:r | 10 € pro Gerät |
| Nulltarif-Gerät | Voll von Kasse gedeckt | 0 € Eigenanteil |
| Komfort-/Premium-Aufpreis | Versicherte:r privat | ab ca. 300 € bis über 1.250 €/Ohr |
Vor jeder Eigenanteil-Entscheidung gilt: Eine vertiefte Erklärung der Kassenlogik bietet unser Ratgeber zu den Hörgeräte-Preisen. Verbraucherschützer wie die Verbraucherzentrale raten generell, das mehrkostenfreie Gerät immer ausgiebig zu testen, bevor Sie sich für einen Eigenanteil entscheiden.
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Fazit: Für wen lohnt sich KIND?
KIND ist eine solide Wahl, wenn Ihnen ein wohnortnaher Anbieter mit langfristigem Service und einer echten Nulltarif-Option wichtig ist. Die hohe Filialdichte und das Service-Paket über mehrere Jahre sind reale Vorteile, gerade für ältere Menschen, die regelmäßige Betreuung schätzen.
Wer maximale Preistransparenz oder ein bestimmtes Hersteller-Modell sucht, sollte jedoch eine zweite Meinung einholen und Geräte vergleichen. Die Privatlabel-Strategie erschwert den direkten Vergleich, weshalb sich ein kostenloser Probetrag mehrerer Optionen lohnt. Pflege Panorama empfiehlt, vor jeder Kaufentscheidung das mehrkostenfreie Kassengerät ernsthaft zu testen.


Die wichtigsten Fragen
Wie viele Filialen hat KIND?
KIND betreibt nach eigenen Angaben rund 600 Filialen in Deutschland und über 750 Standorte im In- und Ausland. Damit zählt das Unternehmen zu den reichweitenstärksten Hörakustik-Ketten und bietet vielen Menschen einen wohnortnahen Ansprechpartner.
Sind KIND Hörgeräte gut?
KIND-Geräte sind Privatlabel-Produkte etablierter Hersteller und liegen technisch auf Marktniveau. Erfahrungen hängen stark von der Beratung und der individuellen Anpassung ab. Wichtig ist, das Gerät vor dem Kauf ausgiebig Probe zu tragen.
Was kostet ein KIND Hörgerät?
Die Nulltarif-Kollektion ist für gesetzlich Versicherte zuzahlungsfrei, es fällt nur die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro pro Gerät an. Für die Individual-Linien zahlen Sie einen Eigenanteil ab rund 300 Euro (Kompakt), ab etwa 725 Euro (Komfort) und ab rund 1.250 Euro (Komfort+) pro Ohr.
Was ist die KIND Nulltarif-Kollektion?
Das ist eine Auswahl an Hörgeräten, die für gesetzlich Versicherte komplett vom Kassenzuschuss gedeckt sind. Sie zahlen nur die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro pro Gerät. Etwa 70 Prozent der bei KIND verkauften Geräte stammen laut Unternehmensangaben aus dieser Kollektion.
Zahlt die Krankenkasse das Hörgerät bei KIND?
Ja, Hörgeräte sind ein Hilfsmittel nach § 33 SGB V, und die Krankenkasse übernimmt einen Festbetrag je Ohr von 704,37 Euro je Ohr. Eine ärztliche Verordnung ist nötig. Die Pflegekasse zahlt Hörgeräte hingegen nicht.
Was umfasst der KIND Service?
Die KIND Hörlösung bündelt Erstberatung, Anpassung und laufenden Service in einem Paket mit über sechs Jahren Laufzeit. Dazu gehören regelmäßige Überprüfungen, Feinabstimmungen, Reinigung und bei Bedarf Leih-Hörgeräte. Wartung ist in der Regel im Preis enthalten.
Gehört KIND zu einem Konzern?
Ja, KIND wurde 1952 als Familienunternehmen gegründet und gehört heute zum dänischen Konzern Demant. Die Übernahme wurde vom Bundeskartellamt freigegeben; Demant führt auch eigene Hörgeräte-Marken.
Sollte ich vor dem Kauf eine zweite Meinung einholen?
Das ist empfehlenswert, da KIND eigene Marken vertreibt und nicht immer erkennbar ist, welches Hersteller-Gerät dahintersteckt. Ein Vergleich bei einem zweiten Akustiker und das Probetragen mehrerer Geräte helfen Ihnen, das passende Modell zum fairen Preis zu finden. Pflege Panorama rät, dabei stets das mehrkostenfreie Kassengerät zu testen.